Ein Wochenende voller Optimismus und gelebter internationaler Solidarität

Auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen fand am 23. und 24. Mai 2015 erfolgreich das 17. Internationale Pfingstjugendtreffen statt. Das selbst organisierte, qualitativ hochwertige Programm mit seinen vielfältigen Bestandteilen, die tolle Stimmung und solidarische Atmosphäre auf dem Platz, die begeisternde internationalistische Ausrichtung – all das zog die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Bann dieses in Deutschland einmaligen Jugendtreffens. Weit über 1.000 ehrenamtliche Helfer haben das möglich gemacht. An der ganzen Bandbreite des Pfingstjugendtreffens spielte der Jugendverband REBELL eine aktive, engagierte und kompetente Rolle. Es hatte zwei politische Schwerpunkte: Die Solidarität mit dem Freiheitskampf der Kurden, vor allem zum Wiederaufbau von Kobanê und der Kampf zur Rettung der natürlichen Umwelt vor der kapitalistischen Profitwirtschaft. Der Zentrale Koordinierungsausschuss (ZKA) des Pfingstjugendtreffens zieht Resümee: „Mit internationalen Teilnehmern aus Argentinien, Griechenland, Niederlande, Peru, Philippinen, Brasilien, Österreich, Türkei, Kurdistan, Schweiz und Ungarn und Migranten(organisationen) insbesondere aus der Türkei, Kurdistan, Libanon, Syrien und Togo machte das Internationale Pfingstjugendtreffen seinem Namen alle Ehre. … In acht thematischen ,Hotspots‘ von Umwelt über Zukunftsvisionen bis zu internationaler Solidarität gab es 45 Infostände, 35 Veranstaltungen, zehn Workshops, 23 Kinderaktivitäten und es traten 18 Bands bzw. Tanzgruppen auf.“

Zum Auftakt zogen am Samstag, 23. Mai, über 1.500 Kinder, Jugendliche und Junggebliebene mit Sprechchören, Musik und einer rebellischen Trommelgruppe mit der „Zukunftsdemonstration“ durch die Essener Innenstadt.

Die Trommelgruppe des REBELL leitete um 14 Uhr auf dem Gelände der Trabrennbahn in Gelsenkirchen auch die feierliche Eröffnung des Pfingstjugendtreffens ein. Schirmherr Prof. Jean Ziegler aus der Schweiz – ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, schickte herzliche Grüße. Auch der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowki wünschte dem Treffen viel Erfolg.

Unmittelbar danach begann ein abwechslungsreiches Programm an acht „Hotspots“: „Rebell“, „Umwelt“, „Internationale Solidarität“, „Mädchen- und Frauenpower“, „Ausbildung und Zukunft“, „Hugo Hauer“, „Antifa“ und „Zukunftsvisionen“. Dort konnte man auch den Stand der MLPD und der „Rote Fahne“-Redaktion besuchen.

Rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen ins Zelt des Bergleutecafés „Hugo Hauer“ zur Lesung und Diskussion des Buchs „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“, organisiert von der Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“. In seinem kurzen, gleichzeitig allseitigen Vortrag ging der MLPD-Vorsitzende und Autor des Buches, Stefan Engel besonders auf den Bergbau ein.

Das Fußballturnier startete um 14.30 Uhr mit 17 Mannschaften. Aus den verschiedenen Essensständen mit regionalen und internationalen Leckereien zogen zu diesem Zeitpunkt bereits leckere Düfte über den Platz. Alles professionell und mit Liebe zubereitet und angerichtet, berichten die Besucher auf dem Platz. „Wieder lebt das Pfingstjugendtreffen von der Selbstorganisation und der großen freiwilligen Initiative der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Toll ist auch die Vielfalt der Angebote und Programme, zum Beispiel auch für Kinder. Das Interesse an den Umweltthemen ist sehr groß, zum Beispiel jetzt bei der Podiumsdiskussion ,Umwelt kaputt? Nicht mit uns?‘“, so eine Teilnehmerin.

