Stefan Engel

Stefan Engel

Konspekt zur Bedeutung der wissenschaftlichen Polemik

Grundsätzliche Briefwechsel und Dokumente zum System des RW

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Stefan Engel

27. September 2019

Konspekt zur Bedeutung der wissenschaftlichen Polemik anhand von Zitaten von Marx, Engels, Lenin

Aufgabenstellung: Für den Übergang der MLPD in ihre neue gesellschaftliche Rolle im Kampf gegen modernen Antikommunismus, Liquidatorentum und staatliche Repression ist die wissenschaftliche Polemik unverzichtbar. Das tendenziell distanzierte Verhältnis zur wissenschaftlichen Polemik in der Partei muss weltanschauliche Gründe haben, denen wir auf die Spur kommen müssen. Dafür ist eine vertiefende kritisch-selbstkritische Aneignung der marxistisch-leninistischen Grundlagen zur Bedeutung der Polemik nötig. Das beginnt damit, uns die wissenschaftliche Polemik als Bestandteil der Bewegung der MLPD zur Beherrschung der dialektischen Methode auf dem Niveau der Lehre von der Denkweise und des systemischen Denkens bewusst zu machen.

Im Dialektik-Kurs 6 »Die proletarische Streitkultur« werden bereits fünf Wesensmerkmale der wissenschaftlichen Polemik herausgearbeitet:

1) Die grundlegende Methode der wissenschaftlichen Polemik ist die schonungslose Aufdeckung des antagonistischen Widerspruchs, dessen verheerende Wirkung und seine sachliche Zuspitzung bis zum äußersten, um die Entscheidung im Kampf zweier Linien zugunsten der proletarischen Linie herbeizuführen.

2) Die Polemik ist von der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Denkweise gefürchtet und deshalb Gegenstand der Attacken des modernen Antikommunismus. Die Methode der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Streitkultur in der Behandlung antagonistischer Widersprüche zur proletarischen Denkweise bzw. Weltanschauung ist die Demagogie. Sie verschleiert die Widersprüche, um den Klassenantagonismus zwischen der Arbeiterklasse und dem Monopolkapital zu verwischen.

3) Die wissenschaftliche Polemik ist eine unverzichtbare Methode der proletarischen Streitkultur. Sie stellt die Überlegenheit der proletarischen Denkweise im Kampf gegen die kleinbürgerliche Denkweise innerhalb der Partei, unter den Massen und in der Vorbereitung der internationalen Revolution her, organisiert und demonstriert sie.

4) Die wissenschaftliche Polemik ist die höchste Form der proletarischen Streitkultur im Kampf gegen die bürgerliche Ideologie und das Vordringen der kleinbürgerlichen Denkweise. Sie erfordert ideologisch-politische Sicherheit, allseitige praktische Kenntnisse vom Gegenstand der Auseinandersetzung und die Beherrschung prinzipieller Kritik und Selbstkritik auf höchstem Niveau. Die wissenschaftliche Polemik entfaltet Schöpferkraft.

5) Die wissenschaftliche Polemik zielt auf die Entscheidung im Kampf zweier Linien ab, durch die Einheit von der Verteidigung und Weiterentwicklung der proletarischen Linie, Prinzipien und Organisation sowie durch die Zerschlagung der kleinbürgerlichen Linie innerhalb der marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung.

Für die bewusste Anwendung der wissenschaftlichen Polemik im Klassenkampf, insbesondere im Kampf um die Denkweise in der Partei, in den Massenbewegungen und auch zur Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution reichen diese fünf Merkmale noch nicht aus. Zur Vertiefung des Problems der wissenschaftlichen Polemik wurde ein Konspekt angelegt, der auch eine ideologisch-politische Vorarbeit für den RW 36/37 bedeutet. Dieser schält anhand von Zitaten aus den Werken von Marx/Engels und Lenin weitere Merkmale der wissenschaftlichen Polemik heraus.

Zitat

Kommentar Stefan Engel

Eigener Kommentar

Nr. 1, Friedrich Engels, Modernes Literaturleben, II. Moderne Polemik, MEW, Ergänzungsband, zweiter Teil, S. 47

Polemik, geschichtliche Entwicklung bis zur modernen Polemik, Literatur und Kunst

Bei den Griechen gestaltete sich die Polemik zur Poesie und wurde plastisch durch Aristophanes. Unter den Römern wurde ihr das für alles passende Kleid des Hexameters übergeworfen, und Horaz, der Lyriker, bildete sie gleichfalls lyrisch zur Satire aus. Im Mittelalter, als die Lyrik in voller Blüte stand, ging sie (…) bei den Deutschen in das Lied über. Als im siebenzehnten Jahrhundert der bare Verstand sich zum Herrn der Poesie aufwarf, wurde das Epigramm der späteren Römerzeit hervorgesucht, um zur Fassung des polemischen Witzes zu dienen. (…) Das vorige Jahrhundert, das an alles anknüpfte, bis die deutsche Poesie sich rein selbständig entwickelte, versuchte es in Deutschland mit allen polemischen Formen, bis Lessings antiquarische Briefe in der Prosa das Gebiet fanden, das der Polemik die freieste Entwicklung verstattet.

Polemik als

Ausdruck des Klassenantagonismus

in der Geschichte der Ideologie

Nr. 2, Friedrich Engels, Anti-Dühring, Vorwort zu der zweiten Auflage von 1885, MEW, Bd. 20, S. 8/9

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, dialektisch-materialistische Methode, schöpferische Entwicklung des Marxismus

Das hier kritisierte „System" des Herrn Dühring verbreitet sich über ein sehr ausgedehntes theoretisches Gebiet; ich war genötigt, ihm überallhin zu folgen und seinen Auffassungen die meinigen entgegenzusetzen. Die negative Kritik wurde damit positiv; die Polemik schlug um in eine mehr oder minder zusammenhängende Darstellung der von Marx und mir vertretnen dialektischen Methode und kommunistischen Weltanschauung, und dies auf einer ziemlich umfassenden Reihe von Gebieten. Diese unsre Anschauungsweise hat (...) ein reichlich zwanzigjähriges Inkubationsstadium durchgemacht, bis sie seit dem Erscheinen des „Kapital" mit wachsender Geschwindigkeit stets weitre Kreise ergriff und jetzt, weit über die Grenzen Europas hinaus, Beachtung und Anhang findet (...)

Die wissenschaftliche Polemik im „Anti-Dühring“

wandelt die negative Kritik

mittels der bewussten Anwendung der dialektischen Methode

in eine positive,

zusammenhängende Darstellung

der kommunistischen Weltanschauung um.

Das kennzeichnet die

Schöpferkraft

der wissenschaftlichen Polemik.

Nr. 3, Friedrich Engels, Rezension des Ersten Bandes „Das Kapital“ für die „Rheinische Zeitung“, MEW, Bd. 16, S. 210/211

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Durchsetzung des wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts der Menschheit im Kampf gegen die idealistische und metaphysische Lehrmeinung Ricardos

Wenn Lassalles Hauptargumentation (…) sich darauf beschränkte, das sogenannte Ricardosche Gesetz über den Arbeitslohn immer und immer zu wiederholen - so haben wir hier [mit dem ersten Band von „Das Kapital“] ein Werk vor uns, welches mit unleugbar seltner Gelehrsamkeit das ganze Verhältnis von Kapital und Arbeit in seinem Zusammenhange mit der ganzen ökonomischen Wissenschaft behandelt, welches sich zum letzten Endzweck setzt, „das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen", und dabei, nach offenbar aufrichtigen und mit unverkennbarer Sachkenntnis geführten Untersuchungen, zu dem Resultat kommt, daß die ganze „kapitalistische Produktionsweise" aufgehoben werden muß. Wir möchten aber ferner noch besonders darauf aufmerksam machen, daß, abgesehen von den Schlußfolgerungen des Werks, der Verfasser im Verlauf desselben eine ganze Reihe von Hauptpunkten der Ökonomie in einem ganz neuen Lichte darstellt und hier, in rein wissenschaftlichen Fragen, zu Resultaten kommt, welche von der bisherigen gangbaren Ökonomie sehr abweichen und welche die Schulökonomen ernstlich werden kritisieren und wissenschaftlich widerlegen müssen, wenn sie nicht ihre bisherige Doktrin scheitern sehen wollen. Im Interesse der Wissenschaft ist zu wünschen, daß sich die Polemik grade über diese Punkte in den Fachschriften recht bald entspinne.

Über die wissenschaftliche Polemik erfolgte

die dialektische Negation

von Ricardos Gesetz über den Arbeitslohn

zum ökonomischen Bewegungsgesetz

der kapitalistischen Gesellschaft

bis zu dem Resultat der Notwendigkeit,

die ganze »kapitalistische Produktionsweise« aufzuheben.

