Geschichtsfälscher am Werk!

Vor 75 Jahren: Deutsch-sowjetischer Nichtangriffsvertrag

Vor 75 Jahren, am 23. August 1939, wurde in Moskau der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag unterzeichnet. Vertragspartner waren die von Stalin geführte Regierung der damals sozialistischen Sowjetunion und das Hitlerregime des faschistischen Deutschlands. Die sowjetische Regierung zog damit die Konsequenz aus den langjährigen vergeblichen Bemühungen, mit den bürgerlich-demokratischen Westmächten Frankreich, Großbritannien und den USA zu vertraglichen Vereinbarungen zu kommen, um eine gemeinsame Front gegen die drohende Kriegsgefahr in Europa zu bilden. Die Hauptkriegsgefahr ging von den faschistischen Staaten Deutschland, Italien und Japan aus.

Obwohl allgemein der Beginn des II. Weltkriegs mit dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen am 1. September 1939 datiert wird, hatte er faktisch bereits wesentlich früher eingesetzt. So stellte Stalin im März 1939 bei seiner Analyse der Entwicklung seit 1937 fest: „Auf politischem Gebiet waren dies Jahre ernster politischer Konflikte und Erschütterungen. Schon das zweite Jahr tobt der neue imperialistische Krieg, der sich auf dem gewaltigen Gebiete von Schanghai bis Gibraltar abspielt und eine Bevölkerung von mehr als 500 Millionen erfasst hat. Die Landkarte Europas, Afrikas, Asiens wird gewaltsam umgestaltet.“ (Stalin, Werke, Bd. 14, S. 180)

Japan hatte China überfallen, Italien Äthiopien besetzt und gemeinsam mit Deutschland für den Faschisten Franco in Spanien interveniert. Hitler hatte mit Billigung der Westmächte Österreich annektiert und die Tschechoslowakei zerschlagen. Man hatte die Hoffnung, dem faschistischen Deutschland würde das gelingen, was die Westmächte nach dem I. Weltkrieg vergeblich versucht hatten, die sozialistische Sowjetunion militärisch zu besiegen. Deshalb ließ man von Seiten des Westens alle Vorschläge der Sowjetregierung ins Leere laufen.

Ein Vertrag mit dem Teufel

Letztlich nahm die Sowjetunion das deutsche Angebot eines auf zehn Jahre befristeten Nichtangriffsvertrags an. Mit diesem diplomatischen Manöver gelang es Stalin, die Sowjetunion aus dem Zangengriff Japans und Deutschlands zu befreien. Die Sowjetunion gewann zwei weitere Jahre Frieden – bis zum Bruch des Vertrags durch Hitler im Juni 1941.

Die Westmächte waren mit ihren Bemühungen, die Sowjetunion zu isolieren, gescheitert. Das versetzte die verantwortlichen Politiker in helle Wut. Zudem mussten sie unmittelbar für ihre verantwortungslose Politik büßen. Als Hitler neun Tage nach dem Vertragsabschluss ihren Verbündeten Polen überfiel, waren sie es, die in den Krieg verwickelt waren! Noch wenige Monate vor dem deutschen Überfall auf Polen gab der britische Außenminister Lord Halifax im März 1939 Treueschwüre gegenüber Polen ab. Tatsächlich ließ Polens Schutzmacht England die Polen feige im Stich und Hitler gewähren. Es war die Rote Armee, die durch ihr Vorrücken ehemalige russische Gebiete, die nach dem I. Weltkrieg an Polen gefallen waren, vor dem Hitlerfaschismus schützte. Das rettete auch Hunderttausenden jüdischer Menschen das Leben.

Am 11. August 2014 bezeichnete die Zeitung „Das Parlament“ den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt erneut als „Teufelspakt“. Aber es waren eben nicht zwei Teufel, die einen Pakt schlossen. Die Sowjetunion wurde durch das Lavieren der Westmächte zum Abschluss des Vertrages gezwungen. Er erwies sich allerdings – vor allem durch die zwei Jahre längere Vorbereitung für die Rote Armee auf den faschistischen Angriff – später als ein Grundstein für den Sieg der Anti-Hitler-Koalition.

Warum Hitler auf den Vertrag drängte

Die Sowjetunion war das einzige Land in Europa, das sich Hitlers Expansionsplänen in den Weg gestellt hat. Die deutschen Monopole und ihre Hitlerregierung konnten nicht sicher sein, dass es nicht doch zu einem Übereinkommen und einem Militärbündnis kommen würde. Hitler konnte die militärische Stärke der Sowjetunion nicht einschätzen. Eine militärische Konfrontation mit der Sowjetunion war für ihn noch zu früh. Man hatte noch wenig Erfahrungen mit der eigenen Kampfkraft, der militärischen Strategie und den eigenen Waffen. Erst nach zwei Jahren der sogenannten „Blitzkriege“ gegen schwächere Gegner trauten sich die deutschen Faschisten den Krieg gegen die Sowjetunion zu.

Verleumdungen der sowjetischen Politik

Schon damals wurde von den Westmächten die absurde Behauptung aufgestellt, Stalin habe mit dem Nichtangriffsvertrag Polen ausgeliefert und den II. Weltkrieg mit ausgelöst.

Obwohl die USA und Großbritannien nach 1941 gezwungen waren, doch noch ein Bündnis mit der Sowjetunion einzugehen – Frankreich hatte bereits 1940 kapituliert – setzten unmittelbar nach dem Sieg über den Faschismus diese Vorwürfe erneut ein. Dieselben Kräfte, die versucht hatten, Hitler gegen die Sowjetunion zu lenken, empörten sich im Nachhinein, dass Stalin durch eine kluge Politik seinem Land und der Weltrevolution Vorteile verschafft hatte!

Sie mussten erkennen, dass die Sowjetunion als Hauptkraft des Sieges über den Faschismus dem Sozialismus und der internationalen kommunistischen Bewegung zu einer nie da gewesenen Stärke verholfen hatten.

Vor fünf Jahren, im Frühjahr 2009, erklärte das EU-Parlament den 23. August zum „Gedenktag für die Opfer aller totalitären und autoritären Systeme“. Die bürgerlichen Medien überschlugen sich daraufhin in ihrem Antikommunismus: „Bündnis der Teufel“, überschrieb „Die Welt“ am 21. August 2009, „Teuflischer Pakt“, leitartikelte die „Süddeutsche Zeitung“ am 22./23. August. Von der eigentlichen Kriegsursache, dem imperialistischen Weltherrschaftsstreben, sollte damit abgelenkt und der Sozialismus diskreditiert werden. Die „Rote Fahne“ dokumentiert daher die Äußerungen verschiedener imperialistischer Politiker aus der damaligen Zeit um 1940. Sie belegen die tatsächliche Situation vor Abschluss des Nichtangriffsvertrags.

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