Vorbild und Herausforderung

Zum 110. Geburtstag von Willi Dickhut

Vor 110 Jahren, am 29. April 1904, wurde Willi Dickhut im westfälischen Schalksmühle geboren. Er war Arbeiter, Marxist-Leninist, unbeugsamer antifaschistischer Kämpfer unter Todesgefahr, Theoretiker der Arbeiterbewegung, revolutionärer Kommunalpolitiker in Solingen und vieles mehr. Von 1926 bis 1966 hatte er verschiedene Funktionen in der alten kommunistischen Bewegung inne. Diese Erfahrungen, aber auch Fehler verarbeitete er immer schöpferisch. Dazu verfasste er zwei spannende „Tatsachenberichte eines Solinger Arbeiters“.

Selbst schon im Rentenalter, machte er sich in den 1960er Jahren als einer der ersten an den notwendigen Aufbau einer revolutionären Partei neuen Typs. Mit Prinzipientreue, auch der nötigen Härte, langem Atem und unendlicher Geduld, Herzblut und Humor erzog er eine große Zahl von jungen Genossinnen und Genossen, vor allem aus der Arbeiterklasse, zu selbständig denkenden und handelnden Kadern. Sie konnten – wie Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD – nach Willis Tod sein Werk fortführen. Willi Dickhut hat wie kein anderer die MLPD in Theorie, Praxis und Methode geprägt und so das Fundament auch gelegt, dass die MLPD eine immer größere Verantwortung im weltweiten Zusammenschluss der Revolutionäre übernehmen konnte.

Ende 1969 übernahm er die Leitung des theoretischen Organs REVOLUTIONÄRER WEG (RW). Unter seiner direkten Leitung wurden 24 Ausgaben dieser weltweit einmaligen Schriftenreihe erarbeitet. Jede verteidigt die Prinzipien des Marxismus-Leninismus. Sie entwickeln ihn gleichzeitig weiter, indem sie ihn lebendig auf die brennenden Fragen des Klassenkampfs, Parteiaufbaus und der internationalen Entwicklung anwenden. Dabei schuf er auch in der Einheit von Theorie und Praxis, der dialektischen Methode selbst ein neues Niveau. Das systematische Erlernen und Anwenden der dialektischen Methode durchzog seine ganze Arbeit wie der berühmte rote Faden. Mit Phrasendrescherei und Dogmatismus konnte man bei ihm, der jede Frage bis auf ihre Ursache, Zusammenhänge und Konsequenz durchdachte, nicht landen.

Er war der erste in Deutschland und einer der wenigen auf der ganzen Welt, der den wissenschaftlichen Nachweis der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion nach dem XX. Parteitag 1956 der KPdSU führte. Noch heute ist dieses Buch, „Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion“ (RW 7–9), eine reichhaltige und unerlässliche Fundgrube im Kampf gegen den Antikommunismus unterschiedlichster Couleur. Von den Verrätern am Sozialismus, den Revisionisten, wurde er dafür gehasst und verleumdet, eine Antwort mussten sie jedoch bis heute schuldig bleiben. Als Leiter der Zentralen Kontrollkommission der MLPD führte Willi Dickhut auch den Aufbau eines Systems der Selbstkontrolle der Partei an. Immer wieder auf die Frage der Denkweise in der Arbeiterbewegung gestoßen, beschäftigte er sich systematisch damit. Er legte so die Grundlage für die Entwicklung der Lehre von der Denkweise, die sich heute auch immer größerer internationaler Verbreitung erfreut. Immer neuen Fragen und Problemen in Natur und Gesellschaft auf der Spur, beschäftigte sich der REVOLUTIONÄRE WEG unter seiner Leitung seit 1984 grundsätzlich und konkret vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus mit der Umweltkrise. Vor wenigen Wochen hat die MLPD ganz in seinem Geist begonnen, den RW 35 zu verbreiten. Er erschien als Taschenbuch unter dem populären Titel „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ und stößt auf großes Interesse. Der RW 35 soll „der Umweltfrage wieder einen festen Platz in der internationalen revolutionären und Arbeiterbewegung (zu) erobern“, wie es im Vorwort des Buches heißt. Willi Dickhut liebte die Natur auch ganz unmittelbar und wanderte gerne, z. B. mit den „Naturfreunden“.

Was er allerdings gar nicht mochte, war, auf irgendeinen Sockel gestellt zu werden. Seine Aufforderung und Antwort lautete vielmehr „Nachmachen!“. Die regelmäßigen monatlichen Mitgliederschulungen in der MLPD, systematisches Selbststudium und Studienbewegungen, die Bewegung zur Erlernung der dialektischen Methode mit schon mehr als 10.000 Teilnehmern sind dafür wichtige Bausteine, Hilfestellung und Anreiz.

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