Peking Rundschau 15. Juni 1976

Peking Rundschau 15. Juni 1976

»Frühlingssprossen« - erster chinesischer Spielfilm der Kulturrevolution

Peking Rundschau, 15. Juni 1976, PR 24

Von Redaktion Peking-Rundschau

»Frühlingssprossen« ist der erste Spielfilm Chinas, in dessen Handlung die Große Proletarische Kulturrevolution hineinspielt. Unter Anleitung der Theorie des Vorsitzenden Mao über die Weiterführung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats hat der Film eine proletarische Heldengestalt geschaffen: die Barfußärztin Tiän Tschun-miao (Tschun-miao bedeutet Frühlingssprossen), die gegen die Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg kämpft. Der Film rühmt ihren revolutionären Geist, gegen die Strömung zu schwimmen. Er zeigt, daß die große Kulturrevolution absolut notwendig ist und genau zur rechten Zeit durchgeführt wird.

Frühling; malerische Landschaft südlich des Yangtse. Auf endlosen Wasserreisfeldern wachsen üppig junge Pflanzen. Vor diesem weiten Hintergrund erscheint die Hauptfigur des Films Tiän Tschun-miao. Sie ist eine junge Kommunistin, Vizeleiterin einer Produktionsgruppe der Brigade Hubin der Volkskommune Tschaojang und wird später Barfußärztin. Der Filmautor vergleicht die Barfußärzte, diese neue sozialistische Erscheinung, mit den jungen Pflanzen im Frühling.

Nach der Befreiung wurde in diesem Gebiet die Bodenreform durchgeführt und die Volkskommune gegründet, mit dem Ergebnis, daß sich die politische und wirtschaftliche Lage für die Bevölkerung wesentlich verbessert hat. Da aber auf dem Gebiet der medizinischen Betreuung und Gesundheitspflege noch die konterrevolutionäre Linie Liu Schao-tschis herrscht, ist der von der alten Gesellschaft hinterlassene Mißstand, der Mangel an Ärzten und Medikamenten auf dem Lande, nicht grundsätzlich behoben. Die Sanitätsdienststation der Volkskommune Tschaojang ist zum Beispiel in der Hand eines Parteimachthabers auf dem kapitalistischen Weg Du Wen-djiä, des Leiters der Station und Mitglieds des Kommuneparteikomitees. Von seinem bürgerlichen reaktionären Standpunkt aus hegt er nicht das geringste Mitgefühl gegenüber den Leiden der armen Bauern und unteren Mittelbauern. Er betraut den Arzt Tjiän-Dji-jen, der aus einer Grundbesitzerfamilie stammt und tödlichen Haß gegen die neue Gesellschaft und die armen Bauern und unteren Mittelbauern hegt, mit wichtigen Posten und läßt der Quacksalberin Djia Yüä-sian bei ihrem Schwindel freie Hand.

Als die Tochter eines armen Bauern schwer erkrankt, bringt Tiän Tschun-miao sie zur Sanitätsstation. Tjiän Dji-jen verweigert dem Kind Erste Hilfe. »So kann es nicht weitergehen!« ruft Tiän empört aus und drückt damit die Stimmung unter den armen Bauern und unteren Mittelbauern aus.

Kurz darauf erscheint die große Weisung des Vorsitzenden Mao »Bei der medizinischen Arbeit und Gesundheitspflege muß der Schwerpunkt auf die Dörfer gelegt werden.« Auf Empfehlung der armen Bauern und unteren Mittelbauern wird Tiän Tschun-miao zur medizinischen Ausbildung in die Sanitätsstation der Kommune geschickt.

Barfußärzte aus den Reihen der armen Bauern und unteren Mittelbauern auszubilden entspricht dem Bedürfnis der Volksmassen, und dank der revolutionären Linie des Vorsitzenden Mao ist diese neue sozialistische Sache hervorgetreten.

Es ist eine beispiellose Erscheinung, daß Bauern Ärzte werden und sich neben der Feldarbeit auch medizinisch betätigen und die Positionen in der medizinischen Versorgung auf dem Lande erobern.

Der Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg stemmt sich mit aller Kraft gegen die Ausbildung Tiän Tschun-miaos.

