Wie ein kleines Land mehr als eine Supermacht besiegte …

Unser Land wird die vorzügliche Ehre haben, im heroischen Kampf zwei große imperialistische Mächte, die französische und die amerikanische, besiegt und einen würdigen Beitrag zur nationalen Befreiungsbewegung geleistet zu haben.“ Vor 40 Jahren am 1. Mai 1975 war diese Vision Ho Chi Minhs – des weltweit anerkannten revolutionären Führers des vietnamesischen Volkes – Wirklichkeit geworden. Das reaktionäre Regime Südvietnams hatte kapituliert, und nicht nur auf den Straßen Hanois und Saigons wurde dies begeistert gefeiert.

Bereits 1919 hatte Ho Chi Minh bei der Versailler Konferenz ein unabhängiges geeintes Vietnam gefordert. US-Präsident Wilson, als Demokrat hochgepriesener Führer des US-Imperialismus, lehnte ab. Und so konnte der französische Imperialismus Indochina weiter aussaugen. Aber in der jungen sozialistischen Sowjetunion fanden die um ihre Freiheit ringenden „Völker des Ostens“ eine starke Unterstützung. Von dort zurückgekehrt gründete Ho Chi Minh 1930 die Kommunistische Partei Indochinas. 40 Widerstandsgruppen schlossen sich 1941 zur Befreiungsarmee der Vietminh zusammen gegen das faschistische Japan, das inzwischen in Indochina wütete. Nach dessen Kapitulation und der sogenannten Augustrevolution wurde am 2. September 1945 die „Demokratische Republik Vietnam“ gebildet.

1945 – historischer Sieg des Sozialismus

Nicht nur, dass der deutsche und japanische Faschismus zerschlagen war, das sozialistische Lager erstarkte weltweit in Europa und Asien. Unter Führung Mao Zedongs besiegten die Volksbefreiungsarmee und die chinesischen Volksmassen Tschang Kaischek, den hochgerüsteten Kettenhund des US-Imperialismus.

Volkskrieg gegen den französischen Imperialismus

Unter der Leitlinie des inzwischen die westliche Innen- wie Außenpolitik dominierenden aggressiven Antikommunismus wurde auch das vietnamesische Volk zuerst erneut seiner erkämpften nationalen Freiheit beraubt. Der französische Imperialismus besetzte Indochina wieder.

Doch 1954 besiegte die Befreiungsfront der Vietminh Frankreich endgültig. Das Genfer Abkommen von 1954 teilte Vietnam vorläufig in zwei Teile, sah aber freie Wahlen bis zum 1. Januar 1976 in ganz Vietnam vor. Aus purer Angst vor dem erwarteten Sieg der im Volk verankerten Befreiungsfront und Ho Chi Minhs – liebevoll „Onkel Ho“ genannt – fanden sie nie statt. Stattdessen errichtete der US-Imperialismus, der schon 80 Prozent der Kosten des französischen Indochinakriegs getragen hatte, in Südvietnam das reaktionäre antikommunistische Diem-Regime. Aber dieses Regime hatte nur eine äußerst schwache Basis.

1955–1975 … die Spur der Verwüstung

Allein von 1965 bis 1971 warf die US-Air Force 7 Millionen Tonnen Bomben über Vietnam ab. Das war die bis dreifache Menge an Bomben wie im gesamten II. Weltkrieg. Diese Terrorbombardements isolierten die USA immer mehr unter der Weltbevölkerung. 1961 von Präsident Kennedy persönlich angeordnet, wurden bis 1971 bis zu 80 Millionen Liter des dioxinhaltigen Entlaubungsmittels Agent Orange über 3,3 Millionen Hektar Wald abgeworfen. Die Bestellungen der US-Armee bei Dow Chemical und Monsanto waren so groß, dass die Synthese bei höheren Temperaturen gefahren wurde, wodurch der Dioxingehalt noch anstieg. Bis heute hat der US-Imperialismus keinen Dollar Reparationskosten für die gesamten noch nachwirkenden Schäden erstattet.

Das sogenannte „body-count-System“ belohnte die US-Soldaten nach der Zahl der „gelieferten“ Toten vom Baby bis zum Greis. 40.000 amerikanische Soldaten wurden angesichts der Verrohung heroinsüchtig. Nach der Rückkehr nahmen sich 60.000 selbst das Leben, andere protestierten aktiv gegen den Vietnamkrieg. 1967 verfügte der amerikanische General Westmoreland über insgesamt eine Million Soldaten. Doch zur großen Generaloffensive trat im Januar 1968 die Befreiungsfront an, begleitet von Aufständen in wichtigen Städten und Stützpunkten des Feindes.

Aufbau mit dem Gewehr in der Hand

Seit ihrer Gründung 1960 verband die südvietnamesische Befreiungsfont FNL (Nationale Front für die Befreiung Südvietnams) den bewaffneten Kampf mit dem Aufbau in den befreiten Gebieten. 1972 berichtete die „Rote Fahne“ – damals noch Zentralorgan des KABD, der Vorläuferorganisation der MLPD – dazu: „In den neu befreiten Gebieten wurden sofort Organe der Volksmacht und demokratische Massenorganisationen eingerichtet. Über Nacht traten zehntausende junger Menschen in die Volksbefreiungsarmee ein … Jetzt, wo das Volk seine Geschicke in den eigenen Händen hält und die bedrückenden Steuern für die US-Marionetten abgeschafft sind, kämpft man mit verzehnter Kraft für gute Ernten. Den Bombenangriffen zum Trotz legen die Bauern neue Reisfelder an. Schulen werden eingerichtet, auch für Erwachsene, und zum ersten Mal wird ein menschenwürdiger Gesundheitsdienst eingerichtet.“ („Rote Fahne“ Nr. 7/72). In Nordvietnam wurde die Produktion dezentralisiert, unterirdische Krankenhäuser angelegt und vieles mehr. So konnte von 1954–1964 die Produktion handwerklicher und Konsumgüter um 22 Prozent gesteigert und der Achtstundentag bei 100 Prozent Lohnfortzahlung und kostenloser ärztlicher Versorgung eingeführt werden.

Weltweite Unterstützung für den Befreiungskampf

Rund um den Erdball gab es zunehmend Massendemonstrationen mit Millionen Beteiligten gegen den Vietnamkrieg. Auch der Kommunistische Arbeiterbund Deutschlands (KABD) beteiligte sich, initiierte sie teilweise, sammelte Spenden etc. Er nahm dabei auch die Unterstützung der deutschen Bundesregierung für die USA durch millionenschwere „Kriegsdevisenzahlungen“ ins Visier.

Das sozialistische China Mao Zedongs hatte den vietnamesischen Befreiungskampf von Anfang an und vorbehaltlos unterstützt. Nicht als Einbahnstraße, so erklärte Mao Zedong dazu 1972 beim Besuch einer vietnamesischen Delegation: „Unsere Hilfe war sehr gering. Wir müssen vielmehr euch danken. Ihr seid es, die ihr uns geholfen habt. Ihr habt länger als zehn Jahre gegen den US-Imperialismus gekämpft. Wir haben uns gegenseitig unterstützt.“ („Rote Fahne“ 2/73)

Nur kein zweites Vietnam“

Das wurde zum geflügelten Wort nicht nur in der US-amerikanischen Öffentlichkeit. Es machte deutlich, dass der Imperialismus und aggressive Antikommunismus in Vietnam eine historische Niederlage erlitten hatte.

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