"Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus"

"Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus"

Briefwechsel, Stellungnahmen und Rezensionen zum Buch (wird laufend erweitert)

Rezensionen zum Buch von Stefan Engel "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus"

Von RW-Redaktion

Der Künstler und Bildhauer Rainer Günther schreibt uns am 08.06.2021:

Das Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus" habe ich mit Begeisterung gelesen. Es schafft für mich Klarheit über Vieles was ich erlebt, erlitten, beobachtet und gedacht habe und gehört in die Hand eines jeden, der über eine linke Alternative zu unserem Gesellschaftssystem nachdenkt.

Die UPML Sud (Union Prolétarienne Marxiste-Léniniste deutsch: Marxistisch-Leninistische Proletarische Union Frankreich Süd) schickte ein Grußwort anlässlich der Herausgabe des RW 36.

Die Genossen bedauern, dass sie nicht zur Buchvorstellung kommen konnten und schreiben u.a.:

Um sich an der Macht zu halten, schreibt die herrschende Klasse die Geschichte um, betreibt ihre Unterminierungsarbeit gegen die Gegner und insbesondere gegen die Arbeiterbewegung und unterhält in ihrer Mitte eine Armee von antikommunistischen Agenten, die damit beauftragt sind, in verschiedenen Formen zu wiederholen: "Es gibt keine Alternative".

Unter denjenigen, die sich gegen ihn vereinen sollten, herrscht große Verwirrung: Kritik an freiwillig isolierten Aspekten des Kapitalismus geht Hand in Hand mit Unterwerfung unter das System und Antikommunismus. Während ein Teil der Massen nach einem Ausweg und geeigneteren Mitteln des Kampfes sucht, halten die großen politischen oder gewerkschaftlichen Organisationen die Unbestimmtheit ihrer Forderungen und Programme aufrecht, was die Verschärfung der Widersprüche innerhalb des Volkes begünstigt.“

Sie schließen mit: „dass diese Arbeit der MLPD, die heute vorgestellt wird, sehr nützlich für uns sein wird und stark zur Entwicklung und zum Sammeln der authentischen revolutionären Kräfte in Frankreich und in der Welt beitragen wird.“

Zuschrift aus Duisburg/Niederrhein:

Eine alte Freundin hatte 2017 das Buch von Stefan Engel „Katastrophenalarm – Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur“ mit Interesse gelesen, aber auch einen antikommunistischen Roman gegen die Kulturrevolution. Wer hatte nun Recht? Und wie konnte sie uns unterstützen? Ich sagte, dass sie herausfinden muss, ob sie den Sozialismus als Ziel überhaupt gut findet.

Die Tatsachenberichte „Die Revolution geht weiter“ von Jan Myrdal und „Arzt in China“ von J. S. Horn erwiesen sich als wichtig. Nach einer gemeinsamen Wanderung 2020 schrieb sie: „Was mir diesmal wichtiger ist, die Gedankenwelt die wir geteilt haben. Dazu habe ich viel gelernt und neue Denkanstöße bekommen, z.B. durch die mitgegebenen Bücher mich mit dem Sozialismus zu beschäftigen.“ „Ich habe mit deinem zweiten Buch – Arzt in China – angefangen und bin sehr angetan von der Denkungsweise. Leider geht es ja dort jetzt ganz anders zu.“

Und schließlich: „Mich beschäftigt die Frage, wie sich das chinesische Volk in den letzten Jahren nach der Kulturrevolution so von Maos Gedanken abwenden konnte. Oder anders herum gefragt, wie ist es möglich, dass ein so riesiges und unterschiedliches Volk hinter einem Mann – früher Mao jetzt Xi, steht?“ In meiner Antwort ging es um die Überzeugungsarbeit von Mao Zedong im Langen Marsch, das ungelöste Problem seiner Nachfolge, die Einführung des kapitalistischen Denkens in China durch Deng Xiao-Ping, die grundsätzliche Rolle des Revisionismus als antikommunistischer Damm gegen den Sozialismus, seine Quellen und seine Krise. Der ausgezeichnete Abschnitt I.5 „Aufstieg und Niedergang des modernen Revisionismus“ im Revolutionären Weg 36 half mir, einigermaßen kurz zu antworten. Diese Antwort begeistere meine Freundin sehr.