Nr. 4, Friedrich Engels, Karl Marx, MEW, Bd. 16, S. 365/366

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Marx‘ ökonomische Wissenschaft, äußerste Gewissenhaftigkeit

Marx ist lange Jahre unbedingt der „bestverleumdete" deutsche Schriftsteller gewesen, wogegen ihm niemand das Zeugnis verwehren wird, daß er dafür auch tapfer um sich gehauen hat und daß seine Hiebe alle scharf saßen. Aber die Polemik, in der er doch soviel „gemacht" hat, war im Grunde doch nur Sache der Notwehr bei ihm. Sein eigentliches Interesse war schließlich doch immer bei seiner Wissenschaft, die er fünfundzwanzig Jahre mit einer Gewissenhaftigkeit studiert und durchdacht hat, die ihresgleichen sucht, einer Gewissenhaftigkeit, die ihn verhindert hat, seine Schlußfolgerungen in systematischer Form vor das Publikum zu bringen, ehe sie ihm nach Form und Inhalt selbst genügten, ehe er darüber mit sich klar war, daß er kein Buch ungelesen, keinen Einwurf unerwogen gelassen, daß er jeden Punkt vollständig erschöpft habe.

Wissenschaftliche Polemik

als notwendige Notwehr

gegen allerlei Angriffe

auf die Lehre von Marx und seine Person

Nr. 5, Friedrich Engels, Dialektik der Natur, MEW, Bd. 20, S. 334/335

Wissenschaftliche Polemik, Naturwissenschaft, schöpferische Methode, Anwendung auf die Entwicklung des dialektisch-materialistischen Standpunkts, politische Ökonomie von Marx

Es ist aber daran zu erinnern, daß die naturwissenschaftliche Polemik gegen Hegel (…) sich nur gegen diese beiden Punkte gerichtet hat: den idealistischen Ausgangspunkt und die den Tatsachen gegenüber willkürliche Konstruktion des Systems.

Nach Abzug von allem diesem bleibt noch die Hegelsche Dialektik. Es ist das Verdienst von Marx, gegenüber dem „verdrießlichen, anmaßenden und mittelmäßigen Epigonentum, welches jetzt in Deutschland das große Wort führt", zuerst wieder die vergessene dialektische Methode, ihren Zusammenhang mit der Hegelschen Dialektik wie ihren Unterschied von dieser hervorgehoben und gleichzeitig im „Kapital" diese Methode auf die Tatsachen einer empirischen Wissenschaft, der politischen Ökonomie, angewandt zu haben.

Wissenschaftliche Polemik von Marx

zur dialektischen Negation

der idealistischen und willkürlichen Deutung

der Hegelschen Lehrmeinung und

bewusste Anwendung

auf die politische Ökonomie

Der ganze Marxismus ist letztlich

aus der Polemik

gegenüber den idealistischen

und metaphysischen Hauptströmungen

der kapitalistischen Epoche entstanden.

Nr. 6, Friedrich Engels, Vorwort zur 2. Auflage „Zur Wohnungsfrage“, MEW, Bd. 18, S. 649

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Darstellung der dialektisch-materialistischen Anschauung im Kampf gegen metaphysische und idealistische Auffassungen

Infolge der Teilung der Arbeit, die zwischen Marx und mir bestand, fiel es mir zu, unsere Ansichten in der periodischen Presse, also namentlich im Kampf mit gegnerischen Ansichten, zu vertreten, damit Marx für die Ausarbeitung seines großen Hauptwerks Zeit behielt. Ich kam dadurch in die Lage, unsere Anschauungsweise meist in polemischer Form, im Gegensatz zu anderen Anschauungsweisen, darzustellen. So auch hier. Die Abschnitte I und III enthalten nicht nur eine Kritik der Proudhonschen Auffassung der Frage, sondern auch die Darstellung unsrer eignen Auffassung.

Wissenschaftliche Polemik

bleibt nicht bei der Gegenüberstellung

der gegnerischen Ansichten stehen,

sondern muss immer in die

positive Darstellung

der proletarischen Weltanschauung

münden.

Nr. 7, Lektion über die „Kadettenfresserei“, Lenin, Werke, Bd. 18, S. 288

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, unabdingbare Methode zur Entwicklung des dialektischen und historischen Materialismus

[Man] kann (…) neue Auffassungen nicht anders als polemisch entwickeln (die marxistischen Auffassungen aber sind im Vergleich zu den liberalen neu sowohl in bezug auf die Zeit ihrer Entstehung als auch nach dem Ausmaß ihrer Verbreitung).

Neue Auffassungen

können nicht anders

als polemisch

entwickelt werden.

Nr. 8, Noch einmal zur Frage der Realisationstheorie, Lenin, Werke, Bd. 4, S. 75

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Charakteristikum des Marxismus, genaue Abbildung aller Widersprüche, die im Leben bestehen

Einen „polemischen Charakter" trägt „das „Marxsche System" nicht deshalb, weil es „tendenziös" wäre, sondern weil es alle die Widersprüche, die im Leben bestehen, in der Theorie genau abbildet.

Polemik als

materialistische Abbildung

aller gesellschaftlichen Widersprüche

ist das Charakteristikum

des Marxismus.

Nr. 9, Der ökonomische Inhalt der Volkstümlerrichtung, Lenin, Werke, Bd. 1, S. 431

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Entfaltung auf dem Boden der Verwirklichung des Kampfs der Ausgebeuteten gegen kapitalistische Ausbeutung

Wo „für fremde Taschen gewirtschaftet" wird, wo Ausbeutung herrscht, da werden stets, sowohl von den Ausgebeuteten selbst als auch von einzelnen Vertretern der „Intelligenz", Ideale hervorgebracht werden, die diesem System entgegengesetzt sind.

Diese Ideale sind für den Marxisten außerordentlich wertvoll; nur auf dem Boden dieser Ideale polemisiert er ja gegen die Volkstümlerrichtung, er polemisiert ausschließlich in der Frage der Gestaltung und Verwirklichung dieser Ideale.

Proletarischer Klassenstandpunkt

der marxistischen Polemik

Der Marxismus

greift bürgerliche Ideale

im Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung

schöpferisch auf,

polemisiert aber gegen

deren Gestaltung und Verwirklichung.

Nr. 10, Über zwei Briefe, Lenin, Werke, Bd. 15, S. 287

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Herausbildung einer marxistisch-leninistischen Partei, als Ergebnis der permanenten Polemik

Mögen da und dort sentimentale Leute lamentieren und klagen: wieder Kampf! wieder innere Reibungen! wieder Polemik! Wir antworten darauf: Ohne neuen und immer wieder neuen Kampf hat sich niemals und nirgendwo eine wirklich proletarische, revolutionäre Sozialdemokratie herausgebildet.

Ohne immer wieder neuen Kampf

keine Herausbildung

der revolutionären Arbeiterbewegung

und ihrer Partei

Nr. 11, Auf welches Erbe verzichten wir?, Lenin, Werke, Bd. 2, S. 544

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, unerbittliche Objektivität und leidenschaftliche Attacke gegen die Träger rückständiger Ansichten

Haben Sie, Herr Michailowski, nichts davon gehört, daß als eines der bewundernswertesten Muster unerbittlicher Objektivität bei der Erforschung gesellschaftlicher Erscheinungen mit Recht der berühmte Traktat über das „Kapital" gilt? Eine ganze Reihe von Gelehrten und Ökonomen sieht den wichtigsten und den grundlegenden Mangel dieses Traktats eben in seiner unerbittlichen Objektivität. Dabei wird man jedoch selten in einem wissenschaftlichen Traktat soviel „Herz", so viele hitzige und leidenschaftliche polemische Attacken gegen die Träger rückständiger Ansichten, gegen die Repräsentanten der Gesellschaftsklassen finden, die nach Überzeugung des Autors die gesellschaftliche Entwicklung hemmen.

Ein Autor, der mit unerbittlicher Objektivität gezeigt hat, daß die Anschauungen, sagen wir Proudhons, eine natürliche, verständliche und unvermeidliche Widerspiegelung der Ansichten und der Stimmung des französischen petit bourgeois [Kleinbürger] sind - ist nichtsdestoweniger mit größter Leidenschaftlichkeit, mit heiligem Zorn über diesen Ideologen des Kleinbürgertums „hergefallen".

Notwendigkeit der

unerbittlichen Objektivität

in der Polemik

und der leidenschaftlichen Attacke

gegen die Träger

der bürgerlichen bzw. kleinbürgerlichen Ideologie

Nr. 12, Sozialdemokratie und provisorische revolutionäre Regierung, Lenin, 1905, Bd. 8, S. 269/270

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Notwendigkeit in Zeiten revolutionärer Gärung

Und nun ist die Zeit gekommen, da die Flamme der Revolution das ganze Land erfaßt hat, da auch die Ungläubigsten an die Unvermeidlichkeit des Sturzes der Selbstherrschaft in der nächsten Zukunft glauben. Und nun will es gleichsam die Ironie der Geschichte, daß sich die Sozialdemokratie noch einmal mit solchen reaktionären, opportunistischen Versuchen befassen muß, die Bewegung nach rückwärts zu zerren, ihre Aufgaben zu degradieren, ihre Losungen zu entstellen. Die Polemik gegen die Vertreter solcher Versuche wird zum Gebot der Stunde und gewinnt (entgegen der Ansicht sehr, sehr vieler, die eine Polemik innerhalb der Partei nicht gern sehen) eine gewaltige praktische Bedeutung. Denn je mehr wir uns der unmittelbaren Verwirklichung unserer nächsten politischen Aufgaben nähern, um so größer wird die Notwendigkeit, diese Aufgaben vollkommen klar zu verstehen, um so schädlicher wird jede Doppeldeutigkeit, jedes Nicht-zu-Ende-Sprechen und Nicht-zu-Ende-Denken in dieser Frage.

