In fast jeder Stadt der Türkei herrscht eine Art Krieg

Tugba Hezer aus Van wurde für die fortschrittliche HDP („Demokratische Partei der Völker“) im Juni 2015 als Abgeordnete ins türkische Parlament gewählt. Auch gegen sie liegt ein Haftbefehl vor

Als Mitte November 2016 neun der 59 Abgeordneten der HDP verhaftet wurden, war Tugba Hezer gerade in Europa, um über die Situation in der Türkei zu informieren. Sie besuchte am 25. November den Münchener Prozess gegen zehn Revolutionäre. Der Vorwurf: Mitgliedschaft in der TKP/ML.

Hier, sagt sie, gehe es nicht um Recht: es sei ein politischer Prozess. Der Mut, die aufrechte, unerschütterliche Haltung der Gefangenen, so Frau Hezer, kommen daher, dass in der Türkei viele Menschen schon seit Jahren hart gegen Unterdrückung kämpfen: „Es ist das Vertrauen darauf, dass es richtig ist, sich zu wehren, dass wir ein Recht darauf haben. Deswegen sind wir stark.“

„Viele ... haben mit ihrem Leben und Blut gezahlt“

Sie berichtet: Viele Revolutionäre, Demokraten, Frauen, Angehörige von Minderheiten haben mit ihrem Leben und Blut gezahlt. Aber jetzt, unter der faschistischen Diktatur Erdogans, ist es noch schlimmer geworden. Terror gibt es keineswegs nur in Kurdistan. Fast in jeder Stadt der Türkei herrscht eine Art Krieg gegen die Bevölkerung, oft mit Bomben und Waffen, in anderen Orten werden Häuser abgerissen.

Das Land wird verstaatlicht, darauf werden neue Häuser gebaut, in die dann Anhänger Erdogans gesetzt werden. Tausende sind verhaftet worden. In Cizre zum Beispiel hat die Armee in ihren Kellern verschanzte Menschen lebendig verbrannt. Und es gibt psychischen Terror. Allein in Van hat die Regierung fünf gewählte HDP-Bürgermeister abgesetzt und verhaftet.

Kundgebungen, Versammlungen, viele Zeitungen sind verboten, politische Rechte sind den Menschen genommen. Die restlichen Medien verbreiten nur Erdogans Propaganda und versuchen, die Menschen nach Nationen und Religionen gegeneinander zu hetzen. So wie bei Hitler. Die faschistische Diktatur jetzt ist so schlimm, dass keiner erwarten kann, dass die Menschen ein solches Leben hinnehmen.

Erdogan unterdrückt auch die Völker in anderen Ländern. Sein erstes Ziel ist, den Widerstand des kurdischen Volkes loszuwerden. Dafür unterstützt er auch faschistische Organisationen wie IS, Al-Kaida und Al-Nusra. Der IS ist eine Völkermordorganisation. Die ganze Welt hat aber auch Verantwortung für den Widerstand. Was im Aufbau des Gesundheitszentrums in Kobanê durch die ICOR-Brigaden geleistet wurde, sei – so Frau Hezer – für die Bevölkerung in der ganzen Welt wichtig, ein Symbol für den internationalen Zusammenhalt.

„Der Kampf in Rojava ... ist ein Beispiel“

Der Kampf in Rojava ist ein revolutionärer Kampf. Er ist ein Beispiel, wie ein demokratisches, gleichberechtigtes Leben von Nationalitäten, Religionen und von Mann und Frau erkämpft und aufgebaut wird. Das müsse weltweit verbreitet werden. Rojava brauche internationale Unterstützung.

Esslingen (Korrespondenz)

 

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