Was nach der Fußball-WM der Männer in Erinnerung bleibt

Nach vier Wochen geht die Weltmeisterschaft in Brasilien zu Ende. Am Ende siegte Deutschland in einem ausgeglichenen packenden WM-Finale. Was wird in Erinnerung bleiben?

Ausgeglichen wie nie

Schon in der torreichen Vorrunde gab es zahlreiche Überraschungen. Statt der hochbezahlten Fußballer aus Spanien, England oder Italien setzten sich die Spieler aus Costa Rica, Chile und Uruguay durch. Besonders im Achtelfinale wurde deutlich, dass die sportlichen Unterschiede zwischen den Ländern immer geringer werden. So standen Brasilien und Deutschland kurz vor dem Ausscheiden. Im Viertelfinale muss­ten die Niederlande bis ins Elfmeterschießen, um leidenschaftlich verteidigende Costa-Ricaner zu besiegen.

Verdienter Weltmeister

Auf das ganze Turnier gesehen wurde die deutsche Mannschaft verdient Weltmeister. Vor allem gegen Portugal und Brasilien konnte die Mannschaft begeistern.

Im Finale ging es dagegen denkbar knapp zu. Argentinien hielt für viele überraschend gut dagegen und Deutschland konnte erst kurz vor Ende der Verlängerung durch ein schönes Tor von Mario Götze das Spiel für sich entscheiden. Die deutsche Mannschaft überzeugte im Turnier vor allem als Mannschaft mit Teamgeist und taktischem Geschick. Zudem war die Mannschaft weniger auf einzelne Superstars fokussiert wie Brasilien, Argentinien oder Portugal.

Spitzensport – statt Breitensportförderung

Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung der deutschen Mannschaft ist neben einer wachsenden Fußballbegeisterung unter den Massen, vor allem eine systematische Förderung des Spitzenfußballs in Deutschland. Jeder Drittligist wird heute vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gezwungen, ein Jugendleistungszentrum zu führen. Die Bundesligisten investierten Millionengelder in ihre Jugendarbeit. Aus diesen Fußballakademien kamen in den letzten Jahren zahlreiche Talente für die Nationalmannschaft. Mit Breitensportförderung hat dies aber nichts zu tun. Viele klamme Kommunen kürzen oft auch bei der Sportförderung.

Peinlich: Gauck und Merkel

Offenbar war Kanzlerin Merkel von der Publicity über Kabinenbesuch nach dem Portugal-Spiel derart berauscht, dass sie nach dem Endspiel Bundespräsident Gauck gleich mit in die Kabine nahm. Kritik an dieser politischen Selbstinszenierung ist weder aus Mannschaft noch aus dem Stab bekannt geworden. Bastian Schweinsteiger nutzte eines seiner ersten Interviews nach dem Titel dann auch prompt, seine Nibelungentreue zum Steuerverbrecher Uli Hoeneß zu beteuern.

Feier bis in den Morgen

Von solchen Peinlichkeitenließen sich Millionen Menschen wenig beeindrucken. Sie feierten bis in die Morgenstunden den Titel der deutschen Mannschaft. Oft jubelten türkische und polnische Kolleginnen und Kollegen gleich mit. Von Deutschtümelei war kaum etwas zu spüren. Viele Fenster und erst recht die Häuser waren mit den verschiedensten Flaggen geschmückt.

Teuerste WM aller Zeiten

Mehr als 10 Milliarden Euro hat die WM in Brasilien gekostet, circa 80 Prozent der Ausgaben wurden von der brasi­lia­nischen Staatskasse getragen. In einem Land mit einer riesigen Fußballbegeisterung konnten sich nur die Wenigsten Tickets leisten. An solchen Projekten verdienen vor allem die riesigen Baukonzerne und Banken, die die Kredite hierfür bereitstellen. Milliarden haben vor allem die FIFA, aber auch Sportartikelhersteller wie Adidas, Puma oder Nike verdient. So wundert man sich auch nicht über Stimmen, die hinter Lionel Messis Wahl zum „Bes­ten Spieler der WM“ durch die „technische Kommission der FIFA“ Marketinggründe sehen.

WM der Solidarität

Ausbaden soll dies nach Meinung der Regierung und FIFA vor allem die Umwelt und die brasilianische Bevölkerung, die unter Zwangsumsiedlungen und steigenden Preisen zu leiden hat. Ob die Rechnung aufgeht? Viele stellen fest: Der Protest der Brasilianer gegen FIFA und Regierung war um einiges leidenschaftlicher und kämpferischer als der Auftritt ihres Nationalteams. So gab es noch nie so starke Proteste gegen Regierung und FIFA während einer WM.

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