Die wissenschaftliche Polemik

gegen allerlei opportunistische, reaktionäre Ansichten wird

in Zeiten der revolutionären Gärung

zum Gebot der Stunde.

Je unmittelbarer wir uns der

Verwirklichung

der nächsten politischen Aufgaben

nähern,

desto notwendiger ist

die vollkommen klare Polemik,

desto schädlicher die Doppeldeutigkeit,

das Nicht-zu-Ende-Sprechen

und das Nicht-zu-Ende-Denken.

Die Polemik wird dann

zur Geburtshelferin

der revolutionären Gewalt.

Nr. 13, Tagung des gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees, Lenin, Werke, Bd. 27, S. 271

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, anschaulichste Bekräftigung der proletarischen Richtung

Auf diesem Boden nun, scheint mir, sind in letzter Zeit recht deutlich unsere politischen Richtungen oder doch die Hauptströmungen unserer politischen Richtungen hervorgetreten; und deshalb läßt sich, glaube ich, in polemischer Form am anschaulichsten das bekräftigen, was ich in positiver Form in dem Artikel über die nächsten Aufgaben zu umreißen versucht habe.

Das antagonistische Hervortreten

der Hauptströmungen im Klassenkampf

während der revolutionären Gärung

ist der materielle Boden

der wissenschaftlichen Polemik.

Nr. 14, Friedrich Engels, Zur Wohnungsfrage, MEW, Bd. 18, S. 287

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Beweis der Untauglichkeit kleinbürgerlicher Sozialismus-Theorien

Wenn diese Polemik zu weiter nichts dient, so hat sie jedenfalls das Gute, den Beweis geliefert zu haben, was es mit der Praxis dieser sich so nennenden „praktischen" Sozialisten auf sich hat. Diese praktischen Vorschläge zur Beseitigung aller sozialen Übel, diese gesellschaftlichen Allerweltsheilmittel, sind stets und überall das Fabrikat von Sektenstiftern gewesen, die zu einer Zeit auftraten, wo die proletarische Bewegung noch in ihrer Kindheit lag. Auch Proudhon gehört zu ihnen. Die Entwicklung des Proletariats wirft diese Kinderwindeln bald beiseite und erzeugt in der Arbeiterklasse selbst die Einsicht, daß nichts unpraktischer ist, als diese vorher ausgeklügelten, auf alle Fälle anwendbaren „praktischen Lösungen", und daß der praktische Sozialismus vielmehr in einer richtigen Erkenntnis der kapitalistischen Produktionsweise nach ihren verschiednen Seiten hin besteht. Eine Arbeiterklasse, die hierin Bescheid weiß, wird im gegebnen Falle nie in Verlegenheit sein, gegen welche sozialen Institutionen und in welcher Weise sie ihre Hauptangriffe zu richten hat.

Wissenschaftliche Polemik

tritt den Beweis an,

dass die verschiedenen kleinbürgerlichen

Sozialismus-Theorien

untaugliche idealistische oder metaphysische Versuche sind,

die kapitalistische Produktionsweise

aufrechtzuerhalten.

Sie klärt die Arbeiterklasse auf,

die kapitalistische Produktionsweise

nach allen ihren Seiten besser zu begreifen.

Nr. 15, Über die liberale und die marxistische Auffassung vom Klassenkampf, Lenin, Werke, Bd. 19, S. 106/107

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Aufdecken des Schwindels der Bourgeoisie über den Klassenkampf

Die Bourgeoisie „möchte" den Klassenkampf stutzen, die Auffassung von ihm entstellen und einengen, ihm die Spitze nehmen. Das Proletariat „möchte", daß dieser Schwindel aufgedeckt wird. Der Marxist möchte, daß derjenige, welcher es unternimmt, im Namen des Marxismus über den Klassenkampf der Bourgeoisie zu reden, die Beschränktheit, zudem noch egoistische Beschränktheit, der bürgerlichen Auffassung vom Klassenkampf entlarvt und nicht nur Zahlen anführt (…)

Wissenschaftliche Polemik

deckt den bürgerlichen Schwindel

von der Dämpfung des Klassenkampfs

auf.

Nr. 16, Karl Marx, Über „Misère de la philosophie“, MEW, Bd. 19, S. 229

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, heftiger Charakter der Polemik gegen Proudhon, Entlarvung der Schmeicheleien bürgerlicher Ideologen

Man muß noch einiges zum heftigen Charakter jener Polemik gegen Proudhon sagen. Einerseits verstand es Proudhon bei seinen Angriffen gegen die offiziellen Ökonomen, (…) ihrer Eigenliebe zu schmeicheln, während er gleichzeitig die utopischen Sozialisten und Kommunisten, die Marx als Vorläufer des modernen Sozialismus achtete, grob beschimpfte. Andererseits war es notwendig, um den Weg zum kritischen und materialistischen Sozialismus zu bahnen, der die reale, historische Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion verständlich machen will, mit jener Ideologie in der Ökonomie brüsk zu brechen, deren letzte Verkörperung unwissentlich Proudhon war.

Der heftige Charakter

der Polemik gegen Proudhon

richtete sich

gegen seine Schmeicheleien

gegenüber bürgerlichen Ökonomen

und seine groben Beschimpfungen

utopischer Sozialisten und Kommunisten.

Hier war der Klassenstandpunkt gefragt.

Nr. 17, Kampf für den Marxismus, Lenin, Werke, Bd. 19, S. 336/337

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Notwendigkeit für die Aktionseinheit und für die grundsätzliche Einheit in der Partei

Die Diskussionen (Gespräche, Erörterungen, Polemiken) über die Parteien und über die gemeinsame Taktik sind notwendig; ohne sie ist die Masse zersplittert; ohne sie ist ein gemeinsamer Beschluß unmöglich, ist also auch die Aktionseinheit unmöglich. Ohne sie zerfällt die marxistische Organisation der Arbeiter, die „das Wesen der Sache erkennen", ohne sie wird der Bourgeoisie die Einflußnahme auf die Zurückgebliebenen erleichtert.

Ohne Polemik

über die Parteien

wird es keine gemeinsame Taktik,

keine Aktionseinheit geben.

Ohne Polemik

zerfällt die revolutionäre Partei,

weil man sonst die Einflussnahme

der Bourgeoisie erleichtert.

Nr. 18, Strittige Fragen, Lenin, Werke, Bd. 19, S. 135

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Kampf gegen Liquidatorentum

Indessen ist die Frage des Liquidatorentums, um die der Kampf geht, im gegenwärtigen Augenblick eine der allerwichtigsten und brennendsten Fragen der Arbeiterbewegung. Man kann kein bewußter Arbeiter sein, ohne sich mit dieser Frage eingehend bekannt gemacht zu haben, ohne sich eine bestimmte Meinung darüber gebildet zu haben. Der Arbeiter, der selbständig das Geschick seiner Partei entscheiden will, wird die Polemik nicht mit einer Handbewegung abtun, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht ganz verständlich ist, sondern er wird ernstlich danach trachten, die Wahrheit herauszufinden, und er wird sie herausfinden.

Die wissenschaftliche Polemik

bekommt im Kampf gegen das Liquidatorentum

eine ausschlaggebende Bedeutung.

Entscheidend ist

ihre bewusstseinsbildende Funktion,

damit die Arbeiter die Wahrheit herausfinden können.

Ohne entschiedenen Kampf

gegen das Liquidatorentum,

insbesondere in Zeiten

gewaltiger gesellschaftlicher Umbrüche,

gibt es keinen gesellschaftlichen Fortschritt,

keinen Fortschritt im Klassenkampf

und im revolutionären Parteiaufbau.

Die Bedeutung dieser Aussagen kann man ge­genwärtig anschaulich bei der Entwicklung der „Fridays for Future“-Bewegung beobachten.

Die Regierung und die bürgerlichen Parteien versuchten, diese fortschrittliche Jugend- und Umweltbewegung von vorneherein in das ge­sellschaftliche System der kleinbürgerlichen Denkweise einzubinden, um zu verhindern, dass sich das erwachende Umweltbewusstsein zu einem Teil des Klassenkampfs und der Vor­bereitung der internationalen Revolution entwi­ckelt.

Dazu wurde ein neues gesellschaftliches Li­quidatorentum in Gang gesetzt, das sich ins­besondere gegen die neue gesellschaftliche Rolle der MLPD und ihren Einfluss auf die Um­welt- und Jugendbewegung richtete.

Nur durch die offensive Zerschlagung dieses gesellschaftlichen Liquidatorentums wurde es am 20.9.2019 möglich, dass das Umweltbe­wusstsein sich zu einem gesellschaftskriti­schen Kampf weiterentwickelte und die MLPD für die Umweltschutzbewegung immer mehr für einen radikalen, gesellschaftsverändernden Um­weltschutz steht.

