Hunderttausende Menschen gedenken Berkin Elvan

Erklärung der Konföderation der Arbeiter aus der Türkei in Europa (ATIK)

Nachdem am Dienstagmorgen, 4. März, bekannt wurde, dass Berkin Elvan um 7 Uhr morgens (türkischer Ortszeit) von uns gegangen ist, gaben am Mittwoch, 5. März, Hunderttausende Menschen Berkin das letzte Geleit in Istanbul.

Am Dienstagmorgen, nach 269 Tagen Kampf ums Überleben, ging der 15-jährige Berkin Elvan von uns. Er wollte am 16. Juni 2013 nur Brot zum Frühstücken kaufen, als er zur Zielscheibe des türkischen faschistischen Staates wurde. Ein Polizist schoss aus kurzer Entfernung eine Gasgranate auf den damals 14-Jährigen ab und verletzte ihn so schwer am Kopf, dass er von da an im Koma lag. (...) Er war 15 Jahre alt und wog nur noch 16 Kilo als er am Dienstagmorgen von uns ging.

Nach dem Bekanntwerden seines Todes versammelten sich innerhalb von Stunden Tausende Menschen vor dem Krankenhaus, um der Familie von Berkin beizustehen (...) Jedoch zeigte auch hier der türkische faschistische Staat wieder sein wahres Gesicht und griff mit seiner Polizei die trauernde Menschenmenge mit Wasserwerfern, Tränengasgranaten und Plastikgeschossen an.

Millionen trauern auf der Straße

Millionen Menschen ging danach auf die Straßen. Nicht nur in der Türkei, sondern auch in Deutschland, Frankreich, England, Holland und der Schweiz versammelten sich Tausende Menschen, um gegen diefaschistische Diktatur und den Polizeiterror in der Türkei zu protestieren. In der Türkei kam es währenddessen in Städten wie Istanbul, Ankara, Izmir und Dersim zu schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und den DemonstrantenInnen. Die Menschen riefen Slogans wie „Wir werden mit den Mördern abrechnen“, „Tayyip Erdogan ist der Mörder von Berkin Elvan“ und „Berkin Elvan ist unsterblich“. Auch in anderen Städten wie, Mersin, Kocaeli, Antalyaö Kayseri, Bursa, Çanakkale, Mugla und Erzingan versammelten sich Zehntausend Menschen. In den Universität und Schulen kam es zu Gedenkprotesten, es wurden Bilder aufgehängt, Kerzen angezündet und vielerortes legten Menschen Brote zum Gedenken nieder.

Hunderttausende geben Berkin das letzte Geleit

Am Mittwochmorgen wurde der Leichnahm von Berkin im Istanbuler Stadtteil Okmeydani beerdigt. Schon in den frühen Morgenstunden, versammelten sich Tausende Menschen (...), um dem 15-Jährigen das letzte Geleit zu geben. Viele Gewerkschaften riefen zum Streik auf, Schulen wurden boykottiert und Geschäfte blieben geschlossen. Schnell wuchs die Menschenmenge an und in kürzester Zeit kamen über hunderttausend Menschen zusammen, so dass der komplette Stadtteil zum Erliegen kam.

Kurz nach der Beerdigung griff die Polizei die Menschenmenge wieder mit Gasgranten und Wasserwerfern an, währenddessen versuchte diese jedoch weiterhin, von Okmaydani aus in Richtung des Taksim-Platzes vorzudringen. In der Erklärung der Taksim Dayanisma heißt es „Als ­erstes werden wir unseren Berkin beerdigen und danach gehen wir zu dem Ort, wo alles angefangen hat, Taksim. Und zeigen, wer hier der Mörder ist.“

Der Mörder von Berkin ist der türkische Staat

Im Juni 2013 kam es in der Türkei zum größten Aufstand in der Geschichte des türkischen Staates. Millionen Menschen gingen gegen die faschistische Diktatur auf die Straßen. Der türkische faschistische Staat griff mit aller Härte durch und ging mit seinem Polizeiapparat und der Gendarmerie gegen die Volksmassen vor. Mit Gasgranaten, Plastikgeschossen, Schusswaffen, Wasserwerfern, Panzern, Schlagstöcken versuchte der türkische Staat die Menschenmassen einzuschüchtern. Tausende wurden zum Teil schwer verletzt, Hunderte festgenommen und eingesperrt und acht Menschen wurden kaltblütig ermordet. Währenddessen bezeichnet ­Tayyip Erdogan die Menschen, die den Taksim besetzt hielten, als „Vandalen“ und „Terroristen“. Die Handlager der faschistischen Diktatur, die Polizei, bezeichnet er jedoch als „Helden“. Für den Tod von Berkin Elvan ist niemand anderes als der türkische Staat verantwortlich, der gezielt versucht, jegliche Art von Widerstand mit aller Brutalität und ohne Rücksicht auf Verluste zu unterdrücken.

BERKIN ELVAN; ALI ISMAL KORMAZ; ETHEM SARISÜLÜK; ABDULLAH CÖMERT; MEHMET AYVALITAS, AHMET ATAKAN, MEDENI YILDRIM, HASAN FERIT GEDIK WERDEN EWIG IM UNSEREN KAMPF WEITER LEBEN!

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Die MLPD teilt die Einschätzung der Türkei als faschistischen Staat nicht. Dazu gibt es eine solidarische Diskussion mit der ATIK.

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