Über das neue Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ schreibt sie nun selbst: „Gerade habe ich die Einleitung des Buches, das gestern ankam, angefangen und bin recht angetan: die Ausdrucksfähigkeit des Autors erstaunt mich aufs Neue – die Anfeuerung zum Aufstand gegen den Kapitalismus … treffen bei mir gerade auf ein Umdenken meiner Haltung, nicht nur im Kleinen umweltbewusst zu leben. Darüber mehr, spätestens wenn ich mich noch tiefer eingelesen habe.“

Briefwechsel im MLPD-Landesverband Nord

Hamburg, 18.04.2021

MLPD Landesleitung Nord

Liebe Genossen,

es gab ja bei unserer letzten Zusammenkunft den Widerspruch zur Frage, ob es eine Offensive des Antikommunismus gibt.

Da ihr beide das Buch habt, beziehe ich mich zur weiteren Klärung bzw. Vertiefung darauf.

Auf Seite 17 heißt es dort:

Die Herrschenden begegnen dem Linkstrend unter den Massen aus der Defensive heraus mit einer neuen Offensive des Antikommunismus und der verstärkten Unterdrückung der revolutionären Theorie und Praxis. … Regierung und Geheimdienste in Deutschland konnten jedoch nicht verhindern, dass die MLPD in eine neue gesamtgesellschaftliche Rolle hineinwuchs und ihre von der Bourgeoisie verursachte relative Isolierung nachhaltig überwand. Das offenbart die allgemeine Unfähigkeit der Herrschenden, mit dem wachsenden marxistisch-leninistischen Einfluss auf die Massen fertigzuwerden. Die Staatsreligion des Antikommunismus steckt selbst in einer Krise.“

und auf Seite 148:

Trump reagierte auf die schwächelnde Wirkung des modernen Antikommunismus mit einer Offensive des offen reaktionären und aggressiven Antikommunismus. Im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2020 konstruierte Trump sogar eine angebliche Neigung der »politischen Elite« und der »liberalen Demokratie« zum Sozialismus und Kommunismus. Zugleich behauptete er von seiner Regierung, sie würde die Interessen der Arbeiterschaft repräsentieren und diese sowohl gegen die »radikal linken Demokraten« als auch gegen die »gelbe Gefahr« verteidigen.“

Es ist so, dass die Begriffe „Krise“ und „Offensive“ zwei unterschiedlichen Kategorien angehören.

Der Begriff „Krise“ kennzeichnet einen Zustand (Status, Situation, Lage etc.), der Begriff „Offensive“ kennzeichnet eine Handlung (Angriff, Stürmen, Ansturm) etc.

Insofern kann man auch keine direkte Beziehung herstellen in der Art: Krise = Defensive. Es gibt die allgemeine Krise des Imperialismus und zugleich die strategische Offensive der Imperialisten in der jetzigen Etappe, auch wenn sie mehr und mehr untergraben wird.

Diese allgemeine Krise hält den Imperialismus nicht davon ab, Offensiven gegen die Massen, die Arbeiterklasse, revolutionäre Parteien, andere Länder etc. zu führen.

Negieren, dass es eine Offensive des Antikommunismus durch die Herrschenden gibt - bedeutet, die Wirkung des Antikommunismus massiv zu unterschätzen.

Denn auf Seite 11 des Buches heißt es berechtigt:

Mit dem Antikommunismus verschiedenster Couleur fertigzuwerden, ist auf dem Hintergrund der tiefen Krisen des Reformismus und des modernen Revisionismus inzwischen zur Schlüsselfrage in der Bewusstseinsbildung der Massen geworden.“

Herzliche Grüße

MLPD Landesleitung Nord

Darauf kam folgende Antwort:

Liebe Genossinnen und Genossen,

danke für eure Kritik, die berechtigt ist. Ich halte das auch für eine wesentliche Auseinandersetzung. Ich habe mich damit beschäftigt und dazu studiert.

Die antikapitalistische Stimmung und der Linkstrend ist schon eine gewisse bewusste Verarbeitung der Situation mithilfe unseres Einflusses, doch sie ist bei einer noch stark wirkenden kleinbürgerlichen Denkweise mit vielfältigen Illusionen verbunden. Die Erwiderung der Herrschenden ist eine neue Offensive des Antikommunismus, eine Unterdrückung revolutionärer Theorie und Praxis. Soweit der neue REVOLUTIONÄRER WEG 36.

Ich vertrat, dass die Herrschenden wie ein verwundetes Tier um sich schlagen, während sie fallen und sterben.

