Gesamtband

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

Verheerende Waldbrände, Überflutungen, Dürren und Tornados – nahezu täglich Katastrophenmeldungen. Eine Reihe von irreversiblen Zerstörungs- und Selbstzerstörungsprozessen in der Natur entfalten sich. Sie stellen das Überleben der Menschen in immer mehr Regionen in Frage. Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!

Die Hauptverantwortlichen für diese Entwicklung sind die internationalen Übermonopole. In ihrer Jagd nach Maximalprofit gehen sie gnadenlos und wider
besseren Wissens über den dringend nötigen Umweltschutz und akut gebotene Sofortmaßnahmen hinweg.

Zig Millionen Menschen rebellieren gegen Umweltzerstörung und verhalten sich umweltbewusst. Die Menschheit will nicht in der Umweltkatastrophe untergehen! Doch welchen Weg müssen wir gehen, um das zerstörerische Treiben des Imperialismus zu beenden? Darauf gibt dieses Buch Antwort.

Notwendig ist ein gesellschaftsverändernder Kampf. Es braucht eine breite Bewegung für die Rettung der Menschheit. Der echte Sozialismus entspringt nicht mehr nur dem Klasseninteresse der Arbeiter. Er ist notwendig für das Überleben der Menschheit.

Der Gesamtausgabe beinhaltet die Bücher: 

  • Katastrophenalarm! Was tun gegen die Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?
  • Die gloabale Umweltkatastrophe hat begonnen!

Ergänzungsband zu dem 2014 erschienenen Buch »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?«. 

Warum dieses Buch im Wahlspot der MLPD von ARD und ZDF zensiert wurde

Leseprobe

Vorwort zur Gesamtausgabe

Vorwort zur vierten, verbesserten Auflage

Vorwort

I. Über die grundlegende Einheit von Mensch und Natur

1. Dialektik der Natur

2. Die Biosphäre – Grundlage des menschlichen Lebens

3. Weltanschaulicher Kampf um die grundlegende Einheit von Mensch und Natur

4. Marx’ und Engels’ grundsätzliche Kritik am Gothaer Programm

5. Allgemeine Geringschätzung der Umweltfrage in der Arbeiterbewegung

II. Kapitalismus und Umweltzerstörung

1. Untergrabung der natürlichen Lebensgrundlagen und Ruinierung der Arbeitskraft

2. Die Umweltkrise als Begleiterscheinung des Imperialismus

3. Die Umweltkrise als gesetzmäßige Erscheinung

III. Die drohende globale Umweltkatastrophe

A. Hauptmerkmale des Umschlags in die globale Umweltkatastrophe

A.1. Zerstörung der Ozonschicht

A.2. Beschleunigte Vernichtung der Wälder

A.3. Die heraufziehende Weltklimakatastrophe

A.4. Deutliche Zunahme regionaler Umweltkatastrophen

B. Neue Phase im Umschlag der Umweltkrise in die globale Umweltkatastrophe

B.5. Die drohende Gefahr umkippender Weltmeere

B.6. Die Zerstörung regionaler Ökosysteme und das Artensterben

B.7. Der rücksichtslose Raubbau an den Naturstoffen

B.8. Vermüllung, Vergiftung und Verschmutzung

B.9. Die unverantwortliche Nutzung der Atomenergie

C. Weitere Faktoren, die den Umschlag zur globalen Umweltkatastrophe beschleunigen

C.10. Zerstörerische Abbaumethoden bei der Förderung fossiler Rohstoffe

C.11. Der Mangel an sauberem Süßwasser

C.12. Überausbeutung der Arbeitskraft und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen

IV. Klassenkampf und Kampf zur Rettung der natürlichen Umwelt

1. Imperialistischer Ökologismus und imperialistische Umweltpolitik

2. Kleinbürgerliche Umweltbewegung und kleinbürgerlicher Ökologismus

3. Internationaler, antiimperialistischer Charakter im Kampf zur Rettung der natürlichen Umwelt

4. Eine neue Qualität der Umweltbewegung

5. Umweltpolitik im Sozialismus und Rückfall im bürokratischen Kapitalismus

6. Die Lösung der Umweltfrage im Sozialismus / Kommunismus


Einleitung zum Ergänzungsband

V. Der zwiespältige Charakter der UNO-Klimaberichte 2021–2023

VI. Von der globalen Umweltkrise zur globalen Umweltkatastrophe

VII. Wesentliche Merkmale der globalen Umweltkatastrophe

A. Die Entwicklung der bisherigen Hauptmerkmale der globalen Umweltkrise

A.1. Von der Klimakrise zur Weltklimakatastrophe

A.2. Die nachhaltige Zerstörung der Ozonschicht

A.3. Die Gefahr umkippender Weltmeere

A.4. Beschleunigte Vernichtung der Wälder

A.5. Das Artensterben und die Zerstörung von Ökosystemen

A.6. Der immer rücksichtslosere Raubbau an Naturstoffen

A.7. Neue Qualität der Vermüllung, Vergiftung und Verschmutzung der Biosphäre

A.8. Unverantwortliche Renaissance der Atomenergie

A.9. Regionale Umweltkatastrophen in neuer Quantität und Qualität

B. Neue Hauptfaktoren der globalen Umweltkatastrophe

B.10. Irreversible Störungen der Meeresströmungen und Jetwinde

B.11. Extremhitze und -kälte als unmittelbare Bedrohung des menschlichen Lebens

B.12. Die ungezügelte Ausbreitung von Waldbränden

B.13. Drohende globale Trinkwasserkatastrophe

B.14. Monopolistische Agrarindustrie gefährdet Umwelt und Ernährung der Menschheit

