Eisenhüttenstadt: Einheit von Stadt und EKO im Wandel – ein Kollege berichtet

Aktuell ist die Zukunft des EKO Stahlwerks – das heute offiziell ArcelorMittal
Eisenhüttenstadt GmbH heißt – unklar. Ein Kollege berichtet über die Geschichte des Werks und welche Lehren er daraus zieht

Die Geschichte von EKO Stahl und Eisenhüttenstadt ist einmalig in Deutschland. Mit der Gründung der BRD 1948 vollzogen die westlichen Imperialisten die Spaltung Deutschlands. Damit war die DDR von der Schwerindustrie Deutschlands abgeschnitten. Die Führung der DDR beschloss, an der Grenze nach Polen auf freiem Feld ein Eisenwerk und eine dazugehörende Stadt neu zu bauen. Dabei wurde die DDR uneigennützig von der damals noch sozialistischen Sowjetunion unterstützt. Am 18. August 1950 wurde mit dem legendären „symbolischen Axthieb“ die erste Kiefer gefällt.

Die „EKO-Baustelle“ und die entstehende Stadt wurden für die DDR zu einem Symbol des sozialistischen Aufbaus. Die Stadt wurde zu einem Sammelbecken für Menschen unterschiedlichster Herkunft. Fast jeder dritte Beschäftigte stammte damals aus einer geflüchteten oder vertriebenen Familie. Viele Jugendliche beteiligten sich begeistert an dieser schwierigen Pionierarbeit.

Am 7. Mai 1953 bekam die Stadt den Namen „Stalinstadt“ und das Werk den Namen „Eisenhüttenkombinat J.W. Stalin“ (EKS). Stadt und Betrieb wuchsen zusammen. Auf dem Werksgelände gab es zehn Werksküchen, eine Poliklinik, acht Sanitätsstellen, eine Bäderabteilung, Bibliotheken, eine Bank und ein Lebensmittelgeschäft. Es bildeten sich 23 künstlerische Zirkel, Fotozirkel, Kabarett- und Theatergruppe, Betriebssportgemeinschaften, usw. Im Werk waren unmittelbar bis zu 12.000 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt.

Die Stadtplanung war ganz nach den Interessen der Werktätigen ausgerichtet – und hat bis heute Maßstäbe gesetzt. Die Aufbruchstimmung Anfang der 1950er-Jahre und die sozialistischen Aufbauleistungen prägten sich tief ein.

Die positiven Erinnerungen an die Anfänge des sozialistischen Aufbaus waren nach der Wiedervereinigung in den 1990er-Jahren Teil der Triebkraft für den erbitterten Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze bei EKO.

 

Heute steht wieder einmal die Zukunft des Werks auf dem Spiel. Diesen Kampf werden wir nicht an der Seite der Stahlkapitalisten gewinnen können, sondern nur gegen sie. Aus der Verarbeitung der Erfahrungen beim Aufbau des Sozialismus und der späteren revisionistischen Entartung der DDR können wir lernen. Das wird uns helfen, zusammen mit der MLPD in diesen Kämpfen auch die Kräfte für einen neuen Aufschwung im Kampf um den Sozialismus zu sammeln.

 

 

Anmerkung der Redaktion: Trotz der gigantischen Leistung, muss man aus heutiger Sicht ergänzen, dass die Umweltfrage im Aufbau damals unterschätzt wurde.

 

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