Nr. 19, Über den Charakter und die Bedeutung unserer Polemik, Lenin, Werke, Bd. 18, S. 118

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, kleinbürgerlicher Vorwurf der „Entzweiung“

Durch eure Polemik gegen die Liberalen entzweit ihr die Linken und die Opposition, erklären uns die Kadetten (…) Wir antworten, daß der konsequente Demokratismus die schwankendsten, unzuverlässigsten, (…) duldsamsten Liberalen abstößt; ihrer ist eine Handvoll; aber er gewinnt die Millionen, die heute zu einem neuen Leben erwachen, zu einem „gesunden politischen Leben" (…)

Der Vorwurf der Kleinbürger,

dass die Polemik die Massen entzweit,

muss entschieden zurückgewiesen werden.

Die Polemik trennt die proletarische Denkweise

von der kleinbürgerlichen Denkweise

und hilft den Massen,

sich von der lähmenden, zersetzenden,

desorganisierenden und desorientierenden

kleinbürgerlichen Denkweise zu befreien.

Das Ergebnis wird ein

erwachendes bzw. sich entwickelndes Klassenbewusstsein,

erwachendes bzw. sich entwickelndes Umweltbewusstsein,

erwachendes bzw. sich entwickelndes Frauenbewusstsein,

erwachendes bzw. sich entwickelndes antifaschistisches Bewusstsein sein.

Damit wird die

wissenschaftliche Polemik

zu einer maßgeblichen Methode

der bewusstseinsbildenden Tätigkeit

der revolutionären Arbeiterpartei.

Nr. 20, Friedrich Engels, In Sachen Brentano contra Marx, MEW, Bd. 22, S. 117

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Bezogenheit auf den »wirklichen Streitgegenstand«

Die Jesuiten sagen: Si fecisti, nega. Hast du etwas begangen, so leugne es ab. Der deutsche Universitätspolemiker geht weiter und sagt: Hast du einen faulen Advokatenkniff begangen, so schiebe ihn dem Gegner in die Schuhe. Kaum hat Marx die „Theory of the Exchanges" (…) zitiert (…) so „heftet sich" der Tintenfisch Brentano [ein bürgerlicher Ökonom] mit allen Saugnäpfen seiner zehn Füße an sie fest und verbreitet einen solchen Erguß seiner „schwarzen Flüssigkeit" ringsumher, daß man scharf zusehn und fest zugreifen muß, will man den wirklichen „Streitgegenstand", nämlich den angeblich hinzugelognen Satz, nicht aus Auge und Hand verlieren.

Die wissenschaftliche Polemik hilft,

den Streitgegenstand zu verdeutlichen

und von ihm die Nebensächlichkeiten abzustreifen,

mit denen der Gegner ihn verschleiert.

Deshalb ist es auch so wichtig,

dass sich die Polemik

immer auf ein konkretes Zitat,

auf eine wirkliche Aussage bezieht

und nicht auf eigene Zusammenfassungen

oder Kommentare.

Nr. 21, Entwurf eines Programms unserer Partei, Lenin, Werke, Bd. 4, S. 225

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Klarstellung der Meinungsverschiedenheiten und ihrer Tiefe

Die Polemik wird nur dann Nutzen bringen, wenn sie klarstellt, worin eigentlich die Meinungsverschiedenheiten bestehen, wie tief sie gehen, ob es sich um Meinungsverschiedenheiten über das Wesen der Sache oder um Meinungsverschiedenheiten in Teilfragen handelt, ob diese Meinungsverschiedenheiten ein Hindernis für die gemeinsame Arbeit in den Reihen ein und derselben Partei sind oder nicht. Nur die Einbeziehung der Programmfrage in die Polemik, nur eine bestimmte Erklärung beider polemisierender Seiten über ihre programmatischen Anschauungen kann Antwort geben auf alle diese Fragen, die dringend Antwort verlangen.

Die Polemik muss klären,

worin die eigentlichen

Meinungsverschiedenheiten bestehen.

Sie muss weiter die ganze Tiefe

der Meinungsverschiedenheiten aufdecken.

Das geht nur,

wenn sie sich fest auf die

ideologisch-politischen Grundlagen

beider polemisierenden Seiten bezieht

und sich nicht von persönlichen Dingen

und Nebensächlichkeiten ablenken lässt.

Nr. 22, Bericht über den Vereinigungsparteitag der SDAPR, Lenin, Werke, Bd. 10, S. 329

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, wünschenswerte Schärfe zur präzisen Unterscheidung zwischen grundlegenden Differenzen

Dabei möchte ich bemerken, daß in den Blickpunkt der ganzen Debatte die Plechanowsche Fragestellung rückte, und zwar dank ihrer polemischen Schärfe, die vom Standpunkt einer präzisen Unterscheidung zwischen grundlegenden Tendenzen dieser oder jener Gedankenrichtung stets vorteilhaft und wünschenswert ist.

Die polemische Schärfe

dient der präzisen Unterscheidung

zwischen den grundlegenden Differenzen,

was der Klärung dient

und zur Entwicklung des Klassenbewusstseins beiträgt.

Nr. 23, Strittige Fragen, Lenin, Werke, Bd. 19, S. 135/136

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, notwendiger Bezug zu Tatsachen, Dokumenten, Zeugenaussagen

Wie ist die Wahrheit zu finden? Wie soll man sich in den einander widersprechenden Meinungen und Behauptungen zurechtfinden?

Jeder vernünftige Mensch versteht, daß man sich, wenn um irgendeinen Gegenstand ein heißer Kampf im Gange ist, zur Feststellung der Wahrheit keineswegs auf die Erklärungen der Streitenden beschränken darf, sondern daß man selbst die Tatsachen und Dokumente prüfen und selbst untersuchen muß, ob Zeugenaussagen vorhanden und ob diese Aussagen glaubwürdig sind.

Zweifellos ist das nicht immer leicht. Bedeutend „leichter" ist es, das für wahr zu nehmen, was einem zugetragen wird, was einem zu Ohren kommt, worüber am „offensten" geschrien wird und dergleichen mehr. Nur bezeichnet man diejenigen, die sich damit zufriedengeben, als „leichte" und oberflächliche Menschen, und niemand nimmt sie ernst. Ohne eine gewisse selbständige Arbeit kann man in keiner einzigen ernsten Frage die Wahrheit finden, und wer die Arbeit scheut, der beraubt sich selbst der Möglichkeit, die Wahrheit zu finden.

Der Kommentar oder die bloße Erklärung

der Streitpunkte

ist in der Regel subjektiv,

oberflächlich und unzureichend.

Die Polemik verlangt,

sich auf Tatsachen, Dokumente

und reale Aussagen zu beziehen.

Es ist leichter,

das für wahr zu nehmen,

was einem zu Ohren kommt,

worüber am offensten diskutiert wird

und was einem zunächst erst einmal

ins Auge sticht.

Aber „ohne eine gewisse selbständige Arbeit

kann man in keiner einzigen ernsten Frage

die Wahrheit finden,

und wer die Arbeit scheut,

der beraubt sich selbst der Möglichkeit,

die Wahrheit zu finden.“

Es ist eine verbreitete Angewohnheit,

Meinungsverschiedenheiten zu kommentieren,

statt sich direkt in die Auseinandersetzung

um tatsächliche Aussagen,

tatsächliche Dokumente zu begeben,

um die Wahrheit herauszufinden.

Diese Methode führt zu Oberflächlichkeit,

zerreißt den Schleier der kleinbürgerlichen Ansichten und Methoden nicht vollständig

und erschwert es,

zur Wahrheit vorzudringen.

In der marxistisch-leninistischen Literatur

führt das zu Langeweile,

Phrasendrescherei und Dogmatismus.

Nr. 24, Über die revolutionäre Phrase, Lenin, Werke, Bd. 27, S. 1

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, notwendige in Situationen der Kulmination zu klärende Fragen scharf, kurz und bündig stellen, die Dinge beim richtigen Namen nennen

Als ich in einer Parteiversammlung sagte, die revolutionäre Phrase vom revolutionären Krieg könne unsere Revolution zugrunde richten, machte man mir wegen der Schärfe meiner Polemik Vorwürfe. Aber es gibt Momente, die dazu verpflichten, eine Frage kurz und bündig zu stellen und die Dinge beim richtigen Namen zu nennen, weil sonst die Gefahr besteht, daß sowohl der Partei als auch der Revolution ein nicht wiedergutzumachender Schaden zugefügt wird.

Gerade in

kulminierenden Auseinandersetzungen

oder Situationen

ist die wissenschaftliche Polemik

von ausschlaggebender Bedeutung.

Die wissenschaftliche Polemik muss

die notwendige Schärfe haben,

eine Frage kurz und bündig stellen

und die Dinge beim richtigen Namen nennen.

Nr. 25, Friedrich Engels, Das Agrarprogramm der Chartisten, MEW, Bd. 4, S. 382

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, widerlegt falsche Standpunkte, geht weltanschaulich in die Offensive

O'Connor [damals Führer der revolutionären Chartistenbewegegung], der seit zehn Jahren unablässig gegen die sogenannte radikale Presse gekämpft hat, wankte nicht unter dem Gewicht dieser Verleumdungen. Er veröffentlichte im „Northern Star" vom 23. dieses Monats eine Antwort an die sechs Zeitungen. Diese Antwort, ein Meisterwerk der Polemik, (…) widerlegt Anklage für Anklage, geht dann zur Offensive über und richtet äußerst gefährliche Angriffe voll stolzer Verachtung gegen die sechs Redakteure. Diese Antwort hat auch genügt, um O'Connor in den Augen des Volkes zu rechtfertigen. (…) Aber O'Connor wollte seinen Gegnern Gelegenheit geben, ihn vor versammeltem Volk anzugreifen. Er forderte sie heraus, ihre Beschuldigungen in Manchester und in Nottingham in öffentlicher Versammlung aufrechtzuerhalten. Keiner von ihnen ließ sich sehen.

