„Freiburg Cup“ – Initiative zur Abfallvermeidung

320.000 Pappbecher für Kaffee to go werden laut der Deutschen Umwelthilfe stündlich in Deutschland verbraucht und wandern in den Müll. Die Stadt Freiburg hat nun ein Pfandbecher-System – den „Freiburg Cup“ – eingeführt. Michael Broglin schildert, was es damit auf sich hat

Rote Fahne: Wie funktioniert der Freiburg Cup?

Michael Broglin: Die teilnehmenden Cafés erklären sich bereit, alternativ zum Pappbecher den Freiburg Cup anzubieten. Für den Pfandbecher zahlen die Kunden einen Euro Pfand, den leeren Becher können sie in allen teilnehmenden Geschäften wieder abgeben. Dort werden die Becher gespült und weiterverwendet. Wir versprechen uns davon eine Umweltentlastung durch das Einsparen von Verpackungsmaterial. Gleichzeitig leistet der Freiburg Cup einen Beitrag zur Sauberkeit in der Stadt – es werden weniger Einwegbecher weggeworfen.

Wie sieht die Beteiligung der Anbieter von Kaffee to go in Freiburg aus?

Vor vier Wochen haben wir die Aktion mit 15 Teilnehmern begonnen, inzwischen gibt es den Freiburg Cup in 55 Geschäften in der Freiburger Innenstadt. Das zeigt uns, dass viele Gastronomen und Bäcker bereit sind, sich für Abfallvermeidung zu engagieren.

Was bedeutet das konkret in Zahlen für die Abfallwirtschaft in Freiburg?

Das lässt sich nicht exakt beziffern. Hinzu kommt auch, dass in der kalten Jahreszeit weniger Kaffee draußen konsumiert wird. Darum kann die ASF im nächsten Sommer voraussichtlich genauere Zahlen liefern, was das eingesparte Müllvolumen betrifft.

Und wie wird der Freiburg Cup von den schnellen Kaffeetrinkern angenommen?

Viele Studierende und Touristen, die sich in der Freiburger Innenstadt aufhalten, nutzen den Pfandbecher. Dagegen ist er für Pendler, die morgens am Bahnhof ihren Zug nehmen, weniger reizvoll. Das leuchtet ein: Sie können den Becher nicht in Karlsruhe oder Basel zurückgeben und müssten ihn bis zum Abend mit sich tragen.

In einer Umfrage des Internetportals „YouGov.de“ sprachen sich Anfang Dezember 70 Prozent für ein Verbot von Papp-Kaffeebechern aus. Was meinen Sie dazu?

Ein bundesweites Verbot müsste politisch beschlossen werden. Wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen wäre ein Verbot mit langwierigen Anhörungen auch auf EU-Ebene verbunden. Ähnliche Entscheidungen, zum Beispiel das Dosenpfand, wurden durch die politische Abstimmung eher verwässert. Darum halten wir individuelle Lösungen in Stadt- und Landkreisen für effizienter.

Vielen Dank!

 

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