Die EU als Atom-Lobbyist

In Südwest-England sollen zwei neue Reaktoren, genannt Hinkley Point C, gebaut werden. Ihre Errichtung kostet mindestens 31,2 Milliarden Euro. Das Ganze wird von der EU subventioniert, dem französischen Betreiberkonzern EDF sollen für die gesamte Laufzeit von 35 Jahren 92,50 Pfund pro Megawattstunde garantiert werden. Das ist das Doppelte des marktüblichen Preises in England. Das bedeutet 11 Cent/Kilowattstunde, dazu kommt noch ein Inflationsausgleich. Eine große Photovoltaik-Anlage in Deutschland bekommt dagegen nur 8,9 Cent pro Kilowattstunden über 20 Jahre, ohne Inflationsausgleich! So viel zum Thema, die erneuerbaren Energien würden die Strompreise hochtreiben.

Etwa 20 Produzenten erneuerbaren Stroms in der EU haben gegen die Subventionierung von Hinkley Point C Beschwerde bei der EU eingereicht. Der Beschwerde der EWS (Elektrizitätswerke Schönau) kann man sich im Internet anschließen (www.ews-schoenau.de/kampagne). Laut Mitteilung der EWS vom 26. Februar haben 56.000 Bürger das bisher bereits getan.

Aus zwei „geleakten“ internen Papieren der EU-Kommission geht hervor, dass die EU ein milliardenschweres Atomförderprogramm plant und Hinkley-Point C nur ein Baustein umfangreicher neuer Atompläne ist. Die britische Regierung übt massiven Druck auf Österreich aus, das den Atom-Subventionen nicht zustimmen will. Eines kann man ebenfalls sicher sagen: Deutschland ist EU-Führungsmacht, und ohne die Billigung der deutschen Regierung würde es solche Pläne nicht geben!

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