B.15. Umweltkatastrophe und Weltkriegsgefahr

B.16. Umweltpolitische Gefahren der imperialistischen Politik im Weltall

B.17. Die globale Umweltkatastrophe erzwingt riesige Fluchtbewegungen

VIII. Die proletarische Strategie und Taktik im Umweltkampf

1. Erweiterung der marxistisch-leninistischen Strategie

2. Die Weiterentwicklung der proletarischen Strategie und Taktik des Umweltkampfs

3. Die erweiterte Strategie und Taktik im Kampf um die Denkweise

4. Merkmale der neuen Qualität des internationalen Umweltkampfs

5. Der Aufbau des Sozialismus in der globalen Umweltkatastrophe

IX. Leitlinien für ein erweitertes Kampfprogramm der Sofort- und Schutzmaßnahmen gegen die globale Umweltkatastrophe

Anhang: Literaturverzeichnis

Die Umweltfrage ist heute zu einer der wichtigsten Zukunftsfragen der breiten Massen geworden. Mit größter Besorgnis nehmen wir immer häufiger auftretende und intensivere regionale Umweltkatastrophen wahr, die bereits heute Millionen Menschen die Existenzgrundlage oder gar das Leben kosten.

Die MLPD analysiert diese Entwicklung bereits seit den 1980er-Jahren kontinuierlich. 2014 erschien dazu das Buch »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?«, das ausgehend von den Lehren von Marx und Engels eine grundlegende und systematische Analyse der Umweltfrage vorlegte und Schlussfolgerungen für den proletarischen Klassenkampf und den Parteiaufbau zog. Es kam zu dem Schluss, dass sich die Welt bereits im beschleunigten Übergang in eine globale Umweltkatastrophe befindet. Früher als erwartet, schon Anfang 2023, stellten wir fest: Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen. Irreversible, sich selbst verstärkende und zunehmend unkontrollierbare Entwicklungen sind in Gang geraten, die die ganze Existenz der Menschheit in Frage stellen und die Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus noch dringlicher macht. Das erforderte eine Erweiterung und Ergänzung der bisherigen Analysen, was sich in einem Ergänzungsband zum »Katastrophenalarm! …« unter dem Titel »Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!« niederschlug. Das vor euch liegende Gesamtwerk enthält beide Schriften, die als Einheit zu verstehen sind.

Stefan Engel, März 2024

Bereits seit den 1980er-Jahren analysiert unser Redaktionskollektiv den fortschreitenden Prozess der Untergrabung der Einheit von Mensch und Natur im Kapitalismus. Im Jahr 2014 veröffentlichten wir das Buch »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?«. Darin wiesen wir nach, dass die in den 1970er-Jahren entstandene globale Umweltkrise zu einer Gesetzmäßigkeit in der Ökonomie des Imperialismus geworden ist. Die entscheidende Bedingung dafür war die Neuorganisation der internationalen kapitalistischen Produktion seit den 1990er-Jahren. Seitdem ist die Produktionsweise ausschließlich auf Maximalprofit und Weltmarktherrschaft ausgerichtet. Unter der Diktatur der internationalen Übermonopole ist sie bei Strafe ihres Untergangs an den fortschreitenden Raubbau an der natürlichen Umwelt gebunden.

Im Lauf der letzten Jahre hat diese gesetzmäßige Entwicklung die Qualität einer globalen Umweltkatastrophe angenommen. In dem Buch »Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft « haben wir im Februar 2023 qualifiziert, dass sie einen fortschreitenden Prozess der Zerstörung und Selbstzerstörung der Biosphäre eingeleitet hat. Die Menschheit befindet sich aufgrund dieser Entwicklung in einer latenten Existenzkrise. Die akute Weltkriegsgefahr, die 2022 mit dem Ukrainekrieg entstanden ist, verschärft diese Entwicklung. Sie geht mit der Gefahr eines Mensch und Natur vernichtenden atomaren Schlagabtauschs einher.

Aus dieser Entwicklung leitete das Buch »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?« bereits einschneidende Konsequenzen ab: Der Kampf zum Schutz der natürlichen Umwelt muss Bestandteil des weltweiten Klassenkampfs der Arbeiterklasse zur Überwindung des imperialistischen Weltsystems werden und der Umweltkampf der breiten Massen muss gesellschaftsverändernden Charakter annehmen.

Der qualitative Sprung zur globalen Umweltkatastrophe, den wir seit den 1980er-Jahren befürchten, hat früher eingesetzt als erwartet. Die Schlussfolgerungen sind umso dringlicher.

