Fukushima: Die Lage spitzt sich zu

Sechs Jahre nach der Atomkatastrophe, dem Super-GAU von Fukushima, ist alles andere als Entwarnung angesagt

Am 9. Februar 2017 wurde im schwer beschädigten Reaktor 2 in Fukushima mit 650 Sievert pro Stunde die bisher höchste Radioaktivität seit dem Super-GAU am 11. März 2011 gemessen. Grund: Die Kernschmelze hat sich durch den Reaktor-Sicherheitsbehälter nach außen durchgefressen. Diese extreme Strahlung tötet einen Menschen innerhalb einer Sekunde. Über 1000 Tanks mit radioaktiv verseuchtem Wasser und vielen Lecks lagern auf dem Kraftwerksgelände. Jeden Tag laufen 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik. Die gravierenden Folgen für die Meeresökologie und die Menschheit sind noch nicht abzusehen.

Die bisherige Strategie des Kraftwerkbetreibers TEPCO, mit Robotern in den Reaktorruinen zu arbeiten, ist infrage gestellt: Der am 9. Februar eingesetzte Roboter war nach zwei Stunden durch die Strahlung zerstört. Inzwischen hat die japanische Regierung des reaktionären Ministerpräsidenten Shinzo Abe begonnen, radioaktiv belastete Erde und Materialien im Straßenbau zu „entsorgen“. Die aus den belasteten Regionen geflohenen Menschen werden zur Rückkehr gezwungen, die Kompensationszahlungen für Strahlen-Flüchtlinge werden jedoch 2018 allesamt eingestellt. Die Regierung hat dafür den Strahlen-Jahreshöchstwert von einem Millisievert kurzerhand auf 20 Millisievert pro Jahr heraufgesetzt!

Der Protest der japanischen Anti-Atom-Bewegung wird von den bürgerlichen Medien verschwiegen. Kämpferische Gewerkschaften wie Doro-Chiba und Doro-Mito rufen zu Arbeitsniederlegungen auf, wenn Arbeiten mit radioaktivem Material verlangt werden.

Die japanische Regierung will mit den Olympischen Spielen in Tokio 2020 vortäuschen, dass die Atomkatastrophe überwunden ist. Provokativ sollen auch in der Region Fukushima olympische Wettbewerbe ausgetragen werden. TEPCO selbst rechnet mit jahrzehntelangen Aufräumarbeiten, mit Kosten von 300 Milliarden Dollar.

Der 6. Fukushima-Jahrestag am Samstag, 11. März 2017, muss ein Zeichen der internationalen Solidarität von Arbeiter-, Umweltbewegung und kämpferischer Frauenbewegung setzen: Für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit! Beseitigung der Schäden nach den höchsten Standards und auf Kosten der Verursacher!

Die Aktivitäten zum internationalen Frauentag am und um den 8. März bieten auch Gelegenheit zum gemeinsamen Protest gegen die menschenverachtende imperialistische Atom- und Umweltpolitik.

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