Anstieg des Meeresspiegels um drei Meter ist nicht mehr zu verhindern

Schnellstmöglicher Ausstieg aus der Kohle- und Ölverbrennung wird noch dringlicher

In einer aktuellen Pressemitteilung des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e.V. heißt es:

Für die Westantarktis ist, wie jetzt bekannt wurde, der sogenannte Kipppunkt überschritten worden. Der westantarktische Eisschild ist instabil geworden und wird unaufhaltsam ins Meer abrutschen. Es sind keine Maßnahmen denkbar, die das Abschmelzen dieses Eisschildes noch verhindern können. Dies ist die Quintessenz eines Fachbeitrages von Stefan Rahmstorf für das Journal „Spektrum der Wissenschaft“ [http://www.scilogs.de/klimalounge/westantarktis-ueberschreitet-den-kipppunkt/]

Dies ist also keine der üblichen Nachrichten, wonach jetzt schnelles Handeln gefordert sei, um das Ruder noch herumzureißen. Solche, meist gut begründeten Warnungen haben in ihrer Summe leider teilweise einen abstumpfenden Effekt gehabt und das energische Gegenhandeln nicht gefördert. Das Verbrennen fossiler Energieträger, Hauptursache des Treibhauseffekts, nahm weltweit und auch in Deutschland sogar immer noch weiter zu.

Im Falle des westantarktischen Eisschildes gibt es nun aber kein Herumreißen des Ruders mehr. Auch wenn wir ab jetzt alles richtig machen, werden diese gewaltigen Eismassen ins Meer rutschen und schmelzen. Der Meeresspiegel wird weltweit um drei Meter steigen – egal, was wir tun.

Diese Nachricht könnte nun einen weiteren fatalen psychologischen Effekt haben, nämlich die Ausbreitung der Ansicht, nun sei eh alles egal. Doch das ist keineswegs der Fall. Wer wird, wenn er mit der Hand in die Kreissäge geraten ist, sagen, nun sei eh alles egal und auch noch die andere Hand und ein Bein hineinhalten?

Ist die Menschheit wirklich so unbelehrbar? Jedenfalls, wenn wir mit den fossilen Stoffen weiter Energie gewinnen, dann wird nicht nur der westantarktische Eisschild instabil. Es gibt auch noch den viel größeren ostantarktischen Eisschild und den auf Grönland, und beide sind gefährdet. Wenn diese ebenfalls den Kipppunkt überschreiten, dann reden wir nicht von drei Metern Meeresspiegelanstieg, sondern von bis zu 65 Metern. Es geht dann nicht mehr nur um den Verlust von einzelnen Regionen und Städten wie Bangladesch, Holland, Emsland, Bremen und Hamburg. Es geht dann definitiv um das Ende unserer Zivilisation. Und das in einem dramatisch kurzen Zeitraum von wenigen Jahrhunderten.

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