Die bürgerliche Umweltforschung und bürgerliche Politiker sind aufgrund dieser Entwicklung in eine offene Krise geraten. Wegen ihrer bürgerlichen  Klasseninteressen können oder wollen sie nicht begreifen, was inzwischen dramatische Tatsache geworden ist. Vielleicht sind einige von ihnen nur Opfer ihrer eigenen Schönfärberei und Manipulation der Wirklichkeit geworden. Immerhin herrschen in ihrer Politik und Naturwissenschaft die positivistische und pragmatische Denk- und Arbeitsweise vor. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie mehr über die tatsächliche Entwicklung wissen, als sie zugeben. Ob sie es wahrhaben wollen oder nicht: Sie geben die Menschheit mutwillig der Katastrophe preis, solange das allein herrschende internationale Finanzkapital als Hauptverursacher an der Macht bleibt.

Trotz des gewachsenen Umweltbewusstseins bewirken die Einflüsse der bürgerlichen Ideologie und der kleinbürgerlichen Denkweise, dass die Massen das Ausmaß der Entwicklung noch unterschätzen.

Es ist unbedingt erforderlich, die neue Ausgangslage vollständig zu begreifen, um die notwendigen Schlussfolgerungen für den internationalen Klassenkampf und die Rettung der Menschheit zu ziehen. Die breite Masse der Weltbevölkerung will nicht in der kapitalistischen Barbarei untergehen. Wir sind der festen Überzeugung, dass Hunderte von Millionen gegen das imperialistische Weltsystem aufstehen und eine sozialistische Gesellschaft unter der Leitlinie der Einheit von Mensch und Natur erkämpfen werden.

Unsere Analysen zur Entstehung der globalen Umweltkatastrophe veröffentlichen wir in Form dieses Ergänzungsbands zu dem Buch »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?«. Die dort getroffenen Grundaussagen sind weiterhin gültig und bilden die Ausgangssynthese für dieses Buch. Der damit entstandene neue Gesamtband der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG ist erneut Ergebnis eines kollektiven dialektischmaterialistischen Forschungs- und Erkenntnisfortschritts. Er stärkt den begründeten revolutionären Optimismus, dass und wie ein vollständiges Ausreifen der begonnenen globalen Umweltkatastrophe verhindert werden kann.

Stefan Engel, Oktober 2023

Seit seiner Herausgabe im März 2014 fand dieses Buch in drei verkauften Auflagen bereits 8 500 Käufer. Das Redaktionskollektiv erhielt aus der Leserschaft eine Reihe wertvoller Hinweise und Anregungen. So wies ein Agrarexperte darauf hin, dass nicht »Jauche«, sondern »Gülle« für die Überdüngung aus der Massentierhaltung verantwortlich ist. Auch wurde deutlich, dass die Quelle über den angeblichen Einsatz von Uranmunition in Afghanistan durch die Sowjetunion unseriös ist. Die vierte Auflage erscheint nun mit einer Reihe von Verbesserungen und Korrekturen, die allerdings an dem wesentlichen Gehalt des Buches nichts ändern.

Stefan Engel, September 2014

Die Umweltfrage ist ohne Zweifel im öffentlichen Bewusstsein angekommen. Weltweit wächst die Besorgnis über den Zustand der natürlichen Umwelt. Kein ernst zu nehmender Politiker, Medienschaffender, Unternehmer oder Gewerkschafter kann sich mehr erlauben, diese Frage zu ignorieren. Zu viele lokal und regional auftretende ökologische Katastrophen drangsalieren inzwischen die Menschheit.

In der öffentlichen Meinung wird der Eindruck erzeugt, die Umweltfrage sei bei den Herrschenden und ihren Regierungen in guten Händen. In Wirklichkeit aber waren sie seit dem Aufkommen der Umweltkrise Anfang der 1970er Jahre weder willens noch in der Lage, etwas Wirksames dagegen zu unternehmen. Stattdessen treibt die Menschheit ungebremst – ja sogar beschleunigt – auf eine globale Umweltkatastrophe zu. Diese hat das Potenzial, die Grundlagen jeglichen menschlichen Daseins zu vernichten. Die Verantwortung für diese Entwicklung liegt in erster Linie bei den internationalen Übermonopolen, die heute die gesamte Weltproduktion, den Welthandel sowie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in allen Ländern beherrschen.

Ein neues Umweltbewusstsein ist erwacht. Doch sein Niveau reicht bei Weitem nicht aus, die existenzielle Gefährdung der Menschheit in aller Konsequenz zu begreifen. In der öffentlichen Meinung werden einzelne Faktoren der Umweltkrise – etwa die drohende Klimakatastrophe – einseitig ins Blickfeld gerückt. Zugleich werden andere, nicht minder dramatische Probleme – wie das wachsende Ozonloch, die Zerstörung der Ökosysteme der Ozeane oder der Wälder – verdrängt oder verharmlost. Vor allem werden Zusammenhänge und Wechselwirkungen weitgehend ignoriert.

