Stefan Engel

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Berechtigt verlieren immer mehr Menschen das Vertrauen in die herrschende Politik. Doch welche Lehren ziehen die Arbeiter und Arbeiterinnen, die Massen der Welt aus dem umfassenden Krisengeschehen?

Die bürgerliche Ideologie hat ihre Anziehungskraft verloren und steckt tief in der Krise. Ein weltanschaulicher Kampf um Deutung und Schlussfolgerungen ist entbrannt. Der Antikommunismus ist seit der offenen Krise des Reformismus und des modernen Revisionismus zum Haupthindernis in der Bewusstseinsbildung der Massen geworden. Doch er befindet sich selbst in der Krise, was seine permanente Modifikation bewirkt.

Dieses Buch folgt der Überzeugung, dass die Zeit reif ist für eine weltanschauliche Offensive des wissenschaftlichen Sozialismus.

Im Buchhandel erschienen unter:

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Erschienen: 29.04.2021

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Ausgabe Revolutionärer Weg:

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise

Stefan Engel, Autor des Buches

Stefan Engel, Jahrgang 1954, ist gelernter Schlosser und arbeitet heute als freier Publizist. Seit 1968 ist er für den Parteiaufbau der MLPD aktiv. Seit 1975 ist er einer ihrer führenden Vertreter. Seit Ende der 1980er-Jahre bis 2016 war er an verantwortlicher Stelle in der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung tätig. Seit 1991 leitet er die Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG. mehr über Stefan Engel...

Leseprobe

Die Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990er-Jahren hat eine neue historische Umbruchphase vom Kapitalismus zum Sozialismus eingeleitet. 2008 bis 2014 tobte die bis dahin tiefste und umfassendste Weltwirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte des Kapitalismus. Sie stürzte das ganze imperialistische Weltsystem samt internationalisierter Produktion und weltumspannendem Handel in eine tiefe und umfassende Krise. Das löste gewaltige Veränderungen im Überbau des imperialistischen Weltsystems aus, sowohl in der Politik als auch in der Ideologie.

Wirtschaftliche, politische und ökologische Krisen erschüttern bei immer mehr Menschen auf der Welt das Vertrauen in das herrschende Gesellschaftssystem. Sie müssen die Auswirkungen der Krisenhaftigkeit der imperialistischen Länder ausbaden und erleben die erbärmliche Unfähigkeit der Herrschenden, die Probleme zu lösen. Die Zweifel wachsen, dass die Verhältnisse jemals besser werden, wenn sich nicht Entscheidendes ändert. Der Kampf um das Verständnis, welche Ursachen die Verschlechterungen haben und welche alternativen Entwicklungen möglich und anzustreben sind, ist entbrannt. Immer mehr Menschen wünschen sich gesellschaftliche Alternativen, viele sind sich aber über Ziel und Weg noch nicht im Klaren.

Der verschärfte imperialistische Konkurrenzdruck befeuert überall die Tendenz zur offenen Diktatur und zur aggressiven offenen Reaktion des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals nach innen und außen. Eine allgemeine Rechtsent­wicklung der Regierungen, der bürgerlichen Parteien, der Medien, der Kultur sowie unter einem Teil der Massen entstand und entwickelte sich.

In vielen Ländern übernahmen ultrareaktionäre, faschistoide oder neofaschistische, rassistische, nationalistische und chauvinistische Regierungen das Ruder oder änderten ihre Herrschaftsmethode: Trump in den USA, Erdoğan in der Türkei, Putin in Russland, Modi in Indien, Bolsonaro in Brasilien, Orbán in Ungarn, Kaczynski in Polen oder Johnson in Großbritannien.

Als besonderes Merkmal setzen sich diese Regierungen mehr oder weniger über den Konsens internationaler Regeln zwischen den Monopolen und den imperialistischen Staaten hinweg und ignorieren geltende bürgerlich-demokratische Gesetze und Gepflogenheiten. Sie verfolgen eine rigorose Ausrichtung auf die nationalen Interessen und stellen wichtige Säulen der bürgerlichen Demokratie infrage.

Sie bauen demokratische Rechte und Freiheiten ab und beschleunigen die Faschisierung der Staatsapparate und die Militarisierung der Gesellschaft. Dazu fördern sie völkische und faschistische Organisationen und deren Propaganda. Sie heben Schritt für Schritt den noch bestehenden Schutz von Minderheiten auf und bauen das Recht auf Flucht und das Asylrecht ab. Sie schränken die relative Unabhängigkeit der Gerichte ein, verbreiten »Fake News«1 und attackieren die bürgerlich-liberale Presse. Parlamente und Institutionen der bürgerlichen Demokratie werden mehr oder minder übergangen. Sie treiben die militärische Aufrüstung massiv in die Höhe, attackieren erkämpfte Frauenrechte und beschleunigen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Während der Corona-Pandemie bagatellisieren sie das neue ­Virus SARS-CoV-2, unterminieren so in menschenverachtender Weise den notwendigen Gesundheitsschutz. Sie riskieren die Gesundheit der Bevölkerung und haben Zigtausend vermeidbare Corona-Tote zu verantworten. Ihre zentrale Leitlinie ist, sämtliche gravierende Belastungen des wirtschaftlichen Lebens, insbesondere der Maximalprofit schaffenden Industrieproduktion der internationalen Monopole, möglichst zu vermeiden.

Das neuimperialistische China gaukelt der Weltöffentlichkeit immer noch vor, ein sozialistisches Land zu sein. Im Zuge seines atemberaubenden Erobe­rungsfeldzugs auf dem Weltmarkt entdeckte ein wachsender Teil des internationalen Finanzkapitals, dass Chinas stark eingeschränkte bürgerliche Demokratie im Konkurrenzkampf viele Vorteile gegenüber der liberalen bürgerlich-parlamentarischen Demokratie hat. Die Monopole liebäugeln damit, unmittelbarer und schneller auf die gesamten Ressourcen des Staatsapparats, der Produktion und der Massenmedien zugreifen zu können und kaum Rücksicht nehmen zu müssen auf demokratische Regeln, Rechte und Freiheiten der Massen, auf einschränkende Gesetze oder Kritik der Massenmedien.

Die allgemeine Rechtsentwicklung wurde verstärkt durch die internationale Krise der Flüchtlingspolitik der imperialistischen Länder, die sich 2015 rasant verschärfte und die EU in eine offene Krise stürzte.

Länderübergreifende oder globale Organisationen wie die Europäische Union (EU), die Vereinten Nationen (UNO), der militärische Nordatlantikpakt (NATO), der Internationale Währungsfonds (IWF) oder auch die Welthandelsorganisation (WTO) gerieten in offene Krisen. Die Infragestellung oder Auflösung weltweiter Regeln und UNO-Beschlüsse ausgehend von den USA stürzte imperialistische und neuimperialistische Länder in wirtschaftliche und politische Krisen. So der offene Handelskrieg der USA mit China, die Aufkündigung des Atomwaffenabkommens mit dem Iran, der Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Pariser Klimaabkommen oder die Aufhebung der UNO-Beschlüsse zum Schutz der Palästinenser.

Auf der Basis der chronischen Überakkumulation des Kapitals wurde diese Politik Mitte 2018 zum Auslöser einer neuen Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Sie entfaltete sich mit voller Wucht in Wechselwirkung mit der Corona-Pandemie Anfang 2020 und beschleunigte in der gesamten kapitalistischen Welt einen drastischen, in Ausmaß und Breite bis dahin nicht gekannten Krisenabschwung.

Weitere neue Brandherde zwischenimperialistischer Wi­dersprüche entstanden um die Vorherrschaft im Südchinesischen Meer, in der Karibik, im Nahen und Mittleren Osten, in Nord- und Zentralafrika, in ehemaligen Sowjetrepubliken oder im östlichen Mittelmeer. Die imperialistischen Großmächte drohten direkt aneinanderzugeraten, wodurch die allgemeine Gefahr eines Dritten Weltkriegs enorm wuchs.

Die globale Umweltkrise verschärft sich zunehmend. Neue Erkenntnisse und Beobachtungen vor allem über die dramatische Erderwärmung sowie neuartige Zerstörungen in der Biosphäre führten weltweit zu einem allgemeinen Erwachen des Umweltbewusstseins der Massen. Das ist auch eine Reaktion auf die offene Aufkündigung des Umweltschutzes durch den ehemaligen US-Präsidenten Trump. Unter der Jugend entstand eine Millionen zählende länder­übergreifend koordinierte Widerstandsbewegung zur Rettung des Weltklimas. Die herrschenden internationalen Monopole gerieten mehr und mehr in den Fokus des Kampfs zur Rettung der Umwelt vor einer globalen Katastrophe.

Die verstärkte Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems spiegelt sich im Bewusstsein der Massen wider als ver­schärfte Polarisierung zwischen einer reaktionären, chauvinistischen beziehungsweise faschistoiden Tendenz und einem fort­schrittlichen Stimmungsumschwung. Die Massenbasis der meisten herkömmlichen bürgerlichen Par­teien bricht weg. Die Regie­rungsbildung in den einzelnen Ländern wird immer kom­plizierter.

Der fortschrittliche Stimmungsumschwung unter den Mas­sen äußert sich in spontanen Protesten, Demonstrationen, Streiks, Aufständen und aufstandsähnlichen Massenprotesten an wechselnden Brennpunkten auf der Welt. Das spontane Aufbegehren der Massen gegen die Alleinherrschaft des internationalen Finanzkapitals steht immer öfter unter dem Einfluss revolutionärer Kräfte.

Insbesondere die Sozialdemokratie stürzte mit dem Bankrott der Schröder/Fischer-Regierung 2005 in eine tiefe und langanhaltende Krise, die den von ihr ausgehenden Reformismus empfindlich schwächt. Das fördert einerseits vor allem in der Arbeiterbewegung den Weg zur Arbeiteroffensive und einen wachsenden Einfluss des wissenschaftlichen Sozialismus. Andererseits gewinnen nationalisti­sche, ultrareaktionäre, faschistische oder faschistoide Parteien und Bewegungen verstärkt an Boden, unterstützt von offen reaktionären Teilen der bürgerlichen Massenmedien: so die AfD in Deutschland, der Rassemblement National in Frankreich, die AKP in der Türkei, die Freiheitliche Partei Österreichs, die Republikaner unter Trump in den USA oder die Lega in Italien.

Zusätzlich zum modernen Antikommunismus betritt nun verstärkt wieder der offen reaktionäre Antikommunismus die politische Bühne. Der Kampf zwischen dem Anti­kommunismus und dem wissenschaftlichen Sozialismus ver­schärft sich in allen Bereichen der Gesellschaft. Mit dem Anti­kommunismus verschiedenster Couleur fertigzuwerden, ist auf dem Hintergrund der tiefen Krisen des Reformismus und des modernen Revisionismus inzwischen zur Schlüsselfrage in der Bewusstseinsbildung der Mas­sen geworden.

Die verschärfte Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems lässt auch die latente Krise der bürgerlichen Ideologie immer häufiger offen hervortreten. Seit den 1990er-Jahren, also dem Beginn der Neu­organisation der internationalen Produktion, wurde das gesellschaftliche System der kleinbürgerlichen Denk­weise zur vorherrschenden Form der bürgerlichen Ideologie in den kapitalistischen Ländern. Es zielt darauf ab, die wachsende Unzu­friedenheit der Massen in systemkonforme Bahnen zu lenken.

Die kleinbürgerliche Denkweise macht sich solidarische, gesellschaftskritische Anschau­ungen, Forderungen, Tradi­tio­nen, Gefühle und Verhaltenswei­sen der Arbeiterklasse und der breiten Massen scheinbar zu ei­gen.

Das System der kleinbürgerlichen Denkweise bildet in Deutschland noch die Hauptseite der Regierungsmethode, weil die Herrschenden die Verschärfung des Klassenkampfs möglichst vermeiden wollen. Es hat jedoch durch die Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems und den Verarbeitungsprozess unter den Massen erheblich an Wirkung verloren.

Das gilt auch für die herkömmlichen Lebenslügen des staats­monopolistischen Kapitalismus, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Herrschenden im Kampf gegen das gewachsene sozialistische Lager mühsam konstruiert wurden. Unter den Massen sind die Phrasen von der »sozialen Marktwirtschaft«, vom »Sozialstaat«, von der »friedlichen Außenpolitik«, vom »freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat«, der »Gleichberechtigung von Mann und Frau« oder der »Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie« zunehmend verpönt, weil sie mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit nur wenig oder gar nichts zu tun haben. Das kapitalistische Gesellschaftssystem verliert deutlich an Bindungskraft.

Kern des Systems der kleinbürgerlichen Denkweise ist die kleinbürgerlich-antikommunistische Denkweise als ein Damm gegen den wissenschaftlichen Sozialismus. Sie wird gespeist vom modernen Antikommunismus.

Dieser gibt sich kapitalismuskritisch, zugleich verunglimpft er den Kampf für eine sozialistische Gesellschaft und die Ideale des Kommunismus als »stalinistischen« oder »maoistischen Terror« oder lässt ihn als aussichtslos erscheinen. Dabei macht sich der moderne Antikommunismus demagogisch die negativen Erfahrungen der Massen mit dem Verrat am Sozialismus und dem restaurierten bürokratischen Kapitalismus in ehemals sozialistischen Ländern sowie mit dem gescheiterten revisionistischen Projekt des »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« in Lateinamerika zunutze. Zu Hilfe kommen ihm die verschiedenen Schattierungen des Revisionismus.

Die reaktionäre Antwort auf die Krise des Systems der kleinbürgerlichen Denkweise ist die Renaissance reak­tio­närer Varianten der bürgerlichen Ideologie und ihre Modifikation für die heutige Zeit.

Der weltanschauliche Kampf entbrennt heute sowohl zwischen dem allein herrschenden internationalen Monopolkapital und dem internationalen Proletariat als auch innerhalb der Bourgeoisie zwischen den sich liberal-demokratisch gebenden Kräften und dem offen reaktionären Teil des Monopolkapitals. Dieser ideologische Wirrwarr verkompliziert die Situation ungemein und befeuert den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise unter den Massen außerordentlich.

Das Bewusstsein der Arbeiter-, Volks-, Frauen- und Jugendbewegung hält mit den komplizierter werdenden gesellschaftlichen Verhältnissen des Imperialismus im Allgemeinen noch nicht Schritt. Ihnen fehlt noch die selbständige Orientierung und eine wegweisende sozialistische Weltanschauung. Das macht sie anfällig für allerlei opportunistische, reformistische, revisionistische, anarchistische oder auch sozialchauvinistische Einflüsse. Am stärksten wirkt jedoch gegenwärtig der Einfluss der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise.

Das Scheitern des Krisenmanagements während der Weltwirtschafts- und Finanzkrise, die mit der Corona-Pandemie in Wechselwirkung steht, hat Mitte des Jahres 2020 eine beschleunigte Tendenz zur Herausbildung einer gesamtgesellschaftlichen Krise des im­perialistischen Weltsystems hervorgebracht. Erstmals seit vielen Jahrzehnten kann auf diesem Bo­den eine revolutionäre Krise im internationalen Maßstab entstehen. Unter allen Umständen wollen die allein herr­schenden internationalen Monopole eine solche Entwicklung verhindern.

In den Krisenprogrammen der imperialistischen Regierungen werden die Krisenlasten drastisch auf die Arbeiterklasse und die breiten Massen abgewälzt. Zugleich werden auch krisendämpfende Zugeständnisse wie Überbrückungsgelder an kleinbürgerliche Existenzen oder Kurzarbeitergeld gewährt.

Letztlich sind die Herrschenden bereit, revolutionäre Bewegungen mit Gewalt niederzuschlagen. Das unterstreichen sie durch ihren international proklamierten und koordinierten Kampf gegen den »Terrorismus«. Die Fa­schisierung ihrer Staatsapparate ist die praktische Vorbereitung auf die Konterrevolution.

Digitalisierung und Internet bedeuten einen historischen Fortschritt in der Entwicklung der Produktivkräfte. Sie treiben die materielle Vorbereitung des Sozialismus voran. Das Internet erleichtert länderübergreifende Kommunikation der Massen, ihren Zugang zu Wissenschaft, Bildung, technischem Knowhow sowie Austausch der Kultur und bietet auch wichtige organisierende Möglichkeiten.

Inzwischen haben sich jedoch die herrschenden Monopole das Internet als neue wirksame Methode der Massen­beeinflussung nahezu vollständig untergeordnet. Sie erreichen über die »sozialen Medien« unmittelbar die Herzen und Hirne der brei­ten Massen, insbesondere der Jugend. Die neuen faschistischen, völkischen und reaktionären Bewegungen und Parteien konnten sich vor allem über das Internet gesellschaftlich etablieren und ihren Einfluss unter einem wachsenden Teil der Massen festigen.

Es gehört zu den modernen Lebenslügen der staatsmono­polistischen Herrschaftsausübung, dass das Internet vor allem die unabhängige demokratische Willensbildung fördern würde. Das Internet vermittelt eine Fülle von Informationen mit einer spontan kaum zu durch­schauenden Mischung von bürgerlichen, kleinbürgerlichen und proletarischen Ansichten und Methoden. Die Funktions­weise der sozialen Medien und die Flut an oberflächlichen und vereinfachenden Informationen entwöhnt von gründlichem Nachdenken sowie Lesen von Büchern und Zeitschriften. So werden geistige Kurzatmigkeit, Oberflächlichkeit und hauptsächlich gefühlsmäßig geprägtes Denken und Handeln gefördert. Die gewachsene Neigung, sich über Internet zu verabreden, zu vernetzen oder sich bei der Organisierung von Aktionen allein vom Internet abhängig zu machen, setzt fahrlässig alle Beteiligten der Beobachtung und dem Zugriff des Staatsapparats und seiner Geheimdienste aus.

Ohne einen festen proletarischen Klassenstandpunkt und dialektisch-materialistisches Herangehen an die komplizierte gesellschaftli­che Wirklichkeit ist eine selbständige Orientierung der Massen nur einge­schränkt möglich.

