Willi-Dickhut-Museum

Willi-Dickhut-Museum

Willi Dickhut – Vorbild und Orientierung im Linkstrend

Das Willi-Dickhut-Museum in Gelsenkirchen hat eine neue Leitung – und die hat sich auch neue Ziele gesteckt. Christoph Gärtner erklärt sie im Einzelnen

Willi Dickhut – Vorbild und Orientierung im Linkstrend
Der Solinger Arbeiter Willi Dickhut (1904 bis 1992)

Rote Fahne: Du bist neuer Leiter des Willi- Dickhut-Museums und der damit verbundenen „Bibliothek in der Horster Mitte“. Wie kam es dazu?

Christoph Gärtner: Walter Lindner, der Mitbegründer und langjährige Leiter unseres Museums, ist nach langer schwerer Krankheit im Frühjahr 2016 gestorben. Von der Mitgliederversammlung der Willi-Dickhut-Stiftung e. V. wurde ich einstimmig zum neuen Leiter gewählt. Ich bin Gründungsmitglied der Stiftung, habe das Museum in Teilen mit aufgebaut und hatte das große Glück, einige Jahre lang in Solingen mit Willi Dickhut politisch und persönlich zusammenzuarbeiten.

Welche Bedeutung hat das Willi-Dickhut- Museum heute?

Es gibt seit einigen Jahren einen eingeleiteten fortschrittlichen Stimmungsumschwung in Deutschland mit einem wachsenden Interesse an marxistisch-leninistischen Positionen. Der moderne Antikommunismus verstellt und erschwert aber manchen Leuten den Zugang dazu. Hier liegen die besondere Chance und der Auftrag unseres Museums. In anschaulicher Form wird am alltäglichen Leben, am jahrzehntelangen politischen Kampf und am theoretischen Werk von Willi Dickhut aus Solingen den Menschen ein relativ leichter Zugang zum Leben, zu den Kämpfen und dem Denken von Marxisten- Leninisten vermittelt. Eine besondere Anziehungskraft übt das Museum auf internationale Gäste aus. Als Höhepunkt ihres Besuches empfanden zuletzt zwei Genossen aus Kamerun das Willi-Dickhut-Museum. Sie waren im Juni zum ersten Mal zu Besuch bei der MLPD. Ins Gästebuch schrieben sie: „Eine Entdeckung einer Persönlichkeit, von der man sehr viel lernen kann und viele Dinge erfährt, um mit Erfolg den Weg zur internationalen Revolution zu beschreiten.“

Was habt ihr euch im Museum für die nächste Zeit vorgenommen?

Unser einzigartiges Profil muss öffentlich viel breiter und differenzierter für unterschiedliche Zielgruppen bekannt gemacht werden. Dazu haben wir die früher festen Öffnungszeiten ersetzt durch flexible Zeiten für gezielte Führungen, je nach Absprache mit unterschiedlichen Personengruppen und unterschiedlichen Schwerpunkten. Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution haben wir ein Medienpaket mit circa 80 Romanen, Bildbänden, politischen Sachbüchern und Filmen zusammengestellt, die bei uns ausgeliehen oder eingesehen werden können.

Tut sich auch bei eurer Bibliothek etwas Neues?

Wir werden die bisherige allgemeine Bücherei mit Belletristik, Krimis, Reisebüchern usw. auflösen. Stattdessen wird die „Bibliothek in der Horster Mitte“ konzentriert auf eine Bücherei des wissenschaftlichen Sozialismus: des Marxismus-Leninismus, aller Bücher und Dokumente von Willi Dickhut und der MLPD, Bücher zu Geschichte und Gegenwart der revolutionären und internationalen Arbeiterbewegung, Dokumente des sozialistischen Aufbaus – einschließlich belletristischer Werke dazu (Romane, Biografien usw.) sowie einer Mediathek fortschrittlicher Medien (CDs, DVDs, Hörbücher …). Diese Bücherei soll eine wissenschaftliche Leih- und Präsenzbücherei mit Studien- und Arbeitsmöglichkeiten vor Ort werden sowie Fachbücherei für die interessierte Öffentlichkeit, national und international mit online-Katalog usw. Da habt ihr euch aber viel vorgenommen? Allerdings! Und deshalb brauchen wir auch neue Kräfte – als Praktikanten oder Azubis, auch Rentner und andere Ehrenamtler, die uns beim Umbau dieser Bibliothek helfen. Und wir brauchen auch weitere Fördermitglieder und Lesemitglieder in der Bibliothek, um diesen Umbau und das gesamte Museum finanziell auf stabile Füße zu stellen. Vielen Dank und viel Erfolg!