Lea Weinmann

Lea Weinmann

Lea Weinmann stellt sich vor

Lea Weinmann stellt sich vor
Lea Weinmann

Ich bin 36 Jahre, in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen und arbeite seit meinem 16. Lebensjahr als Mechatronikerin. Nach zehn Jahren intensivem Kampf gegen die Werkschließung von OPEL Bochum – in dem mein Mann seit seinem 16. Lebensjahr arbeitete – sind wir 2015 vom Ruhrgebiet nach Thüringen gezogen. Nach 28 Jahren Wiedervereinigung sind Unterschiede zwischen Ost und West bei Arbeitszeiten, Löhnen und Renten immer noch alltäglich. Ein Konzern wie Siemens mit 25 Milliarden Euro Bruttoergebnis vom Umsatz im Jahr hat vor 200 von 550 Arbeitsplätzen in Erfurt zu vernichten und damit die Ausbeutung der restlichen Belegschaft zu steigern. In Städten wie Erfurt und Jena ist die Miete kaum noch bezahlbar – Tendenz dramatisch steigend. Schüler müssen ein Schuljahr wiederholen, weil nicht ausreichend Lehrer eingestellt wurden. Faschistische Gruppen konnten hier unter den Augen des Verfassungsschutzes Jahrelang ihr Unwesen treiben und wurden sogar finanziell von ihm unterstützt. Durch diese Rechtsentwicklung der Regierung und der
bürgerlichen Parteien nimmt auch die doppelte Ausbeutung und die Unterdrückung der Frauen zu. Frauen werden in Deutschland nach wie vor um 21% weniger bezahlt als Männer. 85% der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Jeder dritten Frau droht Altersarmut – besonders im Osten Deutschlands.

Über alle Kanäle verbreitete Schönheitsideale attackieren das Selbstbewusstsein von Mädchen und Frauen. Um für die besonderen Anliegen der Frauen und Familienangehörigen der Bochumer Opel-arbeiter und -Arbeiterinnen einzustehen, organisierte ich mich 2012 im Frauenkomitee BASTA! Damit wurden wir zu einer wichtigen Verbindung zwischen den Arbeiter*Innen im Betrieb und den Familien, Jugendlichen, Kulturschaffenden, Lehrern, Kleingewerbetreibenden, usw. im Stadtteil und weit darüber hinaus.

Ich bin glühende Antifaschistin und Internationalistin. Anstatt die Grenzen dichtzumachen und Tausende im Meer ertrinken zu lassen, stehe ich für echte Fluchtursachenbekämpfung! So war ich 2015 eine von 177 Brigadisten in Kobanê/Nordsyrien – ein Projekt der ICOR1 – mitten im Kriegsgebiet. Gemeinsam mit der kurdischen Bevölkerung haben wir eine Geburtsklinik gebaut, in der heute pro Monat 400 bis 500 Babys geboren
werden. Ein wichtiges Signal für die vom IS-Faschismus völlig zerstörte Region!

Als klassenbewusste Arbeiterin bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass wir den gesellschaftlichen Problemen grundsätzlich an die Wurzel müssen. Acht Menschen auf der Welt besitzen heute so viel wie 50% der Erdbevölkerung! Ein Widerspruch, den wir nur lösen werden, wenn wir den Kapitalismus revolutionär überwinden. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der die Ausbeutung von Mensch und Natur abgeschafft ist und damit auch jegliche Unterdrückung und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts überwunden wird. Für mich ist das der echte Sozialismus. Das bedeutet nicht, dass ich die DDR zurück will. Wir müssen die Lehren ziehen aus den Errungenschaften des sozialistischen Aufbaus, als auch aus den Fehlern, die damals gemacht wurden. Das ist keine ein fache Aufgabe und erfordert, dass noch viel mehr Menschen selbst aktiv werden und sich zusammenschließen.

Geben Sie mir Ihre Stimme, weil Protest links ist. Machen Sie selbst mit, weil jetzt der richtige Zeitpunkt ist, selbst einzugreifen!