Vorgestellt: das „Haus der Solidarität“

In der Ferienanlage im Waldgrund in Truckenthal (Thüringen) entsteht eine Flüchtlingsunterkunft der internationalen Solidarität vor allem für kurdische Flüchtlinge aus Syrien.

In bestehende Ferienhütten können sofort über 100 Flüchtlinge einziehen. Bis zum Sommer 2016 wird ein bisher nicht genutztes Gebäude für weitere 150 Flüchtlinge ausgebaut. Die Kapazitäten werden dringend benötigt, fehlt es doch in vielen Orten an menschenwürdigen Unterbringungsmöglichkeiten für die wachsende Zahl von Flüchtlingen in Deutschland.

In der ruhigen in der Natur gelegenen Anlage haben die Flüchtlinge die Möglichkeit, sich auszuruhen, sie können dort auch wie in einer kurdischen Gemeinde leben. Im Unterschied zu anderen Flüchtlingsunterkünften sollen hier die Menschen aus Rojava zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen, mit ihren demokratischen Gepflogenheiten. Sie können eine demokratische Vertretung wählen, Strukturen aufbauen usw. In den meisten anderen Flüchtlingsheimen oder -lagern ist es üblich, dass Menschen mit verschiedenen Nationalitäten und unterschiedlichen Religionen auf engem Raum zusammenleben müssen. Das sorgt für einen Großteil der Konflikte. Wenn die Menschen in ihre Heimat zurückkehren, dann sollen sie gestärkt zurückgehen und nicht wie ein Bettler, der in Deutschland „unerwünscht“ war oder gar womöglich noch von Faschisten attackiert wurde.

Diese Projekt stößt in der Bevölkerung auf viel Respekt und Zuspruch, bis zu wachsender aktiver Unterstützung. Über 1.500 Menschen unterzeichneten bisher einen offenen Brief an das Landratsamt, Knapp 100 Unterstützerinnen und Unterstützer gründeten einen Initiatorenkreis, über 80 verschiedene praktische Angebote und Kooperationen wurden gemeldet, vom Sprachkurs über medizinische Betreuung bis zur Kultur. Es kommen bereits Sachspenden wie Kleidung, Spielsachen, Kinderwagen oder Einrichtungsgegenstände an.

Aber manche Einwohner sind auch verunsichert. Die gründliche Diskussion auf mehreren Bürgerversammlungen trägt Früchte: „Wir wollen den Flüchtlingen ja auch helfen, wir mussten selber nach dem Krieg fliehen.“ Die Zustände in den anderen Flüchltingsunterkünften werden kritisiert und man kann sich vorstellen, das im gegenseitigen Respekt hier ein Zusammenleben und neue Freundschaften entstehen können.

Am 23. Oktober fand ein erstes Solidaritätskonzert mit den Bands „Gülleschiss“ und „Gradso“ statt. Die Eintrittgelder werden gespendet. Das nächste Konzert ist am 6. November mit „Noihaus“ und „Eutektikum“.

Jeder, ob Urlauber oder Helfer bei den Bauarbeiten, den sogenannten Subbotniks, ist bisher begeistert. Es werden jetzt viele Helfer gebraucht, um vor dem Wintereinbruch die bis dahin notwendigen Arbeiten zu machen. An den Wochenenden waren zwischen 20 und 60 Helfer da. Sie haben alte Fliesen abgestemmt und die Fensteröffnungen für die neuen Fenster verkleinert. Manch einer hat das erste Mal unter fachkundiger Anleitung gemauert. Unter der Woche sind immer etwa zehn Helfer da, Tendenz steigend. Also macht euch selbst ein Bild – packt mit an.

Anmeldung bei: A. Eifler, Tel: 036766 84762 oder info@ferienpark-thueringer-wald.de

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