Kulturvolle und gesunde Lebensweise – für Stadtbewohner im Sozialismus alltäglich

Unerschwingliche Mieten in Ballungsräumen, massenweise Zerstörung von Wohnraum durch den Bau von Spekulationsobjekten, rasant wachsende Gefährdung von Leib und Leben der Bewohner von Megastädten wie Teheran oder Beijing etwa durch lebensgefährliche Konzentration von Feinstaub oder die weiträumige Vergiftung von Luft und Böden durch krebserregende Substanzen aus Müllverbrennungsöfen – die weltweite Jagd des internationalen Finanzkapitals nach einer weiteren Erhöhung seiner Höchstprofite zerstört im wachsenden Maß unsere Lebensgrundlagen auch in den Städten.

Dabei sind die materiellen Bedingungen für Städte, in denen eine kulturvolle und gesunde Lebensweise zum Prinzip wird, längst vollständig ausgereift.

Dazu einige Beispiele: Einerseits kann der Ausbau des öffentliche Nahverkehrs zum Nulltarif auf der Grundlage von schadstofffreien Nullemissions-Antrieben die Vergiftung der Luft wesentlich verringern. Damit verbunden kann andererseits der Rückbau und die Begrünung frei werdender Parkplätze, Straßenränder und Innenhöfe zu einem besseren Luftaustausch beitragen. So kann auch eine offene Bauweise bei gleichzeitiger Verdichtung gelingen.

Andererseits könnte schon heute der Güterverkehr auf die Schiene und auf das Wasser zurückverlagert werden. Das trägt vor allem zur weiteren Verminderung des künstlichen Treibhauseffekts bei.

Auch ist die Verwirklichung des Grundsatzes „Müll ist Rohstoff“ etwa durch Verfahren wie Kryo-Recycling längst möglich. Vorrangig muss freilich die umweltvergiftende Müllverbrennung verboten werden. Gegen die weitere Aufheizung der Erdatmosphäre gerichtet ist die sofortige und vollständige Versorgung der Städte mit erneuerbaren Energien aus Sonne, Wasser und Wind. Auch sind schon jetzt lange Wege vom Arbeitsplatz zum Wohnort vermeidbar. Einerseits durch ein Ende der kapitalistischen, chaotischen Arbeitskräfteverteilung, andererseits durch vielfältiges Gewerbe in Wohngebieten. Der sparsame Energieverbrauch ist etwa durch die Verwendung dämmender Baustoffe im großen Umfang möglich. Andererseits kann die Verwendung gereinigter Abwässer als Brauchwasser für Industrie und Haushalt den Wasserverbrauch insgesamt senken.

Ein Blick auf den sozialen Wohnungsbaus in Wien nach dem I. Weltkrieg macht deutlich, was mit einer kulturvollen Lebensweise der Massen gemeint ist. Bei neu erbauten Wohnanlagen wie dem „Heimhof“ oder dem „Karl-Marx-Hof“ wurden Sportanlagen in unmittelbarer Nähe der großen Wohnanlagen errichtet. Eine Entlastung der Frau von der Haussklaverei wurde durch preiswertes Essen aus Großküchen und die Errichtung von Großwäschereien gefördert. Weil aber die Kleinfamilie und die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Frau für den Erhalt des Kapitalismus unerlässlich ist, blieb ein solcher Städtebau bis heute nicht nur in Österreich die Ausnahme. Und die genossenschaftliche Verwaltung der neuen Wohnanlagen zum gegenseitigen Nutzen wurde kurz nach dem Einmarsch der Truppen des Hitler-Faschismus aufgelöst.

In der ehemaligen Sowjetunion dagegen schuf unter anderem der Beschluss vom 15. Juni 1931 „Über die Moskauer städtische Wirtschaft und die Entwicklung der städtischen Wirtschaft in der UdSSR“ wichtige Voraussetzungen für ei- ne landesweite sozialistische Städteplanung. So diente der Bau von Großküchen, Großwäschereien und Brotfabriken letztlich der Befreiung der Frau im Sozialismus. Der Bau der Moskauer und der Leningrader U-Bahn mit Anbindung an die Eisenbahnlinien als Massenverkehrsmittel wurde vorangetrieben. Neue Badeanlagen in den Arbeitervierteln, die Begrünung der Stadt und die Umwandlung von Wäldern in Erholungs- und Kulturparks dienten der Volksgesundheit. All das war dann auch ein Vorbild für den Wiederaufbau anderer Städte nach dem II. Weltkrieg.

Im sozialistischen China wurde durch die Durchdringung von Industriebetrieben und Siedlungen die Trennung von Arbeit und Leben vermindert. Bewusst wurde der Straßenverkehr aus begrünten Wohngebieten herausgehalten und die Einwohnerzahl neuer Volkskommunen begrenzt. Konsequent wurde der Grundsatz „Müll ist Rohstoff“ verwirklicht. Ausschlaggebend für solche Veränderungen war die Initiative der Massen.

Die Verwirklichung einer gesunden und kulturellen Lebensweise in sozialistischen Städten braucht einerseits den Sturz des Kapitalismus. Darüber hinaus ist auch im Sozialismus ein langer Kampf gegen die kleinbürgerliche Denkweise nötig. Sie stellt vor allem „die individuelle Befriedigung stets expandierender Bedürfnisse“ ins Zentrum (Stefan Engel: „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“, S. 318).

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