Die wissenschaftliche Polemik muss

sich mit den gegnerischen Aussagen

bis ins Detail auseinandersetzen,

sie Punkt für Punkt widerlegen,

um dann in die Offensive überzugehen

und einen entscheidenden Gegenangriff

zu führen.

Darin unterscheidet sich

die wissenschaftliche Polemik

von den oft Mitleid heischenden

Kommentaren

kleinbürgerlicher und bürgerlicher Meinungsmacher,

die mit ihren Äußerungen

zum Beispiel über die sich verschärfende Umweltkrise

nur die Hauptursachen verschleiern

und die Hauptverantwortlichen

im Dunkeln belassen.

Um die Meinungsführerschaft

in der internationalen Umweltbewegung

„Fridays for Future“ zu erreichen,

muss die Waffe

der wissenschaftlichen Polemik

eingesetzt werden!

Sonst wird diese Bewegung sich tot laufen

und besteht die Gefahr,

dass sie zu einem bloßen Anhängsel des

imperialistischen und kleinbürgerlichen

Ökologismus wird.

Nr. 26, Karl Marx, An den Redakteur der „Eastern Post“, MEW, Bd. 17, S. 482

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, öffentliche Entlarvung von Verleumdern

Dante sagt (…), daß eine der grausamsten Qualen eines Verbannten die Notwendigkeit ist, sich mit allen möglichen Leuten abzugeben. Ich habe die Berechtigung dieser Klage tief empfunden, als ich gezwungen war, mich eine Zeitlang in eine Polemik mit Subjekten wie die Herren Charles Bradlaugh und Co. einzulassen. Ich werde ihm jedoch nicht länger gestatten, den Streit, den er mir zugeschoben hat, in ein billiges und bequemes Mittel zu verwandeln, für sich selbst im Ausland Reklame zu machen.

Er hat gegen mich eine Anschuldigung veröffentlicht, die, hätte er sie in Deutschland gebracht, ihn bei allen Parteien zur Zielscheibe des Spotts gemacht hätte. Ich habe ihn daraufhin aufgefordert, öffentlich solche Beweise zu erbringen, die ihm auch nur den leisesten Vorwand für eine ebenso lächerliche wie infame Verleumdung geben könnten. Ich tat dies, nicht um mich zu rechtfertigen, sondern um ihn zu entlarven.

Zur wissenschaftlichen Polemik

gehört die öffentliche Entlarvung

von Verleumdern.

Die Rücksichtnahme auf Verleumder

und Liquidatoren bedeutet,

ihnen Spielraum zu geben

und ihnen indirekt das Recht

zu ihren Verleumdungen und Angriffen einzuräumen.

Nr. 27, Karl Marx, Marx an Carl Wilhelm Leske, MEW, Bd. 27, S. 448/449

Wissenschaftliche Polemik, gegen die bürgerliche Ideologie, Vorbereitung der Massen auf die dialektisch-materialistische Ideologie

Einige Kapitalisten in Deutschland hatten den Verlag mehrerer Schriften von mir, Engels und Heß akzeptiert. Es war hier sogar Aussicht auf einen förmlichen ausgedehnten Verlag gegeben, der von allen polizeilichen Rücksichten frei sein sollte. (…)

Ich hatte wegen jener mit den deutschen Kapitalisten verabredeten Publikation die Bearbeitung der „Ökonomie" ausgesetzt. Es schien mir nämlich sehr wichtig, eine polemische Schrift gegen die deutsche Philosophie und gegen den seitherigen deutschen Sozialismus meiner

p o s i t i v e n Entwicklung vorherzuschicken. Es ist dies notwendig, um das Publikum auf den Standpunkt meiner Ökonomie, welche schnurstracks der bisherigen deutschen Wissenschaft sich gegenüberstellt, vorzubereiten.

Die wissenschaftliche Polemik

gegen die kleinbürgerliche Denkweise

gewinnt die Massen

für die proletarische Linie.

Nr. 28, Friedrich Engels, Modernes Literaturleben, II. Moderne Polemik, MEW, Ergänzungsband, zweiter Teil, S. 48

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Schriftsteller Gutzkow, Verstand, Urteilsvermögen, Leichtigkeit und Leidenschaft

Gutzkow [Schriftsteller und Literaturkritiker des Jungen Deutschland, vor allem im Vorfeld der bürgerlichen Revolution von 1848] besitzt (…) die größte Verstandeskraft; sein Urteil wird nie verlegen, sein Blick orientiert sich in den verwickeltsten Erscheinungen mit der wunderbarsten Leichtigkeit. Neben diesem Verstande steht aber eine ebenso mächtige Hitze der Leidenschaft, die sich bei seinen Produktionen als Begeisterung äußert (…)

Engels bescheinigt

dem Schriftsteller Gutzkow

größte Verstandeskraft,

keine Verlegenheit in der Urteilsfindung,

wunderbarste Leichtigkeit

bei der Orientierung

in den verwickeltsten Erscheinungen

und nicht zuletzt größte Leidenschaft.

Diese Merkmale der wissenschaftlichen Polemik sind insbesondere in der Literatur

äußerst wirksam,

und die Fähigkeit,

diese Elemente zur Anwendung zu bringen,

lassen die Überzeugungskraft enorm wachsen.

Nr. 29, Friedrich Engels, Modernes Literaturleben, II. Moderne Polemik, MEW, Ergänzungsband, zweiter Teil, S. 49

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Schädlichkeit des Subjektivismus, Vermeidung von Zorn über unbedeutende Dinge

Jene Leidenschaftlichkeit aber ist es auch, die Gutzkow so leicht in Zorn geraten läßt, oft über die unbedeutendsten Dinge, und die einen sprudelnden Haß, eine stürmende Heftigkeit in seine Polemik legt, die Gutzkow hintennach gewiß bereut; denn er muß einsehen, wie unklug er in den Augenblicken der Wut gehandelt hat.

Die Polemik

verliert ihre Wissenschaftlichkeit,

wenn die Leidenschaft

und der sprudelnde Hass

übertrieben werden.

Deshalb ist strikter Objektivismus

ein wesentliches Merkmal

der wissenschaftlichen Polemik.

Die wissenschaftliche Polemik verlangt,

sich nicht nur mit den konkreten Aussagen des Gegners differenziert auseinanderzusetzen,

sondern auch zu einem treffenden Urteil über den Träger dieser Aussagen zu kommen.

Das bedeutet,

dass die Polemik

in der Objektivität der Betrachtung

von Inhalt, Methode und Person

des Gegners ausgehen muss.

Sonst besteht die Gefahr der Überspitzung,

was der Überzeugungskraft abträglich ist

bzw. die Leser sogar abschreckt.

Nr. 30, Karl Marx, Marx an Joseph Weydemeyer, 5. März 1852, MEW, Bd. 28, S. 503

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, Grobheit und Feinheit

Dein Artikel gegen Heinzen (…) ist sehr gut, zugleich grob und fein, und diese Vereinigung gehört zu einer Polemik, die des Namens wert sein soll.

Marx hebt besonders die Fähigkeit

in der wissenschaftlichen Polemik hervor,

zugleich grob und fein zu sein.

Er sagt,

diese Vereinigung gehört zu einer Polemik,

die des Namens wert sein soll.

Nr. 31, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage, Lenin, Werke, Bd. 20, S. 9

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, eigene proletarische Sprache und Kultur

Wenn wir die Losung der „internationalen Kultur des Demokratismus und der Arbeiterbewegung der ganzen Welt" aufstellen, so entnehmen wir jeder nationalen Kultur nur ihre demokratischen und ihre sozialistischen Elemente; entnehmen sie nur und unbedingt als Gegengewicht zur bürgerlichen Kultur, zum bürgerlichen Nationalismus jeder Nation. Kein einziger Demokrat und erst recht kein einziger Marxist verneint die Gleichberechtigung der Sprachen oder die Notwendigkeit, in der eigenen Sprache gegen die „eigene" Bourgeoisie zu polemisieren (…)

Bei aller Notwendigkeit,

jeder nationalen Kultur

ihre demokratischen

und sozialistischen Elemente zu entnehmen,

sie als Gegengewicht

zur bürgerlichen Kultur und

zum bürgerlichen Nationalismus

hervorzuheben,

bleibt es trotzdem unverzichtbar,

in der eigenen Sprache

gegen die „eigene“ Bourgeoisie

zu polemisieren.

In dem Maße,

wie ich nur Ergebnisse fremder Kultur propagiere,

verzichte ich auf die notwendige wissenschaftliche Polemik

gegenüber den konkreten Inhalten und Methoden der politischen Gegner,

was zugleich objektiv zur Verschleierung

der Wesensmerkmale der bürgerlichen Kultur

und des bürgerlichen Nationalismus

im eigenen Lande dient.