Mit rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand am Sonntag, 24. Mai, ein Höhepunkt des Pfingstjugendtreffens statt: die Podiumsdiskussion „Freiheit für Rojava“. Dazu der ZKA: „Sie stellte klar die politische Forderung: Sofortige Schaffung eines humanitären Hilfskorridors nach Kobanê! Die Revolution in Rojava braucht die internationale Solidarität, damit sie von Bestand sein kann und jetzt die Phase des Aufbaus erfolgreich gelöst wird. Dem fühlte sich das gesamte Festival verbunden und verpflichtet. An der Werkzeugsammelstelle für die Solidaritätsbrigaden zum Aufbau eines Gesundheitszentrums in Kobanê wurden vier Anhänger voll Werkzeuge abgegeben.“

Trocken, warm und sonnig – so erlebten die Besucherinnen und Besucher den zweiten Tag des Pfingstjugendtreffens. Selten hatten Kinder so viel Spaß beim Lernen wie beim Labor „Piffpaff“ oder den Umweltexperimenten im Hotspot „Umwelt“. Hunderte Kinder entdeckten im Kindererlebnisparcours spannende Experimente z. B. mit dem Solarkocher, dem kleinsten Elektromotor der Welt und der „CO2-Rakete“.

Ein umfangreiches sportliches Programm – neben dem Fußballturnier gab es Zumba- und Samba-Workshops, Trainingseinheiten gleich mehrerer Kampfsportarten, Bewegungsspiele, eine Hüpfburg und Ponyreiten für die Kleinsten – sorgte dafür, dass niemand unnötige Kalorien ansetzen musste. Sportlicher Höhepunkt am Sonntag war das „Spiel ohne Grenzen“ mit 16 Mannschaften und rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

In mehreren Diskussionsrunden wurden brennende Fragen beraten. So beim Erfahrungsaustausch zum antifaschistischen Kampf „Kein Fußbreit den Faschisten“. Dort ging es um die Hintergründe des Faschismus, neue rassistische konterrevolutionäre Bewegungen wie „Pegida“ und vor allem darum, wie dagegen der Kampf geführt werden muss. Monika Gärtner-Engel, die stellvertretende Vorsitzende der MLPD, beantwortete vor rund 150 Besucherinnen und Besuchern Fragen zum Thema „Was ich schon immer über die MLPD wissen wollte“. Viele Organisationen, Initiativen und Verbände haben ihre Arbeit, ihr Anliegen, ihren Beitrag zum Kampf um die Zukunft der Jugend präsentiert und neue Interessierte gefunden.

Bei den Open-Air-Veranstaltungen an beiden Abenden wurde mit den bekannten Bands „Heinz Ratz und Strom&Wasser“, „Omas Zwerge“, „Roj de Roj“, „Umuda Haykiris“ und „Gehörwäsche“ die Bühne gerockt. Den Songcontest für eine Hymne der Weltfrauen gewann die 11-jährige Kesij aus Gelsenkirchen mit ihrem unter die Haut gehenden Lied „Frauen der Welt brechen auf“. Auf der Kulturbühne feierten Hunderte Besucher die auftretenden Bands und Liedermacher.

Die solidarische Atmosphäre unseres Pfingstjugendtreffens ist einmalig“, freut sich Gitta Wester vom ZKA. „Und das kommt nicht von ungefähr – wer sich Großes vornimmt, braucht viel Kraft und viele Mitstreiter. Das geht nur, wenn man sich tiefgehend auseinandersetzt und sich immer enger zusammenschließt und organisiert.“

Nach einem Wochenende voller Erlebnisse, neuen Freunden und anregenden Diskussionen freuen sich Veranstalter und Teilnehmer schon auf das 18. Internationale Pfingstjugendtreffen – am 3. und 4. Juni 2017.

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