1. soweit ist es noch nicht. Damit sage ich, dass eine revolutionäre Situation wäre, in der es schon um die Eroberung der Macht gehe, und die außerdem schon fast gewonnen wäre. Das ist eine weitgehende Überzeichnung der derzeitigen Situation des Übergangs in die 2. Etappe des Klassenkampfes.

2. Ich sage damit auch, der Gegner würde an seinen eigenen Widersprüchen von selber fallen. Das ist in keiner Etappe des Klassenkampfes richtig, auch nicht,wenn der Imperialismus schon dieses verwundete Tier wäre. Das ist eine kleinbürgerlich-revisionistische These.

3. Ebenfalls kritisiert ihr die Gleichsetzung von Krise mit Defensive. Das ist ein Schematismus von mir in der Frage der Strategie und Taktik. Wachstum wie derzeit beim Parteiaufbau heißt ja auch nicht, dass man ständig in der Offensive ist. Und die Krise der Herrschenden heißt auch nicht, dass die Herrschenden einfach kopflos um sich schlagen, sie haben auch eine Strategie und Taktik im Klassenkampf, die sogar sehr ausgefeilt ist und mit allen Wassern gewaschen.

Insgesamt senke ich mit dieser Einschätzung den Maßstab an den komplizierten und entfalteten Kampf um die Denkweise in Partei und Massen. Das passt auch zu einer gewissen Praxis, noch öfter überrascht zu sein von der Heftigkeit des Antikommunismus oder der Ereignisse.

Viele Grüße

Zuschrift einer Genossin aus Köln:

„Ich wollte eigentlich den RW direkt studieren, aber ich hatte keine Ruhe dafür. Ich musste weiterlesen. Mich hat das sehr interessiert und der RW ist so spannenden, weil er die nähere Vergangenheit so gut analysiert. Der genaue Zusammenhang von Campact und wie es funktioniert, ein gesamtgesellschaftliches Liquidatorentum zu installieren... Das sagt sich immer so, aber das so zu verstehen, ist super.

Ich bin auch froh, dass die Sprache der RW heute sehr gut zu verstehen ist. Bei älteren RW kam es mir manchmal etwas starr vor. Die gute Verständlichkeit war auch bei den letzten RW schon so."

M/Köln

Zuschrift von Yusuf KÖSE:

Stefan Engel,

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise
I. Teil: Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Ein neues wichtiges Werk für jeden kämpferischen und klassenbewussten Arbeiter in der internationalen kommunistischen Bewegung

Das Buch befasst sich ‒ auf der Grundlage der proletarischen Weltanschauung und einer mit der bür­ger­lichen Ideologie unvereinbaren Dialektik ‒ mit dem Bankrott der bürgerlichen Ideologie, die sich mit ihren antikommunistischen Attacken gegen die Welt­an­schau­ung der Arbeiterklasse richtet, den Marxismus-Leninismus.

Ohne Sieg über die bürgerliche und kleinbürgerliche Ideologie können die Marxisten-Leninisten keine sozialistische Revolution durchführen. Mit dem weltanschaulichen Sieg des Marxismus-Leninismus über bürgerliche Ideologie wird es aber möglich, die Avantgarde der Arbeiterklasse ideologisch zu gewinnen.

Stefan Engel legt in seiner neuen Schrift dar, wie die Avantgarde der Arbeiterklasse mit der Waffe des Marxismus-Leninismus gewappnet werden muss, und leistet damit einen weiteren Beitrag zur internationalen kommunistischen Bewegung auf theoretischem Gebiet.

In dem Werk ist außerdem dargelegt, wie die Lehre von der Denkweise die Arbeiterklasse gegen die bürgerliche und kleinbürgerliche antikommunistische Denkweise in Stellung bringt.

Die Lektüre des Buches ist ein absolutes Muss für jeden Kommunisten und jeden Arbeiter!

Yusuf KÖSE

Stefan Engel’den

Uluslararsı Komünist Hareket'in Sınıf Bilinçli Militan İşçileri İçin Yeni Bir ESER:

Burjuva İdeolojisinin Krizi ve Düşünme Tarzı Öğretisi’nin 1. Bölümü; “Burjuva İdeolojisinin Krizi ve Anti-komünizm” yayınlandı.

Anti-Komünist saldırılarla işçi sınıfının dünya görüşü olan ML’i hedef alan burjuva ideolojisinin iflası; işçi sınıfı ideolojisi ile burjuva ideolojisinin uzalaşmaz diyalektiği içinde ele alınmaktadır.

