8. März 2015: Frauen und Mädchen, organisiert euch!

Am 8. März ist Internationaler Frauentag! Ein Tag, an dem man sich neue Ziele setzt und Bilanz zieht. Oder wie es in dem bekannten Lied heißt: „Wir wollen das Brot und die Rosen dazu!“ Frauen haben seit Jahren konstant 22 Prozent weniger Einkommen als Männer. Sie stellen das Gros der Teilzeitarbeiterinnen und Minijobberinnen.
8. März 2015: Frauen und Mädchen, organisiert euch!

Frauen sind am stärksten im Niedriglohnsektor angesiedelt. Frauen werden im Alter zusätzlich mit Niedrigstrenten dafür bestraft. Frauen verlieren immer noch ihren beruflichen Anschluss, weil sie Kinder erziehen und Alte pflegen. Sie sind diejenigen, die überwiegend ihr Leben, ihr berufliches Fortkommen den Bedürfnissen der Familie unterordnen sollen. Frauen sind wütend, weil die Versorgung mit Krippenplätzen immer noch den Bedürfnissen hinterherhinkt, weil der volle Einsatz der Mütter trotz Kindergärten und Schulen gefordert ist. Frauen haben immer noch keinen Rechtsanspruch auf Rückkehr in den Beruf, wenn die Erziehungszeit abgelaufen ist und keinen Rechtsanspruch auf die Aufstockung von Teilzeit auf Vollzeit.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will ein „Entgeltgleichheitsgesetz“ zur Transparenz der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen „auf den Weg bringen“. Doch ein solches Gesetz verändert die Realität im Kapitalismus nicht! Die Familienministerin sagt selbst: „Das Gesetz kann nicht beschließen, dass Frauen mehr Geld bekommen“ („WAZ“, 3. 3.) Denn die vielzitierte „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ ist im Kapitalismus ein Mythos, der die Masse der Frauen vor zunehmend unlösbare Probleme stellt.

Die bürgerliche Familienordnung, in der die Frau hauptverantwortlich ist für die Familie, ist das unverzichtbare Gegenstück zur Ausbeutung der Lohnarbeit. Ohne die systemimmanente Verankerung dieser Rolle der Frauen in der bürgerlichen Familienordnung könnte die kapitalistische Gesellschaft nicht existieren.

Aber die Frauen haben sich verändert. Sie sind häufig gut ausgebildet, selbstbewusst und wollen mehr vom Leben und Einfluss nehmen für eine lebenswerte Zukunft!

Vor allem junge Frauen wollen ein selbst bestimmtes und freies Leben führen. Sie wollen lernen, Arbeit, viele wünschen sich Kinder, aber protestieren gegen gesellschaftliche Verhältnisse, die die allseitige Verantwortung für die Kinder vor allem den Familien und den Frauen aufbürdet.

Die kämpferische Frauenbewegung auf der ganzen Welt hat unübersehbare Fortschritte und Siege erreicht:

Vertreterinnen der griechischen Frauen berichten auf der 4. Europakonferenz der Weltfrauen in Elefsina bei Athen im Januar: „Wir sind nicht mehr dieselben Frauen, wie vor der Krise. Wir haben gelernt, unsere Angst zu überwinden und zu kämpfen.“

Den kurdischen Frauenverteidigungseinheiten der YPJ, den Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten YPG verdanken wir den Sieg über den menschenverachtenden faschistischen IS in Kobanê! Die Befreiung der Stadt ist international zum Symbol eines gemeinsamen Kampfes um Freiheit und Demokratie geworden ist. Von der MLPD wurde ein Solidaritätspakt der ICOR mit der kurdischen Befreiungsbewegung organisiert und ein überparteiliches Solidaritätskomitee arbeitet an der Organisierung von Brigaden zum Wiederaufbau von Kobanê. Eine Frauendelegation der Weltfrauen aus Deutschland wird den 8. März in Kurdistan verbringen! Dort startet auch der neue Weltfrauenmarsch.

Nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 verging kein Tag ohne Demonstrationen und Streiks. Eine der verschütteten Arbeiterinnen wurde Sprecherin der örtlichen Gewerkschaftsgruppe. Weltweit nahmen die Menschen Anteil an dem mutigen Kampf der Arbeiterinnen. In Kambodscha und anderen Ländern gehen massenhaft Textilarbeiterinnen und -Arbeiter auf die Straße. Stück für Stück verbinden sich diese Initiativen weltweit.