Nr. 32, Entwurf einer Ankündigung der Redaktion, Lenin, Werke, Bd. 4, S. 325

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, auch in der Partei notwendig und wünschenswert

Eine Polemik zwischen Genossen lehnen wir in unseren Organen nicht nur nicht ab, sondern wir sind im Gegenteil bereit, ihr sehr viel Platz einzuräumen. Eine offene Polemik vor allen russischen Sozialdemokraten und klassenbewußten Arbeitern ist notwendig und wünschenswert, damit die Tiefe der bestehenden Meinungsverschiedenheiten klargelegt, die strittigen Fragen allseitig erörtert und die Extreme bekämpft werden können, in die Vertreter verschiedener Auffassungen, Vertreter verschiedener Gegenden oder verschiedener „Professionen" der revolutionären Bewegung unweigerlich verfallen. Wir betrachten es sogar als einen Mangel der gegenwärtigen Bewegung, daß die offene Polemik zwischen offenkundig auseinandergehenden Anschauungen fehlt, daß man bestrebt ist, Meinungsverschiedenheiten in sehr wesentlichen Fragen verborgen zu halten.

Eine wissenschaftliche Polemik

in der Partei

lehnen wir nicht nur nicht ab,

sondern „sind im Gegenteil bereit,

ihr sehr viel Platz einzuräumen“.

Eine offene Polemik

„ist notwendig und wünschenswert,

damit die Tiefe der bestehenden Meinungsverschiedenheiten klargelegt,

die strittigen Fragen allseitig erörtert

und die Extreme bekämpft werden können“.

Lenin betrachtet es sogar als einen Mangel,

daß die offene Polemik

zwischen offenkundig auseinandergehenden Anschauungen fehlt,

daß man bestrebt ist,

Meinungsverschiedenheiten in

sehr wesentlichen Fragen verborgen zu halten.“

Natürlich unterscheidet sich die Polemik

innerhalb der Partei

von der Polemik

mit antikommunistischen Vertretern

der bürgerlichen Ideologie

bzw. der kleinbürgerlichen Denkweise.

Innerhalb der Partei geht es

in der Regel nicht darum,

den Träger der unterschiedlichen Auffassungen

zu diskreditieren und

ideologisch-politisch restlos zu vernichten.

In der öffentlichen Polemik

gehört dagegen

die Herabsetzung der Träger

der bürgerlichen Ideologie

zu einem bedeutenden Merkmal der Polemik.

Nr. 33, Die Reichsduma und die sozialdemokratische Taktik, Lenin, Werke, Bd. 10, S. 99

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, in der Partei, kameradschaftliche, überzeugende, sachliche Beweisführung auf der Grundlage der Stellung des Proletariats und seiner Klassenaufgaben

Im Interesse der Verschmelzung muß der Kampf mit den Menschewiki um die Taktik kameradschaftlich geführt werden, indem man sich bemüht, alle Parteimitglieder zu überzeugen, und die Polemik darauf beschränkt, die Beweisgründe für und gegen sachlich darzulegen, die Stellung des Proletariats und seine Klassenaufgaben zu klären.

Die wissenschaftliche Polemik

innerhalb der Partei

muss sich darauf beschränken,

„die Beweisgründe für und gegen

sachlich darzulegen,

die Stellung des Proletariats

und seine Klassenaufgaben zu klären.“

Nr. 34, Die Reichsduma und die sozialdemokratische Taktik, Lenin, Werke, Bd. 10, S. 99

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, in der Partei, offene, direkte und entschiedene Führung des ideologischen Kampfs zur endgültigen Klärung der Meinungsverschiedenheiten

Aber die Verschmelzung verpflichtet uns keineswegs, die taktischen Meinungsverschiedenheiten zu vertuschen oder unsere Taktik inkonsequent und verwässert darzulegen. Mitnichten! Den ideologischen Kampf um die von uns als richtig erkannte Taktik müssen wir offen, direkt und entschieden bis zu Ende, d.h. bis zum Vereinigungsparteitag führen.

Die wissenschaftliche Polemik

innerhalb der Partei

muss offen, direkt und entschieden

bis zu Ende geführt werden.

Keineswegs darf es bei der Vereinheitlichung

der Denk- und Arbeitsweise

der Mitglieder dazu kommen,

Meinungsverschiedenheiten zu vertuschen,

die Taktik inkonsequent und verwässert darzulegen.

Nr. 35, An die Redaktion der „Newskaja Swesda“, Lenin, Werke, Bd. 35, S. 20

Kampf um die wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, in der marxistisch-leninistischen Literatur

Jetzt zur Hauptsache. Sie beklagen sich über Eintönigkeit. Aber das wird immer so sein, wenn man keine Polemiken bringt (…)

Sehen Sie sich den „Newski Golos" an — der ist lebendiger. Er hat keine Angst vor der Polemik. Er ist streitsüchtig. Er spricht die Dinge furchtlos bis zu Ende aus.

Dadurch, daß die „Swesda" und die „Prawda" die „heiklen Fragen" umgehen, machen sie sich zu trockenen und eintönigen, uninteressanten, unkämpferischen Organen. Ein sozialistisches Organ muß polemisieren: unsere Zeit ist eine Zeit schlimmster Verworrenheit, und ohne Polemik geht's nicht. Die Frage ist nur, ob man die Polemik lebendig führt, in die Offensive geht, selbständig die Fragen aufwirft, oder ob man sich nur verteidigt, ob man trocken und langweilig ist.

Insbesondere in der

marxistisch-leninistischen Literatur

muss die wissenschaftliche Polemik

streitsüchtig, lebendig, selbständig

die Fragen aufwerfen

und in die Offensive gehen,

statt aus Angst vor der Polemik

sich nur zu verteidigen,

trocken, eintönig,

uninteressant, unkämpferisch

und langweilig zu sein.

Kurz:

Ein marxistisch-leninistisches Organ

muss polemisieren,

insbesondere in einer Zeit

schlimmster Verworrenheit:

Ohne Polemik geht es nicht!

Nr. 36, An die Redaktion der „Newskaja Swesda“, Lenin, Werke, Bd. 35, S. 21

Wissenschaftliche Polemik, Wesensmerkmale, in der marxistisch-leninistischen Literatur, Eröffnung der Auseinandersetzung über Meinungsverschiedenhei­ten, statt dies Liquidatoren zu überlassen

Vor den Arbeitern darf man Meinungsverschiedenheiten nicht verheimlichen (wie es die „Prawda" tut), das ist schädlich, verderblich und lächerlich. Man darf es nicht dem Gegner (…) überlassen, die Auseinandersetzung über die Meinungsverschiedenheiten zu eröffnen. Die „Prawda" geht zugrunde, wenn sie nur ein „populäres", „positives" Organ bleibt, das steht außer Zweifel.

Sie würde sicher den Sieg davontragen, wenn sie die Polemik nicht fürchtete, wenn sie offen von den Liquidatoren spräche und durch Streitgespräche (…) mehr Leben bekäme.

Die wissenschaftliche Polemik

in der marxistisch-leninistischen Literatur

veröffentlicht alle Meinungsverschiedenheiten,

weil man es nicht dem Gegner überlassen darf, die Auseinandersetzung

über Meinungsverschiedenheiten zu eröffnen.

Lenin kritisiert die „Prawda“,

die zugrunde geht,

wenn sie nur ein populäres Organ bleibt.

Nr. 37, Friedrich Engels, Flüchtlingsliteratur, MEW, Bd. 18, S. 542/543

Wissenschaftliche Polemik, Kritik an Gegnern der Polemik, Opportunisten

Dabei gerät aber Freund Peter [so nennt Engels diesen Redakteur einer russischen Zeitung, der bei den Bakunisten ist] in einen tragischen Widerspruch mit sich selbst. Er, der Prediger der Einigkeit, der Gegner aller Polemik, aller „sich gegenseitig anklagenden Pamphlete" innerhalb der revolutionären Partei, kann natürlich seine Eckartspflicht nicht erfüllen, ohne ebenfalls in Polemik einzutreten, kann nicht auf die Anklagen seines Gegners antworten, ohne diesen ebenfalls anzuklagen. (…)

Aber wie kommt es, daß (…) ihm das Feuer erst auf seinen eigenhändigen Nägeln brennen muß, ehe er zur Einsicht kommt, es könne auch noch größere Übel geben als ein bißchen scharfe Polemik gegen Leute, die unter dem Deckmantel angeblich revolutionärer Tätigkeit die ganze europäische Arbeiterbewegung zu verfälschen und zu vernichten strebten?

Friedrich Engels kritisiert

einen Redakteur einer russischen Zeitung,

der als Prediger der Einheit

ein Gegner aller Polemik ist,

aller „sich gegenseitig anklagenden Pamphlete“

innerhalb der revolutionären Partei.

Er „kann natürlich

seine Eckartspflicht nicht erfüllen,

ohne ebenfalls in Polemik einzutreten“.