Bei allem Unheil, das die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Strömungen im Denken, Fühlen und Handeln der Massen anrichten – allmächtig sind sie nicht! So sind sie nicht in der Lage, die Massen nachhaltig an den Kapitalismus zu binden und das Ansehen des Sozialismus auszulöschen. Letztlich wiegen die praktischen Erfahrungen der wachsenden Aus­beutung und Armut, der fortschreitenden Ruinierung kleinbürgerlicher oder kleinbäuerlicher Existenzen, der dramatischen Umweltzerstörung, der zunehmenden Ungerechtigkeit, von Krieg und Kriegsgefahr sowie ihre Verarbeitung in der gesellschaftlichen Polarisierung viel schwerer.

Die Herrschenden können objektive Gesetzmä­ßigkeiten der kapitalistischen Gesellschaft nicht beliebig außer Kraft setzen. Der Klassenkampf der Arbeiter, der aktive Volkswiderstand der Massen und die Rebellion der Jugend stellen sich ihnen immer wieder in den Weg. In der Folge wurden reaktionäre Präsidenten oder Regierungen in Argentinien, Spa­nien, Italien, Österreich, Irland, der Ukraine ebenso wie in den USA wieder abgewählt. Das menschenverachtende Krisenmanagement von Trump in den USA oder Bolsonaro in Brasilien in der Weltwirtschafts- und Fi­nanzkrise sowie der Corona-Pandemie hat die Massenbasis dieser faschistischen Machthaber empfindlich zersetzt und den Kampf der Arbeiter-, Volks- und Jugendbewegung beflügelt. Der fortschrittliche Stimmungsumschwung unter den Massen geht tendenziell in eine antikapitalistische Stimmung über.

Ein erheblicher Teil der breiten Massen sieht die politische Alternative noch in sozial­demokratischen, kleinbürgerlich-ökologistischen, revisionistischen oder linksre­formistischen Parteien und Konzepten. Grundlage dafür ist eine noch stark wir­kende kleinbürgerliche Denkweise.

Innerhalb des fortschrittlichen Stim­mungsumschwungs entfaltet sich so ein lebhafter Kampf zwi­schen verschiedenen Varianten der kleinbürgerlichen Denkweise und der proletarischen Denkweise, zwi­schen dem wissenschaftlichen Sozialismus und der bürgerlichen Ideologie mit ihrem Antikommunismus als Kern.

Die Herrschenden begegnen dem Linkstrend unter den Massen aus der Defensive heraus mit einer neuen Offensive des Antikommunismus und der verstärkten Unterdrückung der revolutionären Theorie und Praxis. Regierung und Geheimdienste in Deutschland konnten jedoch nicht verhin­dern, dass die MLPD in eine neue gesamtgesellschaftliche Rolle hin­einwuchs und ihre von der Bourgeoisie verursachte relative Isolierung nachhaltig überwand. Das offenbart die allgemeine Unfähigkeit der Herrschenden, mit dem wachsenden marxistisch-leninistischen Einfluss auf die Massen fertigzuwerden.

Die Staatsreligion des Antikommunismus steckt selbst in einer Krise. Die böswillige Gleichsetzung von links und rechts, von Faschismus und Kommunismus galt jahrzehntelang als selbstverständlicher Konsens der bürgerlichen Gesellschaft. Dieser gerät zunehmend in die Kritik und wird inzwischen von einem wachsenden Teil der Bevölkerung infrage gestellt.

Die Marxisten-Leninisten müssen die gegenwärtige gesellschaftliche Kulmination mit einer weltanschaulichen Offensive des wis­senschaftlichen Sozialismus beantworten. Sie müssen den Kampf gegen den Antikommunismus unter einer stets wach­senden Masse und gemeinsam mit ihr austragen. Dieser weltanschauliche Kampf ist ein unverzichtbares Vorgefecht der in­ternationalen sozialistischen Revolution.

Die Lehre von der Denkweise ist ein sicherer Navigator durch diesen entfalteten gesellschaftlichen Kampf um die Denkweise. Ihr weltanschaulicher Ausgangspunkt ist Lenins Schrift »Materialismus und Empiriokritizis­mus«. Lenin stellte darin der irreführenden Behauptung damaliger kleinbürgerlicher Theoretiker, Materialismus und Idealismus seien zu vereinigen, die in sich geschlossene marxistisch-leninistische Theorie und dialektisch-materialistische Methode des wissenschaftlichen Sozialismus gegenüber.

Seit Anfang der 1990er-Jahre war es gängige Methode und Praxis der Regierungen und aller bürgerlichen Parteien, ein­schließlich der »Grünen« und der Partei »DIE LINKE«, das von Krisen gebeutelte imperialistische Weltsystem als »alternativlos«, »reformierbar« und »immer noch bestes aller Systeme« zu rechtfertigen. Allerlei Begrifflichkeiten werden erfunden oder modifiziert, die den Klassencharakter und die agierenden Kräfte der Gesellschaft und die allgemeine Krisenhaftigkeit vertuschen sollen. Die heillose weltanschauliche Verwirrung, die die Herrschen­den in der Arbeiterklasse und unter den Massen verbreiten, muss aufgelöst werden. Die Arbeiterklasse kann ihren Weg des Kampfs um Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung in einer sozialistischen Gesellschaft nur dann erfolgreich beschreiten, wenn sie mit den verschiedenen Facetten der kleinbürgerlichen Denkweise und mit allen Varianten des Antikommunismus fertigwird, wenn sie weltanschaulich den Sieg des wissenschaftlichen Sozialismus über die bürgerliche Ideologie erringt.

Das ist vor allem mit der Methode der wissenschaftlichen Polemik in Verbindung mit der systemati­schen Kleinarbeit der Marxisten-Leninisten und persönlichen Kampferfahrungen möglich. Die wissenschaftliche Polemik offenbart den realen Antagonismus von Kapitalismus und Sozia­lismus, von Arbeiterklasse und Monopolkapital, von bürgerli­cher und proletarischer Ideologie, von kleinbürgerlicher und proletarischer Denkweise. Sie nennt Ross und Reiter, legt in aller Tiefe und ungeschminkt die bestehenden Meinungsver­schiedenheiten offen und trägt sie bis zu einer Entscheidung aus. Sie beruht auf einer konkreten Analyse des Kampfs um die Denkweise. Dabei ist sie schöpferisch und zeichnet sich stets durch einen Erkenntnisfortschritt für den wissenschaftlichen Sozialismus aus. Gerade in Zeiten der gesellschaftlichen Kulmination und der revolutionären Gärung wird sie zum Gebot der Stunde.

Die internationale marxistisch-leninistische und Arbeiterbe­wegung hat zweifellos ihren Tiefpunkt nach dem revisionistischen Verrat am Sozialismus durchschritten. Sie be­findet sich in einer Phase des Neuaufbaus, der Stärkung sowie der länderübergreifenden Kooperation, Koordination und Vereinigung ihrer Kräfte.

Bei allen bedeutenden Fortschritten sind die revolutionären Parteien und Organisationen aber noch entschieden zu schwach. Zu groß ist deshalb die Verwirrung, die die Herrschenden bislang unter den Massen anrichten können.

Die gesellschaftliche Bedeutung der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung liegt heute vor allem in ihrem revolutionären Potenzial. Dieses kann und wird sich auf der Basis der allgemeinen Krisenhaftigkeit des Imperialismus und der Bewusstseinsbildung unter der Arbeiterklasse und den breiten Massen hin zu einer revolutionären Krise entfalten.

Mit den Büchern »Götterdämmerung über der ›neuen Weltordnung‹«, »Morgen­röte der internationalen sozialistischen Revolution« und »Kata­strophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?« hat die MLPD wichtige Grundlagen für diese weltanschauliche Offensive gelegt. Sie beinhalten die Analyse der Neuorganisation der internatio­nalen kapitalistischen Produktion als neue Phase des Imperialismus und der materiellen Vorbereitung des Sozialismus sowie Schlussfolgerungen für die Strategie und Taktik der internationalen sozialistischen Revolution.

Diese ideologisch-politische Verarbeitung sowohl der neuen Erschei­nungen und wesentlichen Veränderungen im imperialistischen Weltsystem als auch ihrer revolutionären Überwindung muss nun durch die weltan­schauliche Seite vervollständigt werden. Dem dienen die vier Nummern der Schrift »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise« der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG 36 bis 39.

Die schrittweise Veröffentlichung der ersten Nummer 36 »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus« und dann möglichst zeitnah der weiteren drei Nummern ist dem Umfang der Analyse geschuldet und folgt der Überlegung einer besseren Verarbeitung und Verbreitung.

Viele Mitarbeiter sind notwendig, um das umfassende Ma­terial in einer überschaubaren Zeit und der notwendigen Quali­tät zu bearbeiten. Die Redaktion bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere bei Monika Gärtner-Engel und Gabi Fechtner, die wesentlichen Anteil an der Fertigstellung des Manuskripts haben.

Die umfangreiche theoretische Analyse des heutigen Klassenkampfs auf weltanschaulichem Gebiet ist eine große Herausforderung an die kollektive Weisheit der MLPD. Sie kann nur in enger Wechselwirkung mit der praktischen Teilnahme am Klassenkampf, der Verarbeitung der Erfahrungen der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung sowie durch die bewusste Anwendung der dialektischen Methode auf der Grundlage der Lehre von der Denkweise und des systemischen Den­kens positiv gemeistert werden.

Stefan Engel, April 2021

Einleitung

I. Teil: Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

1. Bürgerliche und proletarische Ideologie

2. Die Krise der bürgerlichen Ideologie

3. Die Krise des Antikommunismus

3.1. Die tiefe Krise des Antikommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg

3.2. Die Wiederbelebung des offen reaktionären Antikommunismus durch die Adenauer-Regierung

3.3. Die Herausbildung einer »demokratischen Variante« des Antikommunismus

3.4. Der Weg der SPD zur antikommunistischen »Volkspartei«

3.5. Die neue Ostpolitik der SPD und die Gründung der DKP

3.6. Der »kritische Antikommunismus« der »Frankfurter Schule«

3.7. Die kleinbürgerliche »ML-Bewegung« und der Antikommunismus der »Grünen«

3.8. Der »linke« und der moderne Antikommunismus

3.9. Erweiterung des modernen Antikommunismus im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands

3.10. Das System der kleinbürgerlichen Denkweise als Regierungsmethode

3.11. Die Regierungsmethode der Kanzlerin Merkel

3.12. Der »propagandistische Antikommunismus« und der »rationale Antikommunismus«

3.13. Die Münchener Prozesse gegen die kommunistische Freiheitsideologie

3.14. Die antikommunistische Mär vom »linken Antisemitismus«

3.15. Antikommunistische Ausrichtung der sozialen Bewegungen

3.16. Der reaktionär-faschistische Antikommunismus von Donald Trump

4. Die faschistische Ideologie und die Wandlung des bürgerlichen Antifaschismus

5. Aufstieg und Niedergang des modernen Revisionismus

6. Die proletarische Ideologie im Aufbau des Sozialismus

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Rezensionen

Buchbesprechung

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“

Zuerst möchte ich den Autorinnen und Autoren unter Federführung von Stefan Engel herzlichst für dieses tolle Werk danken. Das Buch gibt einen tollen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der bürgerlichen/kleinbürgerlichen Denkweise im Kampf gegen den Kommunismus und die teils verheerenden Auswirkungen für die globale Gesellschaft. Dieser wunderbar zusammengefasste Abriss sollte ein Mahnmal für sämtliche fortschrittlichen, revolutionären und sozial denkenden Menschen sein. Ein Mahnmal, dass der Kampf für den echten Sozialismus weitergeführt werden muss. Nicht aus einem „Tradition“-verständnisses heraus, der berechtigterweise als revisionistisch gilt, sondern aus der Verpflichtung gegenüber der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung, die der Gesellschaft durch ihre Kämpfe als Vorhutorganisation der Weltarbeiterklasse zu großartigen Errungenschaften verholfen hat. Diese Errungenschaften wurden und werden jedoch seit jeher durch das Monopolkapital angegriffen und versucht niederzuringen. Doch durch die tapfere Beharrlichkeit der internationalen ML-Bewegungen wendet sich das Blatt und wir haben die realistische Chance auf eine welt-befreiende Diktatur des Proletariats.

Ebenso wird die Gefahr durch den anhaltenden Antikommunismus in einprägender Deutlichkeit aufgezeigt. Eine Gefahr die vor allem darin besteht, wenn es den fortschrittlichen Kräften nicht gelingt den Kampf gegen diese bürgerliche Denkweise fortzuführen und eine notwendige Gegenmacht aufzubauen.

In mir wird die ohnehin schon vorhandene Überzeugung der proletarischen Weltanschauung verstärkt und gleichzeitig der Wunsch geweckt den Marxismus-Leninismus sowie die Mao-Zedong-Ideen in ihrem Kern zu studieren und für den sozialistischen Aufbau im Kampf gegen die (noch) vorherrschende bürgerliche Ideologie anzuwenden.

Das Buch erweckt Lust die Schriften von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao Zedong durch dialektische Methoden zu verinnerlichen und zur bewussten Anwendung für die Arbeiterklasse im gesamten gesellschaftlichen Leben anzuwenden.

Es besticht vor allem durch den wissenschaftlichen Ansatz, der durch die vielen Erläuterungen und Fußnoten deutlich wird. Jedoch wird der Lesefluss zu keinem Zeitpunkt gebrochen. Im Gegenteil, die Fußnoten und ausgewählte Zitate machen das Buch so lebendig, dass es sich wie ein guter Kriminalroman liest.

Vor allem die Fußnoten und die Verweise auf die Fachliteratur wecken in mir das Verlangen, die jeweilig zitierte Fachliteratur an entsprechenden Stelle aufzuschlagen, um nachzulesen und noch tiefer in die Materie und den Bezug auf das Geschriebene zu studieren. Evtl. ist das ein zu verfolgender Ansatz, um das Studium im Sinne der proletarische Denkweise zu intensivieren?

Das Buch und das gesamte Themenfeld haben in mir viele Gedanken und selbstverständlich auch Fragen aufgeworfen.

Um den Einstieg in die Diskussion bzw. Besprechung nicht zu überfrachten, möchte ich im ersten Schritt auf einen Punkt aufgrund des aktuellen Bezugs eingehen:

zu Kapitel I/ 3.15 – Antikommunistische Ausrichtung der sozialen Bewegungen

In diesem Kapitel wird die Steuerung der in Deutschland tätigen NGO's durch staatliche Förderung sowie durch internationale Übermonopole beschrieben. Darunter Bewegungen wie attac und Fridays for Future uvm.

Wie passt es zu dem Bestreben der Regierung durch seinen Inlandsgeheimdienst die Organisation wie attac die Gemeinnützigkeit absprechen zu wollen? Das steht doch im diametralen Gegensatz zu der wohl gleichzeitigen Finanzierung eben jener Bewegung.

Wenn gleich es abermals zeigt, wie wichtig die Präsenz unserer MLPD in den Massenbewegungen ist, um ein konsequent linkes Korrektiv darzustellen. Wobei mir das Wort Korrektiv nicht geeignet erscheint, da wir keine Korrektur am bestehenden System wollen, sondern einen radikalen Umbruch.

Zur Einleitung

Es ist wirklich toll wie scharf das Werk in seiner Analyse bereits in seiner Einleitung ist.

Dort heiß es zu Recht in der Kritik der vermeintlichen linken bürgerlichen Parteien wie DIE LINKE bzw. die Grünen, dass der Ansatz und die Strategie einer Verschiebung der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse zu Gunsten der lohnabhängigen Klassen durch eine Orientierung aufs Mitregieren nicht erfolgreich sein kann. Ein Richtungswechsel wie er beispielsweise im Erfurter Programm formuliert ist, kann nur durch eine Veränderung der gesellschaftlichen Klassenverhältnisse erfolgen. Notwendig dafür ist das Zurückdrängen der bürgerlichen Leitbilder und Denkmuster der herrschenden Klassen. Laut Erfurter Programm steht die Linkspartei in grundsätzlicher gesellschaftlicher und politischer Opposition zum Neoliberalismus und der Kapitalherrschaft. Sie beruft sich auf der Mobilisierung von gesellschaftlichem Widerstand und möchte den Erfolg über eine Veränderung der Macht- und Eigentumsverhältnisse realisieren.

Was wir jedoch sehen und erleben ist ein Kurs der auf das Mitregieren abzielt. Dieses Mitregieren ist jedoch die Reinkarnation eines systemintegrierten Politikverständnis, wie es von den anderen parlamentsorientierten Parteien praktiziert wird.

Es zeigt die konzeptionellen Schwäche im Prozess einer Parteientwicklung. Hier wird ein Bewusstseinswandel von einer Klassen-, Oppositions- und Protestpartei hin zu einer regulativen Ordnungspartei aufgezeigt; zu einer systemtragenden Partei, die ihren Frieden mit dem Kapitalismus gemacht hat. Aber sie ignoriert dabei fleißig die machtpolitischen Gegebenheiten und die Aufgabe, diese grundlegend zu ändern. Die gesellschaftsspaltenden Herrschaftsstrukturen, die Umsetzung profitorientierter Interessen monopolisierter Kapitalgruppen in der politischen Macht des Staates, bleiben ausgeblendet.

Aus eigener leidvoller Erfahrung gab und gibt es keinen Raum in der Linkspartei, in dem diese Erkenntnisse Platz finden, um linke Gesellschaftsstrategien für die Praxis schlussfolgernd in ein Handlungskonzept zu überführen.

Kapitalherrschaft wird nur noch als auswüchsige Einzelerscheinung thematisiert. Suggeriert wird, es müsse nur die Union und FDP aus der Regierung entfernt werden, dann könne der politische Richtungswechsel beginnen.

Über die anderen Bundestagsparteien – vor allem Grüne und SPD eingeschlossen - wurde oft kritisiert, sie würden sich devot den Wünschen der Wirtschaftsmächtigen unterwerfen: heute gehören die zwei angesprochenen Parteien angeblich zum linken Lager, das einen Richtungswechsel herbeiführen soll. (sic!)