Marksist-Leninistler, burjuva ve küçük burjuva ideolojisine karşı ideolojik zafer kazanmadan sosyalist devrimi gerçekleştiremezler. İşçi sınıfı öncüsünün ideolojik olarak kazanılması, burjuva ideolojisine karşı ML ideolojik mücadelenin zaferiyle gerçekleşebilir.

Uluslararası Komünist Harekete, bu eseriyle, teorik katkılarını sürdüren Stefan Engel, işçi sınıfının öncüsünün ideolojik olarak ML’in silahıyla nasıl donanması gerektiğini anlatmaktadır.

Bu eser de, burjuva ve küçük burjuva anti-komünist düşünce tarzına karşı, işçi sınıfının ideolojik olarak güçlenmesinin düşünme tarzı öğretisi vardır.

Her komünistin ve her işçinin mutlaka okuması gereken bir eser!

Yusuf KÖSE

Zuschrift einer Genossin aus Gelsenkirchen:

E/2.5.21

An Stefan Engel/Leiter RW-Redaktion

Lieber Stefan,

ich habe jetzt den RW 36 einmal gelesen und mit der Vorlage, die wir zur Antragsstellung erhalten hatten, verglichen. Ich muss sagen, da wurde durch die Antragstellung und die schöpferische Arbeit der Antragskomission, die wirklich schon sehr gute Vorlage noch einmal qualitativ deutlich höherentwickelt, präzisiert, die Polemik vertieft, z.T. neue und noch überzeugendere Zitate verwendet. Die kollektive Weisheit der Partei (und ihrer Verbündeten) ist – unter einer zielklaren Führung – einfach unübertroffen. Ein sehr guter, sehr überzeugender RW. Ich gratuliere dir noch einmal von Herzen für den nun sehr erfolgreich ausgetragenen ideologischen Kampf um diese RW-Ausgabe!

Die Einleitung hat an Präzision, Tiefgang und damit Überzeugungskraft gewonnen. Sie ist für alle Teile des RW 36-39 gültig. Darum wird sie dem Band RW 36 vorangestellt. Das ist richtig und betont den Gesamtzusammenhang. Sie beginnt jetzt mit der Einleitung der neuen historischen Umbruchphrase vom Kapitalismus zum Sozialismus mit der Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990 er Jahren. Damit stellt sie sofort den Zusammenhang zu den RW 29-35 her. Einige konkrete Seiten wurden zugunsten der grundsätzlichen Ausrichtung gestrichen. Der rote Faden besteht im weltanschaulichen Kampf, der zur Auflösung des ideologisch-politischen Wirrwarrs in den Köpfen der Massen notwendig ist, und in dessen Zentrum der Kampf gegen den Antikommunismus in seinen verschiedenen Varianten und seine Wirkung in der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise steht.

Es ist richtig und ich freue mich, dass Willi Dickhuts kurze philosophische Schrift „Hegels `Logik` als Höhepunkt und Ende der klassischen Philosophie“ und damit seine Kritik an einer verbreitet einseitig negativen Beurteilung Hegels in der damaligen KPD/SED aufgenommen wurde. (Seite 31)

(...)

Sehr gelungen ist auch an verschiedenen Stellen eine Vertiefung der wissenschaftlichen Polemik – so zu Adorno wenn gegen seine Aussage: „Das Ganze ist das Unwahre.“ jetzt polemisiert wird: „Damit erklärt er die Welt als nicht existent. Entsprechend könne es auch keine Theorie über das ganze Weltgeschehen geben, man könne höchstens Teilwahrheiten herausfinden.“

Oder wenn die Kriminalisierung der kommunistischen Freiheitsideologie nicht mehr als „die höchste Form des ideologischen Kampfs“, sondern treffend als „armseligste Form des ideologischen Kampfs der Bourgeoisie.“ qualifiziert ist.

Diese Angriffslust ist begeisternd und fordert heraus, selbst in diesen Angriffsmodus überzugehen.

Ich mache mich jetzt an das gründliche Studium des RW, aber es war mir wichtig, dir doch schon mal vorab zu sagen, dass das ein wirklich gelungenes Werk geworden ist.

(...)

Herzliche Grüße, E.

Zuschrift eines Kollegen aus Stuttgart:

Nach dem diesjährigen 1. Mai 2021, als ich endlich wieder aktiv auf der Straße und der Kundgebung war, besorgte ich mir das neu erschienene Taschenbuch von Stefan Engel.