Aber wie kommt es, daß (…) ihm das Feuer erst auf seinen eigenhändigen Nägeln brennen muß, ehe er zur Einsicht kommt, es könne auch noch größere Übel geben als ein bißchen scharfe Polemik gegen Leute, die unter dem Deckmantel angeblich revolutionärer Tätigkeit die ganze europäische Arbeiterbewegung zu verfälschen und zu vernichten strebten?“

Der Verzicht

auf die wissenschaftliche Polemik

in der marxistisch-leninistischen Literatur

führt zu Verwässerung,

letztlich sogar zu einem Abgehen von der ideologisch-politischen Linie der Partei.

Nr. 38, Karl Marx, Die polemische Taktik der Augsburger Zeitung, MEW, Ergänzungsband, zweiter Teil, S. 399/400

Polemik, kleinbürgerliche und bürgerliche, Wesensmerkmale, Ausschweigen zum Kampf um das Wesen und Getöse um Nebensächlichkeiten

Die Augsburger „Allgemeine Zeitung" (…) handhabt neben der Taktik des Schweigens noch eine andere Manier der Polemik, die in ihrer breiten, selbstgefälligen und hochbeteuernden Redseligkeit gleichsam die aktive Ergänzung zu jener passiven und melancholischen Stille bietet. Die Augsburgerin schweigt, wo es den Prinzipienkampf, den Kampf um das Wesen gilt; aber sie lauscht im Versteck, sie beobachtet von weitem, sie erlauert den Augenblick, wo ihre Gegnerin die Toilette vernachlässigt, einen faux pas beim Tanze verbricht (…) sie schmettert den langverhaltenen, wohlmeinenden Ärger mit imperturbablem Aplomb [unbeirrrbare Dreistigkeit] (…) in die Luft und ruft Deutschland zu: „Da seht ihr's, das ist der Charakter, das die Gesinnung, das die Konsequenz der .Rheinischen Zeitung'!"

Die bürgerliche und kleinbürgerliche Polemik vermeidet,

sich zum Wesentlichen zu äußern,

indem sie um Nebensächlichkeiten

ein Riesengetöse veranstaltet.

Proletarische, wissenschaftliche Polemik und bürgerliche bzw. kleinbürgerliche Polemik

sind unvereinbar.

Bürgerliche und kleinbürgerliche Polemik gehören eher in die Kategorie der Demagogie.

Nr. 39, Über die Arbeitereinheit, Lenin, Werke, Bd. 19, S. 515

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale unsachlich, prinzipienlos und intrigant

Die Polemik der „Nowaja Rabotschaja Gaseta" gegen die sechs Arbeiterabgeordneten nimmt in der letzten Zeit immer weniger sachlichen, immer weniger prinzipiellen, immer mehr „intriganten" Charakter an.

Die kleinbürgerliche Polemik

ist unsachlich, prinzipienlos

und intrigant.

Nr. 40, Staat und Revolution, Lenin, Werke, Bd. 25, S. 493

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Verkleistern des Wesensunterschieds zwischen Marxismus und Opportunismus

So kam es, daß der wesentlichste Unterschied zwischen Marxismus und Opportunismus hinsichtlich der Aufgaben der proletarischen Revolution bei Kautsky verkleistert wurde:

“Die Entscheidung über das Problem der proletarischen Diktatur", schrieb Kautsky „gegen" Bernstein, „können wir wohl ganz ruhig der Zukunft überlassen." (S. 172 der deutschen Ausgabe.)

Das ist keine Polemik gegen Bernstein, sondern im Grunde ein Zugeständnis an ihn, eine Kapitulation vor dem Opportunismus, denn vorerst brauchen die Opportunisten ja nichts weiter, als daß alle grundlegenden Fragen nach den Aufgaben der proletarischen Revolution „ganz ruhig der Zukunft überlassen" werden.

Die kleinbürgerliche Polemik

verkleistert den Unterschied zwischen

Opportunismus und Marxismus.

Lenin kritisiert Kautsky,

dass er auf eine Polemik

gegen Bernstein verzichtet

und stattdessen vor dem Opportunismus kapituliert,

indem er alle grundlegenden Fragen

nach den Aufgaben der proletarischen Revolution

ganz ruhig der Zukunft überlassen“ will.

Nr. 41, Friedrich Engels, Deutscher Sozialismus in Versen und Prosa, MEW, Bd. 4, S. 240/241

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, spießbürgerliche Kritik gegen die Revolution

Zweitens richtet sich die Polemik „des Menschen" gegen alles, was das deutsche Spießbürgerregime bedroht. Seine [Karl Grün, spießbürgerlicher „wahrer Sozialist“] ganze Polemik gegen die Revolution ist die eines Spießbürgers. Sein Haß gegen die Liberalen, die Julirevolution, die Schutzzölle spricht sich aufs unverkennbarste als der Haß des gedrückten, stabilen Kleinbürgers gegen den unabhängigen, progressiven Bourgeois aus.

Die kleinbürgerliche Polemik

richtet sich sowohl gegen das Proletariat

als scheinbar auch gegen die Bourgeoisie

und trägt damit immens zur Verwirrung bei.

Sie nimmt spießbürgerliche Züge an.

Nr. 42, Was sind die „Volksfreunde“, Lenin, Werke, Bd. 1, S. 148

Polemik, kleinbürgerliche Methoden, Schwall von Phrasen, Scheuen direkter, offener Kritik und Darlegung der eigenen Vorstellungen

Was an dieser ganzen Polemik des Herrn Michailowski besonders empörend wirkt, sind gerade seine Methoden. Ist er mit der Taktik der Internationale unzufrieden, teilt er die Ideen nicht, in deren Namen sich die europäischen Arbeiter organisieren, so soll er sie doch wenigstens direkt und offen kritisieren und seine Vorstellungen von einer zweckmäßigeren Taktik und richtigeren Anschauungen darlegen. Er bringt aber keinerlei bestimmte, klare Einwände vor, sondern flicht nur hie und da seinem Phrasenschwall unsinnige Hohnworte ein.

Die kleinbürgerliche Polemik

bedient sich der Methode,

keinerlei bestimmte, klare Kritiken vorzubringen,

sondern nur hier und da

in einem Redeschwall unsinnige Hohnworte

zu verbreiten.

Der Verfechter der kleinbürgerlichen Polemik verbirgt seine eigenen Vorstellungen

und macht es dem Leser oder Zuhörer

ungeheuer schwer,

seine eigenen Ideen zu erkennen.

Nr. 43, Was sind die „Volksfreunde“, Lenin, Werke, Bd. 1, S. 148/149

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Eklektizismus

Die Methoden des Herrn Michailowski sind dieselben, wenn er gegen die russischen Marxisten polemisiert: statt sich die Mühe zu nehmen, diese oder jene These dieser Marxisten gewissenhaft und exakt zu formulieren, um sie darauf einer offenen und unzweideutigen Kritik zu unterwerfen, zieht er es vor, sich an gelegentlich aufgefangene Bruchstücke marxistischer Beweisführung zu halten und diese zu verfälschen.

Zu den Methoden

der kleinbürgerlichen Polemik

gehört der Eklektizismus:

Statt sich die Mühe zu nehmen,

diese oder jene These dieser Marxisten gewissenhaft und exakt zu formulieren,

um sie darauf einer offenen

und unzweideutigen Kritik zu unterwerfen,

zieht er es vor,

sich an gelegentlich aufgefangene

Bruchstücke marxistischer Beweisführung

zu halten und diese zu verfälschen.

Nr. 44, Vorwort zum Sammelband „12 Jahre“, Lenin, Werke, Bd. 13, S. 93

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Eklektizismus, Kritik an „Was tun?“

Der Grundfehler jener, die heute gegen „Was tun?" polemisieren, ist der, daß sie dieses Werk völlig aus dem Zusammenhang einer bestimmten historischen Situation, einer bestimmten, jetzt schon längst vergangenen Entwicklungsperiode unserer Partei herausreißen.

Der Eklektizismus

der kleinbürgerlichen Polemik

gegen Lenins „Was tun?“

besteht im Wesentlichen darin,

die Aussagen von „Was tun?“

völlig aus dem Zusammenhang

einer bestimmten historischen Situation,

einer bestimmten, jetzt schon längst

vergangenen Entwicklungsperiode

unserer Partei herauszureißen.“

Nr. 45, Vereinigungsparteitag der SDAPR, Lenin, Werke, Bd. 10, S. 301

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Nörgelei und Stichelei

Kritik und „Polemik" sind hier unbedingt nötig, aber eben offene, direkte, klare und deutliche Kritik, und keine Nörgelei, keine Spitzen, keine intelligenzlerischen Nadelstiche.

Die kleinbürgerliche Polemik

besticht durch Nörgelei,

Spitzen und intelligenzlerische Nadelstiche.

Dagegen ist

die wissenschaftliche, proletarische Polemik

offen, direkt, klar und deutlich.

Nr. 46, Notizen, Lenin, Werke, Bd. 17, S. 83/84

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, berührt nur Einzelheiten

Erinnern wir uns an die „Wechi", (…) mit denen die prominentesten Kadetten so polemisierten, daß sie zwar Einzelheiten berührten, das Grundlegende, das Ausschlaggebende, das Wesentliche aber gar nicht streiften.

Die kleinbürgerliche Polemik

verliert sich in Einzelheiten,

während sie das Grundlegende,

das Ausschlaggebende,

das Wesentliche gar nicht behandelt.