Legt man dieses Selbstverständnis eben jener heutigen Linkspartei zu Grunde, erlangt man zu der Erkenntnis, dass Staatspolitik im Kapitalismus für sie als demokratischer Willensbildungsprozess erscheint, in dem das Agieren des Kapitals nur noch als ein bloßer Störfaktor wahrgenommen werden kann, der aber durch gesellschaftlichen Druck behoben werden kann.

Das ist illusorisch !!! Staatspolitik ist den Interessen den Finanzmonopolen und dem Kapital untergeordnet.

Diese beschriebene und festzustellende Entwicklung einer sich selbst als links schimpfenden Partei und dem innewohnenden ungebrochenen Geifern nach dem Mitregieren zeugt darüberhinaus von einer Verantwortungslosigkeit gegenüber den Gefahren, die der Kapitalismus über die Menschheit heraufbeschwört: die Zerstörung unserer Lebensgrundlage; durch Krieg, Klimaerwärmung, Erdverwüstung und Grundwasservergiftung. Nicht selten gleich mehrere Faktoren in einer Region unseres Erdballs zusammen – siehe die kürzlichen Flutkatastrophen in West- und Süddeutschland.

Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ hat mir in der Aufarbeitung der eigenen Erfahrung mit dieser Art von fadenscheiniger linker Politik sehr geholfen und gibt mir Halt. Es tat gut zu lesen, dass ich so allein gar nicht mit meiner Meinung über die tatsächlichen politischen Verhältnisse in unserem Land stehe.

Das Werk zeigt auf, dass es in unserer Gesellschaft Bündnisse und Parteien braucht, die Analysefähigkeit besitzen und Kraft ihres Selbstverständnisses auch den Mut und Kampfwillen aufbringen, die Missstände offen und klar anzuprangern. Frei nach Rosa Luxemburg: „Zu sagen, was ist, bleibt die revolutionärste Tat.“ Mit dem unbedingten Zusatz zu ergänzen ist, dass aus Worten im politischen Klassenkampf auch immer Taten folgen müssen.

In letzter Konsequenz gelingt diese Einheit von Wort und Tat nur der MLPD – das macht mich stolz.

zu „Die Krise der bürgerlichen Ideologie“ im Allgemeinen und Schluss

Die Krise der bürgerlichen Ideologie wird meiner Ansicht auch und vor allem durch die Widersprüche und die offensichtliche Heuchelei des (neo-)liberalen und imperialistischen Anspruch die universellen Menschenrechte zu vertreten, sie vorgeblich zu verteidigen, offenbart:

Diejenigen die täglich nichtliberale Länder für ihren Umgang mit dem Individuum als autoritär und grausam beschimpfen, wenden die brutalsten Formen des Autoritarismus an. Immer dann, wenn die bürgerliche Ordnung in Frage gestellt wird, bricht sich polizeiliche und staatliche Gewalt bahn und werden gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrationen bis hin zu Massenfolterungen durchgesetzt, um die repressiven politischen Ziele höchst effektiv zu verfolgen. Das jüngste Beispiel hierfür ist die Demonstration gegen des neue Versammlungsgesetz in NRW.

Diese Art Machtdemonstration gegenüber den revolutionären und kritischen Kräften setzt zugleich einen neuen Standard und weist den Weg zu einem neuen Modell für den Umgang mit politischen und sozialen Massenbewegungen als Problem der öffentlichen (klein-)bürgerlichen Ordnung. Diese Machtdemonstration soll in die neoliberale Politik als legitime Konfrontation mit den Protesten mittels entsprechender Gesetzgebung in juristische Form manifestiert werden, um jede Erscheinungsform von Konfliktausübungen zu erschweren und zu verhindern.

Die vom Staat ausgeübte Repression ist in der bürgerlichen Denkweise wichtig, weil sie hunderte Aktive im ersten Schritt sehr hart trifft, um gleichzeitig tausende bzw. Millionen zu erziehen.

Wir als revolutionäre Kräfte dürfen nicht den Fehler machen die Stärke des Gegners zu unterschätzen. Der Neoliberalismus steckt zweifellos in einer Krise, jedoch ist er keineswegs am Ende seiner Kräfte, wie mancherorts optimistisch geglaubt wird. Die Gefahr und Stärke des Klassenfeindes besteht in seiner Fähigkeit sich stets flexibel an jedweden Kontext anzupassen. In der Vergangenheit hat der Feind stets universalistisch reagiert, wird heute partikularisch auftreten und morgen beide Elemente vereinigen, um sich durch das Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“ zu regenerieren. Durch die Bereitschaft sich scheinbar selbst zu kritisieren und womöglich reale Bedürfnisse punktuell zu befriedigen droht eine noch schärfere Wendung nach rechts. Daher muss es in der Gesamtanalyse immer um das Ziel eines Zusammenschlusses zu einer politischen Einheitsfront gehen – einer Hegemonie der Arbeiterklasse.

Die RW Redaktion antwortet:

Lieber Kollege,

vielen Dank für deine Rezension des Buches von Stefan Engel: „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“,...

Du hattest auch Fragen und Hinweise in deinem Brief aufgeworfen, zu denen wir Dir gerne schreiben wollen.

Zu Kapitel I.3.15 „Antikommunistische Ausrichtung der sozialen Bewegungen“ wirfst Du auf: Wie passt es zu dem Bestreben der Regierung durch seinen Inlandsgeheimdienst die Organisation wie attac die Gemeinnützigkeit absprechen zu wollen?“

Das herrschende internationale Finanzkapital darf man sich nicht als widerspruchsfreien monolithischen Block vorstellen. In der Frage ihrer gemeinsamen Herrschaft und ihrer Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse und der breiten werktätigen Schichten sind sie sich natürlich einig.

Weniger Einheit besteht aber z. B. in Fragen ihrer Herrschaftsform: Teile des international ausgerichteten und operierenden Finanzkapitals setzen auf das System der kleinbürgerlichen Denkweise und würden den NGOs auch etwas mehr Spielraum zur Verwirrung der Massen einräumen. So ist es in Deutschland besonders der reaktionäre Teil der CDU und die AfD die immer mehr darauf drängen, fortschrittlichen oder pseudo-fortschrittlichen Organisationen, wie eben auch Attac, die Gemeinnützigkeit zu entziehen.

Andere Teile des Finanzkapitals wie z.B. Orban in Ungarn setzen eher auf eine offene reaktionäre bis teilweise faschistoide Unterdrückung der Revolutionäre und auch gewisser Massenbewegungen und NGOs. Diese Teile treiben am Entschiedensten die Rechtsentwicklung der Regierung voran.

Herzliche Grüße,

RW-Redaktion





So ein Fazit eines Teilnehmers bei unserer öffentlichen Studiengruppe in Berlin zum Buch von Stefan Engel, „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“.

Dies Mal waren die Kapitel 3.4. Der Weg der SPD zur antikommunistischen „Volkspartei“ und 3.5. Die neue Ostpolitik der SPD und die Gründung der DKP dran.

Dass die SPD so qualifiziert wird, das hat ihn nicht verwundert. „Ich kenne die SPD nicht anders. Wie alle bürgerlichen Parteien verkaufen sie sich für Geld und Karriere. Sie betreiben Spaltung und die Führungen der Parteien streben zum Geld und zur Macht.

Es zeigte sich, dass die Geschichtsstunden in der ehemaligen DDR weder dialektisch noch historisch tief gehend waren. Denn der Charakter der SPD war vor langer Zeit ja durch aus mal revolutionär. Das haben sie aber gründlich verspielt und bewusst geändert! Darauf konnte sich die Studiengruppe auch schnell einigen. Es war aber gerade für den Teilnehmer, der in der ehemaligen DDR in den 70er und 80ern groß geworden ist, eine wichtige Auseinandersetzung, dass die Entwicklung zur antikommunistischen Volkspartei nach dem II.Weltkrieg eine bewusste Entscheidung der SPD Führung war.

Dass die SPD aber auch die Radikalenerlasse zu verantworten haben, dass hat ihn regelrecht empört! „3,5 Millionen Überprüfungen, das hat ja bedeutet, dass 10 von 100 Beschäftigten damals überprüft wurden!“ Das will er unbedingt breiter bekannt machen. V.a. auch, dass die Internationalistische Liste / MLPD die Aufhebung der antikommunistischen Berufsverbote und Entschädigung der Opfer fordert. „Das weiß doch keiner“.

Zu den weiteren Treffen kommt er auf jeden Fall! „Es ist so hilfreich, sich hier auseinanderzusetzen. Jetzt erfahre ich mal in was für einem Land ich lebe!

nächste Öffentliche Studiengruppe in Berlin:

Mo 27.Sept. 18 h im Treff International, Reuterstr. 15, 12059 Berlin, Nähe Hermannplatz

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ - eine kritische Bemerkung

„Die erfolgreichsten Jahre der KPD waren die frühen Besatzungsjahre. Mit der Gründung der Bundesrepublik und der DDR 1949 hatte die KPD ihren politischen Zenit längst überschritten. (J. Foschepoth, Verfassungswidrig..., S34). Zwar wird in „die Krise...“ Foschepoth als Zeuge für den Antikommunismus („die Krise...“ S. 54) zitiert, aber eben nur als Beleg für den Wettstreit in Sache „der beste Antikommunist“, aber nicht darauf eingegangen, warum nach 1945 für die Kommunisten zumindest in der BRD nur ein kurzer Frühling erblühte. Ein kurzer Frühling – erstarrt nur am Antikommunismus der Adenauerreaktion? „Ein kurzer Frühling“ - so nennt sich auch der zweite Roman des ehemaligen Frankfurter KPD-Funktionärs, der 1958 der KPD den Rücken kehrte und, ähnlich wie Foschepoth, den Weg der KPD in die politischen Abseitigkeit aufzeigt. Valentin Senger, der unerkannt in einer jüdisch-kommunistischen Familie in der Kaiserhofstraße den Nazi-Faschismus in Frankfurt überlebte, beschreibt in seinem zweiten Roman den Zerfall der KPD, ihre Kultur und ihren Einfluss, bzw. deren Verfall in Frankfurt nach dem Krieg.

Das Resümee beider, Foschepoths und Sengers, der Antikommunismus Adenauers und Schumachers erklären alleine nicht die Krise des Kommunismus. Ideologische Ausrichtung, die Bevormundung und Abhängigkeit der KPD von SED und letztlich durch die KPdSU bilden eine wesentliche zweite Seite, bei der die bürokratische Entwicklungen lange vor 1956 eine wichtige Rolle spielten. Diese innere Entwicklung seitens der Kommunisten spart „die Krise...“ völlig aus, vielleicht kommt dazu noch was in den Folgebänden? Eine dialektisch-historische Untersuchung sollte allseitig alle Faktoren untersuchen und in Beziehung setzen. Eine auf Fakten gestützte Untersuchung der Entwicklung im ersten sozialistischen Staat auf deutschen Boden, der SED/KPD sowie KPdSU werden ausgespart. Die Revisionistische Entwicklung vor 1956 in der DDR, der KPdSU und den anderen Staaten stehen in Beziehung zur Ideologie des Antikommunismus. „Die Krise...“ schneidet diese Entwicklung auf den Seiten 173ff. an. Die kleinbürgerliche Bürokratie hatte aber Namen und es waren konkrete Taten und diese zerstörte nicht erst ab 1956, nach dem Tod Stalins, die „politischen und ökonomischen Überzeugungskraft des Sozialismus.“

Wer die reelle Geschichte der Kommunisten an der Staatsmacht nicht faktisch untersucht, sollte sich nicht beklagen, dass bürgerliche Philosophen und bürgerliche Agenturen, die vom CIA zumindest zu Teilen gesteuert und finanziert wurden, diesen frei gelassenen Platz der Geschichtsdeutung mit antikommunistischer Hetze besetzen.

Meiner Meinung ist stellt es sich als Irrtum heraus zu glauben, nichts zu den Fehlern Stalins, zum Beispiel zu den “ „Angelegenheit(en) Kostoff/Bulgarien, Reyk/Ungarn, Slanski/Tschechoslowakei u. a.“ sagen zu müssen. Er (Dickhut) meinte dazu, diese „brauchen wir nicht herauszustellen, weil sie unsere Praxis kaum beeinflussen“. Der Brief, in dem er diese Aussage trifft, endet mit dem Satz: „Die Stalinfrage ist meines Erachtens keine Hauptfrage in der ML-Bewegung. Wir wollen Stalin weder über- noch unterbewerten.“ Sicherlich hat sich die Stalinfrage seitdem in ihrer Bedeutung geändert – durch den modernen Antikommunismus ist sie von einer Frage innerhalb der kommunistischen Bewegung zu einer Massenfrage gemacht worden. ...“. (aus: Briefwechsel zwischen einem Kollegen und Dieter Klauth, Geschichtsredakteur der MLPD-Wochenzeitung "Rote Fahne" zur Frage konterrevolutionärer Machenschaften und Verbrechen kleinbürgerlicher Bürokraten in den Volksdemokratien Europas nach dem II. Weltkrieg. - RW-Redaktion 25.03.2021)

Aber kehren wir zurück nach Deutschland , wo die Erfahrungen mit der Massenfeindlichkeit, dem „Administrieren“ und dem Misstrauen, tiefe Spuren in Bewusstsein der Massen hinterlassen und den Antikommunismus befeuerten.

Nach 1945 machte ein beachtlicher Teil der Bevölkerung Deutschlands, die in der späteren DDR lebten, insbesondere nach den ersten Nachkriegsjahren eigene Erfahrungen mit bürokratischen „Kommunisten“ in der Leitung von Staat und Wirtschaft. Nicht erst ab 1956 wirkten bürokratischen Kapitalisten. 1956 schlug die Quantität in eine neue Qualität um. Aus „Administrieren“ und „Abgehobenheit“ wurde einer Diktatur der neuen , bürokratischen staatsmonopolistischen Kapitalisten. Ulbricht und Konsorten, die sich gegen die Kritik und Selbstkritik im ZK der SED durchsetzten, verschafften dem Antikommunismus Adenauers mehr Glaubwürdigkeit. Der 17. Juni wurde gerade deshalb zum Feiertag des Antikommunismus in Westdeutschland gemacht.

Die Politik der SED war fehlerhaft und wenig geeignet unter „Ausnutzung jeglicher oppositioneller Strömungen gegen die käufliche Clique Adenauers“ gerichtete Taktik zu gewährleisten.“ (Verfügung des Ministerrates der UdSSR, 2.06.1953) Kritisiert wurde vom Ministerrat der UdSSR der forcierte Aufbau des Sozialismus in der DDR.

„So sind von Januar 1951 bis April 1953 447 Tausend Personen nach Westdeutschland geflüchtet, darunter über 120 Tausend während der vier Monate des Jahres 1953. Ein bedeutenden Teil der Geflüchteten machen werktätige Elemente aus.“ (… 2 718 Mitglieder und Kandidaten der SED und 2 610 Mitglieder der FDJ) (aus:Verfügung des Ministerrates der UdSSR, 2.06.1953) Daß diese Abkehr Hunderttausender von der DDR gegen die SED sprach und den Kampf um eine Einheit Deutschlands untergrub, wird in den Sitzungen des ZKs der SED und ihres Politbüros festgestellt.

Die Kritiker im ZK der SED setzen einen anderen Schwerpunkt in ihrer Kritik.

In der Zeit um den Juni 1953 sah nicht nur das Politbüromitgliedes Herrnstadts wird als Hauptgrund der Fehler:

  • „Abgerissenheit von den Massen,
  • ungenügende Achtung vor den Massen,
  • gleichgültiges, oft zynisches Verhalten gegenüber den Massen,
  • daher völlig ungenügende Ausnutzung ihrer Initiative und Bereitschaft, die außerordentlich groß sind,
  • die ständige Tendenz zum -...- „nackten Administrieren“ ohne ernste Analyse.
  • Und das Schlimmste, es wird innerhalb der Partei kein Kampf dagegen entfaltet, …. .Im Gegenteil,... ….“ (Diskussionsbeitrag von H. In der außerordentlichen Sitzung des Politbüros des ZK der SED, 6.06.1953, aus „interne Dokument – die SED im Juni 1953“ , Wielfriede Otto)

Im ZK trägt Kurt Hager dann in der Aussprache über die Streiks in der DDR am 16./17. Juni 1953 folgendes bei: „….Weil aus ihnen all das an Unzufriedenheit herausbrach, was sich bei Ihnen seit acht Jahren angesammelt hat. Das war nicht eine Mißstimmung, das war der Ausdruck dessen,dass ein Teil der Arbeiterklasse kein Vertrauen mehr zur Partei und zur Regierung hat … Das waren immerhin 50 bis 60jährige Leute, vernünftige Menschen ….. sie sagten: wir wollen diese Räuber gar nicht. Wir wollen den Adenauer nicht. Wir wollen keine Kapitalistenregierung.... Ich habe gesagt: nun bitte, bis zum Oktober 1952 hat es sich doch auch verbessert. - Sie sagten mir: Ja, das sagst Du. Wieviel verdienst du denn? Und was habe ich in all diesen Jahren im Lohnbeutel gehabt? Ich kann mir keine Butter in der HO kaufen. ….“

(alle Zitate aus: s.o. Wilfriede Otto, Die SED, 2003)

Ob DDR oder SU. Die Lebensrealität war wohl weit entfernt von den Prinzipien der Pariser Kommune, wo es gilt, dass „die Mitglieder der Staatsorgane sich in sozialistischen Ländern grundlegend von bürgerlichen Parlamentariern unterscheiden.

„ 1. nicht nur Wählbarkeit , sondern auch jederzeitige Absetzbarkeit, 2. eine den Arbeiterlohn nicht übersteigende Bezahlung ….“ (die Krise.... S 201).

