Mitgliederwachstum und neue Anforderungen im Klassenkampf: Die MLPD gründet bundesweit Landesverbände und weitere Kreise

In der „Roten Fahne“ Nr. 8 vom 22. Februar 2008 haben wir die sieben Landesverbände vorgestellt, deren Gründungen noch vor dem VIII. Parteitag abgeschlossen werden sollen.

Bislang waren die Ortsgruppen und Kreisverbände unmittelbar dem Zentralkomitee unterstellt. Die Orts- und Kreisleitungen wurden vom Zentralkomitee angeleitet, kontrolliert und ausgebildet. Mit der Einrichtung von sieben Landesverbänden unter der Führung von gewählten Landesleitungen wird nun zwischen den Orts- und Kreisleitungen und dem Zentralkomitee eine weitere Leitungsebene errichtet. Diese Reorganisierung der MLPD beschränkt sich aber nicht nur auf die Schaffung der Landesverbände, sondern beinhaltet auch die Gründung weiterer Kreise und ist mit der größten kaderpolitischen Umwälzung seit Gründung der MLPD verbunden.

 

landesverbaende.jpgWas verspricht sich die MLPD von der Gründung der Landesverbände?

Die MLPD war bis Mitte der 1990er Jahre schon einmal in Landesverbänden organisiert. Als die Partei begann, die proletarische Denkweise als Grundlage des Parteiaufbaus durchzusetzen, war dies ein sehr komplizierter und diskussionsintensiver Prozess. Als Übergangslösung wurden die damaligen Landesebenen aufgelöst und eine direkte Führung des Zentralkomitee gegenüber den Ortsgruppen und Kreisverbänden organisiert. Die MLPD hat

in diesem Zeitraum ganz bewusst den Schwerpunkt auf die Herstellung der notwendigen Festigkeit und Vereinheitlichung der Mitglieder und Leitungen gelegt. Das war daran gebunden, größere Parteieinheiten zu schaffen und die Zahl der Organisationseinheiten zu begrenzen.

Mit der gewachsenen Fähigkeit zur Parteiarbeit auf neuer Grundlage, dem Mitgliederwachstum und neuen wie erweiterten Feldern der Parteiarbeit wie der Kommunalpolitik sowie in der marxistisch-leninistischen Frauen- und Jugendarbeit usw. wuchs auch die Anforderung an eine differenzierte und konkretere Anleitung und Kontrolle der Parteiarbeit. Mit dem Übergang zur Arbeiteroffensive auf breiter Front entwickelt sich auch die Situation, dass die MLPD in regionalen Klassenauseinandersetzungen in verschiedenen Branchen wie bei Stahl, im Bergbau, in der Autoindustrie oder den landesweiten Streiks an Universitätskliniken in einem ganz anderen Maße gefordert wird. All das macht eine stärkere Regionalisierung der Anleitung und Kontrolle, der Ausbildung notwendig, die aber an den Aufbau einer neuen Landesebene gebunden ist.

Schon nach der Bundestagswahl 2005 wurde deutlich, mit der zunehmenden Beschleunigung und Ausdehnung der Parteiarbeit würde die Notwendigkeit der individuellen Kaderarbeit immer stärker in Widerspruch zum bisherigen System der Anleitung und Kontrolle der Partei geraten und auch in Widerspruch zur eigentlichen Hauptaufgabe des Zentralkomitees, der Festsetzung und Weiterentwicklung der ideologisch-politischen Linie.

 

mlpdfahne.jpgPilotprojekt Landesverband NRW

Der Neuaufbau der Landesebene begann zunächst als Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen, wo zum Jahreswechsel 2005/2006 der erste Landesverband der MLPD auf Grundlage der proletarischen Denkweise gegründet wurde. Damit erhielt die ganze Partei eine wichtige Schule für die Arbeit dieser neuen Leitungsebene:

• Schaffung einer differenzierten und konkreten Anleitung und Kontrolle, mit der die Landesleitung viel enger „vor Ort“ die Partei führen kann auf der Basis der Gesamtaufgaben der MLPD

• Verstärkung der persönlichen Anleitung, Kontrolle und Ausbildung, mit der es gelingt, eine Vielzahl von Genossen für neue und größere Verantwortungsgebiete auch auszubilden

• eine differenzierte und straffe Führung der Aufbauarbeit der Partei.

Diese Erfahrungen werden nun bundesweit ausgewertet und umgesetzt.

 

Reorganisierung ist eine große Aufgabe für die gesamte Mitgliedschaft

 
Mehrere hundert Parteimitglieder haben sich für vielfältige neue Aufgaben in dieser Reorganisierung beworben und werden durch das Zentralkomitee ausgebildet. Eine regelrechte Ausbildungsoffensive ist im Gange, denn wir wollen auf jeden Fall die notwendige Qualität der neuen Landesebene gewährleisten. Es wird lebhaft diskutiert, ob jeder richtig eingesetzt ist, welche Fähigkeiten er entwickeln kann, wie er sich ausbilden und qualifizieren kann. Die Kandidatur von Genossen für die neu zu wählende Landesleitung, die Landeskontrollkommission wie Landesrevisionskommission bedeutet auch, dass zahlreiche Genossen neu in den Leitungen der Parteigruppen und den örtlichen Leitungen Verantwortung übernehmen.

In der Vorbereitung des VIII. Parteitages wurde deutlich, dass die Reorganisierung der MLPD in sieben Landesverbände und weitere Kreise letztlich darauf abzielt, das System der Kleinarbeit allseitig höher zu entwickeln. „Die Entwicklung der MLPD zur Partei der Massen ist an die Höherentwicklung der marxistisch-leninistischen Kleinarbeit als System gebunden.“ (aus dem Rechenschaftsberichtsentwurf des ZK an den VIII. Parteitag) Die systematische Kleinarbeit war schon immer das Markenzeichen der MLPD für ihre feste Verankerung in der Arbeiterklasse und unter den Massen.

 

Auf dem Weg zur Partei der Massen

 
Für den Weg, Partei der Massen zu werden, hat sich die MLPD sowohl die quantitative Ausweitung wie die Höherentwicklung ihrer Kleinarbeit vorgenommen. Es geht dabei um die Anforderung, in immer mehr Bereichen Massen zu bewegen und zu führen und ihnen zu helfen, mit dem modernen Antikommunismus fertig zu werden. Der Selbstveränderungsprozess unserer Kleinarbeit ist gefordert, da eine Verschärfung des Klassenkampfes gewiss ist. Darauf bereitet sich die MLPD vor:

Der fortschreitende Prozess der nachhaltigen Durchbrechung der relativen Isolierung der MLPD muss genutzt werden zur nachhaltigen Höherentwicklung der Wechselbeziehung von systematischem Parteiaufbau und Förderung der Selbstorganisation der Massen. Das ist der führende Faktor in der Vorbereitung der internationalen Revolution.“ (S. 65)

Mit der Reorganisierung wird die Präsenz der MLPD in wichtigen Metropolregionen wie in Rhein-Main, Stuttgart, Nürnberg, Berlin, Leipzig und Hamburg gestärkt. Und das wird dringend notwendig, um künftige Klassenschlachten dort verantwortungsvoll zu leiten und zu führen. Dazu wurden öffentliche Landesgeschäftsstellen in den zukünftigen Landesverbänden eingerichtet. Mit der Gründung der Landesverbände werden auch die Voraussetzungen geschaffen, die Bildungsarbeit und systematische Ausbildung stärker in den Regionen und eng verbunden mit der jeweiligen Kleinarbeit zu organisieren.

(jg/pr)

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