Ist es denn überhaupt denkbar, dass allein überzeugende Argumente die Verantwortlichen der kapitalistischen Profitwirtschaft dazu bringen können, diese Entwicklung zu stoppen? Ist es denkbar, dass die herrschenden internationalen Monopole plötzlich auf ihre Alleinherrschaft oder auf ihre exorbitanten Profite verzichten, nur um die Umwelt zu retten?

Das wird nicht geschehen! Im vollen Bewusstsein der tödlichen Risiken führen sie die Erde an die Umweltkatastrophe heran! Die Verhältnisse der kapitalistischen Konkurrenz verlangen heute von den internationalen Monopolen, bei Strafe ihres Untergangs, die Überausbeutung von Mensch und Natur auf die Spitze zu treiben.

Die sogenannte Umweltfrage ist längst zu einer höchst politischen Frage geworden. Welche Existenzberechtigung hat eine Gesellschaftsordnung, deren ganzes Dasein auf einer Mensch und Natur bedrohenden Grundlage ruht?

Statt irgendetwas Substanzielles gegen diese Bedrohung zu unternehmen, errichteten die Herrschenden ein ganzes System des imperialistischen und kleinbürgerlichen Ökologismus, um die gesamte Menschheit zu manipulieren. Mit Beschwichtigungen, Lügen, Vertuschung und Scheinlösungen versuchen sie, dem aktiven Widerstand der Massen vorzubeugen oder ihn zu zersetzen.

Dieses Buch lässt keinen Zweifel daran, dass die Menschheit die Umweltfrage nicht dem herrschenden Gesellschaftssystem überlassen darf. Sie wird sonst untergehen in der kapitalistischen Barbarei!

Auf der Basis einer Vielfalt konkreter Untersuchungen kommt das Buch zu der Erkenntnis, dass sich die Menschheit inzwischen mitten im fortschreitenden Übergang zu einer globalen Umweltkatastrophe befindet. Die Lösung der Umweltfrage erfordert heute einen gesellschaftsverändernden Kampf. Nur eine internationale sozialistische Revolution kann die soziale und die ökologische Frage lösen. Erstin einer sozialistischen Gesellschaft ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen bilden Mensch und Natur eine fruchtbringende Einheit. Erst in einer klassenlosen kommunistischen Gesellschaft wird die »Humanisierung der Natur« und die »Naturalisierung des Menschen« ihren relativen Abschluss finden, wie es Karl Marx formulierte.

Um dieses große Ziel zu erreichen, muss sich die Umweltbewegung ebenso wie die Arbeiterbewegung verändern. Auch die Revolutionäre in aller Welt müssen sich ändern, sie müssen ihre politische Strategie und Taktik erweitern und entsprechend den neuen Tatsachen höherentwickeln.

Das geht nicht ohne ernsthafte Diskussionen, ohne kritisch-selbstkritische Auswertungen und ohne Erkenntnisfortschritte in der Sache. Dieses Buch soll dazu eine Hilfe sein, ein Diskussionsbeitrag. Es ist ausdrücklich eine Streitschrift, die sich in die Strategiedebatte um die Lösung der Umweltfrage einmischt und entschieden Position bezieht. Ein Buch, das desillusionieren, aber vor allem mobilisieren und schöpferisch die Vision einer künftigen Gesellschaft zeichnen soll, in der die Umweltfrage tatsächlich gelöst werden kann.

Das Buch verficht einen hohen wissenschaftlichen Anspruch. Es stützt sich auf gründliche Recherchen, auf Fakten der bürgerlichen Wissenschaft, um ihnen kritisch die wesentlichen Erkenntnisse abzuringen und die dialektischen Zusammenhänge aufzudecken, die in der allseitigen Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur existieren.

Leitlinie dieses Buchs ist die dialektisch-materialistische Methode und die Theorie der grundlegenden Einheit von Mensch und Natur, die Karl Marx und Friedrich Engels bereits vor 170 Jahren entwickelt haben. Mit dem Aufkommen des Reformismus in der Arbeiterbewegung Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese Grundlagen verworfen, missachtet, ja systematisch verdrängt. Das wirkt sich bis heute negativ auf die Arbeiter- und Volksbewegung aus.

Neben der Würdigung der großartigen Erkenntnisse von Marx und Engels über die Dialektik von Mensch und Natur ist die streitbare Auseinandersetzung mit dem modernen Antikommunismus in der Umweltfrage ein Markenzeichen dieses Buchs. Auch verschiedenste Formen der Resignation, Verharmlosung, Vereinfachung oder Panik, die in der Umweltbewegung zu finden sind, werden weltanschaulich kritisiert.

Das Redaktionskollektiv dankt den über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sachkundig zu diesem Buch beigetragen haben. Dazu gehören Klaus Arnecke, Architekt; Dr. med. Günther Bittel, Facharzt für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin; Herbert Buchta, Diplombiologe und praktischer Tierarzt; Werner Engelhardt, Politologe; Adelheid Erbslöh, Diplombiologin; Oskar Finkbohner, Mitarbeiter der Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlicher Studien zur Arbeiterbewegung e.V.; Monika Gärtner-Engel, Diplom-pädagogin; Rainer Jäger, Lektor; Prof. Dr. Christian Jooß, Physiker; Dr. Hans-Ulrich Jüttner, Physiker; Christoph Klug, Diplompsychologe und Wissenschaftsjournalist; Prof. Dr. Josef Lutz, Physiker; Dr. med. Willi Mast, Facharzt für Allgemeinmedizin; Roland Meister, Rechtsanwalt; Dr. med. Dieter Stein, Facharzt für Allgemeinmedizin; Peter Weispfenning, Rechtsanwalt; Gerd Zitzner, Diplom-Agraringenieur.