Nicht einmal zur Normenerhöhung wurden die Arbeiter gefragt. Im Juni 1953 spitzte sich dann die Vertrauenskrise zu. Letztendlich führte die Streikwelle nicht zur Abkehr von Bürokratismus und Bevormundung der Massen. Die bürokratischen Kapitalisten, die Parteiführer auf dem kapitalistischen Weg setzten sich durch.Schon vor 1956. Den Streiks 1953 in der DDR folgten keine Selbstkritik und Kritikbewegung, um der bürokratische Entwicklung und der administrielle Bevormundung der Masse der Arbeiter, Bauern und Intellektuelle entgegen zu wirken und um die sozialistische Initiativen zu entwickeln. Berechtigte Kritik wurde als faschistisch denunziert. Die Bürokraten setzten sich im ZK der SED und Parteiapparat weiter durch. Schade, der „Antikommunismus der Revisionisten“ bleibt faktisch ausgespart und die Auseinandersetzung blass und unhistorisch.

Antwort der Redaktion „REVOLUTIONÄRER WEG“:

Lieber Kollege,

vielen Dank für deinen Brief und deine kritischen Fragen zum Buch »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus« vom 18. Mai. Du schreibst: »… der Antikommunismus Adenauers und Schumachers erklären alleine nicht die Krise des Kommunismus. Ideologische Ausrichtung, die Bevormundung und Abhängigkeit der KPD von SED und letztlich durch die KPdSU bilden eine wesentliche zweite Seite, bei der die bürokratische Entwicklungen lange vor 1956 eine wichtige Rolle spielten. Diese innere Entwicklung seitens der Kommunisten spart „Die Krise...“ völlig aus, vielleicht kommt dazu noch was in den Folgebänden?«

Das Buch ist ja der erste Teil der vierbändigen Reihe »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise«. Deshalb haben wir uns in diesem Teil vor allem auf die Grundlagen der Krise der bürgerlichen Ideologie und ihrer krisenhaften Entwicklung mit dem Kern des Antikommunismus konzentriert. Den Klassenkampf auf ideologischem Gebiet beim Aufbau der sozialistischen Sowjetunion und in der DDR behandeln wir im vierten Teil »Die Lehre von der Denkweise«.

Andererseits haben wir diese Entwicklung des Kampfs um die Denkweise in der sozialistischen Gesellschaft nicht »völlig ausgespart«, sondern in dem Abschnitt »Aufstieg und Niedergang des modernen Revisionismus« wesentliche Entwicklungen dargestellt, wie der Kampf zwischen der proletarischen und der bürgerlichen Weltanschauung in der Auseinandersetzung unter Stalin gegen das Vordringen einer kleinbürgerlichen Denk- und Lebensweise der kleinbürgerlichen Bürokratie mit dem KPdSU-Parteibuch in der Tasche geführt wurde.

Auch in dem Abschnitt zur Gründung der DKP gehen wir auf den Kniefall der revisionistisch entarteten SED und KPD vor dem neudeutschen Imperialismus ein. Wir mussten uns allerdings hier darauf konzentrieren, wie auch diese modifizierte Methode des Antikommunismus seine Krise weiter verstärkte, weil sie zum Ausgangspunkt für den Neuaufbau einer marxistisch-leninistischen Arbeiterpartei wurde.

Wir betrachten über dies die Ausführungen im RW 36 als Ergänzung vieler bisheriger Veröffentlichungen in verschiedenen Nummern des RW und des Buchs „Sozialismus am Ende?“.

Du weist in deinem Brief zutreffend auf die »Bevormundung und Abhängigkeit der KPD von SED« hin und dass »die Erfahrungen mit der Massenfeindlichkeit, dem „Administrieren“ und dem Misstrauen tiefe Spuren im Bewusstsein der Massen hinterlassen (haben) und den Antikommunismus befeuerten«. Der moderne Antikommunismus der Herrschenden verzerrt in trauriger Eintracht mit den modernen Revisionisten und Neorevisionisten dieses Vordringen der kleinbürgerlichen Denkweise, tituliert es als »Stalinismus«. Damit stiften sie große weltanschauliche Verwirrung in der Arbeiterklasse unter den breiten Massen über die tatsächlichen Ursachen für die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und die revisionistische Entartung ehemals kommunistischer Parteien. Deshalb sind deine Anregungen wertvoll für die Erarbeitung des Abschnitts zum Kampf um die Denkweise in der SED beim sozialistischen Aufbau der DDR. Eine Vorarbeit dafür ist, wie Willi Dickhut in seinem zweiten Tatsachenbericht »Was geschah danach?« die falsche Kaderbehandlung und falsche Kaderpolitik in der Führung des ZK der SED konkret und grundsätzlich ausgewertet hat und als Fazit zog: »Die Arroganz und die Willkür, mit denen hier Kaderangelegenheiten behandelt wurden, mussten sich eines Tages rächen.« (S. 78)

Wir werden bei der Ausarbeitung dieser Abschnitte strikt unterscheiden zwischen dem sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion und in der DDR bis 1956 und seiner Zerstörung durch den Sieg des modernen Revisionismus auf dem XX. Parteitag der KPdSU. Du schreibst: »Die revisionistische Entwicklung vor 1956 in der DDR, der KPdSU und in anderen Staaten stehen in Beziehung zur Ideologie des Antikommunismus.« Die »revisionistische Entwicklung« in diesen Ländern begann aber erst mit dem XX. Parteitag, als der moderne Revisionismus die neue weltanschauliche Grundlage der Sowjetunion wurde und sich dann Schritt für Schritt auch als ökonomische und politische Grundlage für die Entstehung eines bürokratischen staatsmonopolistischen Kapitalismus neuen Typs durchsetzte. Die Verwischung dieses qualitativen Sprungs ignoriert den erbitterten Kampf zwischen der proletarischen und der kleinbürgerlichen Denkweise in der Partei-, Staats- und Wirtschaftsführung der sozialistischen Sowjetunion und auch in der DDR. Zweitens verkennt das die tiefste Niederlage der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung durch den zeitweiligen Sieg des modernen Revisionismus ausgehend vom XX. Parteitag, die wir in dem Buch »Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution« als »historische Katastrophe für die Menschheit« (S. 115) charakterisiert haben.

Herzliche Grüße

Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG

Wir sollten nicht uneinsichtig drumherum reden: Die von langer Hand manipulierte und verlogene Systemfassade der bürgerlichen Ideologie hat mehr und mehr Risse bekommen und somit ausgedient. Hat lange genug geklappt, aber nun ist auch mal gut. 😉 Das bürgerlich ideologische Konstrukt ist kompliziert und fehleranfällig. Obgleich viele gelogen haben und noch viel mehr mitgemacht haben, ist es trotzdem nicht zur Wahrheit geworden! Zu glauben, es gäbe kein Klassenbewusstsein, keine bürgerliche Ideologie (und keinen Antikommunismus) trotz eingestandenem Kapitalismus und Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft: ein Widerspruch in sich.

Viele Arbeiter woll(t)en sich aus Bequemlichkeit nicht wehren, und anderen ist es egal, aber immer mehr suchen z.T. vergeblich nach Alternativen …

Der (eingestandene) Kapitalismus ist eine Ideologie für sich, selbst ein Warnstreik ist ein Klassenkampf, die einzig mögliche klassenlose Gesellschaftsform ist bekanntermaßen der Kommunismus… So! Jetzt ist es raus!! Jede sozialistische oder gar kommunistische nicht widerlegbare These, die dann doch noch durchs bürgerlich ideologische Raster geschlüpft ist, wurde anschließend mit der antikommunistischen Dampfwalze (scheinbar) im Keim erstickt! Doch das funktioniert nicht ewig! Die Wahrheit ist oft subjektiv, nur weil reale Fakten von einer gewissen Mehrheit geleugnet werden??

Mit der deutschen Wiedervereinigung kamen plötzlich 350.000 kapitalistisch „nicht durchdrungene“ Bürger hinzu! Also musste, mit Steigbügelhilfe der bürgerlichen Mitte/Rechts-Parteien, DIE LINKE „zugelassen“ werden, allerdings mit der Maßgabe: den Kapitalismus weiterhin zu akzeptieren! (Ist zwar auch nicht ungefährlich aber kontrollierbar) Touché! Damit wurde den Kommunisten und Sozialisten auch eine Spielweise gegeben, und alle sind glücklich. Oder!?

Ist mir heute noch schleierhaft, wie eine sozialistische Politik funktionieren soll mit Beibehaltung des Kapitalismus!!

Die Herrschenden, die Denker und Lenker dieser Ideologie können damit mächtig, reich und erfolgreich, oder gar Präsident der USA werden… Der Pseudo-Altkommunist Gregor Gysi bekommt mal eben 400.000 € für Lobbyarbeit … geht’s noch?

Das Buch klärt und deckt schonungslos den ganzen Manipulationsapparat auf und tritt auch unwiderlegbar die Beweisführung an!

Ich selbst musste schmerzhaft erfahren, wie wenig ich über die Bedeutung der Erfolge der Oktoberrevolution wusste (bzw. lernen durfte/konnte**, na klar, das sollte ja auch dem Kapitalismus kein zweites Mal widerfahren)! So auch die Pariser Kommune, welche aus zwei Gründen mithilfe des damaligen Reichskanzlers Bismarck extrem blutig niedergeschlagen wurde: 1. der eingeführte Sozialismus/Kommunismus hat äußerst gut funktioniert, 2. die (berechtigte) Sorge war groß, dass es auf ganz Frankreich und anschließend auch auf die Nachbarländer überschwappt …

Der Antikommunismus, die kleinbürgerliche Denkweise und das Leugnen von Klassen sind die wesentlichen Pfeiler der bürgerlichen Ideologie! Sie negativiert jegliche Ideologie und leugnet die eigene! Der Antikommunismus (die Hauptsäule der bürgerlichen Ideologie) wird immer perfider und wird den jeweils neuen Gegebenheiten angepasst!

Wer das Buch liest, sich drauf einlässt, hat den ersten Schritt zur Überwindung der kleinbürgerlichen Denkweise getan.

Ständige Wirtschaftskrisen (Bankenrettung), Umweltskandale (VW), (Jahrzehnte) Klimaignoranz, … kommen wie die Bergarbeiter ans Tageslicht und werden von der bürgerlichen Ideologie wissentlich (aber nicht wohlwollend) mitgetragen. Na dann, Glück auf …

Das Buch ist wirklich gut und lehrreich, am liebsten möchte ich es allen Arbeitern unterbreiten! Aber so einfach ist es nicht!

Es ist kein leichter Lesestoff und kommt leider auf Grund der geschichtlichen Komplexität nicht um schwierige Fachbegriffe herum (wäre auch zu schön gewesen)! Somit kann es nur mit dem Angebot einer Lesebetreuung (zwecks NACHFRAGEN) in die Arbeiterschaft vermittelt werden!

Ehrlich gesagt, kann ich dies in Gänze nicht leisten … z.B.: … der Pragmatismus, der Empiriokritizismus, der Pluralismus, der Postmodernismus, (alles in einem Satz auf S.30), … Methoden des Eklektizismus und der Metaphysik … (S.178)?

Wer ungeachtet dessen einfach mutig weiter liest, dem werden die Kernbotschaften aber auch zuteil!

Lieben Gruß



* Da in diesem Statement sich auch meine eigenen Erfahrungen widerspiegeln, hat es nicht den Anspruch einer absoluten allgemeingültigen Richtigkeit!

manchmal auch ein Augenzwinkern!

** Die Geschichtsbücher lassen diese Themen fast unberührt und sind gar verfälscht!

Rezension zum Buch „Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“

Dies Buch hat mir sehr geholfen mit der bürgerlichen Weltanschauung in der Psychologie besser fertig zu werden. Als Student musste ich immer wieder ernüchtert feststellen, dass die bürgerliche Psychologie hinter ihren Versprechungen weit zurück bleibt und kam zu dem Schluss, dass es vergleichbar pseudowissenschaftlich ist, wie die bürgerliche Ökonomie. Das Buch hat mir in dieser ersten Ausgabe schon geholfen, darüber mehr Klarheit zu gewinnen und Schlussfolgerungen zu ziehen.

Zunächst durch die Analyse der Ideologie der Ideologiefreiheit, die sich als „Wertfreiheit“ in der „Wissenschaftlichen Psychologie“ zeigt. Durch das Studieren des Buchs wurde mir die ideologische Basis der bürgerlichen Psychologie bewusster. Sie basiert auf dem Positivismus, Pluralismus, Pragmatismus, Leib-Seele-Dualismus und Empiriokritizismus. Und bietet damit den Boden für den reaktionärsten Teil der bürgerlichen Ideologie, wie historisch die Eugenik (z.B. F. Galton). Auch heute noch wird ganz „wertfrei“, zu den Unterschieden zwischen Menschen gearbeitet, in Form von rassistischen, sexistischen Untersuchungen (z.B. bezieht sich T. Sarrazin auf die Intelligenzforschung der Psychologie).

Die bürgerliche Psychologie geht in ihren Individualisierung gesellschaftlicher Phänomene soweit, historische und gesellschaftliche Fragen generell auszublenden oder als zweitrangig zu bewerten.

Gleichzeitig sind psychologische Theorien und Thesen in Massenmedien heute sehr verbreitet und nicht mehr auf eine „akademische Diskussion“ beschränkt.

Das Buch hat eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen gefördert.

Zum einen mit der bürgerlichen Psychologie selbst sowie mit der kleinbürgerlichen Kritik an ihr. Die Masse der Studierenden entwickelt spontan eine Kritik an der bürgerlichen Psychologie und sucht nach Alternativen. In Form von Lesekreisen und Zirkeln von Studierenden gibt es an vielen Universitäten eine zunächst kritische Auseinandersetzung, bei der verschiedene Erscheinungen kritisiert werden. Bevor es aber zur einer grundsätzlichen Auseinandersetzung kommen kann, zum Beispiel durch das Studium marxistischer Positionen im Original, werden Inhalte des Revisionismus (Kritische Psychologie von K. Holzkamp), Postmoderner Psychologie und Frankfurter Schule als Alternativen eingebracht. Später wird jedoch das Nebeneinander verschiedener „Sichtweisen“ und Kritiken betont, so sollen die verschiedenen Kritiken sich einander ergänzen. Das Buch hat mir geholfen mit diesen verschiedenen Strömungen besser fertig zu werden, hat mir Haltung und Argumente vermitteln können, so zum Beispiel zum „Psycho-Marxismus“ der „Frankfurter Schule“.

Die bürgerliche Psychologie ist voll von antikommunistischen Thesen und Ansichten, beispielsweise wird besonders auf K. Poppers Skeptizismus (Falsifikationismus) eingegangen, der sich explizit gegen den dialektischen Materialismus wendet. Aus meiner Erfahrung bleibt die kleinbürgerliche Kritik deshalb widersprüchlich, weil sie im wesentlichen auf dem selben modernen Antikommunismus und Idealismus, wie die bürgerliche Psychologie basiert. Diese wesentliche Identität von bürgerlicher Ideologie und kleinbürgerlichen Denkweise konnte ich durch das Buch erst begreifen (…) Aus meiner Erfahrung entwickelt sich bei kritischen Studierenden der Wunsch nach einer anderen Psychologie. Es kommen Fragen zum Verhältnis von Marxismus zur Psychologie auf. Und es gibt Neugier daran, welche Kritik der Marxismus an der bürgerlichen Psychologie formuliert. Vom modernen Antikommunisten wird dies scheinbar aufgriffen, indem die philosophische Kritik von Marx akzeptiert (aber meiner Erfahrung nach kaum im Original gelesen) wird. Es wird aber direkt beigefügt, dass im „kollektivistischen real-existierenden Sozialismus“, das Individuum, der Einzelmenschen aus den Blick verloren gegangen sei, sich dafür nicht interessiert wurde. Dies wird weder belegt, noch sich mit konkreten Positionen dazu auseinandergesetzt. Nur mit dem Wort „Stalinisten“ wird suggeriert, dass die Anwendung des dialektischen Materialismus in der Psychologie zu einer „Pseudowissenschaftlichen Psychologie“, Dogmatismus und Ökonomismus führen würde. Die Rolle der Psychologie in der Sowjetunion wird hauptsächlich geleugnet und totgeschwiegen. Die Fortschritte in der Wissenschaft dort werden nicht genannt.

(…) Die bürgerliche Psychologie tritt heutzutage in der Gesellschaft sehr häufig als moderne Psychotherapie auf. Die moderne Psychotherapie gibt sich in Medien, Presse und Literatur als pragmatische Problemlöserin und Harmoniestifterin in vielen gesellschaftlichen Fragen und bei persönlichen Problemen. Gleichzeitig schrecken die verschieden „Therapieschulen“ nicht davor zurück, offen extremen Individualismus und Spiritualismus zu propagieren. Die Ursachen für psychische Leiden werden letztendlich ins Individuum gelegt, eine systematische Untersuchung aller Ursachen für psychische Störungen fehlen. Aus dieser zur Massenfrage gewachsenen Bedeutung der bürgerlichen Psychologie, gibt sich auch die Wichtigkeit einer marxistisch-leninistischen Kritik an ihr. Dies wurde mir durch diesen ersten Band deutlich und ich freue mich auf die Behandlung dieser Fragen in einem der späteren Bücher dieser Reihe.

Ideologie ist ein Begriff, der nicht nur in den Medien der bürgerlichen Gesellschaft selten vorkommt. Das gilt übrigens auch für den im Kontext mit der Ideologie stehenden Begriff Dialektik. Wenn der Begriff Ideologie verwendet wird, dann fast nur im negativen Sinn – um Kritiker des Systems zu diskreditieren. Stefan Engel, langjähriger Vorsitzender der MLPD und Herausgeber verschiedener Publikationen, unternimmt es in dem Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und das Antikommunismus“, die diversen Erscheinungsformen von Ideologien zu analysieren und damit ihre Zielrichtung zu bestimmen.

Das vorliegende Buch ist allerdings erst der erste Teil einer vierteiligen Reihe zum Thema „Die bürgerliche Ideologie und die Lehre von der Denkweise. Vorweg sei denjenigen, die sich mit dem Marxismus-Leninismus nicht intensiver beschäftigt haben, zum besseren Verständnis empfohlen, sich zumindest mit Kurzfassungen von Erläuterungen zu den Begriffen Ideologie und Dialektik zu befassen. Die fundierte Analyse beginnt nach einer parteipolitisch orientierten Einleitung.

