Die Plünderung des Meersands und der Küsten

Aus Rote Fahne 23/2014: Mehrere tausend riesige Schwimmbagger internationaler Monopole sind auf den Weltmeeren unterwegs. Jeder von ihnen saugt pro Jahr bis 150 Millionen Tonnen Sand aus dem Meer für die unersättliche Bauwut der internationalen Baumonopole. (1)

Oft wird der Meeressand aus Profitgier vor der Verarbeitung in Stahlbeton nicht einmal gewaschen, was wegen des Salzgehalts dann zu Korosionschäden führen kann. Insbesondere in Asien brechen immer wieder marode gebaute Fabriken ein. Gigantische unnütze Großprojekte wie „Stuttgart 21“ und andere, der Ausbau vom Megastädten als Zentren des internationalen Finanzkapital wie Singapur, Dubai Mumbai und weltweit mit immer höheren Bürotürmen verschlingen Unmengen von Stahlbeton, der zu zwei Dritteln aus Sand besteht.

 

Der Sand kommt aus den Meerwn, von den Küsten und auch aus Flüssen, weil Wüstensand aufgrund seiner anderen Struktur nicht für Stahlbeton geeignet ist. So wurden in Dubai – wegen der auf Spekulation beruhenden unermesslichen Grundstückspreise – künstliche Inseln für Luxusbauten aufgeschüttet – mit Millionen Tonnen Meeressand. Für die wuchernde Finanzmetropole Singapur wurden soviel Meeres- und Küstensand aus dem Meer um Indonesien geplündert, dass dort bereits mehrere Inseln schlichtweg verschwunden sind – ein weltweites Phänomen wegen der Plünderung des Meersands. Von der Bauwut profitieren allein die internationalen Monopole. So berichtete eine Umweltaktivistin aus Mumbai, der indischen Finanzmetropole, dass dort die Hälfte aller hochgezogenen Wohnungsbauten leer stehen. Die Menschen können sie sich schlichtweg nicht leisten. So wachsen gleichzeitig die Slums explosionsartig. In China sollen allein 65 Millionen Wohnungen leer stehen.

 

und ihre Auswirkung auf den beschleunigten Übergang zu einer globalen Umweltkatastrophe

Die riesigen Schwimmbagger saugen nicht nur den Sand, sondern damit unzählige Organismen, die in ihm leben, aus dem Meer, was tendenziell das Ökosystem zerstört. Diese Organismen fehlen in der Nahrungskette für die Fische, die aussterben. Die Netze vor allem der kleinen Fischer bleiben leer. Das Leerbaggern der Meere trägt mit zur Veränderung der Meeresströmungen bei, mit allen negativen Folgen für das Weltklima, wie unter anderem das Auftreten von Monsterstürmen, denen kein Gebäude standhält. Experten befürchten, dass das Plündern der Sandküsten weltweit dazu führt, dass die Küstenstrände in Jahrzehnten ganz verschwunden sind. Sie sind jedoch ähnlich wie Korallenriffe ein existentiell notwendiger weltweiter Küstenschutz. Ohne sie sind die Küstenstädte bedroht. Das aufgrund anderer Faktoren schon dramatische Ansteigen des Meeresspiegels wird weiter verstärkt. Der Versuch – wie in Florida – das Verschwinden der Sandstrände dadurch zu verhindern, dass man dazu wiederum Meeressand ausbaggert und aufschüttet, verschärft die Zerstörung der Meere weiter. Schließlich wird mit dem verbauten Sand weitere Umweltzerstörung betrieben. Zum Beispiel durch die zunehmende Versiegelung von Böden: für einen Kilometer Autobahn werden allein 30.000 Tonnen Sand verbraucht. Für ein Atomkraftwerk werden zwölf Millionen Tonnen verpulvert.

 

Weltweit schlagen Experten Alarm

Unter ihnen gibt es viele Stimmen, die betonen, dass die ganze Art mit den Ressourcen der Natur umzugehen, geändert werden muss. Die Hoffnung jedoch, dies dadurch zu erreichen, dass eben den Abgeordneten und bürgerlichen Politikern drastisch die Augen geöffnet werden, ist fatal und gefährlich. Die gigantische Ausplünderung des Meer- und Küstensandes für den Maximalprofit ist auch ein Beweis dafür, dass wir ein anderes Gesellschaftssystem brauchen. Ein System, das die Ausbeutung von Mensch und Natur beendet – den echten Sozialismus. Ein Gesellschaftssystem, das Schluss damit macht, dass Menschen in Betonburgen von Städten leben müssen. Diesen wahrhaft revolutionären Gedanken formulierten Karl Marx und Friedrich Engels bereits vor mehr als 150 Jahren. Mehr dazu in dem neuen Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“

(ws)

 

(1) Die Fakten des Artikels stammen aus dem Film „Sand – die neue Umweltzeitbombe“ ausgestrahlt auf „arte“ am 22. April. Der Film enthält noch viele weitere interessante Fakten, die hier gar nicht alle verwendet werden konnten.

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