Im Kampf gegen die doppelte Ausbeutung der Masse der arbeitenden Frauen in Deutschland entwickelt sich die proletarische Frauenbewegung zum Rückgrat der kämpferischen Frauenbewegung. Im Kampf gegen Frauenarmut, Altersarmut und verordneter Teilzeitarbeit machen Gewerkschaftsfrauen mobil.

Im Kampf gegen Umweltzerstörung wie dem Fracking stehen Frauen oft vorne dran. Sie prägen in Bürgerinitiativen Ursachenforschung wegen erhöhten Krebsraten wie im Landkreis Rotenburg oder blockieren Bohrfelder wie in der algerischen Provinz Ain Saleh.

Mädchen und junge Frauen kritisieren den Sexismus zunehmend als gesellschaftliches Problem, statt nur individuell gegen ein Trommelfeuer mit „Events“ wie der Wahl zur Miss Germany 2014 oder „Germanys next Topmodel“ zu rebellieren oder sich dem gar anzupassen.

Mit dem Frauenverband Courage, dem Frauenpolitischen Ratschlag und in zahlreichen Initiativen und Bündnissen vor allem zum Internationalen Frauentag am 8. März hat der Gedanke der tatsächlichen Überparteilichkeit der Frauenbewegung der BRD neue Anziehungskraft und politische Wirksamkeit erworben. Auch unter kleinbürgerlichen und bürgerlichen Frauen, die sich immer mehr in die kämpferische Frauenbewegung einreihen.

Wechselvolle Geschichte

Der Internationale Frauentag, der 1911 von der Kommunistin Clara Zetkin initiiert wurde, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1910 von Clara Zetkin auf der 2. Sozialistischen Frauenkonferenz eingebracht, gingen 1911 über eine Million Frauen für das aktive und passive Wahlrecht auf die Straße! 1912 lehnte der Vorstand der deutschen Sozialdemokratie den Internationalen Frauentag bereits wieder ab.

Auch nach dem II. Weltkrieg wurde der Internationale Frauentag von den Herrschenden systematisch bekämpft. 1979 griffen verschiedene gewerkschaftliche Frauengruppen die Tradition des Frauentags am 8. März wieder auf. Die IGM-Frauenkonferenz im Juni rief zur generellen Durchführung auf. Gerade die Kommunistinnen, später die MLPD, klassenkämpferische Kolleginnen rangen zäh und erfolgreich, dem Internationale Frauentag wieder seinen festen Platz zu erobern. Er wurde Kristallisationspunkt der streitbaren Vertretung der Frauenrechte und des Kampf um die Befreiung der Frau.

100 Jahre nach dem 1. Internationalen Frauentag trafen sich Frauen aus 43 Ländern und vier Kontinenten 2011 in Venezuela zur 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen. Sie trugen die Visionen der sozialistischen Vorkämpferinnen auf die Straßen! Für die kämpferische Frauenbewegung ist der Internationale Frauentag ihr gemeinsamer Kampftag, den sie weltweit begehen.

Heute ist der Internationale Frauentag aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Deshalb kann er auch nicht mehr vor allem offen bekämpft werden. Stattdessen wird versucht, ihn wieder zu vereinnahmen und in die bürgerliche Gesellschaft zu integrieren.

Kampf um den Charakter des 8. März

Die „Gleichstellung der Frau“ gehört heute zum Portfolio sämtliche bürgerlicher Parteien. Bürgerliche Medien und Politik versuchen ihn seines kämpferischen Inhalts zu berauben. So, wenn der 8. März werbewirksam vermarktet wird, mit roten Herzen, Blumen, Schleifen, Parfüm, Dessous, Frauentagsgeschenke im Baumarkt und Wellnesstagen. Valentinstag, Muttertag, Weltgebetstag der Frauen, Frauenmessen um den 8. März – all das zielt auf die bürgerliche und kleinbürgerliche Vereinnahmung der Frauenfrage und soll Bollwerk gegen die kämpferische Frauenbewegung und des revolutionären Einflusses sein.

