„Die Leute danken der PKK“

Ende September 2014 fand in Amed/Diyarbakir (Nordkurdistan/Türkei) die 2. Frauenkonferenz des Mittleren Ostens statt. Monika Gärtner-Engel war als Initiatorin der Weltfrauenkonferenz zur Beteiligung an der Konferenzleitung eingeladen. Sie sprach am Rande auch mit Birsen Kaya Akad, der Bezirksbürgermeisterin in Bag­lar/Diyarbakir, über die Lage der Flüchtlinge. Die „Rote-Fahne“-Redaktion bedankt sich für die Möglichkeit des Abdrucks von Auszügen aus dem Interview. Birsen Kaya Akad berichtet:

Die kurdischen Frauen, vor allem yezidische Frauen, sind von den IS-Leuten als ,halal‘ erklärt worden, das heißt, sie können mit ihnen machen, was sie wollen. Wenn dann einer z. B. die Hand auf die Stirn einer Frau legt, dann gehört die Frau einfach ihm. In geschlossenen Gesellschaften wie der yezidischen ist es so, wenn die Frau vergewaltigt wird, dann wird das als Vergewaltigung gegen die gesamte Gesellschaft angesehen. Und viele Menschen haben Angst davor gehabt, dass die Töchter in die Hände von denen geraten, dass diese vergewaltigt werden oder als Sexsklaven genommen werden usw. Und diese Angst hat viele Menschen dazu geleitet, zu flüchten, obwohl der Islamische Staat noch gar nicht in deren Dorf angekommen war.

Die Peschmerga haben den Yeziden nicht geholfen, sie haben sie nicht verteidigt, sie haben sie zurückgelassen und sind abgehauen. Die Leute danken ständig der PKK, sagen ganz offen, dass die PKK gekommen ist und ihnen geholfen hat bei der Flucht. Dass sie ihnen auch Nahrung, Wasser (gegeben haben).

Das Camp kriegt keine Hilfe vom Ausland. Die Stadtverwaltung macht das alles selber. Jetzt steht der Winter vor der Tür.

Die südkurdische Regierung hat 80 Millionen Dollar Hilfsgelder erhalten, auch von Deutschland, humanitäre Hilfe, die bei den Leuten nicht ankommt, die leben auf der Straße, die leben auf Baustellen, unter Brücken. Die Regierung, die den Menschen nicht hilft, kriegt das Geld und hier die Leute wissen nicht, was sie machen sollen. Jetzt kommt der Winter und die Mittel der Stadtverwaltung reichen nicht aus.“

Die MLPD ruft zu Spenden für die Winterhilfe in der Region auf. Kontonummern und weitere Hinweise auf Seite 32 dieser Ausgabe.

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