Die bestimmenden politischen Akteure der bürgerlichen Gesellschaft sind, wie wir bereits ahnen, permanent bestrebt, den Eindruck zu erwecken und über Schule, Medien, Verbände und Bildungseinrichtungen erwecken zu lassen, nur die nicht systemimmanenten Positionen seien ideologisch. Die bürgerliche Gesellschaft, im Klartext, die neoliberal-kapitalistische Gesellschaft, sei dagegen nicht ideologisch. Stefan Engel nennt insgesamt über ein Dutzend staatliche oder gesellschaftliche Kanäle, die diese Propaganda verbreiten. In einer aktuellen Kontroverse wird die Überwachung der linken Tageszeitung „junge Welt“ durch Verfassungsschutz sogar damit begründet, dass sie die existierende bürgerliche Gesellschaft als Klassengesellschaft bezeichnet. Tatsächlich geht es, wie Stefan Engel schreibt und begründet, den Herrschenden im Kampf zwischen der kleinbürgerlichen und der proletarischen Denkweise um die Verhinderung der Ausbildung eines wirklichen Klassenbewusstsein.

Schwerpunkt des Autors ist die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen des Antikommunismus. Dieser erreichte unter der Adenauer-Regierung erste Höhepunkte. Als ganz wesentlich sind demnach die bis heute nicht revidierten Verbote von FDJ und KPD einzuordnen. Es bildeten sich danach allerdings neue Varianten aus, die auch die Politik der SPD und anderer Parteien bestimmten. Sogar die „Frankfurter Schule“ zeigte gemäß den aufgeführten Zitaten entsprechende Tendenzen. Schließlich werden, teils verdeckte und verschleierte ideologische Ziele bei den „Grünen“, bei diversen linken Strömungen, von Nichtregierungsorganisationen und der aktuellen Regierungspolitik aufgezeigt.

Ausführlich widmet sich der Autor der Aufdeckung der „Mär“ vom linken Antisemitismus und faschistischer Tendenzen. Umfassend und konkret folgt die Kritik des modernen Revisionismus am Beispiel der ehemaligen UDSSR und Chinas. Im letzten Kapitel werden wesentliche Ansätze der proletarischen Ideologie im Aufbau des Sozialismus erläutert.

Die Auseinandersetzung mit diesem auf akribischen Recherchen basierenden Buch lohnt sich, obwohl einige Erkenntnisse durchaus erweiterbar sind. Eine umfassende Integration des Schutzes der Natur in eine Ideologie der Befreiung steht noch aus. Der Autor führt aber eine bisher durchaus als eklatant zu nennende Lücke der politikwissenschaftlichen Publikationen.

Liebe RW Redaktion,

heute konnte ich das Studium des RW 36 abschließen und bin wirklich begeistert, was da für ein Buch erstellt wurde. Ich möchte mich bedanken für diese Arbeit. Der rote Faden vom Anfang der Einschätzung der aktuellen Lage und ihr daraus zieht: „Mit dem Antikommunismus verschiedenster Couleur fertigzuwerden, ist auf dem Hintergrund der tiefen Krisen des Reformismus und des modernen Revisionismus inzwischen zur Schlüsselfrage in der Bewusstseinsbildung der Massen geworden.“

Und genau das leistet dieses Buch, die Anleitung, wie wir und die Massen mit dem Antikommunismus fertig werden, welche Formen es alles gibt, welche geschichtlichen Hintergründe und wie es aber auch geht zu überwinden. An vielen Stellen habe ich dabei gedacht, warum ich mich nicht schon früher damit auseinandergesetzt habe, was tiefer gehend bei den Kollegen im Betrieb oder bei den Jugendlichen und auch bei mir selber wirkt, dass sie sich nicht Im Rebell oder der MLPD organisieren wollen. Zum Beispiel habe ich bis zum Studium von diesem RW den Revisionismus zwar gekannt, aber nicht als so wirkungsvoll angesehen und muss mich unbedingt weiter damit beschäftigen. Es war also nicht so, dass die Bevölkerung von sich aus die Schuld des Scheitern der DDR dem Sozialismus gab, sondern das bewusst durch den modernen Antikommunismus in die Gesellschaft getragen wurde. Das ist sehr wichtig für die Argumentation mit den Leuten, die dem Sozialismus die Schuld am Scheitern geben. Es wurde bewusst gegen den Sozialismus gearbeitet und den Leuten eingeimpft, dass das System das Problem war am Ende und nicht die Restauration des Kapitalismus. Aber auch das der Revisionismus so krass unter den Arbeitern herrscht und ich immer nur den Reformismus kritisiere. „Sowohl die bürokratischen Monopolkapitalisten wie auch die westlichen Monopole versuchen, die Arbeiter mit dem >materiellen Anreiz< zu ködern. Sie orientieren auf den individuellen Aufstieg, fördern das Konkurrenzdenken, um von der tatsächlich bezweckten Steigerung des Maximalprofits für die neue oder alte Monopolbourgeoisie abzulenken. Gleichzeitig entwickeln sich für einen Teil der Arbeiterklasse Möglichkeiten einer kleinbürgerlichen Lebensweise. Das stärkte zeitweilig eine kleinbürgerlich-revisionistische Denkweise in der Arbeiterklasse in den bürokratisch-kapitalistischen Ländern, die das sozialistische Bewusstsein zersetzten.“ (RW 36. S.188-198). Das kann ich ja heute nicht einfach außer acht lassen, wenn ich mich mit den Kollegen auseinandersetze.

Am aller besten hat mir das Kapitel zur Großen Proletarischen Kulturrevolution gefallen. Wir können enorm viele Lehren daraus ziehen für die heutige weltanschauliche Auseinandersetzung, die wir führen müssen um den Kapitalismus zu überwinden. Die Mao-Zedong-Ideen sind wirklich großartig und müssen unbedingt mehr verankert werden. Klar müssen wir uns solange wir in diesem perfiden System leben dem auch in gewisser Weise fügen, aber das Bewusstsein der Massen wird sich beschleunigt entwickeln, wenn die Leitlinien und Losungen der Großen Proletarischen Kulturrevolution verwirklicht werden und der Marxismus-Leninismus, die Mao-Zedong-Ideen und die proletarische Ideologie an Überlegenheit gewinnen. Dazu muss ich unbedingt mehr wissen.

Das Studium hat gezeigt, jeder braucht dieses Buch, für jeden Menschen gibt es einen Ansatzpunkt zum Verkauf, ob die SPD als „alte Arbeiterpartei bei meiner Großmutter“, ob die Illusion sich im Kapitalismus einzurichten mit „Haus, Hund, Frau und Kind“, wie mein Arbeitskollege oder die „tolle“ Frau Merkel mit ihrer „Willkommenskultur“ bei meinen geflüchteten Freunden.

In diesem Sinne, herzliche Grüße

Frank Kuschel Montag, 24. Mai 2021

Rezension

Stefan Engel „Die Krise – Der bürgerlichen Ideologien und des Antikommunismus“

Wer Klassenkampfschriften mag, dem ist dieses Buch nur zu empfehlen.

Der Schreibstil von Stefan Engel, geprägt von Begriffen aus der heißen Phase der Klassenkämpfe, ist in der Gegenwart eher unüblich und insofern doch auch schon wieder etwas Außergewöhnliches. Beim Lesen füllt man sich in die Zeit des kalten Krieges vor dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zurückversetzt. Dabei schreibt Stefan Engel aber auch über das Heute und die Zukunft. Das Buch ist es wahres Trommelfeuer von Fakten und Argumenten.

Ich habe jedoch Zweifel, ob die Sprache von Stefan Engel derzeit die Massen erreicht. Für die Anhänger der kommunistischen Ideale in ihrer Ursprungsform ist diese Streitschrift von Stefan Engel hingegen sicherlich eine Pflichtlektüre.

Stefan Engel thematisiert in seinem Buch nahezu die gesamte Geschichte aller Kräfte, die sich zum Marxismus-Leninismus bekannt haben und schließt dabei alle mit ein, die aus seiner Sicht zu den unterschiedlichsten Zeiten die kommunistischen Ideale verraten haben. Meist war der kleinbürgerliche Geist die Ursache für diesen Verrat.

Die Auflistung des Verrates an den kommunistischen Idealen ist sehr umfangreich. Hier lohnt schon mal das Lesen, ohne dass dabei jede Bewertung von Stefan Engel geteilt werden muss.

Hätte Stefan Engel auf die Glorifizierung der Stalin-Ära und die Chinesische Kulturrevolution verzichtet, würden seine Thesen zur Krise des Antikommunismus unbelasteter wirken.

Der Buchtitel „Die Krise – der bürgerlichen Ideologien und des Antikommunismus“ ist wohl noch Wunsch des Autors. Auch wenn es den Verfechtern der kommunistischen Idealen schmerzt: der Antikommunismus wirkt immer noch sehr tiefgreifend und verfängt bei vielen Menschen. Hierfür liefert Stefan Engel in seinem Buch selbst zahlreiche Beispiele.

Eine Krise einer politischen Strategie sieht aber anders aus.

Nicht überraschend macht Stefan Engel manchmal verstreckt aber auch sehr offen Werbung für die Partei, die er selbst geprägt hat und für die er steht, die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschland (MLPD).

Er thematisiert die Ausgrenzung der MLPD durch die Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und Parteien und verweist auf offensichtliche Missverständnisse in der Kommunikation, der politischen Aktivitäten, der Bündnispolitik und den Zielen der Zusammenarbeit. Dass die MLPD durch den Verfassungsschutz beobachtet und auch durch staatliche Behörden behindert wird, ist ebenso Thema für Stefan Engel.

Der bürgerliche und rechte, bis hin zu faschistisch. geprägten Antikommunismus überrascht die Leserinnen und Leser sicherlich nicht. Was überrascht, ist die Kritik von Stefan Engel am, aus seiner Sicht, praktizierten Antikommunismus im linken politischen Spektrum.

Verkürzt zusammengefasst habe ich den Eindruck, dass die Ideale des Kommunismus aus Sicht von Stefan Engel nur noch durch die MLPD gewahrt werden. Selbstzweifel sind hier dem Autor fremd. Hier lohnt das Lesen, um sich selbst eine Meinung zu bilden.

Die Linke als Bewegung ist tatsächlich in der Krise und da hat auch der praktizierte Antikommunismus seinen Anteil daran. Es gibt aber auch innere Ursachen für die Krise der Linken als Bewegung. Damit müssen sich gerade auch Linke auseinandersetzen. Hier hatte ich mir vom Buch mehr erhofft.

Was haben Linke für Antworte auf solche Fragen wie: die Anonymisierung des Kapitals, die Zunahme der Vielfalt von Beschäftigungsverhältnissen, die Globalisierung aller Arbeits- und Lebensbereiche, die Abnahme der Bindebereitschaft an Parteien, Gewerkschaften, sozialen Bewegungen, Kirchen? Sind nationale Lösungen für internationale Probleme tauglich? Wo steht derzeit die nationale und internationale Linke, wie müsste sie aufgestellt sein, um gesellschaftlichen Einfluss zu erlangen und wie kommt sie dahin? Die Antwort von Stefan Engel: das Klassenbewusstsein stärken, ist eine Antwort – aber reicht sie aus?

Wenn Stefan Engel erreicht, dass über seine Thesen stärker öffentlich debattiert wird, dann wäre dies verdienstvoll.

Seine sehr zugespitzte Kritik auch an Akteuren der Gegenwart, wird aber, so befürchte ich, Türen schließen, statt sie zu öffnen. Worte haben Macht und Wirkung. Schon Karl-Marx formulierte: Eine revolutionäre Idee wird aber erst dann zur materiellen Gewalt, wenn sie Massen ergreift

Frank Kuschel
Verlagsleiter THK-Verlag Arnstadt

Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG 8. August 2021

Monika Gärtner-Engel

An Frank Kuschel, Verlagsleiter THK-Verlag Arnstadt

Lieber Frank Kuschel,

vielen Dank für deine Rezension des Buchs von Stefan Engel »Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Krise des Antikommunismus«! Da Stefan Engel über mehrere Wochen unterwegs ist, bat er mich, dir zu antworten. Ich freue mich, dass ich auf diese Weise wieder einmal in Kontakt mit dir komme. Sehr gerne erinnere ich mich noch an die Arbeitswochenenden mit dir zum Haushalt Gelsenkirchen! Inzwischen bin ich ja aus der Kommunalpolitik (zumindest im Stadtrat) ausgestiegen unter der Leitlinie des Generationswechsels. Das ist eine klasse Sache und es gab am Ende - nach 20 Jahren - noch ein wirklich fulminantes Abschiedsfest mit Gästen quer aus dem politischen Gemüsegarten.

Es tut mir sehr leid, dass die Antwort an dich so lange gedauert hat. Es kamen so viele Zuschriften, die wir alle gerne beantworten. Vor allem aber wird schon mit Hochdruck an der nächsten Nummer der ja insgesamt vierteiligen Serie „Die Krise der bürgerlichen Ideologie …“ gearbeitet. Das wird sicher wieder interessanter Stoff auch für dich werden. Auf deine nächste Rezension werden wir schneller antworten, versprochen! ;-)

Jetzt aber zu deiner Rezension selbst. Du betonst: »Wenn Stefan Engel erreicht, dass über seine Thesen stärker öffentlich debattiert wird, dann wäre dies verdienstvoll.« und schreibst, dass sie ein »wahres Trommelfeuer von Fakten und Argumenten« enthalten. Genau eine solche öffentliche Debatte streben wir an und haben sie mit den ersten beiden - schon verkauften - Auflagen sicher auch schon angestoßen! Nur die bürgerlichen Medien boykottieren das Buch total. Umso mehr begrüßen wir, dass du mit deinen Fragen, Einwänden und Kritiken zu dieser öffentlichen Auseinandersetzung beiträgst. Auf einige dieser Punkte will ich eingehen:

Du empfiehlst die Lektüre des Buchs, befürchtest aber, dass es nur von jemandem gelesen bzw. gemocht wird, der »Klassenkampfschriften mag« und bezweifelst, »ob die Sprache von Stefan Engel derzeit die Massen erreicht«. Damit beziehst du dich vermutlich auf die streitbare Polemik gegen die verschiedenen Formen der bürgerlichen Ideologie, insbesondere des Antikommunismus und die Verwendung wissenschaftlicher, marxistisch-leninistischer Begriffe. Du hast sicherlich Recht, dass diese Sprache in der Gesellschaft zunächst ungewohnt und unter dem Bannstrahl des Antikommunismus zuweilen befremdlich erscheint.

Die weltanschauliche Auseinandersetzung beginnt schon bei der Prägung und Verwendung von Begriffen und Wissenschaftlichkeit der Streitkultur. Dieser „Klassenkampf in der Sprache“ ist ja keineswegs von Stefan Engel erfunden! Das kommt schon allein darin zum Ausdruck, dass sich die Herrschenden einer Sprache bedienen, die versöhnlich klingt und die Widersprüche verdeckt und verwischt. So verdeutlicht der Begriff »Kapitalismus« eindeutig, dass wir es mit einem Ausbeutungssystem zugunsten des Kapitals zu tun haben, während der Begriff der »sozialen Marktwirtschaft« den Leuten jahrzehntelang vorgaukeln sollte, dass dieses Wirtschaftssystem ein Gleichgewicht zwischen sozialen Belangen der Massen und den Interessen »der Wirtschaft« anstrebe.

Ist es nicht gerade deshalb besonders wichtig, eine wissenschaftliche Sprache zu verbreiten, die die tatsächlichen, auch antagonistischen Widersprüche in der kapitalistischen Gesellschaft treffend zum Ausdruck bringt? Die bürgerlichen Begriffe geben sich nämlich harmlos, sind aber in Wirklichkeit alles andere als ideologiefrei, sie sind manipulativ und auch aggressiv-diffamierend („Linksextremismus“) und Repressionen vorbereitend („Totalitär“).

Die Begriffe des Marxismus-Leninismus werden seit Jahrzehnten mit antikommunistischen Vorbehalten und Missdeutungen belegt und ganz bewusst von den Herrschenden weitgehend aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Sie sind aber gerade in der bedeutsamen antikapitalistischen Tendenz, die sich im fortschrittlichen Stimmungsumschwung herausgebildet hat, zur Bewusstseinsbildung und dementsprechend zielklarem Handeln unabdingbar.

Die Verwendung dieser treffenden Begriffe ist natürlich ein Schwimmen gegen den Strom – aber das ist durchaus so gewollt. Die Redaktion hat sich unter der Leitung von Stefan Engel auch besonders bemüht, jegliche Form eines abgehobenen, akademischen Philosophenstreits zu vermeiden. Wenn du genau hinschaust, sind auch vor allem die Zitate der jeweiligen Schulen des Antikommunismus am kompliziertesten, verschrobensten und am schwersten zu verstehen!

Nicht zuletzt: In unseren zahlreichen öffentlichen Lesegruppen zu dem Buch helfen wir den Teilnehmern, auch diese Begriffe kennen zu lernen, sie kritisch zu diskutieren, zu überprüfen - und sie sich zu eigen zu machen, wenn sie sie richtig finden.

Du schreibst weiter: »Hätte Stefan Engel auf die Glorifizierung der Stalin-Ära und die chinesische Kulturrevolution verzichtet, würden seine Thesen zur Krise des Antikommunismus unbelasteter wirken.« Wenn man gegen den Antikommunismus streiten will, dann kann man aber diese »heißen Eisen« nicht umgehen, denn der moderne Antikommunismus baut gerade auf den Mythen und Geschichtslügen zu Stalin und zur Kulturrevolution maßgeblich auf. Das belastet eine offene Auseinandersetzung über Antikommunismus und Kommunismus - der ja ohnehin mit einem Tabu belegt ist. Oder hast du Zeitungsartikel oder gar Talkshows mit einer offenen Debatte über Lenin, Stalin oder Mao Zedong erlebt?