Als parteiloser aktiver Gewerkschafter ging ich im Schnellgang durch das gut zu lesende Buch, direkt auf die Seite 89 - 92. Dort ging es um das Thema: Unvereinbarkeitsbeschluss in der IGM , gegen die Marxisten - Leninisten. Immer wieder wird gegen Marxisten - Leninisten, Kommunisten gedroht , eingeschüchtert und gemobbt. Selbst wenn man in der Nähe ist.

Von den Konzernchefs ist nichts anderes zu erwarten, aber aus den eigenen Reihen, aus der IG Metall, ist für mich falsch und sehr gefährlich.

Am 2.Mai 1933 stürmten die Nazis alle Gewerkschaftshäuser in Deutschland, beschlagnahmten das Eigentum des ADGB ( Allgemeiner Deutscher Gewerkschafts Bund ) und verhafteten viele Funktionäre. Ob Sozialdemokraten oder Kommunisten. Die Nazis folterten, misshandelten und ermordeten Kolleginnen und Kollegen. Die Gewerkschaften wurden zerschlagen.

Die Gründung der IG Metall als Einheitsgewerkschaft, war eine historische Errungenschaft die ich verteidigen möchte, weil sie richtig ist. Ab 1951 wurden aber dann KPD Funktionäre regelrecht bekämpft. Angegebener Grund war die These 37 , eines Parteitagsbeschlusses der KPD.

Ich gehe darauf noch ein, weil in dem Buch von 2020 " Geschichte der IG Metall " daraus der " Unvereinbarkeitsbeschluss " gegen Marxisten - Leninisten , Kommunisten abgeleitet wird.

Auf dem letzten IG Metall Gewerkschaftstag in Nürnberg wie bei den Gewerkschaftstagen zuvor, gibt es immer wieder Anträge, diesen unsäglichen " Unvereinbarkeitsbeschluss" abzuschaffen. Aus meiner Sicht ist dieser Beschluss ein Spaltpilz in einer Gewerkschaft, aktuell heute und er negiert die bitteren Erfahrungen des Hitler - Faschismus.

Seit einiger Zeit lese ich das Buch: Geschichte der IG Metall - Zur Entwicklung von Autonomie und Gestaltungskraft - , herausgegeben von Jörg Hofmann und Christiane Benner , erschienen 2020.

Und dort befasste ich mich , mit den Ausführungen von Michael Kittner ( ehemaliger Chefjurist der IGM ) zu dem Thema: Handlungs - und Konfliktfähigkeit von DMV und IGM , Seite 158 - 160, zu dem gleichen Thema: Unvereinbarkeitsbeschluss. Dort wird in der Fußnote 67 ausgeführt:

" Nicht die geringste Bedrohung der Einheitsgewerkschaft.....hatte das Auftreten linksextremer Splittergruppen in den 70 er-Jahren zur Folge. Am 16.4.1973 beschloss der Beirat der IG Metall ....zu gegnerischen Organisationen zu erklären. Das Ergebnis zeigte ungeachtet der medialen Aufmerksamkeit deren maginale Bedeutung. " Zitat Ende.

Nun stellen sich mir einige Fragen:

  • Wenn die Einheitsgewerkschaft eine historisch richtige Errungenschaft ist, und parteilose, sozialdemokratischen und kommunistische Gewerkschafter/innen der 30 er Jahre, uns heute lehren für die Einheitsgewerkschaft einzutreten, warum der " Unvereinbarkeitsbeschluss "
  • Mir ist nicht bekannt oder gar belegt, dass die MLPD eine RGO - Politik ( Rote Gewerkschafts Opposition der KPD) macht.
  • Wieso bewertet Michael Kittner IG Metall den " Unvereinbarkeitsbeschluss " der " maginalen Bedeutung " zu ? Geschichte der IG Metall Seite 139 Fußnote 67
  • Wie Widersprüchlich ist das Verhalten des 1. Vorsitzenden der IG Metall Kollegen Jörg Hofmann, der Positiv die Kampagne " 50 Jahre Berufsverbote / Radikalenerlass " unterstützt, aber in der IG Metall einen zutiefst antidemokratischen und antikommunistischen Beschluss verteidigt.

Deswegen lese ich das Buch mit großem Interesse.