Nicht zuletzt ist das Buch ein Ergebnis der kritisch-selbstkritischen Diskussion und Zusammenarbeit mit Aktivisten der Umweltbewegung und mit Revolutionären aus der ganzen Welt.

Der Titel der Buchausgabe – »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?« – soll den Ernst der Probleme ebenso bewusst machen wie die Dringlichkeit ihrer Lösung.

Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands befasst sich in diesem Buch nicht zum ersten Mal mit der Umweltfrage. Es setzt die Reihe REVOLUTIONÄRER WEG fort, die sich schon seit 1984 grundsätzlich und systematisch vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus aus mit der Umweltkrise beschäftigt. Es hebt aber die Erkenntnisse entsprechend den inzwischen eingetretenen Entwicklungen auf eine neue Stufe. Das Buch soll vor allem helfen, der Umweltfrage wieder einen festen Platz in der internationalen revolutionären und Arbeiterbewegung zu erobern.

Stefan Engel, März 2014

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

Rezensionen

Die PRT (Partido Revolucionario de los Trabajadores) schreibt:

Was Euer neues Buch angeht, so habe ich vor, ... (es) zusammen mit einigen anderen Genossen irgendwann im Laufe des Jahres zu studieren, denn wir haben hier in Spanien immer wieder schwere Dürreperioden, die auf die Misswirtschaft der bürgerlichen Regierung mit den Wasserressourcen zurückzuführen sind, und die Situation wird immer schlimmer. Die MLPD scheint eine der lautstärksten revolutionären Parteien in dieser Frage des Klimawandel-Notstands in der internationalen Szene zu sein, und ich hoffe, dass wir euch bei unserem nächsten Treffen eine fundierte Meinung sowohl zu diesem Thema als auch zu euren Veröffentlichungen geben können.

Wir haben derzeit einige Genossinnen und Genossen, die in Andorra leben, wo sie politische Arbeit leisten. Zu gegebener Zeit werden wir eine gründliche Analyse für dieses Land und die gemeinsamen Probleme mit dem katalanischen Teil der Pyrenäen erstellen, auf den wir unsere Tätigkeit ausweiten wollen. Das wird uns unweigerlich zum Thema Klimawandel und Umweltaktivismus führen, was eine klare marxistische Analyse dringend nötig hat“

Wir dokumentieren hier einen Beitrag von Prof. Dr. Jean Ziegler von der Homepage der Offenen Akademie

Prof. Dr. Jean Ziegler, Genf , Mitglied des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats, Mitglied des Beirats der Offenen Akademie, schrieb uns am 20.02.2024:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde!

Ich unterstütze Euer Vorhaben zur Durchführung der „Strategiekonferenz zur Rettung der Lebensgrundlagen der Menschheit“ aus vollem Herzen!

Der Ausbruch der globalen Umweltkatastrophe stellt das Überleben der Menschheit infrage. Ich kenne das Buch von Stefan Engel dazu. Es ist ausgezeichnet.
Wird sie nicht gestoppt oder eingedämmt, wird es verheerend für Milliarden Menschen sein. Dann kommt die Menschheit in die Barbarei. Das ist eine sehr ernste Sache.

Wir müssen beraten, wie das verhindert werden kann. Eure Überlegung, die Arbeiterschaft, Wissenschaftler und Umweltbewegung zusammen zu bringen ist dafür eine ausgezeichnete Idee. Das ist eine starke Kraft. Ich unterstütze das.

Man muss den Dingen auch auf den Grund gehen. Meine Überzeugung ist, dass die Ausbeutung von Mensch und Natur überwunden werden muss.

Leider kann ich nicht persönlich an der Konferenz dabei sein.

Ich bin froh, dass es Euch gibt und ihr eine so bedeutende Arbeit macht.

Ich wünsche Euch allen aus vollem Herzen viel Erfolg!
Es grüßt Euch herzlich voller Solidarität und Bewunderung

Euer Jean Ziegler

https://offene-akademie.org/prof-jean-ziegler-unterstuetzt-den-aufruf-der-strategiekonferenz-2024-zur-rettung-der-lebensgrundlagen-der-menschheit/

In den USA vertrauen heute weit weniger Menschen der Wissenschaft als noch vor der Corona- Pandemie, so lautet das Ergebnis einer Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center in Washington. In Deutschland vertrauen gemäß Wissenschaftsbarometer 2023 noch 56 Prozent der Befragten der Wissenschaft und Forschung. Damit ist der Vertrauensverlust gegenüber den Jahren vor Corona zwar geringer als in den USA, doch vorhanden. In Österreich spricht man von zunehmender Wissenschaftsskepsis. Oft wird die Frage gestellt: Ist die Wissenschaftsskepsis gerechtfertigt?

