Wie die Medien funktionieren – Massen­manipulation und ihre Grenzen

Wie die Medien funktionieren – Massen­manipulation und ihre Grenzen

Beispiel Smartphone: Über 1000 Kanäle erreichen die Medien jeden (Foto: pixabay / CCO)

Von wegen Meinungsvielfalt! Neben den drei großen Fernsehanstalten gibt es nur noch wenige Medienkonzerne in Deutschland (siehe Tabelle). Sie besitzen Zeitungen und Zeitschriften, Fernsehsender – und sind als E-Papers, Apps, Websites im Internet zu finden

Der Bertelsmann-Konzern ist in Europa die Nr. 1 und steht weltweit auf Rang 11 der größten Medienmonopole. Er ist Eigen­tümer von beziehungsweise beteiligt an über 1200 Firmen in mehr als 50 Ländern. Zeitschriften für mehr als 30 Länder, Druck­schriften, TV-Kanäle, Radiostationen und mehr als 500 internationale Internet-Angebote gehören zur Produktpalette. Der Konzern ist internatio­nal vor allem in den USA, aber auch stark in Brasilien, Indien und China vertreten. Internet-Teilnehmer nutzen Bertelsmann über Twitter, Facebook, Google+ und YouTube. Zum Aufsichtsrat gehören unter anderem Manager von Nestlé, Adidas, VW und Porsche, Daimler, BMW und E.on.

Einen Löwenanteil ihrer Profite machen die Mediengesellschaften mit der Werbung für andere Konzerne. Die Werbeeinnahmen betrugen 2016 bei den privaten Fernsehanstalten über vier Milliarden Euro, das sind etwa 90 Prozent des Umsatzes. Die Tageszeitungen nahmen 2,5 Milliarden Euro mit Werbung ein (33 Prozent). Bei den Internet-Portalen macht der Anteil etwa 90 Prozent aus.1 Fast vollständig von Werbung finanziert sind Facebook, Google usw. Google steigerte zwischen 2006 und 2016 seine Werbeeinnahmen von 10 auf 80 Milliarden US-Dollar.2

Die bürgerlichen Medien sind im Besitz von weltweit tätigen Monopolen und eng verflochten mit anderen internationalen Übermonopolen. Ihr Ziel ist ebenfalls die Profitmaximierung und die Eroberung der Vorherrschaft auf dem Weltmarkt. Sie sind daher grundsätzlich auf die Erhaltung des Kapitalismus und strikt antikommunistisch ausgerichtet.

Das ist bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht anders, auch wenn sie relativ geringe Werbeeinnahmen haben (etwa 20 Prozent). Die Ausrichtung geschieht hier vor allem über den Einfluss der bürgerlichen Parteien und Verbände. Unter den 49 Mitgliedern im Rundfunkrat des WDR befinden sich Vertreter sämtlicher Wirtschaftsverbände, 15 kommen von den bürgerlichen Parteien, der Rest sind Vertreter kapitalismuskonformer Gruppen.

Wie die Massenmanipulation funktioniert

„Das Denken und Handeln der Massen soll so beeinflusst werden, dass sie sich leicht beherrschen und in den Dienst der Monopole spannen lassen, ohne dass sie das merken.“ 3 Der Kern der Manipulation der öffentlichen Meinung besteht in der systematischen Verankerung einer kleinbürgerlichen Denkweise unter den Massen!

Die Wirksamkeit der Massenmanipulation hängt davon ab, dass sich die Medienschaffenden selbst eine entsprechende kleinbürgerliche Einstellung zu eigen machen; sich für ihre Karriere über eine „freiwillige“ Selbstzensur den herrschenden Denkschemata der bürgerlichen Demokratie unterwerfen.4

Eine wesentliche Methode ist, eine Unzahl von Eindrücken zu vermitteln, die alle nebeneinanderstehen und auf einen einstürmen. Man soll den „Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“. Bei aller scheinbaren Vielfalt werden wesentliche Bereiche ausgeklammert bzw. bewusst ausgegrenzt. Da die Inhalte im Internet nicht direkt im Zugriff der Besitzer sind, wird hier die Illusion einer unabhängigen und allseitigen Information genährt. Aber gerade dort ist die Methode der Vermischung von Tatsachen, interessanten Teiluntersuchungen, Halbwahrheiten und Lügen extrem aufgeblüht.

Eine weitere wesentliche Methode ist die Ablenkung, sowohl von gesellschaftlichen Problemen als auch von der eigenen persönlichen Situation. Diese Ablenkung geschieht unter anderem durch Unmengen an Spielen, mit denen man die Zeit totschlagen kann (oft auch mit reaktionärem Inhalt), durch TV-Serien mit Heile-Welt-Szenarien, aber auch durch ständige Schreckensnachrichten usw. Die tägliche Nutzungsdauer der Medien ist in den vergangenen 40 Jahren auf rund 9 Stunden angestiegen, mit wachsendem Anteil des Internets. 1970 waren es noch knapp 3,5 Stunden, 1980 rund 5 Stunden und 1990 circa 5,5 Stunden.5

Die Grenzen der Manipulation

Immer stärker geraten eigene Erfahrungen sowie die offener zutage tretende krisenhafte Entwicklung des Kapitalismus mit der Desinformation und der Vertuschung der gesellschaftlichen Ursachen in den Medien in Widerspruch zueinander. Außerdem wirkt die jahrelange Überzeugungsarbeit fortschrittlicher Kräfte, vor allem von Marxisten-Leninisten. Sie helfen, die eigenen Erfahrungen richtig zu verarbeiten, die Methoden der Massenmanipulation zu durchschauen und die Möglichkeiten der neuen Medien kritisch zu nutzen.

1 http://www.zaw.de/zaw/branchendaten/nettoumsatzentwicklung-der-werbetraeger/

2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/165473/umfrage/umsatzentwicklung-von-onlinewerbung seit-2005/

3 Willi Dickhut, Der staatsmonopolistische Kapitalismus in der BRD, Bd. II, III. Teil, S. 100

4 Siehe dazu: RW 26, Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung, S. 72 ff.

5 https://gedankenstrich.org/2014/01/nutzung-tagesaktueller-medien-nach-altersgruppen-20052013/

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