Neuerscheinung: „Nadeshda Konstantinowna Krupskaja: Ich war Zeugin der größten Revolution in der Welt“ von Volker Hoffmann

Eine beeindruckende Biografie über eine beeindruckende Frau.
Neuerscheinung: „Nadeshda Konstantinowna Krupskaja: Ich war Zeugin der größten Revolution in der Welt“ von Volker Hoffmann

„Das Buch ist deshalb so lehrreich, weil es die unendliche Kleinarbeit aufzeigt, in der dieser russische Umsturz vorbereitet worden ist.“ So Kurt Tucholsky 1930 über Krupskajas „Erinnerungen an Lenin“, Teil I. Sein Satz könnte auch über dem vorliegenden Buch stehen.

Thema ist hier ebenfalls die revolutionäre Kleinarbeit, aber nicht nur die vor der Oktoberrevolution, sondern auch die während des gesamten sozialistischen Aufbaus geleistete, vor allem in der Volksbildung und bei Frauen, Kindern und Jugendlichen. Das Buch stellt die Frau vor, die einen Großteil dieser Arbeit – an der Seite Lenins –bewältigt hat: Nadeshda Konstantinowna Krupskaja (1869–1939).

Gestützt auf zahlreiche, teilweise bisher kaum bekannte Lebenszeugnisse von Krupskaja und die neuere deutsch- und englischsprachige Fachliteratur sowie einige neue russischsprachige Publikationen, verfolgt das Buch den Weg eines gut behüteten Mädchens aus dem verarmten Adel Russlands bis zur Entscheidung der 26-Jährigen, Revolutionärin zu werden. Von den Jahren der Verbannung und des zeitweise sehr bitteren Exils bis zu den großen Herausforderungen an die Jugendbeauftragte der Bolschewiki in den dramatischen Wochen der Oktoberrevolution 1917, als sie ihre Arbeit im Volksbildungsministerium aufnahm. Von der Hinwendung zur „linken Opposition“ über ihre Selbstkritik bis zu ihrem 1927 erfolgten Eintritt in das Zentralkomitee der KPdSU(B), dessen Mitglied sie bis zu ihrem Tode blieb.

Vor dem gut verständlich geschilderten historisch-politischen Hintergrund der Entwicklung Sowjetrusslands erhält der Leser Einblick in den von Krupskaja geführten Kampf gegen das Analphabetentum, in die turbulenten Auseinandersetzungen über die Volksbildung, die neue Schule und die neuen Bibliotheken (einschließlich der Pannen bei den „Säuberungen“ der Bibliotheken), in Erfolge und Probleme der antireligiösen Aufklärung und vieles mehr.

Im Zentrum des Buches stehen Krupskajas mit überzeugenden Argumenten geführter unermüdlicher Kampf um die polytechnische Schule, die mitreißenden Schritte ihrer Verwirklichung in den frühen 1930er Jahren und ihr jahrelanger Protest gegen die vorübergehende Einstellung der Polytechnik durch das Zentralkomitee.

Über 25 Jahre nach der bisher einzigen deutschsprachigen Biographie, einer Übersetzung aus dem Russischen, die alle schwierigen Themen ihres Lebens umschifft hat, liegt nun endlich eine neue, eine kritische Biographie von Krupskaja vor. Ein Buch, das sie als Schülerin von Marx und Engels, als „Helferin Lenins“ und als loyale Mitarbeiterin Stalins, aber auch als unerschrockene Kritikerin mancher Entscheidungen des von ihm geführten Zentralkomitees zeigt. Ein Buch, das die Pädagogin Krupskaja in den Vordergrund rückt, das zeigt, dass sie ein großes Herz für die Kinder hatte, in dem auch Platz war für die Kinder der Kulaken (Großbauern) und das die aktuelle Bedeutung der damals zu lösenden schulpolitischen und pädagogischen Probleme überzeugend darlegt, aber doch auch ein wissenschaftlich gut abgesichertes Gesamtbild dieser stark unterschätzten Persönlichkeit der internationalen Arbeiter und kommunistischen Bewegung bietet. Ein Buch, das eine Frau vorstellt, der es versagt war, Kinder zu bekommen, und die darum umso mehr für sie gelebt und gekämpft hat und ein Vorbild für junge Menschen sein kann, die nach einer besseren Welt suchen, wie sie es getan hat.

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