Mobbing ans Licht zerren und angreifen!

Mobbing ist zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. Beschäftigte und Gewerkschafter sind in den Betrieben wachsendem Druck ausgesetzt.

So berichtet die Gewerkschaft ver.di zum Beispiel von Amazon, wo das Unternehmen „willkürlich die Arbeitsbedingungen diktiert, die Beschäftigten verschleißt durch ein rigides System von Leistungsdruck und Kontrolle“¹ Die Herrschenden versuchen auf der einen Seite mit verschiedenen Dämpfungsmaßnahmen Kämpfe der Industriearbeiter zu verhindern. Andererseits gehen sie besonders aggressiv gegen klassenkämpferische bzw. der MLPD zugerechnete Kollegen vor. Mit neuen Methoden des Mobbings wollen Geschäftsleitungen in Ost und West kämpferische Kolleginnen und Kollegen klein machen. Doch damit werden sie nicht durchkommen!

Aggressives Mobbing gegenüber (klassen)kämpferischen Beschäftigten und Betriebsräten in Form offener Hetze, antikommunistischer Diffamierung und Anmache, unsolidarischer, unter die Gürtel­linie greifender, oft lautstarker Streitereien sind vielen Kollegen leidlich bekannt. Die Belegschaften wurden damit aber zunehmend besser fertig. Bewährt hat sich insbesondere, das oft hinter verschlossener Tür ablaufende Mobbing ans Licht zu zerren, bekannt zu machen und anzugreifen. Dabei muss der Gehalt aufgedeckt werden – welche Angriffe auf die Belegschaft, welcher Kurs damit durchgesetzt werden soll.

Ganze Belegschaften haben sich entschlossen gegen Massenmobbing, Hetze und Erpressung zur Wehr gesetzt. Darauf entwickelten Konzernleitungen in den letzten Jahren auch neue Methoden der Hetze und des Mobbings. Das drückt die Angst der Konzernleitungen vor kämpferischen Kollegen aus und wird leider nicht selten von den Geschäftsleitungen zusammen mit rechten Betriebsräten durchgeführt.

Neu ist, dass nicht mehr offen gehetzt wird, sondern betroffene Kolleginnen und Kollegen komplett ignoriert und geschnitten werden und man sie auflaufen lässt. Kollegen des Betriebsrats von Opel Bochum berichten: „Uns wurde jegliche Information verweigert. Es gab keine Sitzungen mehr, aus allen E-Mail-Verteilern waren wir raus, auch geschäftliche Informationen, An- und Abmeldung wurde uns verweigert. Von vielen Betriebsräten wurden wir demonstrativ nicht mehr gegrüßt, sie liefen wortlos an uns vorbei, im Kreis mit Kollegen gaben sie demonstrativ allen außer uns die Hand. Kollegen, die mit uns redeten, wurde ausdrücklich die Auskunft verweigert. Weitere Respektlosigkeiten wurden von Kollegen bei Betriebsversammlungen beobachtet und kritisiert: wegdrehen und selbst quatschen, wenn wir reden. An die Kollegen sollte so die Botschaft gehen, dass wir ,Aussätzige‘ sind, man ‚mit denen nicht zusammenarbeiten kann‘, wir keine Rechte haben. Viele Kollegen waren empört und haben das auch kritisiert, aber es gab durchaus auch Verunsicherung.“

Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen werden oft in Situationen gebracht, die fast unlösbar sind. Zu Mobbing, Versetzung und Repressalien gegenüber einem Betriebsrat in Ostdeutschland berichtet die Kollegenzeitung „Elektropower“ im Konzernverbund Siemens/Infineon:

Es wird versucht, einen Menschen kaputt zu machen. Entweder Betriebsratsarbeit – und die neue Arbeit wird nicht geschafft – sodass man Grund zur Trennung hat. Oder der Kollege kümmert sich nicht mehr intensiv um die Belange und Sorgen der Kollegen … – was als gewähltes Betriebratsmitglied überhaupt nicht geht.

Wo bleibt die Solidarität und Fairness seitens des Betriebsrats, wenn es um ein eigenes Mitglied geht? … Wacht endlich auf und merkt, was hier für ein Spiel > gespielt wird mit Arbeitsplätzen und Mitarbeitern! … Siehe Leistungsdruck, Mehrarbeit und – wie in diesem Fall – Mobbing. Ich schäme mich für den Betrieb …“

Diese Methoden sind vor allem deshalb so infam, weil sie nach „außen“, gegenüber der Belegschaft, oft gar nicht wahrnehmbar sind und damit scheinbar „nicht stattfinden“. In Wirklichkeit ist es die bisher aggressivste Methode des Vorgehens gegenüber (klassen)kämpferischen Betriebsräten!

Im Kern zielen die Methoden auf das Unterlaufen und Entziehen verbriefter demokratischer Rechte. Das geht bis zur realen Ausschaltung oder zumindest weitgehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Betroffenen! Insbesondere Kolleginnen und Kollegen, die es wagen, über den Kapitalismus hinaus zu denken oder die der MLPD zugerechnet werden, sind sozusagen vogelfrei, nach dem Motto: „gegen Kommunisten ist alles erlaubt, sie haben keinerlei Rechte“. Gleichzeitig soll mit diesen Methoden subtil das Selbst- und Klassenbewusstsein zersetzt werden.

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Trotzdem will die „Rote Fahne“ diese Erfahrungen bekannt machen und hofft, damit weitere Kolleginnen und Kollegen anzuregen, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und auch zur Diskussion zu stellen.

¹ Pressemitteilung zum Amazon-Streik vom 21.9.

 

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