Stefan Engel – 40 Jahre Mitglied in der MLPD

Stefan Engel – 40 Jahre Mitglied in der MLPD

Stefan Engel, Foto: RF

Im Oktober 1975 wurde Stefan Engel in den KABD – Vorläuferorganisation der MLPD – aufgenommen und gründete zusammen mit Erich Seifert und
Andreas Eifler die Ortsgruppe Neustadt bei Coburg. Alle drei sind bis heute Mitglieder der MLPD. Herzliche Glückwünsche an die Genossen!

 Es war gar nicht so einfach“, erzählte Stefan Engel anlässlich einer kleinen Feier zum 40-jährigen Bestehen der Ortsgruppe „in diese Partei reinzukommen. Wir haben schon seit 1973 gearbeitet und darüber monatlich Berichte geschrieben, ohne etwas von der Zentralen Leitung zu hören. Als wir dann Anfang 1975 ein Flugblatt als KABD-Sympathisantengruppe gegen geplante Entlassungen in unserem Schwerpunktbetrieb herausgegeben haben, kam von der damaligen Zentralen Leitung prompt ein Eilbrief, wir dürften uns nicht KABD-Sympathisantengruppe nennen. Dieses bürokratische Verhalten hat uns damals schwer zurückgeworfen. Die älteren Genossen stellten aus Empörung die weitere Arbeit ein. Gut, sagten wir drei, die Zentrale Leitung hat einen Fehler gemacht, aber wir lassen uns nicht davon abhalten, die Partei in unserer Region aufzubauen. Daran haben wir gearbeitet und schließlich wurden wir aufgenommen. Daraus habe ich gelernt: Man darf niemals die Fehler anderer Leute hernehmen und davon sein eigenes Tun und Handeln abhängig machen.“

Stefan stammt aus einer Arbeiterfamilie mit langer revolutionärer Tradition und wurde schon 1968 – mit 14 Jahren – in der revolutionären Schüler- und Lehrlingsbewegung politisch aktiv. 1971 organisierte er sich in der Revolutionären Jugend/Marxisten-Leninisten. Nach der Fachhochschulreife beendete er seine dabei begonnene Lehre als Betriebsschlosser in einem Großbetrieb. Mehrfach wurde er aus politischen Gründen gekündigt und kam auf die „schwarze Liste“ der Industrie- und Handelskammer Coburg. Deshalb zog er nach Nürnberg, wo er bei der MAN als Automateneinrichter arbeitete. Im März 1977 zog er nach seiner Wahl zum Vorsitzenden des Revolutionären Jugendverbands Deutschlands (RJVD) nach Gelsenkirchen. Seine ideologisch-politische Qualifikation dafür erwarb er sich im Kampf gegen das Liquidatorentum von Günther Jacob (damals Jugendbeauftragter der Zentralen Leitung des KABD), der aus dem KABD einen von der Arbeiterklasse abgehobenen Theoriezirkel machen wollte. 1979 wurde Stefan Engel – gerade mal 25 Jahre alt – zum Vorsitzenden des KABD gewählt. Unter seiner persönlichen Leitung konnte der Parteiaufbau als Bund erfolgreich abgeschlossen und 1982 die MLPD gegründet werden. Stefan stellte sich mutig dieser großen Herausforderung und ist seitdem ununterbrochen Parteivorsitzender bis heute. Er hat sich mit einem unerschütterlichen Willen, eiserner Disziplin, unermüdlicher Lernbereitschaft, revolutionärem Optimismus und festem Vertrauen in die Massen durchgekämpft und ist beständig an seinen Aufgaben gewachsen. Er entwickelte sich zu einem führenden Theoretiker und praktischen Vorkämpfer der internationalen sozialistischen Revolution. Unter seiner Führung konnte die MLPD ihre Anziehungskraft in der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen in Deutschland erhöhen und sich großen Respekt und Ansehen in der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung erwerben. Bei bedeutenden Kämpfen wie dem Reichsbahnerstreik, dem Streik in Rheinhausen, den Kämpfen der Bergleute oder der Opelaner in Bochum war er gefragter Berater.

