Ein würdiger Abschied

Zur Gedenk-Demonstration und Beerdigung für Ivana Hoffmann in Duisburg

Am 14. März fand die beeindruckende und berührende Demonstration zum Gedenken an Ivana Hoffmann im Duisburger Norden statt. Anschließend wurde sie beerdigt. Die 19-jährige Duisburgerin war am 7. März in Rojava (Nord-Syrien) im Kampf gegen die IS-Faschisten gefallen. Zusammen mit Genossinnen und Genossen der MLKP hatte sie in den Reihen der kurdischen YPG/YPJ-Einheiten ein christliches Dorf vor der IS-Barbarei geschützt.

Tausende Unterstützerinnen, Unterstützer, Freunde, Genossinnen und Genossen von Ivana Hoffmann gaben ihr die letzte Ehre. Zum Auftakt fand eine Kundgebung der MLKP statt. Dort überbrachten Parteien und Organisationen aus Deutschland, Spanien und der Türkei ihre revolutionären Grüße. Für den Jugendverband REBELL sprach die Vorsitzende Lisa Gärtner. Sie betonte unter anderem die revolutionäre Lebensentscheidung von Ivana: „Setzen wir umso entschlossener den Kampf für eine sozialistische Zukunft fort, bis der Imperialismus in keinem Land der Erde mehr herrschen kann. Wir als Jugendverband REBELL werden die Brigade nach Rojava der revolutionären Weltorganisation ICOR im Sommer tatkräftig unterstützen und beim Wiederaufbau von Rojava mithelfen.“1

Die tiefempfundene Anteilnahme und Solidarität der ganzen Partei“ überbrachte Renate Gorfer von der MLPD Duisburg-Niederrhein auch im Namen des Zentralkomitees. Sie selbst hatte Ivana im gemeinsamen Kampf gegen den Abriss der Arbeitersiedlung am Zinkhüttenplatz kennengelernt. Ivana war als Mitglied der MLKP auch Mitglied der revolutionären Weltorganisation ICOR, wie die MLPD.

Der Frauenverband Courage auf der Kundgebung: „Unsere Solidarität der Rebellion der Frauen in Kurdistan – und über Ländergrenzen hinweg. Der Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen und Mädchen ist ein gemeinsamer Kampf.“ Immer wieder erklang auf dem Platz: „Hoch die internationale Solidarität!“

Entsprechend dem Charakter als Gedenk-Demonstration fuhr der Wagen mit dem Sarg von Ivana vorneweg, gesäumt von Fahnenträgerinnen, dahinter liefen ihre Mutter, ihr Vater und viele Familienangehörige, dann eine Formation aus vier Dreierreihen türkischer, kurdischer und deutscher Frauen, die die Miliz verkörpern sollte. Einem Block aus Fahnenträgerinnen der Organisationen schloss sich die Demonstration mit einem Meer aus Fahnen an. Auf dem Friedhof folgte eine Trauerfeier. Höchste Repräsentant/innen der kurdischen Bewegung wie die Generalvorsitzende der HDP, Figen Yüksekdag, und der Vorsitzende der PYD, Salih Muslim, waren eigens dazu angereist. Figen Yüksekdag hielt ihre Rede leider ohne Übersetzung in Türkisch. Salih Muslim sagte: „Heute beerdigen wir unsere Genossin Ivana, deshalb ist unsere Trauer sehr groß. … Die Gefallenen zeigen, dass der Kampf in Kobanê und Rojava ein internationaler ist.“

Die Familienangehörigen hielten das eigentliche Begräbnis alleine ab. Ein Teil der Familie setzte sich in den letzten Tagen erstmals mit der revolutionären Geschichte Rojavas und den Beweggründen von Ivana Hoffmann auseinander. Als Skandal wertet nicht nur das „Solidaritätskomitee Ivana Hoffmann“, dass die Bundesanwaltschaft die Einleitung eines Verfahrens wegen Mitgliedschaft oder Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung nach §129b gegen mutmaßliche Mitglieder der türkisch-kurdischen, kommunistischen Partei MLKP prüfe.

 

1 Mehr zur Solibrigade auf S. 15.

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