Liest man das Buch „Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft“, welches, wie die Einleitung verrät, das „Produkt der kollektiven Weisheit eines großen Teams sachkundiger, kritischer und wissenschaftlich denkender“ Menschen ist, ist man versucht, die Frage anders zu stellen:

Ist ein Vertrauen in die moderne Wissenschaft gerechtfertigt? Hat sich in der Gesellschaft bereits genug kritischer Geist entwickelt? Oder existiert nicht (leider) noch eine gewisse Wissenschaftsgläubigkeit, die medial von Mythen genährt wird, indem Naturwissenschaftler wie Physiker oder Mediziner als „neutrale Experten“ bezeichnet werden und Forschungsergebnisse als gesichert dargestellt werden?

Neben einer Einführung und einem Ausblick wird die Krise der verschiedenen Wissenschaftsgebiete wie Physik, Biologie, Umweltforschung, Ingenieurwesen, Medizin und Psychologie jeweils separat in einem Kapitel ausgeleuchtet. Dabei ist es eine Stärke des Buches, analoge Mechanismen wie z.B. positivistische und pragmatische Herangehensweisen, idealistische Deutungen, unnütze Großprojekte und Raubbau an natürlichen Ressourcen als auch die Eigennützigkeit und Abhängigkeit von Forschenden herauszuarbeiten, sodass in der Tat so etwas wie das generelle Bild einer „Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft“ entsteht. Fundiert wird anhand von Beispielen und aussagekräftigen, oft historischen und zum Teil warnenden Zitaten erzählt, warum sich eine Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft entwickeln musste und worin sie besteht.

Wer sich weiterbilden möchte und ein gesundes Maß an Skepsis gegenüber dem Wissenschaftsbetrieb und seinen Ergebnissen erwerben möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Benötigen wir eine (oft als umweltschonend deklarierte) Digitalisierung mit 5G, Totalüberwachung usw. überhaupt, die in Wahrheit Sozialsphäre, Muße, das natürliche Denken und die Umwelt zerstört? Benötigen wir eine Gen- und Medizinforschung, die das Maß verloren hat, indem Natürlichkeit durch Künstlichkeit ersetzt wird? Oder eine idealistisch geprägte Physik, die am CERN aufwändig nach Spekulationen wie Gravitonen und Gottesteilchen sucht?

Das Buch ist ein fundierter Aufruf zu mehr kritischem Geist. Wissenschaftsgläubigkeit wird dann fatal, d.h. mensch- und naturzerstörerisch, wenn sie auf eine Wissenschaft trifft, die im Interesse des Geldes und Kapitals agiert, z.B. im Interesse der Pharmaindustrie, der Großkonzerne, der zunehmenden Ausbeutung von Natur und Mensch oder der weltweiten Überwachung.

Dieses Buch ist in seiner Analyse sehr umfassend. Es untersucht nicht nur das Klima, sondern alle Seiten der sich entwickelnden Umweltkatastrophe: Meeresströmungen, Ozonloch, Vermüllung der Meere.... Besonderen Wert wird auf die Zusammenhänge der verschiedenen Einzelkrisen und die quantifizierte Bewertung gelegt. In dieser wissenschaftlichen Herangehensweise ist das Buch einmalig.

Beim Klima sind Kipppunkte überschritten mit dem Auftauen der Permafrostböden und dem Abschmelzen der Polkappen. Dies ist nicht wieder rückgängig zu machen. Die Bewertung, dass die globale Umweltkatastrophe damit begonnen hat, ist richtig.

Bereits im Dezember 2020 hatte die Offene Akademie mit meiner Mitwirkung die Stellungnahme »Einspruch: Es gibt kein Restbudget mehr!« veröffentlicht, diese wird auch zitiert. Verschiedene Regierungen und Einrichtungen sprachen nach dem Pariser Klimaabkommen von einem »Restbudget« an CO2, welches die Länder noch emittieren dürften. Wir wiesen nach, dass die Restbudgetberechnungen die Klimaerwärmung signifikant unterschätzen und es dieses Restbudget nicht mehr gab. Durch die Politik des Verkündens von Zielen bei Verzicht auf wirksame Taten hat sich das seither verschlimmert. Wir sind schon sehr nahe an den damals deklarierten angeblich tolerierbaren 1,5 Grad Erderhitzung.

Nach der Weltklimakonferenz COP 28 hat eine regelrechte Verharmlosung eingesetzt. Der Wissenschaftler Markus Rex, der als Leiter der Polarstern-Expedition erschütternde Fakten über die Eisschmelze und Zerstörung der Ozonschicht mitbrachte, äußerte: »Die Vorstellung, dass die Menschheit aufhört zu existieren, wenn wir jetzt nicht sofort alles runterfahren, die ist irrational .... Der Weltuntergang ist nicht nahe, ...« (Süddeutsche Zeitung 23. Oktober 2023). Also dass alles schon nicht so schlimm werden wird? Jedem ernsthaften Wissenschaftler müsste klar sein, dass die ungebremste Entwicklung der jetzt eingesetzten globalen Prozesse nicht nur Millionen, gar Milliarden von Menschenleben kosten wird und eine gigantische Fluchtbewegung auslöst, sondern dass in der Konsequenz die Existenzgrundlagen der Menschheit auf dem Spiel stehen.