Der von Du Wen-djiä protegierte Leiter der medizinischen Gruppe der Sanitärinstallation, Tjiän Dji-jen, ist sich aus seinem reaktionären Klasseninstinkt heraus bewußt, daß er seine Position verlöre, wenn Tiän Tschun-miao fachlich ausgebildet würde. Deshalb versucht er verzweifelt, die Ausbildung Tiän Tschun-miaos zu verhindern, und spottet, aus minderen Holz lasse sich nichts Schönes schnitzen. Du Wen-djiä bläst ins gleiche Horn und behauptet, jemand, der mit der Hacke arbeitet, sei nicht imstande, eine Injektionsspritze zu handhaben. Er verhält sich Tiän gegenüber wie ein Aristokrat.

Als Tiän enthüllt, dass die Quacksalberin Djia Yüä-sian ihren Patienten das Geld aus der Tasche zieht und deren Krankheiten nur verschlimmert, versteift sich Du darauf, dass Djia ihr Handwerk verstehe und sich daher nach den entsprechenden Bestimmungen medizinisch betätigen dürfe. Als Tiän aufdeckt, daßTjiän Medikamente aus der Sanitätsstation schmuggelt, um sie Djia für ihre Kurpfuscherei zu geben, und sich nicht um die Gesundheit der armen Bauern und unteren Mittelbauern kümmert, ermahnt Du sie, Tjiän zu »respektieren«.

Tiän wird gezwungen, die Sanitätsstation zu verlassen. Mit Unterstützung der Parteizelle der Brigade und der armen Bauern und unteren Mittelbauern und mithilfe des revolutionären Intellektuellen und jungen Arztes der Sanitätsstation, Fang Ming, gründet sie eine medizinische Betreuungsstelle der Brigade. Du Wen-djiä glaubt jedoch, daß diese Betreuungsstelle gegen seine Sanitätsstation gerichtet sei. Er verkündet, die Praxis von Tiän sei illegal, läßt die Betreuungsstelle schließen und beschlagnahmt Tiäns Sanitätstasche; schließlich droht er ihr sogar mit dem Parteiausschluß.

Wie sehr sehnt sich Tiän Tschun-miao nach einem revolutionären Sturm!

Der Verlauf der Handlung zeigt die Bedeutung des Barfußarztes, dieser neuen sozialistischen Erscheinung. Mit ihrem Auftauchen ist das Monopol von Du Wen-djiä und Tjiän Dji-jen durchbrochen und der Herrschaft der revisionistischen Linie Liu Schao-tschis für die Medizin und das Gesundheitswesen ein Ende bereitet. Sie entspricht der allgemeinen Entwicklungstendenz der Geschichte – Abbau des Unterschieds zwischen Stadt und Land, zwischen Arbeitern und Bauern und zwischen Kopf- und Handarbeit.

Der Sturm der Revolution kommt auf. Der Vorsitzende Mao hat persönlich die Große Proletarische Kulturrevolution eingeleitet und führt sie an. Tiän Tschun-miao stellt sich mutig im Kampf in die vorderste Reihe und liefert Du Wen-djiä und Tjiän Dji-jen eine Entscheidungsschlacht.

Diese Revolution bringt die Aktivität und Initiative der proletarischen Revolutionäre und der Volksmassen mächtig zur Entfaltung. Tiän schließt die revolutionären Massen um sich, sie wagt und versteht es zu kämpfen und harrt aus, bis der Sieg errungen ist. Wie verzweifelt der Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg Du Wen-djiä und der Konterrevolutionär Tjiän Dji-jen auch Widerstand leisten, sie müssen schließlich eine Niederlage einstecken.

Hinter dem Etikett »Kommunist« und unter Mißbrauch der von ihm usurpierten Macht greift Du Wen-djiä zu den verschiedensten Taktiken, um die revolutionäre Bewegung zu ersticken.

