Personen der deutschen Arbeiterbewegung

Karl Liebknecht

Schon lange vor dem Beginn des I. Weltkriegs organisierte er den antimilitaristischen Kampf vor allem der Arbeiterjugend. Als einziger Abgeordneter – im Gegensatz zur gesamten SPD-Fraktion – verweigerte er 1914 die Kriegskredite.

Ebenso prangerte er als Einziger im Reichstag den Völkermord an den Armeniern und die brutale Unterdrückung anderer Völker in der damaligen Türkei, Verbündete des deutschen Kaiserreichs, an. „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“, für diese von ihm geprägte revolutionäre Losung, die er auch mitten im Krieg auf der Mai- Demonstration 1916 in Berlin vertrat, steckte man ihn ins Zuchthaus. „Nieder mit der Regierung! Nieder mit dem Krieg!“, unter anderem wegen diesem mutigen Ruf nach Beendigung des imperialistischen Völkermordens wurde er als „Volksverräter“ diffamiert.

Im November 1917 entlassen, machte er sich entschlossen an die direkte Führung der Revolution in Deutschland.

Am 9. November 1918 konnte Liebknecht schließlich „die freie sozialistische Republik Deutschland“ proklamieren, „die alle Stämme umfassen soll. In der es keine Knechte mehr geben wird, in der jeder ehrliche Arbeiter den ehrlichen Lohn seiner Arbeit finden wird. Die Herrschaft des Kapitalismus, der Europa in ein Leichenfeld verwandelt hat, ist gebrochen!“ Gemeinsam mit Rosa Luxemburg trieb er die lange versäumte und überfällige Gründung der KPD voran. Mit dem feigen Mord an Karl und Rosa durch faschistische Freicorps sollte sie ihrer führenden Köpfe beraubt werden.

Am Tage ihres Todes, dem 15. Januar 1915, erschien Liebknechts Aufruf „Trotz alledem“ in der von ihnen geführten „Rote Fahne“. In ihm heißt es: „Himmelhoch schlagen die Wogen der Ereignisse. Wir sind es gewohnt, vom Gipfel in die Tiefe geschleudert zu werden. Aber unser Schiff zieht seinen geraden Kurs fest und stolz dahin bis zum Ziel. Und ob wir dann noch leben werden, wenn es erreicht wird – leben wird unser Programm; es wird die Welt der erlösten Menschheit beherrschen. Trotz alledem!“

Von Hunderttausenden wurde er auch bis heute als Aufruf verstanden, sich revolutionär zu organisieren – so wie es Karl Liebknecht selbst schon seit seiner Jugend getan hatte.

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