Im Zusammenhang mit der Aufstellung der Lenin-Statue in Gelsenkirchen gab es tatsächlich (von der Stadtspitze mit ihren versuchten Verboten natürlich ungewollt provoziert) eine tatsächliche Massendebatte im Stadtteil über Lenin und die sozialistische Sowjetunion. Das war teils sehr polarisiert, aber im Endeffekt wirksam und überzeugend. So hat kurz vor der Aufstellung der Statue der Radiosender REL eine Umfrage dazu gemacht, und zum Entsetzen aller bürgerlichen Parteien fanden 71 % zur Lenin-Statue: „Wenn die Partei das möchte, soll sie es tun“.

Allerdings liegt es uns fern, irgendetwas in der Geschichte der Arbeiterbewegung zu »glorifizieren«. Der Antikommunismus pauschalisiert, wir differenzieren: Wir würdigen die historische Rolle Stalins, die unvergänglichen Verdienste der sozialistischen Sowjetunion unter der Führung von Stalin wie im Aufbau des Sozialismus oder dem Sieg gegen den Hitlerfaschismus, analysieren und kritisieren aber auch seine Fehler und Versäumnisse. Verschiedene Fragen sind aufgrund lange geschlossener Archive nur sehr schwer oder bisher gar nicht zu klären. Wir haben uns trotzdem entschlossen, unter dem Titel „Biografische Betrachtungen zu Stalin“ in den nächsten Jahren ein Buch zur Klärung verschiedener noch offener Fragen und wichtigen Argumenten in der Auseinandersetzung herauszubringen.

Du weist berechtigt darauf hin, dass in der Arbeiterbewegung natürlich noch mehr neue Fragen zu klären sind, als in diesem Buch behandelt werden können. Auf einige der Probleme sind wir in der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG schon eingegangen und arbeiten weiter daran. Doch wenn schon Grundfragen nicht geklärt sind, kann im Einzelnen auch nur Verwirrung herauskommen, wie sie die bürgerliche Ideologie erzeugen will. Dass viele Organisationen - was man aber nicht mit der internationalen Arbeiterbewegung gleichsetzen sollte - mit einem „linken“ Anspruch tatsächlich in krisenhaften Entwicklungen stecken, hat sehr viel mit diesen weltanschaulichen Grundfragen zu tun. Die größte Verwirrung entsteht aus der Abkehr vom Marxismus-Leninismus bzw. der dogmatischen Unfähigkeit, ihn schöpferisch für die heutige Zeit anzuwenden und weiterzuentwickeln. Genau dem dient die Reihe „REVOLUTIONÄRER WEG“, deren Ausgaben die jeweils brennenden Fragen der Zeit ins Zentrum stellen und gründlich behandeln.

Lieber Frank, am Schluss deiner Rezension bemerkst du treffend, dass das Buch eine »sehr zugespitzte Kritik auch an Akteuren der Gegenwart« ist. Du vermutest, das könnte »Türen schließen, statt sie zu eröffnen«. Dass unsere Streitschrift bei Feinden der Arbeiterbewegung und des wissenschaftlichen Sozialismus auf Ablehnung bis Hass stößt, war zu erwarten. Die antikommunistisch motivierte Kriminalisierung von Stefan Engel durch eine vom Bundesinnenministerium, aber auch dem Verfassungsschutz und dem der Landesregierung unterstehenden Polizeiapparat Thüringen betriebene Einstufung als »Gefährder« richtete sich nicht nur gegen ihn als Person, sondern auch gegen ihn als Leiter der wissenschaftlichen Arbeit der Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG. Es ist ein großer Erfolg von Stefan und der ganzen MLPD im Kampf gegen den Antikommunismus und ein Gewinn für die demokratische Bewegung, dass diese »Gefährder«beurteilung am 3.8.21 vom Landgericht in Meiningen als rechtswidrig zurückgewiesen wurde.

Hier war es auch über längere Zeit so, dass unsere Offensive dagegen „vor verschlossenen Türen“ stand – zum Beispiel bei der verantwortlichen Landesregierung von Bodo Ramelow. Aber das kann nicht unser Maßstab sein, sondern das, was richtig ist, muss getan werden. Und die überwältigende Solidarität aus dem In- und Ausland und nach (!) dem Urteil auch das Presseecho und ein freundlicher Brief aus der Zentrale der Partei DIE LINKE zeigen, dass sich das Richtige auch letztlich positiv durchsetzt. Die ganzen Aktivitäten rund um dieses Thema zeigen auch: Wer in die Offensive geht gegen den Antikommunismus, offenbart auch dessen Defensive und stärkt die Kräfte der Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“

Und genau darin liegt der ganze Sinn und Zweck, sowie der jetzt schon beginnende Erfolg des Buches. Es öffnet in diesem Sinne Türen, und zwar nachhaltig, weil die Sache wirklich gründlich ausgetragen wird! Denn der größte Spaltpilz in der Arbeiterbewegung und anderen sozialen Bewegungen ist derzeit noch der Antikommunismus. Offene Türen auf der Grundlage des Antikommunismus eröffnen dagegen nur den Weg in die Akzeptanz und Aufrechterhaltung der herrschenden Verhältnisse.

Es würde mich freuen, wenn wir diese Auseinandersetzung weiterführen könnten.

Mit herzlichen Grüßen

Monika Gärtner-Engel

(Mitglied der Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG)

Hervé: wir haben erst einen kleinen Teil gelesen, aber wir können schon sagen: ein sehr wichtiges Buch auch für uns!

Brigitte: eine gute Arbeit. Das Buch beeindruckt mich. Die konkreten Argumente können wir einsetzen gegen die antikommunistische Hetze, die auch bei uns verbreitet wird. Hier sind viele Leute sehr misstrauisch geworden gegenüber der Regierung und den traditionellen Parteien. Das komplizierte ist, dass sie einerseits erkennen, dass diese lügen, gleichzeitig aber selbst davon beeinflusst sind.

Hervé: es gibt hier zum Beispiel eine fortschrittliche Bewegung „La France insoumise“ (das nicht unterwürfige Frankreich), sie ist aber auch sehr widersprüchlich und die Perspektive nicht klar. Andererseits setzt die faschistische Strömung demagogisch an den Lügen der Regierung und etablierten Parteien an. Darüber braucht es Klarheit. Das Buch macht deutlich, dass der ideologische Kampf zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie darüber entscheidet, welche Kapazität der Kampf gegen das kapitalistische Ausbeutersystem entwickelt.

Brigitte: ich finde das Buch schon ganz schön schwierig und überlege, wie wir es mit einfachen Leuten lesen können. Die konkreten Ausführungen sind aber gut verständlich und sehr interessant. Zum Beispiel wie die antikommunistische Propaganda sich immer wieder anpassen musste, von Adenauer bis Brandt usw, weil sie an Wirkung verliert.

Hervé: wir können hier in Frankreich diese Anpassung auch erkennen, man muss nur die Aussagen der verschiedenen Präsidenten der letzten Jahre vergleichen. Das belegt die Schwäche der Herrschenden, die fürchten, dass die kommunistische Ideologie die Massen ergreift. Aber die Schwäche kann nur zu einer Stärkung der revolutionären und marxistisch-leninistischen Kräfte genutzt werden, wenn wir sie weltanschaulich angreifen. In Frankreich spielt der Spontaneismus eine große Rolle und darin nehmen verschiedene antikommunistische Richtungen Einfluss. Auch von „Linken“, wie Trotzkisten. Oder Leute, die sich Kommunisten nennen, zum Beispiel manche Wortführer der (revisionistischen) KPF, die selbst antikommunistische Vorbehalte verbreiten. Wir haben hier auch das Problem, dass in den Bewegungen und durch die Medien so viele Fragen aufgeworfen werden, auf die eine Antwort gegeben werden muss, ohne sich zu verzetteln. Ich habe den Eindruck dass das Buch uns helfen kann, unsere Position zielgerichtet deutlich zu machen, anstatt nur zu reagieren. Wir können uns dabei zunutze machen, dass sich in letzter Zeit vermehrt auch Publizisten äußern, die die platte antikommunistische Propaganda, wie die Lügen über das China Mao Tsetungs ablehnen.

Zum RW 36 „Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“

Lieber Stefan, liebe Genossinnen und Genossen,

eine Offensive gegen die verfaulte, reaktionäre und von Krisen geschüttelte bürgerliche Ideologie ist mit dem Erscheinen dieses Buchs eröffnet.

Herzlichen Glückwunsch!

Das Buch fordert jeden heraus, den weltanschaulichen Kampf zu verstärken und mit der Demagogie der Ideologiefreiheit gründlich zu brechen.

Ich bin vor 40 Jahren als Tochter von Arbeitern aus der Türkei gekommen und lernte die MLPD früh kennen. Dabei überzeugte ich mich von der Überlegenheit des wissenschaftlichen Sozialismus im Kampf gegen den Antikommunismus in Theorie und der jahrzehntelangen politischen Arbeit. Die gegenwärtige weltumspannende Entwicklung hin zu gesamtgesellschaftlichen Erschütterungen verlangt eine schöpferische Infragestellung des bisherigen Stands. Der Inhalt des Buchs: Was ist Ideologie? Der erbitterte Kampf des Antikommunismus gegen die proletarische Ideologie. Die dialektisch-materialistische Methode und die konsequente Parteinahme für die Interessen der Arbeiterklasse und die der breiten Massen. Es mobilisiert den kritisch-revolutionären Geist.

Besonders hervorheben möchte ich die Analyse der Geschichte des Antikommunismus; die erfolgreichste Waffe der Herrschenden, zugleich seine größte Schwäche, wenn die Massen mit ihre Wirkung vollständig fertig werden. Auf uns Migranten aus der Türkei ist der Einfluss des Antikommunismus mehrfach ausgerichtet. Die Beziehungen zwischen dem deutschen und türkischen Imperialismus sind berüchtigt. Ich hatte mich bisher mit politischen, militärischen und ökonomischen Beziehungen befasst. Aber noch zu wenig mit der ideologischen Durchdringung, insbesondere des Antikommunismus. Die Analyse und die Polemik des RW 36 zur Krise des Antikommunismus ist eine Verpflichtung und es drängt sich auf, sich mit der Geschichte des Antikommunismus in der Türkei und in seiner Beziehung zu Deutschland zu befassen. Die Türkei ist auf dem offen reaktionären Antikommunismus gegründet. Das begann schon mit der Hinrichtung von 14 Gründungsmitgliedern der Türkischen Kommunistischen Partei 1921. Seither wurden tausende Kommunisten ermordet. Folter und Inhaftierung sind nach wie vor auf der Tagesordnung. Es gab mehrere Militärdiktaturen. „Wenn wir nicht gekommen wären, wäre der Kommunismus gekommen“, so begründete General Kenan Evren den Militärputsch von 1982.

Der Begriff „Kommunismus“ war bis in die 1990er Jahre verboten. Der Antikommunismus hat aber auch zugleich durch seine verschiedene Varianten fortschrittliche Bewegungen und Organisationen zersetzt und bringt eine heillose Zersplitterung hervor. () Er führte zum Abrücken von der Diktatur der Proletariats bei revolutionären Kräften, auch als Wirkung des Postmodernismus. Letzterer macht manche Revolutionäre blind gegenüber der Tatsache, dass inzwischen in der Türkei ein Millionen zählendes Industrieproletariat entstanden ist. Sie verfolgen nach wie vor die Strategie und Taktik des Volkskriegs. Die nationalistische, chauvinistische, faschistische, extrem rassistische und frauenfeindliche, islamistische Beeinflussung ist nicht zu unterschätzen. Erdogan verkörpert die faschistisch-islamistische und völkische Variante der bürgerlichen Ideologie unter dem Mythos der „Ideologiefreiheit“. Doch das alles konnte die tiefe Verwurzelung des Sozialismus nicht auslöschen. Das faschistische AKP/MHP Regime wird zunehmend regierungsunfähig. Die Zustimmung unter den Massen für die AKP ging zeitweise bis auf 27% zurück. In der sich anbahnenden gesamtgesellschaftlichen Krise in der Türkei entwickeln sich tiefgreifende weltanschauliche Auseinandersetzungen. Die Durchdringung zwischen Deutschland und Türkei umfasst auch die Arbeiterklasse und Revolutionäre. Das ist ein wesentlicher Hintergrund für die weltanschauliche Brüderschaft zwischen beiden besonders aggressiven und reaktionären imperialistischen Mächten. Ich bin überzeugt, dass die Auflösung der weltanschaulichen Verwirrung zu einer erheblichen Stärkung der antifaschistischen, antiimperialistischen und proletarischen Einheitsfront und Vereinheitlichung der Revolutionäre beitragen wird. Wir müssen entschlossen daran arbeiten und den RW36 als Waffe gut gebrauchen. Jeder kann und muss mit der Verstärkung des weltanschaulichen Kampfes in Theorie und Praxis dazu beitragen.

In spannender Erwartung auf die nächsten Nummern der Reihe RW36-39 „Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise“.

Mit revolutionären Grüßen

Nuran

„Neutralität“ und „Ideologiefreiheit“: Egal ob in der Schule, in der Uni, in der Ausbildung oder in Protestbewegung wie Fridays for Future, überall werden sie angepriesen. Das neue Buch von Stefan Engel nimmt das gründlich auseinander! Was soll gut daran sein, sich zu wachsender Armut, imperialistischen Kriegen, einer drohenden Umweltkatastrophe oder immer neuen Fluchtursachen „neutral“ zu verhalten? Wer das predigt, der tut das aus gutem Grund: nämlich damit alles so bleibt, wie es ist und um die Rebellion von Millionen jungen Menschen weltweit in die Sackgasse zu führen. Deshalb ist dieses Buch ein Muss für jeden rebellischen Jugendlichen! Es könnte den Herrschenden so passen, dass wir mal hier, mal dort mitschwimmen oder uns mit oberflächlichen Artikeln im Internet abspeisen lassen – stattdessen ist es höchste Zeit für mehr Klarheit und Perspektive! An Enthusiasmus und Kampfwillen mangelte es bei vielen Jugendlichen nicht. Eine weltweite sozialistische Revolution braucht aber einen fundierten proletarischen Klassenstandpunkt. Wer kennt nicht das Gefühl, in diesem Krisenchaos vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen? Dieses Buch ergreift einen klaren Standpunkt für die Weltanschauung der Arbeiterklasse. Das ist der „Kompass“, mit dem man in jeder noch so komplizierten Frage klar sehen kann. Auch wenn ein solches Buch für viele erst mal ungewohnt ist, kann ich jedem nur ermuntern sich mit dem wissenschaftlichen Sozialismus zu befassen. Das Buch ist anspruchsvoll, aber für die Thematik doch verständlich geschrieben. Deshalb: traut euch! Ergreift Partei für die Zukunft im echten Sozialismus – Gib Antikommunismus keine Chance! Macht mit in den Lesegruppen von MLPD und REBELL!

Anna Vöhringer, Vorsitzende des Jugendverbands REBELL

Liebe RW Redaktion,

heute konnte ich das Studium des RW 36 abschließen und bin wirklich begeistert, was da für ein Buch erstellt wurde. Ich möchte mich bedanken für diese Arbeit. Der rote Faden der Einleitung ist die Einschätzung der aktuellen Lage und ihr schlussfolgert daraus: „Mit dem Antikommunismus verschiedenster Couleur fertigzuwerden, ist auf dem Hintergrund der tiefen Krisen des Reformismus und des modernen Revisionismus inzwischen zur Schlüsselfrage in der Bewusstseinsbildung der Massen geworden.“

Und genau das leistet dieses Buch. Es ist die Anleitung, wie wir und die Massen mit dem Antikommunismus fertig werden, welche Formen es davon gibt, welche geschichtlichen Hintergründe und wie er überwunden werden kann. An vielen Stellen habe ich darüber nachgedacht, warum ich mich nicht schon früher damit auseinandergesetzt habe, wie der Antikommunismus tiefer gehend bei den Kollegen im Betrieb oder bei den Jugendlichen bewirkt, dass sie sich nicht im Rebell oder der MLPD organisieren wollen. Oder wie er bei mir selbst wirkt. Zum Beispiel habe ich bis zum Studium von diesem RW den Revisionismus zwar gekannt, aber nicht als so wirkungsvoll angesehen und muss mich unbedingt weiter damit beschäftigen. Es war also nicht so, dass die Bevölkerung von sich aus die Schuld des Scheitern der DDR dem Sozialismus zu schob, sondern dieser Gedanke bewusst durch den modernen Antikommunismus in die Gesellschaft getragen wurde. Das ist sehr wichtig für die Auseinandersetzung mit den Leuten. Es wurde durch die Antikommunisten bewusst gegen den Sozialismus gearbeitet und den Leuten eingeimpft, dass das System das Problem sei und nicht die Restauration des Kapitalismus. Ich habe aber auch gelernt, dass der Revisionismus krass unter den Arbeitern wirkt und ich nicht immer nur den Reformismus kritisieren darf. Sowohl die bürokratischen Monopolkapitalisten wie auch die westlichen Monopole versuchen, die Arbeiter mit dem »materiellen Anreiz« zu ködern. Sie orientieren auf den individuellen Aufstieg, fördern das Konkurrenzdenken, um von der tatsächlich bezweckten Steigerung des Maximalprofits für die neue oder alte Monopolbourgeoisie abzulenken. Gleichzeitig entwickeln sich für einen Teil der Arbeiterklasse Möglichkeiten einer kleinbürgerlichen Lebensweise. Das stärkte zeitweilig eine kleinbürgerlich-revisionistische Denkweise in der Arbeiterklasse in den bürokratisch-kapitalistischen Ländern, die das sozialistische Bewusstsein zersetzten.“ (RW 36. S.188-198). Das kann ich ja heute nicht einfach außer acht lassen, wenn ich mich mit den Kollegen auseinandersetze.