Angesichts der aufbrandenden Massenbewegung und von Panik ergriffen, übt Du Wen-djiä scheinheilig Selbstkritik und gesteht, er habe früher wenig Gewicht auf den Ausbildungskurs für Barfußärzte gelegt, und dies sei ein Fehler. Jetzt habe er vor, einen weiteren Kurs einzurichten. Er verspricht, jedem Kursteilnehmer Arztkittel und Stethoskop und Essenszuschüsse zu geben, und beteuert, erfolgreiche Kursteilnehmer würden entweder als Ärzte eingesetzt oder zur weiteren Ausbildung an eine Hochschule geschickt werden. Er versucht, mit bürgerlichem Karrieredenken von Ruhm und Reichtum die Revolutionäre zu korrumpieren, die Barfußärzte auf Abwege zu leiten, die Revolution zu ersticken und auf diese Weise die Herrschaft der revisionistischen Linie aufrechtzuerhalten.

Als dieser Trick versagt, stempelt er, sich in blinde Wut hineinsteigernd, Tiän Tschun-miao und andere Revolutionäre zu parteifeindlichen Elementen. Wer gegen ihn auftritt, ist seiner Meinung nach parteifeindlich. Tiän aber sagt, dass Du Wen-djiäs Worte und Taten nicht mehr die Partei vertreten.

Um einen alten armen Bauern, der unter Hexenschuß leidet, zu heilen, versucht Tiän Tschun-miao es mit einem neuen Rezept. Unter Lebensgefahr probiert sie die Wirkung des Heilkräutersuds zuerst an sich selbst aus und verabreicht ihn dann dem Patienten. Früher hatte der Patient im Rücken nur ein taubes Gefühl, nach der Einnahme der Arznei aber schmerzt ihn der Rücken. Das ist eigentlich ein Symptom der Besserung. Du Wen djiä jedoch benutzt die Schmerzen des Patienten, um einen Betriebsunfall zu erfinden und so Tiän Tschun-miao »bloßzustellen«. Tjiän wiederum plant, dem Patienten eine giftige Injektion zu geben, um ihn zu töten und die Schuld dann auf Tiän zu schieben. Der Film zeigt, wie scharf der Kampf der zwei Linien ist, es ist ein Kampf auf Leben und Tod.

Nachdem Tiän Tschun-miao eingehend den unter der Leitung des Vorsitzenden Mao ausgearbeiteten »Beschluß des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution« studiert hat, erkennt sie, daß Du Wen-djiä hinter Tjiän Dji-jen steht und daß Leute wie Du am gefährlichsten sind. »Du Wen-djiä ist dem Namen nach ein Mitglied der Kommunistischen Partei«, sagt sie, »in Wirklichkeit aber ein Agent Tjiän Dji-jens und seinesgleichen innerhalb der Partei. Sie vertreten von den oberen bis zu den unteren Rängen eine revisionistische Linie.« Wird die von Du usurpierte Macht nicht zurückerobert, kann die Diktatur des Proletariats nicht gefestigt und die große Kulturrevolution nicht zu Ende geführt werden. Dieser Sprung in ihrer Erkenntnis zeigt, daß Tiän im Kampf gegen die Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg zu einer bewußten Kämpferin für die Weiterführung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats geworden ist.

Der Film »Frühlingssprossen« hat bei seinen Aufführungen überall starken Widerhall gefunden. Die revolutionären Massen begrüßen ihn mit Beifall und fühlen sich sehr ermutigt. Allein im ersten Monat seiner Spielzeit hat das Shanghaier Filmstudio, das diesen Film produziert hat, über 300 Briefe zustimmenden Inhalts erhalten.

Der Film ist doch der Bourgeoisie innerhalb und außerhalb der Partei ein Dorn im Auge. Der oberste besserungsunwillige Parteimachthaber auf dem kapitalistischen Weg, Deng Hsiao-ping, bezeichnete den Film verleumderisch als »ultralinks« und verließ, ohne das Ende abzuwarten, arrogant die Vorführung.

Die revolutionären Massen sagen nachdrücklich: »Der Film ›Frühlingssprossen‹ macht zwar Du Wen-djiä zur Zielscheibe, aber er trifft Deng Hsiao-ping an der empfindlichsten Stelle, da er der Hauptrepräsentant Du Wen-djiäs und seinesgleichen ist. ›Frühlingssprossen‹ ist ausgezeichnet!«