Deshalb geht es bei diesem Frauentag nicht allein um die Organisierung der Frauen, sondern auch darum, den Charakter des 8. März als Kampftag für die Befreiung der Frau zu stärken.

Wer andere unterdrückt …

Die andere Seite der Medaille ist die zum Teil religiös verbrämte Unterdrückung der Frauen zur völligen Unterordnung unter den Mann und eine reaktionäre Gesellschaftsordnung. Doch die Männer sind selbst als Teil der Arbeiterklasse von der gesellschaftlichen Ausbeutung und Unterdrückung betroffen. Auch Männer aus den Zwischenschichten der Gesellschaft sind vom Kapitalismus unterdrückt. Aber wenn sie zum Beispiel in häuslicher Gewalt Frauen unterdrücken, gilt der berühmte Gedanke von Friedrich Engels: Wer andere unterdrückt, kann nicht für Freiheit kämpfen.

Zukunftsweisend

Ein gemeinsames internationales Projekt der kämpferischen Frauenbewegung ist die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016 in Nepal. Sie stößt in der kämpferischen internationalen Frauenbewegung auf großen Anklang und wird von den Weltkoordinatorinnen zielstrebig geführt. Die beteiligten Kräfte repräsentieren ein breites Spektrum der weltweiten kämpferischen Frauenbewegung. Ein Grundprinzip dieser Weltfrauenkonferenzbewegung ist, dass die Stärkung und Organisierung der kämpferischen Frauenbewegung die wichtigste Aufgabe der einzelnen Länder ist.

Gesellschaftliche Probleme können nicht allein nur individuell gelöst werden. Was Frauen brauchen und wofür sie selbst Verantwortung übernehmen müssen, sind starke Organisationen. Manche Frau meint heute, sie hätte keine Zeit, um sich zu organisieren. Und bevor sie etwas halbherzig machen würden, würden sie es gleich sein lassen. Doch Frauen werden so lange „zu wenig Zeit“ haben und die Sklavin der Verhältnisse sein, so lange sie nicht organisiert mit einer gemeinsamen Stimme aufbegehren, um die gesellschaftlichen Zustände zu verändern.

Sie brauchen z.B. kämpferische Gewerkschaften, in denen sie gemeinsam mit den Männern den Kampf um höhere Löhne, Arbeitszeitverkürzung, Arbeitsbedingungen usw. führen und die gewerkschaftliche Frauenarbeit entwickeln.

Sie brauchen einen starken überparteilichen Frauenverband, der eng zusammenschweißt für die vielfältigen Lebens- und Zukunftsfragen. Die Zeit ist längst reif, dass Frauen mit einer starken Stimme ihre Anliegen bekannt machen, dass sie sich nicht mehr nur auf örtliche Gruppen oder spezielle Fragen beschränken.

Die konsequentesten Kämpferinnen und Kämpfer für die Befreiung der Frau gehören in die MLPD.

Dafür steht die MLPD

Die MLPD ist eine Pionierin des Kampfs um die Befreiung der Frau als Bestandteil – und zugleich eigenständige Kraft im Kampf für eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Welt.

Die MLPD verkörpert mit ihrer Frauenförderung, einem Frauenanteil von 43 Prozent, und in verschiedenen Leitungen einem Anteil von über 60 Prozent eine Parteiarbeit neuen Typs.

Grundlage ist die frauenpolitische Linie der MLPD, die im Mai 2000 in dem Buch „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau“ entwickelt wurde. Dieses Buch hat den Kampf um die Befreiung der Frau wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt – auch international.

Seither ist die frauenpolitische Arbeit zu einem Markenzeichen der Frauen und Männer in der MLPD geworden.

Die MLPD trägt dem seit Jahren auch in ihrer Jugend- und Kinderarbeit Rechnung. „Wir Rotfüchse … halten immer fest zusammen und achten uns gegenseitig: Egal, ob Mädchen oder Junge, ob deutsches oder ausländisches Kind“, heißt es schon in den Regeln der ROTFÜCHSE, der Kinderorganisation der MLPD.

Die MLPD steht für eine progressive Antwort auf die wachsende Suche nach Orientierung und Perspektive der Masse der kämpferischen Frauen: den Kampf um den echten Sozialismus, in dem die Befreiung der Frau Wirklichkeit wird

Die MLPD ist die Partei der Befreiung der Frau!

 

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