8. Mai

8. Mai

Jede wirkliche Befreiung war und ist nur im Kampf gegen den Antikommunismus möglich

Mehrere tausend Menschen gedachten am 8. und 9. Mai des 75. Jahrestages der Befreiung vom Hitler-Faschismus bei mindestens 50 öffentlichen Kundgebungen, Kranzniederlegungen und anderen Gedenkaktivitäten.

Sie machten deutlich: Man kann den 8. Mai nicht vor allem ins Internet verlagern, wie es von den offiziellen Stellen meist gemacht wurde. Der Gedanke des 1. Mai, dass man gerade in Corona-Zeiten öffentlich Flagge zeigen muss, setzt sich durch. Natürlich unter strikter Beachtung des Gesundheitsschutzes. An einem größeren Teil der Orte war die Initiative für die Aktivitäten von MLPD und Internationalistischem Bündnis ausgegangen. Teils gab es breite Aktionseinheiten, besonders in Ostdeutschland, mit Gliederungen der IG Metall, von VVN-BdA, Linkspartei, solid, DKP ... bis hin zu einzelnen Bürgermeistern und Oberbürgermeistern. Ältere und jüngere Antifaschisten, Demokraten, Kommunisten, Delegationen aus großen Betrieben, couragierte Frauen, rebellische Jugendliche und Migranten und Flüchtlinge gedachten gemeinsam und meist gleichberechtigt.

Einhellig verurteilt wurden die Attacken von ultrarechts. Wenn jemand wie AfD-Mann Gauland den 8. Mai als Tag der „absoluten Niederlage" ansieht, zeigt das nur, wie sehr er sich mit dem Kern des Hitler-Faschismus identifiziert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte den Charakter des 8. Mai als Tag der Befreiung. Er beschönigte aber die gesellschaftliche Entwicklung, indem er behauptete, seit 1945 wäre in Deutschland stets die Demokratie weiter ausgereift. Dass auch heute in Deutschland Kommunisten diskriminiert und aus der Öffentlichkeit verbannt, aus Gewerkschaften geworfen und weltanschaulich unterdrückt werden, dass in den letzten Monaten demokratische Rechte und Freiheiten abgebaut wurden wie noch nie seit dem II. Weltkrieg: kein Wort der Kritik oder gar Selbstkritik! Die MLPD brachte in die Diskussion des 8. Mai besonders den Gedanken ein, dass man, ohne gegen den Antikommunismus zu kämpfen, auch nicht den Anfängen von Faschismus wehren kann und dass eine wirkliche gesellschaftliche Befreiung auch eine Befreiung vom Antikommunismus erfordert!

Dazu führte Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD, auf der Kundgebung in Gelsenkirchen aus: „Der Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus ist ein Tag des historischen Siegs der sozialistischen Gesellschaftsordnung über die brutalste Form der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Dieser Jahrestag ist auch ein Tag der Niederlage des Antikommunismus in seiner faschistischen Variante. Deshalb ist diese Feierlichkeit auch Teil unserer Bewegung unter dem Motto 'Gib Antikommunismus keine Chance!' Denn auch heute müssen wir diesen Tag begehen im Kampf gegen den Antikommunismus, der die geschichtlichen Tatsachen leugnet: Denn die entscheidende Kraft waren - sowohl für das Zustandekommen der Anti-Hitler- Koalition - als auch für den aufopferungsvollen Kampf zur Befreiung vom Hitler-Faschismus - das Sowjetvolk und die Rote Armee. Also ein sozialistisches Volk und eine sozialistische Armee. Und selbstverständlich standen diese damals unangefochten unter Führung von Josef Stalin."

Gabi Fechtner hob hervor, wie absurd antikommunistische Denkverbote sind, wenn viele bürgerliche Politiker inzwischen von Befreiung, aber nicht von den Befreiern sprechen. Oder wenn sie die Rolle der UdSSR unterschlagen, weil sie damals sozialistisch war und unter Führung Stalins stand.

Rote Fahne 10/2020

75 Jahre Befreiung vom Hitler-Faschismus – ein Sieg des Sozialismus

48 Seiten

ab 2 €

mehr Infos

Jetzt Bestellen

Jetzt abonnieren

Stefan Engel, Leiter des theoretischen Organs der MLPD, Revolutionärer Weg, ergänzte: „Wir befinden uns in dieser Weltwirtschafts- und Finanzkrise und Corona-Krise in einer Situation, die auf eine gesamtgesellschaftliche Krise des imperialistischen Weltsystems zusteuert. Noch nie seit dem II. Weltkrieg hat das imperialistische Weltsystem in einer solchen tiefen Krise gesteckt. Nicht umsonst wird bereits eine NATO-Strategie zur Niederschlagung von revolutionären Aufständen und Kämpfen in allen Ländern der Welt vorbereitet. Und da spielt der Antikommunismus eine wichtige Rolle: Ob wir uns dagegen zur Wehr setzen, ob wir in dieser gesamtgesellschaftlichen Krise die Massen gewinnen können. Der Sozialismus ist keine Gewaltgesellschaft, der Sozialismus ist eine befreite Gesellschaft, und zwar befreit von Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, in der die Umwelt geschützt wird."

Ausführliche Berichte rund um den 8. Mai, von örtlichen Aktivitäten, einen Livestream der Gelsenkirchener Veranstaltung finden Sie hier.

In der Anlage einige Fotos der Aktivität in Gelsenkirchen.

Hier finden Sie Informationen zur Bewegung 'Gib Antikommunismus keine Chance'.