Nr. 47, Von der Nützlichkeit einer sachlichen Polemik, Lenin, Werke, Bd. 25, S. 53

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Zweideutigkeiten

Es ist nützlich, sachlich zu polemisieren, schädlich aber ist es, einer solchen Polemik mit Zweideutigkeiten aus dem Wege zu gehen.

Die kleinbürgerliche Polemik

ist unklar und zweideutig,

während die

proletarische, wissenschaftliche Polemik

nützlich, sachlich und klar ist.

Nr. 48, Karl Marx, Über P.-J. Proudhon, MEW, Bd. 16, S. 30/31

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Gepolter gegen Angriffe, Proudhon

Aber das zinstragende Kapital als die Hauptform des Kapitals betrachten, aber eine besondere Anwendung des Kreditwesens, angebliche Abschaffung des Zinses, zur Basis der Gesellschaftsumgestaltung machen wollen, ist eine durchaus spießbürgerliche Phantasie. Man findet diese Phantasie daher in der Tat auch des weiteren ausgepatscht bereits bei den ökonomischen Wortführern der englischen Kleinbürgerschaft des siebzehnten Jahrhunderts. Proudhons Polemik mit Bastiat (1850), bezüglich des zinstragenden Kapitals, steht tief unter der „Philosophie de la misère". Er bringt es fertig, selbst von Bastiat geschlagen zu werden, und bricht in burleskes Gepolter aus, wo sein Gegner ihm Gewalt antut.

Die kleinbürgerliche Polemik

Proudhons mit Bastiat 1850

vertritt das „zinstragende Kapital

als die Hauptform des Kapitals“

und macht die Abschaffung des Zinses

zur Basis

einer gesellschaftlichen Umgestaltung.

Das ist spießbürgerliche Fantasie,

die nach Marx noch unter Proudhons „Philosophie de la misère“ steht.

Nr. 49, Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution, Lenin, Werke, Bd. 24, S. 8

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Plechanow, schreit, schimpft, jammert, ist plump, ungeschickt und begriffsstutzig

Herr Plechanow hat in seiner Zeitung meine Rede als „Fieberphantasie" bezeichnet. Sehr gut, Herr Plechanow! Doch wie plump, ungeschickt und begriffsstutzig sind Sie in Ihrer Polemik! Wenn ich in meiner Rede zwei volle Stunden lang wie im Fieber phantasierte, warum duldeten dann Hunderte von Zuhörern diese „Fieberphantasie"? (…)

Es ist natürlich viel leichter, zu schreien, zu schimpfen, zu jammern, als den Versuch zu machen darzulegen, zu erklären, sich zu erinnern, wie Marx und Engels in den Jahren 1871, 1872 und 1875 über die Erfahrungen der Pariser Kommune und darüber urteilten, was für einen Staat das Proletariat braucht.

Herr Plechanow, der ehemalige Marxist, erinnert sich anscheinend nicht gern des Marxismus.

Plechanow gehört

nach seiner Abkehr vom Marxismus

zu den Verfechtern

einer kleinbürgerlichen Polemik.

Diese schreit, schimpft, jammert,

ist plump, ungeschickt und begriffsstutzig.

Nr. 50, Die Ergebnisse der Wahlen, Lenin, Werke, Bd. 18, S. 508/509

Polemik, kleinbürgerliche, Liquidatoren, subjektivistische Manier von Intellektuellenzirkeln

Ungeschickte Polemiker, diese Liquidatoren. Sie beschimpfen uns, was das Zeug hält, heraus aber kommt das beste Kompliment für uns.

Strittige Fragen durch vieles Geschrei, Geschimpfe und durch leere Beteuerungen lösen zu wollen ist die gewöhnliche Manier eben von Intellektuellenzirkeln. Die Arbeiter ziehen etwas anderes vor: objektive Daten.

Die Ungeschicktheit

der kleinbürgerlichen Polemik

der Liquidatoren

ist für die Marxisten-Leninisten

sehr nützlich.

Das beweist gegenwärtig auch

das staatlich geförderte

und von den NGOs betriebene Liquidatorentum

in den sozialen Bewegungen.

Indem sie versuchen,

die MLPD mit Verboten, Beschimpfungen,

ja sogar körperlichen Attacken

von der Teilnahme auszuschließen,

begeben sie sich auf den Boden

der reaktionärsten Unterdrückung,

Diskriminierung und Unterwerfung der Kommunisten.

Ihre Ungeschicklichkeit macht

den marxistisch-leninistischen Standpunkt

für viele erst interessant

und wird letztlich in ihr Gegenteil umschlagen.

Das geschieht insbesondere

durch die Tatsache,

dass diese Apologeten

der bürgerlichen Demokratie

damit vehement bürgerliche Rechte und Freiheiten attackieren,

wie das Recht auf freie Meinung, das Koalitionsrecht, das Recht, an öffentlichen Versammlungen und Kundgebungen teilzunehmen.

Dadurch wird den Massen auch der reaktionäre Charakter des modernen Antikommunismus deutlich.

Nr. 51, Der Reformismus in der russischen Sozialdemokratie, Lenin, Werke, Bd. 17, S. 218

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, Abneigung gegen wissenschaftliche Polemik, gefühlsmäßige Aufwallungen gegen leidenschaftliche Abgrenzungen vom Opportunismus

Gefühlsduselige Leute, deren es viele außerhalb der Reihen der Sozialdemokratie gibt, aber auch nicht wenige in ihr, die gerne gegen die „maßlose" Polemik, gegen die „Leidenschaft für Abgrenzungen" usw. predigen, offenbaren völliges Unverständnis dafür, von welchen historischen Bedingungen in Rußland die „maßlose" „Leidenschaft" für die Sprünge vom Sozialismus zum Liberalismus erzeugt wird.

Es ist typisch für die kleinbürgerliche Polemik,

dass sie sich von der wissenschaftlichen Polemik der Marxisten-Leninisten abwendet.

Ihre gefühlsmäßige Aufwallung

gegen die leidenschaftlichen Abgrenzungen vom Opportunismus

gehört zu den Wesensmerkmalen der kleinbürgerlichen Polemik.

Nr. 52, An den Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Lenin, Werke, Bd. 15, S. 380/381

Polemik, kleinbürgerliche, Wesensmerkmale, in der Partei, Liquidatorentum, Verstoß gegen die Beschlüsse der Partei, Vergiftung der innerparteilichen Beziehungen

Da der im „Vorwärts" publizierte Brief die offiziellen Resolutionen der Partei nicht bringt, bietet er nur eine völlig verzerrte Darstellung der Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten unter den russischen Sozialdemokraten; ja mehr noch, dieser Brief enthält eine versteckte fraktionelle Polemik gegen die Beschlüsse der Konferenz. Eine solche Form der Polemik ist ganz besonders geeignet, die ohnehin schon anomalen Beziehungen zwischen den Fraktionen der SDAPR vollends zu vergiften. Eine solche Form der Polemik ruft besondere Gereiztheit und Erbitterung hervor und erschwert zugleich die Klärung des wirklichen Sachverhalts und der Meinungsverschiedenheiten in unserer Partei (…)

Die kleinbürgerliche Polemik in der Partei

ist immer mit dem Verstoß

gegen die Beschlüsse der Partei verbunden.

Sie vergiftet

die Atmosphäre der innerparteilichen

Kritik und Selbstkritik,

ruft insbesondere unter den Mitgliedern

Gereiztheit und Erbitterung hervor

und erschwert letztlich die Klärung

des wirklichen Sachverhalts

und der Meinungsverschiedenheiten.

Die kleinbürgerliche Polemik

der Liquidatoren

ist unvereinbar mit der proletarischen, wissenschaftlichen Polemik

und muss unter allen Umständen

bekämpft werden.

Nr. 53, Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, MEW, Bd. 2, S. 340

Polemik, religiöse, Wesensmerkmale, idealistisches, fruchtloses, unverständliches Dogma

(…) so errichtet die Hochkirche ihre National Schools und jede Sekte ihre Schulen, einzig in der Absicht, die Kinder ihrer Glaubensgenossen in ihrem Schoß zu behalten und womöglich hier und da den andern Sekten eine arme Kinderseele abzujagen. Die Folge davon ist, daß die Religion und gerade die unfruchtbarste Seite der Religion, die Polemik, zum vorzüglichsten Unterrichtsgegenstande erhoben und das Gedächtnis der Kinder mit unverständlichen Dogmen und theologischen Distinktionen [Auszeichnungen] vollgepfropft, daß der Sektenhaß und die fanatische Bigotterie so früh wie möglich geweckt und alle vernünftige, geistige und sittliche Bildung schändlich vernachlässigt wird.

Auch die Kirche bedient sich

der religiösen Polemik,

erhebt sie nach Friedrich Engels sogar zum „vorzüglichsten Unterrichtsgegenstand“,

damit „das Gedächtnis der Kinder

mit unverständlichen Dogmen und theologischen Distinktionen vollgepfropft, (…)

der Sektenhass und die fanatische Bigotterie

so früh wie möglich geweckt

und alle vernünftige, geistige und sittliche Bildung schändlich vernachlässigt wird.“