Klassiker des Marxismus-Leninismus

Josef Stalin

Am 5. März 1953, starb Josef Stalin, der fast 30 Jahre lang in verantwortlichen Leitungsfunktionen die Geschicke der sozialistischen Sowjetunion leitete. Anlass für die bürgerlichen Massenmedien, mit Sondersendungen und Artikeln antikommunistische Hetztiraden zu verbreiten und Stalin beispielsweise als „roten Diktator“ mit Hitler gleichzusetzen und zu verunglimpfen.

Vor allem eines soll diese Art „Berichterstattung“ erzeugen: eine tiefe Skepsis, ob eine sozialistische Gesellschaftsordnung überhaupt denkbar und realisierbar ist. Kein anderer revolutionärer Führer wurde bereits in der Vergangenheit so sehr zum Hassobjekt der kapitalistischen Welt wie Stalin. Als überragender Sieger im II.Weltkrieg und Bezwinger des Hitler-Faschismus demonstrierte er die Überlegenheit des Sozialismus über den Kapitalismus. Zugleich beging er jedoch beim Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion tragische Fehler. Sie wurden ausgenutzt von den kleinbürgerlich- entarteten Bürokraten, die nach seinem Tod die Macht ergriffen und sich 1956 zur neuen herrschenden Klasse emporschwangen. Sie ersetzten den Marxismus-Leninismus durch den modernen Revisionismus und zerstörten den Sozialismus. Die MLPD hat seit ihrem Bestehen die Verdienste Stalins verteidigt und zugleich vor allem aus seinen beiden Hauptfehlern Lehren für einen neuen Anlauf im Kampf für den echten Sozialismus gezogen. Einen Überblick zum selbständigen Weiterlesen bieten die Literarurhinweise auf dieser Seite.

"Jeder muß begreifen, welch riesiger Fortschritt die sozialistische Sowjetunion unter Führung von Lenin und Stalin in der Menschheitsgeschichte war. Anders ist gar nicht zu erfassen, was es bedeutete, dass ausgehend vom XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion eingeleitet wurde. Es war eine historische Katastrophe für die Menschheit …"

(Rede des Vorsitzenden der MLPD, Stefan Engel, auf der Gedenkveranstaltung zum 10. Todestag von Willi Dickhut am 9. Mai 2002 (in: „Ich habe mein Leben lang gekämpft“, Dokumentation der Veranstaltungsreihe zum Lebenswerk von Willi Dickhut, S. 31, 20 Euro)

"Die MLPD erkennt die großen Leistungen des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion und in der DDR an. Die Verdienste des Sowjetvolks bei der Zerschlagung des Hitlerfaschismus sind unvergänglich. Gegen den erbitterten Widerstand der inneren und äußeren Feinde hat Stalin nach dem frühen Tod Lenins die Sowjetunion entschlossen auf dem sozialistischen Weg weitergeführt. Dabei wurde jedoch der notwendige ideologische Kampf gegen die kleinbürgerliche Denkweise vernachlässigt und auf die Mobilisierung der Massen gegen die kleinbürgerlich entarteten Vertreter der Bürokratie verzichtet.

Das waren die beiden Hauptfehler Stalins. Zur Gewährleistung einer unbeschwerten Kontrolle, in erster Linie gegenüber dem Zentralkomitee der Partei, wurde 1923 unter Führung Lenins eine unabhängige Zentrale Kontrollkommission eingeführt. Es war Ausdruck der Unterschätzung der Gefahr der Restauration des Kapitalismus, als unter Stalin 1933 die Zentrale Kontrollkommission ihren unabhängigen Charakter verlor. Stattdessen wurde der Kampf gegen bürokratische Misswirtschaft und Sabotage mit einem selbst bürokratisierten Geheimdienst und einseitig mit administrativen Methoden geführt. Die bürokratisch-zentralistischen Führungsmethoden in der Partei-, Wirtschafts- und Staatsführung wurden nicht angetastet. Aufgrund falscher Anschuldigungen wurden auch unschuldige Menschen hingerichtet oder zu Freiheitsstrafen verurteilt."
(„Programm der MLPD“, S. 44, 2 Euro)

(Aus Rote Fahne 09/2003 anlässlich des 50. Todestages von Josef Stalin)

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