KJ/Stuttgart

Zuschrift aus Dresden:

Und schließlich saß ich in der Straßenbahn nach Hause und freute mich einmal mehr über das Visitenkärtchen zu dem neuen Buch. ("Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus", Anm. RW-Homepage-Team)
Bereits der erste Satz in der Einleitung „Die Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990er Jahren hat eine neue historische Umbruchphase vom Kapitalismus zum Sozialismus eingeleitet“ beinhaltet eine sehr tiefgehende Aussage und fordert, denke ich, jede Leserin/jeden Leser heraus, sich dazu zu positionieren. Und dann wird das ja bereits in der Einleitung ausführlich und leicht verständlich vertieft, was in dem einen Satz bereits drin steht.
Inzwischen arbeite ich mich (Stand 2. Mai) durch das erste Kapitel. Es liest sich erfrischend, wie mit dem – ich sags mit meinen Worten – Märchen aufgeräumt wird, dass es keine Ideologien mehr gäbe. Ich erkenn mich darin wieder, nämlich in der Art, dass ich in den letzten zig Jahren gefühlte hundert Gespräche eben dazu hatte, mit Leuten aus den verschiedensten weltanschaulichen Lagern, die das immer wieder sagten, dass es keine Ideologien mehr gäbe. Mit anderen Worten, meine Erfahrungen decken sich weitgehend mit den Ausführungen im Buch.

Den Autoren, den Herausgebern, dem Buch selber wünsche ich viele Leserinnen und Leser, mir selbst wünsche ich damit noch viele erkenntnisreiche Momente und – vielleicht – die Gelegenheit, darüber irgendwann in öffentlichen Veranstaltungen diskutieren zu können. Vielleicht wäre es ja auch eine Möglichkeit, ein Diskussionsforum im Internet dazu zu eröffnen.

Rezension einer Genossin aus Berlin:

Großartig, spannend und für jeden wichtig: Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“

Seit ich als Jugendliche mit 23 Jahren eine Partei fand, die für den Sozialismus steht, war ich ständig mit antikommunistischen Anfeindungen konfrontiert:

In meiner Familie war ich das schwarze Schaf. Auf meiner Arbeit wurde ich bei einer Betriebsversammlung wegen meinem Plädoyer für die 35 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich ausgelacht. Ein Freund wollte kürzlich von mir wissen, ob Stalin 30 oder 60 Millionen Menschen umgebracht hat. Es gibt ein rieseiges Aufklärungsbedürfnis, das man mit keinem bürgerlichen Geschichtsbuch geschweige denn durch die gängigen Medien befriedigen kann.

In dem Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ wird der Antikommunismus nach Strich und Faden auseinander genommen. Keine wichtige antikommunistische Strömung, die nicht wissenschaftlich bewertet und beurteilt wird. Dabei werden die historischen Zusammenhänge, die Bedeutung und die Folgen mit einer überzeugenden Akribie ausgeleuchtet. Und was so interessant ist: Wie die Herrschenden auf jeden Erfolge der Kämpfe vor allem der Arbeiter, auf die Erfolge des sozialistischen Aufbaus aber auch die Wiedervereinigung mit neuen Varianten des Antikommunismus reagieren mussten. Was dieses Buch auch so spannend macht ist, dass hier wie in keinem bisher anderen Buch der Reihe revolutionärer Weg die Polemik in Höchstform entwickelt wird. Fundierte Munition für spannende Auseinandersetzungen.

Herzlichen Glückwunsch an die Redaktion und den Autor Stefan Engel!

G.

Rezension einer Genossin aus Hattingen:

Ich habe das neue Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und es hat mir sehr gut gefallen!

Sehr spannend für mich, weil ich damals als Kind und Jugendliche in den 1950er-Jahren miterlebt habe, was auf die ganze Bevölkerung einwirken sollte: Vor allem die aggressive antikommunistische Hetze der bürgerlichen Parteien, besonders vom damaligen CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Meine Familie hatte keine Verwandten in der DDR und auch keinen Bezug zur DDR. In der Schule und in den Medien sollten wir erfahren, dass der Sozialismus in den Anfangsjahren der DDR und in der Sowjetunion ganz schrecklich sei und menschenverachtend. So sollten wir unsere Solidarität mit den „armen Menschen in der DDR“ abends mit grünen Kerzen auf dem Fensterbrett zeigen und ihnen unsere „Freiheit“ vermitteln. Im Briefverkehr musste das „Notopfer Berlin“ für zwei Pfennig zusätzlich zum Porto aufgeklebt werden!

Dieses Buch enthüllt (nicht nur), wie der neudeutsche Imperialismus über die ganzen Jahrzehnte nach der Befreiung vom Hitler-Faschismus aufsteigen konnte.

Ein hilfreiches und wissenschaftliches Buch über die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus. Vielen Dank!