Herunterspielen, weil bei den Umweltgipfeln, wie schon immer, nichts herauskommt? In der Tat sind diese zu Veranstaltungen geworden, wo die Profiteure der CO2-Emissionen verhandeln, wie sie aus der durch sie hauptsächlich verursachten Misere noch mehr Profite herausschlagen können. Wir hatten in unserer genannten Stellungnahme auch gezeigt: im Jahr 2015 verursachten 100 internationale Konzerne 71% der globalen industriellen CO2 Emissionen. Unter unseren 149 Unterzeichnern, darunter auch Spezialisten aus Konzernen, hatten wir eine intensive Diskussion: Muss man den Kapitalismus abschaffen, um die Menschheit zu retten? Das wird nun im vorliegenden Buch nochmals eindrücklich nachgewiesen. Die Überausbeutung der Natur ist für die weltbeherrschenden internationalen Konzerne eine ökonomische Notwendigkeit geworden, und ohne die wollen sie nicht existieren, oder können gar nicht, bei Strafe des Hintertreffens gegen die Konkurrenten.

Lieber den Kopf in den Sand stecken? Nein, wir sind in einem Wettlauf mit der Zeit. Es muss darum gehen, das Tempo der Entfaltung der globalen Umweltkatastrophe zu verlangsamen, das Fortschreiten irreversibler Prozesse abzudämpfen und noch nicht irreversibel gewordene Prozesse zu stoppen oder umzukehren. Das Buch ist ein Ergänzungsband zu dem schon im Jahr 2014 erschienenen Titel »Katastrophenalarm—die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur«. Die Autoren des aktuellen Buches sind führende Mitglieder der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Ihre Konsequenz, dass der Kapitalismus beseitigt und eine wirkliche sozialistische Gesellschaft errichtet werden muss, ist schlüssig und gut belegt. Ein Zusammengehen von Umwelt- und Arbeiterbewegung ist notwendig. Das Buch entwickelt zahlreiche Vorschläge, die im Kampf gegen die Verursacher und Profiteure durchgesetzt werden können und müssen. Der Untergang der Menschheit in einer globalen Umweltkatastrophe ist kein unausweichliches Schicksal – auch jetzt nicht! Aber es wird Zeit, andere Seiten aufzuziehen, jegliche Illusionen in eine Fortschrittsfähigkeit dieses imperialistischen Gesellschaftssystems aufzugeben und die Hauptverursacher in die Schusslinie zu nehmen.

Prof. Dr. Josef Lutz ist einer der Sprecher der Offenen Akademie



Umwelt, Politik und Gesellschaft

Bereit 2014 erschien das von einem Autorenkollektiv unter der Leitung von Stefan Engel verfasste, in Form und Inhalt neuartig konzipierte Buch: »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?«

Dieses Buch enthält grundlegende Erkenntnisse zur Entwicklung und zu den gesellschaftspolitischen Hintergründen des Zustandes der Umwelt und den durchweg negativen Tendenzen. Es kann auch als eine Aufarbeitung von Defiziten sozialistischer Politik verstanden werden, überwiegend wiederum ein Verdienst von Personen aus dem Umfeld der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD).

Mit dem jetzt erschienenen Ergänzungsband »Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!« erfolgen eine Aktualisierung, vertiefende Analysen und Begründungen, insbesondere auf der Basis einer weiteren aktuellen Publikation, in der die Rolle der bürgerlichen Naturwissenschaften hinterfragt wird, dem Buch »Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft«, erschienen Anfang 2023. Der Ergänzungsband nimmt deshalb auch teilweise kritisch Bezug zu verschiedenen früheren Publikationen einzelner Autorinnen und Autoren des bürgerlichen Lagers. Positiv hervorgehoben werden Rachel Carson, eine Pionierin des Schutzes unserer Lebensgrundlagen, die in den 1960er Jahren in ihrem Buch »Der stumme Frühling« zeitig eindringlich über die Gefahren des Pestizideinsatzes informierte, und prinzipiell auch der Club of Rome, der Anfang der 1970er Jahre den Bericht »Die Grenzen des Wachstums« veröffentlichte. Beide Publikationen hatten kurzzeitig einen bemerkenswerten Einfluss auf die politische Debatte. Ein weiterer Akteur, dessen Wirken positiv bewertet wird, ist der ganzheitlich orientierte deutsche Forstwissenschaftler, Peter Wohlleben. Darüber hinaus werden einige Autoren bedeutender Arbeiten zitiert. Differenzierte Kritik gilt unter anderen dem Weltklimarat (IPCC), der UN und auch den Nichtregierungsorganisation Fridays for Future oder Campact. Die zahlreichen traditionellen Umwelt-, Naturschutz- und Tierschutzorganisationen sowie Bürgerinitiativen werden nicht besonders erwähnt. Erste Naturschutzorganisationen gründeten sich bereits Ende des 19. Jahrhundert, Bürgerinitiativen entstanden in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ihre Arbeit wird also auch nicht kritisiert, ihre politische Rolle jedoch ebenso wie die vieler Wissenschaftler offensichtlich als eher systemstabilisierend betrachtet. Den neuen Gesamtband beschreiben die Autorinnen und Autoren als Ergebnis dialektisch-materialistischer Forschungs- und Erkenntnisfortschritts.

