Mutwillige bis vorsätzliche Gefährdung der Gesundheit der Opelaner

Die gegenwärtige Situation der Bochumer Opel-Belegschaft muss als mutwillige bis vorsätzliche Gefährdung und Verletzung der Gesundheit bezeichnet werden. Eine Grundlage dafür ist die permanente Überausbeutung der Arbeitskraft, die heute praktisch jeden Akkord- und Contischicht-Arbeiter trifft.

Durch Ausdünnung der Belegschaft, Kürzung und Streichung von Pausen und den aufgezwungenen Takt des Fließbands werden im Körper permanent Stresshormone ausgeschüttet, muskuläre Verspannungen ausgelöst und Entzündungsprozesse angeheizt. Das Nervensystem gerät in einen Erregungszustand, die Verdauungsorgane werden blockiert. In der jetzigen Auseinandersetzung um die Werksschließung in Bochum lässt Opel die Taktzeiten noch einmal um vier Sekunden schneller stellen, Überstunden werden gefahren. Zu dieser im Kapitalismus „normalen“ Überausbeutung der Arbeitskraft hinzu kommen jetzt noch bei den Bochumer Opelanern die Folgen von Zukunftssorgen und Existenz­ängsten, Infragestellung der ganzen bisherigen Lebens- und Familienstruktur, aufgestaute Wut und Enttäuschung. Mobbing und Psychoterror sollen möglichst vielen die Unterschrift unter die Aufhebungsverträge abnötigen und kämpferische Kollegen isolieren. Auch das Gefühl, einfach abserviert zu werden, nachdem man jahrelang für den Betrieb Kraft und Gesundheit gegeben hat, hat Folgen: Ständige Unruhe und Überreizung, Schlafstörungen, Erschöpfungsgefühl, Verdauungsstörungen, Kreislaufprobleme und eine Schwächung des Immunsystems von der Infektanfälligkeit bis zur Krebsentstehung. In der gesteigerten Stresssituation sind auch die Entgiftungs-Systeme des Körpers geschwächt. Die chronische Belastung mit Schadstoffen am Arbeitsplatz, in der Ernährung usw. kommt jetzt besonders zum Tragen! Für denjenigen, der denkt, dann höre ich lieber auf bei Opel, weil die Arbeit einen krank macht …

Hier die gute Nachricht: Kämpfen, Organisiertheit und Solida­rität verbessern medizinisch nachgewiesen die gesundheitliche Situation der Betroffenen. Auch kann nur so die Lage konkret verbessert, der Kampf erfolgreich geführt und schließlich das Ausbeutersystem beseitigt werden!

Dr. med. Günther Bittel, Umweltpolitischer Sprecher der MLPD

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