Brutaler Terror kann den Kampf gegen die IS-Faschisten nicht aufhalten

Grausame Bilder gingen aus der Mittelmeerstadt Sirte in Libyen um die Welt. Eine Revolte gegen den faschistischen IS wurde mit bestialischer Gewalt niedergeschlagen. Es gab bis zu 200 Tote, unter anderem, weil die IS-Terroristen ein Krankenhaus in Brand steckten.

Schon im Juni hatte der IS-Ableger in Libyen die Stadt mit 100.000 Einwohnern fast vollständig erobert. Als der islamische Prediger Bin Rajab in seiner Moschee zum Widerstand gegen die IS-Herrschaft aufgerufen hatte, wurde er getötet. Daraufhin brach ein Aufstand der Einwohner des Stadtteils – vor allem Angehörige des Ferjani-Stammes – aus, die sich weigerten, sich dem IS zu unterwerfen. Nach fünf Tagen wurde er von den militärisch überlegenen IS blutig niedergeschlagen, die Leichen bestialisch verstümmelt und zur Abschreckung öffentlich zur Schau gestellt.

Der IS ist eine faschistische Terrororganisation, die die Religion als Vorwand für solche barbarischen Gemetzel nutzt. Offensichtlich treibt sie die Angst vor weiteren Revolten. Acht Wochen zuvor befreiten lokale Mudschaheddin die libysche Stadt Derna, weil sie die öffentlichen Enthauptungen und willkürliche Scharia nicht länger hinnehmen wollten.

In Westkurdistan (Nordsyrien) haben die revolutionären Kräfte nach den bedeutenden Erfolgen um die Städte Sarrin und Hassake weitere erfolgreiche militärische Aktionen zur Sicherung dieser Siege durchgeführt. Nach Angaben der US-Regierung wurde der IS im vergangenen Jahr in Nordsyrien aus einem 17.000 Quadratkilometer großen Territorium zurückgedrängt – was etwa der Größe Thüringens entspricht. Der IS habe an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei noch etwa 110 Kilometer unter Kontrolle, vor der Vertreibung der Faschisten aus Kobanê waren es fast 300 Kilometer.

Nachdem die türkische Regierung wegen ihrer militärischen und logistischen Unterstützung des IS vor der Weltöffentlichkeit mehr und mehr in die Kritik kam, sah sich Präsident Erdogan gezwungen, ebenfalls Angriffe auf IS-Stellungen anzuordnen. Tatsächlich richtet sich sein Vorgehen vor allem gegen die Kräfte, die am erfolgreichsten gegen den IS kämpfen – die kurdische Befreiungsbewegung. Mit der Aufkündigung der Friedensverhandlungen, den Bombenabwürfen auf Stellungen der PKK und auf zivile Dörfer im Nordirak, mit den Razzien und Verhaftungen von 1.300 vor allem fortschrittlichen, demokratischen und revolutionären Menschen ist Erdogan für die Eskalation in der Türkei verantwortlich. Die internationale Kritik am türkischen Regime hat sich weiter verstärkt.

Das ARD-Magazin „Monitor“ hat vergangene Woche anhand von Geheimpapieren nachgewiesen, dass die Merkel/Gabriel-Regierung seit langem darüber unterrichtet war, dass die türkische Regierung „islamistische Terrorgruppen“ unterstützt. Inzwischen geht die Bundesregierung auf Distanz zur Türkei, indem sie überraschend die 250 Soldaten und Patriot-Raketen aus der Osttürkei abziehen will, die dort vor zweieinhalb Jahren stationiert wurden. Auch die USA wollen ihre Raketen abziehen. Der Hintergrund sind deutliche Widersprüche westlicher Regierungen zur Strategie Erdogans und seinen Regionalmachtplänen. Die US-Regierung verkündete, dass sie keine türkischen Angriffe auf die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG tolerieren werde. 

Die Erfolge im Kampf für Freiheit und Demokratie, im Wiederaufbau von Kobanê und gegen den faschistischen IS haben zu einem weltweit wachsenden Ansehen der syrisch-kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ sowie der türkisch-kurdischen PKK-Guerilla geführt. NAV-DEM, „Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland e.V.“, veröffentlichte am 10. August einen internationalen Aufruf für den Wiederaufbau von Kobanê und die Eröffnung eines humanitären Korridors (siehe Seite 10). Unterstützt die Internet-Petition „Öffnet die Grenze – Kobanê muss leben!“ (siehe Seite 11).

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