Die Titelwahl kann Verwunderung auslösen, soll sicher die Tatsache der in den letzten Jahrzehnten deutlicher gestiegenen, besonders der als global zu betrachtenden Umweltprobleme in den Focus rücken. Grundsätzlich bleibt es problematisch, Begriffe wie »Krise« und »Katastrophe«, die durchaus ebenso von anderen Autoren verwendet werden, exakt zu definieren. Auch zur politischen und psychologischen Wirkung solcher Begriffe gibt es zumindest unterschiedliche Bewertungen. Die Hauptprobleme sind die fortschreitenden, weitgehend an ungleichen Machtverhältnissen gebundenen massiven, in den letzten Jahrzehnten noch verstärkten Energie- und Gesamtressourcenverbräuche mit ihren negativen Auswirkungen auf die Landschaften und die Böden, auf die Luft, die Gewässer, auf Tiere und Pflanzen und auf die betroffenen Menschen. Hinzu kommen enorme monetäre Belastungen. Zum Artensterben sind in den letzten Jahren spezielle Publikationen, wie »Das Ende der Evolution« von Matthias Glaubrecht, erschienen.

Die Auswirkungen auf Natur, Umwelt und auf Menschen können in den verschiedenen Regionen der Welt, aber auch lokal, sehr unterschiedlich sein. Deshalb sind differenzierte Betrachtungen notwendig. Viele Entwicklungen sind nur schwer durchschaubar, viele Entscheider sind selbst überfordert und haben zudem meist wenig Interesse an Transparenz, die, zur Sicherung ihrer Macht und Profitinteressen, deshalb durch Propaganda verhindert werden soll. Dies gilt prinzipiell auch für Gegen- und Schutzmaßnahmen, deren Wechselwirkungen nicht erkannt oder missachtet werden und deshalb zu neuen Problemen oder zur Verlagerung von Problemen führen.

Zu den Begrenzungen von negativen Auswirkungen wirtschaftlicher Tätigkeiten zeigt das Buch zahlreiche Möglichkeiten und Notwendigkeiten auf. Dies sind insbesondere die internationale, sozialistische Ausrichtung, die Förderung einer bewussten Lebensweise im Einklang mit der Natur, der Auf- und Ausbau einer umfassenden Kreislauf- und Regionalwirtschaft, die Zurückdrängung der monopolistischen Agrarwirtschaft mit ihrer industriellen Fleischproduktion und der Monokulturen, die Umsetzung von Renaturierungskonzepten, der Widerstand gegen Krieg und Vertreibung. Darüber hinaus werden zahlreiche konkretere Maßnahmen genannt und beschrieben. Entscheidend ist selbstverständlich die Umsetzung der Strategien und Maßnahmen. Dabei ergibt sich das grundsätzliche Dilemma, dass kleine und mittlere Maßnahmen eher zur Stabilisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse beitragen, umfassende Maßnahmen prinzipiell nur durch gesellschaftliche Transfomationen, gesellschaftsverändernden Kämpfe, gelingen können. Die Schlussfolgerung wäre eine abgestimmte Doppelstrategie möglichst vieler Akteure, die sich durchaus aus den Inhalten des Buches ableiten lässt.

Da die Rolle der Wissenschaften ist zweifelhaft, unzureichend und sie bewegt sich sogar in die falsche Richtung, wie besonders deutlich der Einsatz von Pestiziden zeigt, der in den besprochenen Publikationen ausführlich dargestellt wird. Auch deshalb ist es außerordentlich wichtig, ja unverzichtbar, Laien, insbesondere Betroffene, in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Dies muss in offenen Diskursen mit echter Mitbestimmung geschehen. Der Mangel an Transparenz und die Nichtberücksichtigung von Betroffenen, von Arbeitnehmern, von Vertretern des Natur- und Tierschutzes ist eklatant. Insbesondere zur Energiefrage sind dauerhafte und unproblematische Lösungen selbst dann nicht vorhanden, wenn der Wachstumsfetischismus halbwegs beherrscht werden kann. Deshalb geht es schließlich darum, den gesamten Ressourcenverbrauch drastisch zu reduzieren, einschließlich des Flächenverbrauchs, um zumindest die Nahrungsmittelversorgung und die Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen zu sichern. Die beabsichtigte Durchführung einer neuen Umweltkonferenz könnte dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Es kommt allerdings darauf an, eine richtige Auswahl von Themen und Akteuren zu treffen.


Klaus Peters

Engel, Stefan / Gärtner-Engel, Monika / Fechtner, Gabi: »Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen«, 131 Seiten, 2023, 14,50 Euro



Übersetzungen und Bücher aus der Buchreihe