Am aller besten hat mir das Kapitel zur Großen Proletarischen Kulturrevolution gefallen. Wir können enorm viele Lehren daraus ziehen für die heutige weltanschauliche Auseinandersetzung, die wir führen müssen, um den Kapitalismus zu überwinden. Die Mao-Zedong-Ideen sind wirklich großartig und müssen unbedingt mehr verankert werden. Klar müssen wir uns solange wir in diesem perfiden System leben, diesem auch in gewisser Weise fügen. Aber das Bewusstsein der Massen wird sich beschleunigt entwickeln, wenn die Leitlinien und Losungen der Großen Proletarischen Kulturrevolution verwirklicht werden und der Marxismus-Leninismus, die Mao-Zedong-Ideen und die proletarische Ideologie an Überlegenheit gewinnen. Dazu muss ich unbedingt mehr wissen.

Das Studium hat gezeigt, jeder braucht dieses Buch! Für jeden Menschen gibt es einen Ansatzpunkt zum Verkauf, ob die SPD als „alte Arbeiterpartei bei meiner Großmutter“, ob die Illusion sich im Kapitalismus einzurichten mit „Haus, Hund, Frau und Kind“, wie mein Arbeitskollege oder die „tolle“ Frau Merkel mit ihrer „Willkommenskultur“ bei meinen geflüchteten Freunden.

In diesem Sinne, herzliche Grüße!

Das Buch des Autorenkollektivs um Stefan Engel, ist ausgezeichnet gelungen! In kurzen und knackigen Absätzen greift es in gut verständlicher Sprache (was bei philosophischen Zitaten sicher nicht einfach ist) viel aus Geschichte bis zur Gegenwart auf.

Sind Passagen doch mal länger, dann möchte der interessierte Leser/ die Leserin das Buch sicher nicht aus der Hand legen. Zu spannend werden Hintergründe offen gelegt, Ross und Reiter genannt, Erscheinungsformen und Gesetzmäßigkeiten im Kapitalismus dargelegt. Sehr verschachtelt sind die Gegebenheiten die unser Leben bestimmen. Wir werden überschüttet mit Informationen aus den Medien über die unterschiedlichsten Kanäle. Um aus diesen Wirrwarr endlich mal den Kern zu erblicken, bietet dieses Buch hervorragende Hilfe!

Antikommunismus? Ideologie(freiheit)? Was genau ist das? War der Sozialismus wirklich gleich Terror? Wer terrorisiert hier eigentlich wen? Wer sind denn die wahren Extremisten? Welchen schädlichen Einfluss haben bürgerliche Parteien und sog. Nichtregierungsorganisationen (NGO's) auf das Leben der Werktätigen?

Wem das nicht reicht, der bekommt vom ''Revolutionären Weg'' reichlich Futter. Aber ich bin erst mal gespannt auf Teil 2 und 3 dieser Buchreihe.

Super - weiter so!

Das Buch mit dem Titel "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise" (Teil 1), verfasst von Stefan Engel, ist ein ausgezeichnetes Buch, das diejenigen lesen sollten, die sich für Politik, Ideologie, Gesellschaft und die Entwicklung des Marxismus und Leninismus in Deutschland und anderen Teilen der Welt aus einer historisch- materialistischen Perspektive interessieren. Dieses Buch beleuchtet die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus seit dem Zweiten Weltkrieg, aber der Autor liefert auch eine detaillierte Analyse seit der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008. Um die bürgerliche Ideologie zu fördern, haben die USA, Deutschland und die europäischen Länder eine bedeutende Rolle gespielt. Das Buch beleuchtet auch den tiefen Konflikt zwischen den Imperialisten im Südchinesischen Meer, in der Karibik, im Nahen Osten, in Nord- und Mittelamerika, in den Sowjetrepubliken und im östlichen Mittelmeer. Die Förderung der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus sind auch in China, Russland und in links regierten Ländern in Form des Reformismus und Revisionismus aufgekommen. Die bürgerliche Ideologie greift die Oktoberrevolution, die Novemberrevolution und die große Kulturrevolution in China an. (...)

Das Buch zeigt auch, dass Antikommunisten immer Angst vor Lenin, Stalin und Mao haben und ihre revolutionären Ideen als antihumanistisch vermitteln. Zur Förderung der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus gehören Schulen wie die Frankfurter Schule, Ideen von NGOs (Zivilgesellschaft), die Veröffentlichung von antikommunistischen Büchern,(...)Das Buch hat auch die Aufmerksamkeit auf die bürgerliche Praxis der ultrareaktionären faschistoiden, neofaschistischen, rassistischen, nationalistischen, chauvinistischen Herrschaftsmethoden in der letzten Zeit auf der ganzen Welt gelenkt. Diese Herrschaftsmethoden und die Pandemie von COVID 19 haben sowohl das Volk als auch die Bourgeoisie erschreckt. (...) Dieses Buch konzentriert sich auch darauf, das Bewusstsein unter dem einfachen Volk zu heben, wie es ausgebeutet wurde, wie es sich organisieren und gegen das bürgerliche politische, wirtschaftliche und kulturelle System als Ganzes kämpfen kann. Das Buch hat das Problem in der bürgerlichen Ideologie und im Antikommunismus festgestellt, wenn unabhängige oder spontane Volksbewegungen, Demonstrationen als verschiedene Arten der Widerstandsbewegung wachsen. Gleichzeitig spielen die Entwicklung technologischer Systeme und der modernen Kommunikationssysteme, der begrenzte Zugang des einfachen Volkes zu den Massenmedien, die sozialen Medien auch eine größere Rolle für die Solidarität unter den Menschen. Die Bourgeoisie nutzt diese jedoch immer zu ihren Gunsten aus, wenn unabhängige oder spontane Volksbewegungen, Demonstrationen als verschiedene Arten von Widerstandsbewegungen wachsen.

Das alles steht im Zusammenhang mit dem Verhalten der Bourgeoisie gegenüber Kommunisten, die sie der "Förderung des Terrorismus" beschuldigt und Einzelpersonen kriminalisiert und darin eine „Bedrohung der öffentlichen Sicherheit" sieht. (...) Einige Kleinbürger verwenden die Forderung "keine Parteien" bei Demonstrationen, um die Teilnahme von Kommunisten zu verhindern. Das Buch hat darauf hingewiesen, dass die Herrschaft des ehemaligen Präsidenten der USA, Donald Trump, "eine Offensive des offen reaktionären und aggressiven Antikommunismus" war. (...)Nikita Chruschtschow, Michail Gorbatschow und Deng Xiaoping werden als die Führer des Revisionismus identifiziert. Sie übernahmen die Politik des bürokratischen Kapitalismus, die kleinbürgerliche Denkweise mit Egoismus, Karrierismus oder Individualismus. Ebenso hat dieses Buch die Rolle und den Beitrag von Willi Dickhut für seine richtige Analyse der Entwicklung der kommunistischen Bewegung hervorgehoben. Ich halte dieses Buch für sehr gelungen und würde mich freuen, wenn es auch die kommunistische Bewegung in der Region Südasien analysieren würde.

Das Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus" habe ich mit Begeisterung gelesen. Es schafft für mich Klarheit über Vieles was ich erlebt, erlitten, beobachtet und gedacht habe und gehört in die Hand eines jeden, der über eine linke Alternative zu unserem Gesellschaftssystem nachdenkt.

Eine alte Freundin hatte 2017 das Buch von Stefan Engel „Katastrophenalarm – Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur“ mit Interesse gelesen, aber auch einen antikommunistischen Roman gegen die Kulturrevolution. Wer hatte nun Recht? Und wie konnte sie uns unterstützen? Ich sagte, dass sie herausfinden muss, ob sie den Sozialismus als Ziel überhaupt gut findet.

Die Tatsachenberichte „Die Revolution geht weiter“ von Jan Myrdal und „Arzt in China“ von J. S. Horn erwiesen sich als wichtig. Nach einer gemeinsamen Wanderung 2020 schrieb sie: „Was mir diesmal wichtiger ist, die Gedankenwelt die wir geteilt haben. Dazu habe ich viel gelernt und neue Denkanstöße bekommen, z.B. durch die mitgegebenen Bücher mich mit dem Sozialismus zu beschäftigen.“ „Ich habe mit deinem zweiten Buch – Arzt in China – angefangen und bin sehr angetan von der Denkungsweise. Leider geht es ja dort jetzt ganz anders zu.“

Und schließlich: „Mich beschäftigt die Frage, wie sich das chinesische Volk in den letzten Jahren nach der Kulturrevolution so von Maos Gedanken abwenden konnte. Oder anders herum gefragt, wie ist es möglich, dass ein so riesiges und unterschiedliches Volk hinter einem Mann – früher Mao jetzt Xi, steht?“ In meiner Antwort ging es um die Überzeugungsarbeit von Mao Zedong im Langen Marsch, das ungelöste Problem seiner Nachfolge, die Einführung des kapitalistischen Denkens in China durch Deng Xiao-Ping, die grundsätzliche Rolle des Revisionismus als antikommunistischer Damm gegen den Sozialismus, seine Quellen und seine Krise. Der ausgezeichnete Abschnitt I.5 „Aufstieg und Niedergang des modernen Revisionismus“ im Revolutionären Weg 36 half mir, einigermaßen kurz zu antworten. Diese Antwort begeistere meine Freundin sehr.

Über das neue Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ schreibt sie nun selbst: „Gerade habe ich die Einleitung des Buches, das gestern ankam, angefangen und bin recht angetan: die Ausdrucksfähigkeit des Autors erstaunt mich aufs Neue – die Anfeuerung zum Aufstand gegen den Kapitalismus … treffen bei mir gerade auf ein Umdenken meiner Haltung, nicht nur im Kleinen umweltbewusst zu leben. Darüber mehr, spätestens wenn ich mich noch tiefer eingelesen habe.“



Ich wollte eigentlich den RW direkt studieren, aber ich hatte keine Ruhe dafür. Ich musste weiterlesen. Mich hat das sehr interessiert und der RW ist so spannenden, weil er die nähere Vergangenheit so gut analysiert. Der genaue Zusammenhang von Campact und wie es funktioniert, ein gesamtgesellschaftliches Liquidatorentum zu installieren... Das sagt sich immer so, aber das so zu verstehen, ist super.

Ich bin auch froh, dass die Sprache der RW heute sehr gut zu verstehen ist. Bei älteren RW kam es mir manchmal etwas starr vor. Die gute Verständlichkeit war auch bei den letzten RW schon so."

M/Köln

Soeben erschienen:

Stefan Engel,

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise
I. Teil: Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Ein neues wichtiges Werk für jeden kämpferischen und klassenbewussten Arbeiter in der internationalen kommunistischen Bewegung

Das Buch befasst sich ‒ auf der Grundlage der proletarischen Weltanschauung und einer mit der bür­ger­lichen Ideologie unvereinbaren Dialektik ‒ mit dem Bankrott der bürgerlichen Ideologie, die sich mit ihren antikommunistischen Attacken gegen die Welt­an­schau­ung der Arbeiterklasse richtet, den Marxismus-Leninismus.

Ohne Sieg über die bürgerliche und kleinbürgerliche Ideologie können die Marxisten-Leninisten keine sozialistische Revolution durchführen. Mit dem weltanschaulichen Sieg des Marxismus-Leninismus über bürgerliche Ideologie wird es aber möglich, die Avantgarde der Arbeiterklasse ideologisch zu gewinnen.

Stefan Engel legt in seiner neuen Schrift dar, wie die Avantgarde der Arbeiterklasse mit der Waffe des Marxismus-Leninismus gewappnet werden muss, und leistet damit einen weiteren Beitrag zur internationalen kommunistischen Bewegung auf theoretischem Gebiet.

In dem Werk ist außerdem dargelegt, wie die Lehre von der Denkweise die Arbeiterklasse gegen die bürgerliche und kleinbürgerliche antikommunistische Denkweise in Stellung bringt.

Die Lektüre des Buches ist ein absolutes Muss für jeden Kommunisten und jeden Arbeiter!

Yusuf KÖSE

Stefan Engel’den

Uluslararsı Komünist Hareket'in Sınıf Bilinçli Militan İşçileri İçin Yeni Bir ESER:

Burjuva İdeolojisinin Krizi ve Düşünme Tarzı Öğretisi’nin 1. Bölümü; “Burjuva İdeolojisinin Krizi ve Anti-komünizm” yayınlandı.

Anti-Komünist saldırılarla işçi sınıfının dünya görüşü olan ML’i hedef alan burjuva ideolojisinin iflası; işçi sınıfı ideolojisi ile burjuva ideolojisinin uzalaşmaz diyalektiği içinde ele alınmaktadır.

Marksist-Leninistler, burjuva ve küçük burjuva ideolojisine karşı ideolojik zafer kazanmadan sosyalist devrimi gerçekleştiremezler. İşçi sınıfı öncüsünün ideolojik olarak kazanılması, burjuva ideolojisine karşı ML ideolojik mücadelenin zaferiyle gerçekleşebilir.

Uluslararası Komünist Harekete, bu eseriyle, teorik katkılarını sürdüren Stefan Engel, işçi sınıfının öncüsünün ideolojik olarak ML’in silahıyla nasıl donanması gerektiğini anlatmaktadır.

Bu eser de, burjuva ve küçük burjuva anti-komünist düşünce tarzına karşı, işçi sınıfının ideolojik olarak güçlenmesinin düşünme tarzı öğretisi vardır.

Her komünistin ve her işçinin mutlaka okuması gereken bir eser!

Yusuf KÖSE

Großartig, spannend und für jeden wichtig: Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“

Seit ich als Jugendliche mit 23 Jahren eine Partei fand, die für den Sozialismus steht, war ich ständig mit antikommunistischen Anfeindungen konfrontiert:

In meiner Familie war ich das schwarze Schaf. Auf meiner Arbeit wurde ich bei einer Betriebsversammlung wegen meinem Plädoyer für die 35 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich ausgelacht. Ein Freund wollte kürzlich von mir wissen, ob Stalin 30 oder 60 Millionen Menschen umgebracht hat. Es gibt ein rieseiges Aufklärungsbedürfnis, das man mit keinem bürgerlichen Geschichtsbuch geschweige denn durch die gängigen Medien befriedigen kann.

In dem Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ wird der Antikommunismus nach Strich und Faden auseinander genommen. Keine wichtige antikommunistische Strömung, die nicht wissenschaftlich bewertet und beurteilt wird. Dabei werden die historischen Zusammenhänge, die Bedeutung und die Folgen mit einer überzeugenden Akribie ausgeleuchtet. Und was so interessant ist: Wie die Herrschenden auf jeden Erfolge der Kämpfe vor allem der Arbeiter, auf die Erfolge des sozialistischen Aufbaus aber auch die Wiedervereinigung mit neuen Varianten des Antikommunismus reagieren mussten. Was dieses Buch auch so spannend macht ist, dass hier wie in keinem bisher anderen Buch der Reihe revolutionärer Weg die Polemik in Höchstform entwickelt wird. Fundierte Munition für spannende Auseinandersetzungen.

Herzlichen Glückwunsch an die Redaktion und den Autor Stefan Engel!

G.

Und schließlich saß ich in der Straßenbahn nach Hause und freute mich einmal mehr über das Visitenkärtchen zu dem neuen Buch. ("Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus", Anm. RW-Homepage-Team)
Bereits der erste Satz in der Einleitung „Die Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990er Jahren hat eine neue historische Umbruchphase vom Kapitalismus zum Sozialismus eingeleitet“ beinhaltet eine sehr tiefgehende Aussage und fordert, denke ich, jede Leserin/jeden Leser heraus, sich dazu zu positionieren. Und dann wird das ja bereits in der Einleitung ausführlich und leicht verständlich vertieft, was in dem einen Satz bereits drin steht.
Inzwischen arbeite ich mich (Stand 2. Mai) durch das erste Kapitel. Es liest sich erfrischend, wie mit dem – ich sags mit meinen Worten – Märchen aufgeräumt wird, dass es keine Ideologien mehr gäbe. Ich erkenn mich darin wieder, nämlich in der Art, dass ich in den letzten zig Jahren gefühlte hundert Gespräche eben dazu hatte, mit Leuten aus den verschiedensten weltanschaulichen Lagern, die das immer wieder sagten, dass es keine Ideologien mehr gäbe. Mit anderen Worten, meine Erfahrungen decken sich weitgehend mit den Ausführungen im Buch.

Den Autoren, den Herausgebern, dem Buch selber wünsche ich viele Leserinnen und Leser, mir selbst wünsche ich damit noch viele erkenntnisreiche Momente und – vielleicht – die Gelegenheit, darüber irgendwann in öffentlichen Veranstaltungen diskutieren zu können. Vielleicht wäre es ja auch eine Möglichkeit, ein Diskussionsforum im Internet dazu zu eröffnen.

Zuschrift aus Dresden

Nach dem diesjährigen 1. Mai 2021, als ich endlich wieder aktiv auf der Straße und der Kundgebung war, besorgte ich mir das neu erschienene Taschenbuch von Stefan Engel.

Als parteiloser aktiver Gewerkschafter ging ich im Schnellgang durch das gut zu lesende Buch, direkt auf die Seite 89 - 92. Dort ging es um das Thema: Unvereinbarkeitsbeschluss in der IGM , gegen die Marxisten - Leninisten. Immer wieder wird gegen Marxisten - Leninisten, Kommunisten gedroht , eingeschüchtert und gemobbt. Selbst wenn man in der Nähe ist.

Von den Konzernchefs ist nichts anderes zu erwarten, aber aus den eigenen Reihen, aus der IG Metall, ist für mich falsch und sehr gefährlich.

Am 2.Mai 1933 stürmten die Nazis alle Gewerkschaftshäuser in Deutschland, beschlagnahmten das Eigentum des ADGB ( Allgemeiner Deutscher Gewerkschafts Bund ) und verhafteten viele Funktionäre. Ob Sozialdemokraten oder Kommunisten. Die Nazis folterten, misshandelten und ermordeten Kolleginnen und Kollegen. Die Gewerkschaften wurden zerschlagen.

Die Gründung der IG Metall als Einheitsgewerkschaft, war eine historische Errungenschaft die ich verteidigen möchte, weil sie richtig ist. Ab 1951 wurden aber dann KPD Funktionäre regelrecht bekämpft. Angegebener Grund war die These 37 , eines Parteitagsbeschlusses der KPD.