Als Initiator und treibende Kraft des Zusammenschlusses revolutionärer Parteien und Organisationen in der ICOR genießt Stefan hohes Ansehen bei den Revolutionären auf der ganzen Welt. Das zeigt nicht zuletzt seine Wiederwahl als Hauptkoordinator auf dem 2. Weltkongress der ICOR im Jahr 2014. Nach dem Tod von Willi Dickhut, dem Mitbegründer und Vordenker der MLPD, übernahm Stefan von ihm die Leitung der Redaktion des theoretischen Organs „Revolutionärer Weg“. Seitdem ist er federführend bei der Weiterentwicklung der ideologisch-politischen Linie der MLPD. Er war maßgeblich an der Ausarbeitung der Lehre von der Denkweise beteiligt, die zur Grundlage des Parteiaufbaus der MLPD wurde. Zuletzt erschien das Buch „Katastrophenalarm! –Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“. Unter Führung von Stefan Engel entstand in einem schöpferischen Prozess mit über 100 Mitarbeitern und Wissenschaftlern eine Streitschrift, die sich in die Strategiedebatte um die Lösung der Umweltfrage einmischt und eindeutig positioniert.

Stefan hat Hunderte Genossinnen und Genossen ausgebildet und insbesondere in der Anwendung der dialektischen Methode geschult. Er legt großen Wert auf die Frauenförderung. Anfang der 1990er Jahre war er der erste persönlich Verantwortliche im Zentral­komitee für die neue Aufgabe der marxistisch-leninistischen Frauenarbeit. Gemeinsam mit Monika Gärtner-Engel konnte er der kämpferischen Frauenbewegung eine wichtige Prägung verleihen.

Stefan Engel blieb immer auch Aktivist des Parteiaufbaus an der Basis. So war er maßgeblich am Aufbau der MLPD in Gelsenkirchen beteiligt und hat sie am 1. Mai 1978 mit gegründet. Als aktiver Träger der Montagsdemo in Gelsenkirchen, als kompetenter Kommunalpolitiker bei AUF Gelsenkirchen, als Aktivist bei „Kumpel für AUF“ und Mitinitiator der Internationalen Bergarbeiterkonferenz gilt er weit über das Umfeld der Partei hinaus als praktisches Vorbild in der kämpferischen Opposition.

All das bringt ihn besonders in den Fokus des Klassengegners. So war und ist er immer wieder antikommunistischen Attacken und infamen Verleumdungen durch den „Verfassungsschutz“ und verschiedenen von ihm veranlassten Schmähschriften ausgesetzt. Als er gegen seinen antikommunistisch motivierten Gewerkschaftsausschluss aus der IG Metall klagte, wurde sein Berufungsverfahren von Roman Herzog, dem damaligen Vorsitzenden des Bundesverfassungsgerichts, abgelehnt. Stefan erinnert sich: „Seine Begründung war, dass er mir als führendem Marxisten-Leninisten in Deutschland für seine Ablehnung kein rechtswidriges Verhalten nachweisen müsse. In der ‚wehrhaften Demokratie‘ würde mir aufgrund meiner Gesinnung das aktive und passive Wahlrecht, die Meinungsfreiheit, das Koalitions- und Versammlungsrecht nicht zustehen. Damit wurde ich – stellvertretend für die Partei – als ‚vogelfrei‘ erklärt.“

Immerhin wurde inzwischen vom Landgericht Essen verboten, die Lüge von einem angeblichen „Personenkult“ um Stefan Engel zu verbreiten. Jeder, der Stefan und die MLPD kennt, weiß, dass das völlig absurd ist. Stefan arbeitet mit allen Genossen auf Augenhöhe zusammen. Er diskutiert hart, wenn es darauf ankommt, aber immer auch helfend und solidarisch. Er ist ein geschätzter Freund, Kumpel und Berater in allen Lebensfragen. Er ist bei alledem ein „normaler“ Mensch geblieben: er ist gesellig, singt gerne und treibt Sport.

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