Ich gehe darauf noch ein, weil in dem Buch von 2020 " Geschichte der IG Metall " daraus der " Unvereinbarkeitsbeschluss " gegen Marxisten - Leninisten , Kommunisten abgeleitet wird.

Auf dem letzten IG Metall Gewerkschaftstag in Nürnberg wie bei den Gewerkschaftstagen zuvor, gibt es immer wieder Anträge, diesen unsäglichen " Unvereinbarkeitsbeschluss" abzuschaffen. Aus meiner Sicht ist dieser Beschluss ein Spaltpilz in einer Gewerkschaft, aktuell heute und er negiert die bitteren Erfahrungen des Hitler - Faschismus.

Seit einiger Zeit lese ich das Buch: Geschichte der IG Metall - Zur Entwicklung von Autonomie und Gestaltungskraft - , herausgegeben von Jörg Hofmann und Christiane Benner , erschienen 2020.

Und dort befasste ich mich , mit den Ausführungen von Michael Kittner ( ehemaliger Chefjurist der IGM ) zu dem Thema: Handlungs - und Konfliktfähigkeit von DMV und IGM , Seite 158 - 160, zu dem gleichen Thema: Unvereinbarkeitsbeschluss. Dort wird in der Fußnote 67 ausgeführt:

" Nicht die geringste Bedrohung der Einheitsgewerkschaft.....hatte das Auftreten linksextremer Splittergruppen in den 70 er-Jahren zur Folge. Am 16.4.1973 beschloss der Beirat der IG Metall ....zu gegnerischen Organisationen zu erklären. Das Ergebnis zeigte ungeachtet der medialen Aufmerksamkeit deren maginale Bedeutung. " Zitat Ende.

Nun stellen sich mir einige Fragen:

  • Wenn die Einheitsgewerkschaft eine historisch richtige Errungenschaft ist, und parteilose, sozialdemokratischen und kommunistische Gewerkschafter/innen der 30 er Jahre, uns heute lehren für die Einheitsgewerkschaft einzutreten, warum der " Unvereinbarkeitsbeschluss "
  • Mir ist nicht bekannt oder gar belegt, dass die MLPD eine RGO - Politik ( Rote Gewerkschafts Opposition der KPD) macht.
  • Wieso bewertet Michael Kittner IG Metall den " Unvereinbarkeitsbeschluss " der " maginalen Bedeutung " zu ? Geschichte der IG Metall Seite 139 Fußnote 67
  • Wie Widersprüchlich ist das Verhalten des 1. Vorsitzenden der IG Metall Kollegen Jörg Hofmann, der Positiv die Kampagne " 50 Jahre Berufsverbote / Radikalenerlass " unterstützt, aber in der IG Metall einen zutiefst antidemokratischen und antikommunistischen Beschluss verteidigt.

Deswegen lese ich das Buch mit großem Interesse.

KJ/Stuttgart

An Stefan Engel/Leiter RW-Redaktion

Lieber Stefan,

ich habe jetzt den RW 36 einmal gelesen und mit der Vorlage, die wir zur Antragsstellung erhalten hatten, verglichen. Ich muss sagen, da wurde durch die Antragstellung und die schöpferische Arbeit der Antragskomission, die wirklich schon sehr gute Vorlage noch einmal qualitativ deutlich höherentwickelt, präzisiert, die Polemik vertieft, z.T. neue und noch überzeugendere Zitate verwendet. Die kollektive Weisheit der Partei (und ihrer Verbündeten) ist – unter einer zielklaren Führung – einfach unübertroffen. Ein sehr guter, sehr überzeugender RW. Ich gratuliere dir noch einmal von Herzen für den nun sehr erfolgreich ausgetragenen ideologischen Kampf um diese RW-Ausgabe!

Die Einleitung hat an Präzision, Tiefgang und damit Überzeugungskraft gewonnen. Sie ist für alle Teile des RW 36-39 gültig. Darum wird sie dem Band RW 36 vorangestellt. Das ist richtig und betont den Gesamtzusammenhang. Sie beginnt jetzt mit der Einleitung der neuen historischen Umbruchphrase vom Kapitalismus zum Sozialismus mit der Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990 er Jahren. Damit stellt sie sofort den Zusammenhang zu den RW 29-35 her. Einige konkrete Seiten wurden zugunsten der grundsätzlichen Ausrichtung gestrichen. Der rote Faden besteht im weltanschaulichen Kampf, der zur Auflösung des ideologisch-politischen Wirrwarrs in den Köpfen der Massen notwendig ist, und in dessen Zentrum der Kampf gegen den Antikommunismus in seinen verschiedenen Varianten und seine Wirkung in der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise steht.

Es ist richtig und ich freue mich, dass Willi Dickhuts kurze philosophische Schrift „Hegels `Logik` als Höhepunkt und Ende der klassischen Philosophie“ und damit seine Kritik an einer verbreitet einseitig negativen Beurteilung Hegels in der damaligen KPD/SED aufgenommen wurde. (Seite 31)

(...)

Sehr gelungen ist auch an verschiedenen Stellen eine Vertiefung der wissenschaftlichen Polemik – so zu Adorno wenn gegen seine Aussage: „Das Ganze ist das Unwahre.“ jetzt polemisiert wird: „Damit erklärt er die Welt als nicht existent. Entsprechend könne es auch keine Theorie über das ganze Weltgeschehen geben, man könne höchstens Teilwahrheiten herausfinden.“

Oder wenn die Kriminalisierung der kommunistischen Freiheitsideologie nicht mehr als „die höchste Form des ideologischen Kampfs“, sondern treffend als „armseligste Form des ideologischen Kampfs der Bourgeoisie.“ qualifiziert ist.

Diese Angriffslust ist begeisternd und fordert heraus, selbst in diesen Angriffsmodus überzugehen.

Ich mache mich jetzt an das gründliche Studium des RW, aber es war mir wichtig, dir doch schon mal vorab zu sagen, dass das ein wirklich gelungenes Werk geworden ist.

(...)

Herzliche Grüße

E.

Ich habe das neue Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und es hat mir sehr gut gefallen!

Sehr spannend für mich, weil ich damals als Kind und Jugendliche in den 1950er-Jahren miterlebt habe, was auf die ganze Bevölkerung einwirken sollte: Vor allem die aggressive antikommunistische Hetze der bürgerlichen Parteien, besonders vom damaligen CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Meine Familie hatte keine Verwandten in der DDR und auch keinen Bezug zur DDR. In der Schule und in den Medien sollten wir erfahren, dass der Sozialismus in den Anfangsjahren der DDR und in der Sowjetunion ganz schrecklich sei und menschenverachtend. So sollten wir unsere Solidarität mit den „armen Menschen in der DDR“ abends mit grünen Kerzen auf dem Fensterbrett zeigen und ihnen unsere „Freiheit“ vermitteln. Im Briefverkehr musste das „Notopfer Berlin“ für zwei Pfennig zusätzlich zum Porto aufgeklebt werden!

Dieses Buch enthüllt (nicht nur), wie der neudeutsche Imperialismus über die ganzen Jahrzehnte nach der Befreiung vom Hitler-Faschismus aufsteigen konnte.

Ein hilfreiches und wissenschaftliches Buch über die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus. Vielen Dank!

Zum Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus": "Hungry man, reach for the book: it is a weapon." Bertolt Brecht

(Karl-Heinz Lux)

»Ich habe einen Kollegen getroffen, der sich sehr für die Philosophie interessiert und dem habe ich das Buch angeboten und das Inhaltsverzeichnis gezeigt. Da hat er gesagt: „Hervorragend“ und hat es gekauft. Ich habe von dem Buch erst das Inhaltsverzeichnis und die ersten Seiten gelesen und konnte aber trotzdem auf die Fragen des Kollegen eingehen. Er sagte, er sei auch von den Philosophen Marx und Engels begeistert und bedankte sich für das Buch.« ( Frau aus Gelsenkirchen)

»Ich habe mir das Buch gekauft und bin begeistert, wie hier herausgearbeitet wird, wie dieser Antikommunismus wirklich zu einem Haupthemmnis geworden ist, dass die Arbeiter diesen Kapitalismus angreifen. Das ist sehr fundiert und wird nachgewiesen. Als Gewerkschafter wwerde ich da ständig mit konfrontiert in der Frage, wenn die SPD-Reformisten oder von der Gewerkschaftsführung vermittelt wird, ‚mehr geht halt nicht‘ und ja nicht das System angreifen. Und immer wenn man das kritisiert, kriegt man zu hören, das sei Ideologie. Das Buch hilft mir, darauf offensiver zu reagieren: Ja, es ist Ideologie, und zwar die proletarische Ideologie. Und der Betriebsratsvorsitzende vertritt ja die bürgerliche Ideologie, wenn er sagt, die Leute müssen verzichten. Im Betrieb interessiert viele das Thema.« (Stahlarbeiter aus Duisburg)

»Ich habe den größten Teil des Buches schon gelesen. Ich finde es sehr anschaulich geschrieben, wie die verschiedensten Varianten dieser bürgerlichen Ideologie, dieser Antikommunismus zum Ausdruck kommen und man bekommt gleichzeitig Werkzeuge in die Hand, wie man jetzt besser dagegen argumentieren kann. Man bekommt mehr Klarheit für einen selber und für die weltanschauliche Auseinandersetzung.« (Kollege aus Witten)

»Die Theorien z.B. der Frankfurter Schule haben nicht viel mit dem Leben zu tun. Aber sie sind der Hintergrund dessen, dass die Unterdrückung des Marxismus-Leninismus praktiziert wird und wirkt.« (Kollegin aus Witten)

»Das Buch schreibt über eine Zeit, die wir alle kennen und die man auch nachvollziehen kann. Wenn in dem Buch etwas behauptet wird, dann weist es auf den nächsten Seiten auch Schritt für Schritt nach.« (Rebellin aus Gelsenkirchen)

»Ich hab das Buch einmal gründlich gelesen und habe jetzt begonnen, das zu studieren. Mich beeindruckt das Buch vor allem, weil es sehr genau den weltanschaulichen Kampf seit dem II. Weltkrieg analysiert, aber immer eng an der politischen Entwicklung, am Klassenkampf, an dem, was in den Köpfen der Menschen passiert, dran bleibt. Man versteht, welche Auseinandersetzungen stattfinden und wie man den Kampf um die Denkweise heute auch führen muss. Und mich hat auch besonders begeistert, wie die Auseinandersetzung mit der Rechtsentwicklung geführt wird und dass das Buch auch eine Schlussfolgerung zieht, wie der Faschismus verhindert werden kann. Auch die Frage des Revisionismus wird noch mehr vertieft über das hinaus, was wir dazu in unserer Linie schon gesagt haben. Das ist doch sehr beeindruckend.« (Junge Frau)

»Die Rede war sehr beeindruckend. Ich habe das Buch schon gelesen, aber durch die Rede wurde das nochmal lebendiger. Es war gut, wie Stefan nochmal ausgeführt hat, wie der Antikommunismus in die Arbeiterklasse eingedrungen ist und dass man sich das richtig bewusst machen muss. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass ich an dem Punkt knabbern muss, weil uns das ja im Betrieb zu schaffen macht und wir uns damit auseinandersetzen müssen. Es ist deutlich geworden, dass das eine höhere Anforderung ist, man aber auch damit fertig werden kann.« (Junge Frau)

»Ich bin sehr beeindruckt von dem Buch, ich habe jetzt Dreiviertel davon gelesen. Hier wird in überzeugender Weise die Überlegenheit der proletarischen Weltanschauung richtig offenbart und auch bewiesen.« (Frau aus Bochum)

»Was ich interessant fand ist, wie komplex das alles ist. Ich wusste dar nicht, dass es auch einen demokratischen Antikommunismus gibt. Oder wie krass man eigentlich manipuliert wird. Ich dachte bisher immer, dass Sozialismus und Faschismus was total Getrenntes und Unterscheidbares ist. Aber das geht durcheinander. Du kannst linke Ansichten haben und bist trotzdem ein Rechter und umgekehrt. Ich will das Buch auf jeden Fall lesen.« (Schüler aus Hagen)

»Ich finde das Buch sehr wichtig und es hilft mir, gegen den Antikommunismus in die Offensive zu gehen. Der Kapitalismus definiert sich nur noch über den Antikommunismus, der auch das Wesen dieser bürgerlichen Ideologie ausmacht.« (Frau aus Stuttgart)

»Ich finde das Buch und die Veranstaltung super. Das Buch ist knapp und kurz geschrieben und bringt die Sachen auf den Punkt. Ich hab zuerst den Teil zum Faschismus gelesen,weil ich es sehr wichtig finde, sich weltanschaulich mit dem Faschismus auseinanderzusetzen und – wie Stefan gesagt hat – nicht nur „Nazis raus“ zu rufen.« (junger Kollege)

»Das ist ein Superbuch, auch für Leute, die schon mal mit der Thematik in Berührung gekommen sind, aber nicht genau wissen, was es mit dem Antikommunismus auf sich hat. Und dass es eine richtige Agenda gibt, um Antikommunismus zu fördern. Das Buch zeigt auch, wie angreifbar diese bürgerliche Ideologie und der Kapitalismus ist. Die Sache mit der Organisierung: Das ist schon ein Problem mit dem Individualismus, wo halt gesagt wird, dass jeder selbst wissen muss, was gut für ihn ist. Und dass man sich losgelöst sieht vom Kollektiv, was niemals klappen kann. Denn sein eigenes Wohlbefinden ist immer auch abhängig von dem sozialen Umfeld, in dem man sich befindet. Dass man sich heute nur oberflächlich in Foren oder Whatsapp-Gruppen verabredet oder trifft, aber nicht mehr wirklich von Angesicht zu Angesicht etwas unternimmt, das ist so gewollt. Das war für mich bisher auch ein Problem. Durch das Buch ist mir bewusst geworden, dass ich mich organisieren muss. Und dadurch, dass ich schon Erfahrungen mit der MLPD hatte, war es für mich nicht die erste Konsequenz, mich in der MLPD zu organisieren. Andererseits ist mir bewusst, dass es nichts bringt, immer neue kommunistische Gruppen zu gründen, die sich drei Jahre später wieder auflösen. Das zeigt erstens, dass es der Jugend schwer fällt, sich zu organisieren und zweitens, dass man auch dahin gehen muss, wo ideologische Arbeit geleistet wird, wo historische Sachverhalte immer wieder aufgearbeitet werden, um den Weg in die Zukunft weiterhin gehen zu können.« (Junger Mann)

»Die Jugend kämpft um ihre Zukunft und braucht eine Ideologie der Zukunft, den wissenschaftlichen Sozialismus. Es ist ein anspruchsvolles Buch, was ich gerade deshalb jedem Jugendlichen empfehlen würde, zu lesen.«

»Kapitalismuskritik ist weit verbreitet unter meinen Kollegen. Der Antikommunismus ist das Problem! Er verbaut die Perspektive. Das Buch zu lesen, hilft zu verstehen, woher er kommt und gibt eine Hilfe, wie wir damit fertig werden!«

»Wer nicht verzweifeln will über die Zustände im kapitalistischen Gesundheitssystem, sondern eine Perspektive sucht, dem empfehle ich das Buch.«

»Bürgerliche Ideologie und Antikommunismus sind das heißeste Thema in der Gesellschaft – obwohl das auf den ersten Blick nicht so aussieht. Das Buch wird eine Leitlinie für die Diskussion darüber. Es passt wirklich wunderbar in die Zeit.« (iranischer Genosse aus Bochum)

»Ich habe gar nicht gewusst und war überrascht, dass das Buch so facettenreich ist.« (MLPD-Mitglied aus dem östlichen Ruhrgebiet)

»Ich sehe jeden Tag, dass der Kapitalismus die Probleme der Menschen nicht lösen kann. Sozialismus wäre gut, aber immer wieder hört man, dass das nicht geht. Ich bin gespannt, was das neue Buch dazu sagt.« (Lehrerin aus dem Ruhrgebiet)

»Das Buch ist so spannend, ich musste mich zusammenreißen es nicht einfach so runter zu lesen, weil ich es ja gründlich studieren will. Die Einleitung ist wie bei einem Krimi, der anfängt mit „Was zuvor geschah“.« (Azubi, Bochum)

»Ich habe bei der Produktion des Buches geholfen und gleich angefangen zu lesen. Der Antikommunismus ist ein großes Thema, aber selbst in der Krise. Das zu verstehen, ist die Voraussetzung, damit ich selbst besser damit fertig werden kann(Rebell aus Krefeld)

»Ich habe schon 80 Seiten gelesen. Das Buch ist spannend wie ein Krimi. Und es entwickelt eine treffende, scharfe und restlos überzeugende Polemik.« (Ein Kreisvorsitzender aus dem Ruhrgebiet)

»Das Buch ist restlos überzeugend. Besonders die Auseinandersetzung über den demokratischen Sozialismus war für mich sehr bedeutend. Ich war doch früher selber einmal aus dem SPD-Lager gekommen. Natürlich hatten wir damals eine Kritik daran entwickelt. Aber wie prägnant das hier gebracht wird und zusammengefasst wird, das hat mir noch einmal sehr geholfen.« (Ein MLPD-Mitglied und früherer Anhänger der SPD )

»Die Jugend kämpft um ihre Zukunft und braucht eine Ideologie der Zukunft, den wissenschaftlichen Sozialismus. Es ist ein anspruchsvolles Buch, was ich gerade deshalb jedem Jugendlichen empfehlen würde, zu lesen.«

»Kapitalismuskritik ist weit verbreitet unter meinen Kollegen. Der Antikommunismus ist das Problem! Er verbaut die Perspektive. Das Buch zu lesen, hilft zu verstehen, woher er kommt und gibt eine Hilfe, wie wir damit fertig werden!«

»Wer nicht verzweifeln will über die Zustände im kapitalistischen Gesundheitssystem, sondern eine Perspektive sucht, dem empfehle ich das Buch.«