„Katastrophenalarm“ ist keine Übertreibung

Aus der Roten Fahne 13/2014 vom 27.3.14: Albstadt-Ebingen (Korrespondenz): Am 11. März jährte sich zum dritten Mal die Atomkatastrophe von Fukushima. Experten, unter anderem der Atomexperte und Träger des Alternativen Nobelpreises, Mycle Schneider, wiesen nach, dass in Fukushima bereits dreimal so viel Radioaktivität wie in Tschernobyl freigesetzt wurde.

Tag für Tag gelangen 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik. Der Physiker und Atomexperte Sebastian Pflugbeil sagte im Herbst 2013: „Die Lage ist zunehmend kritisch durch den Verfall der Ruinen. Die Brennstäbe sind nicht geborgen. Die Reaktorblöcke sacken ab. Der Untergrund, auf dem der Reaktor ruht, ist nicht mehr belastbar – er schwimmt.“

Im Pazifik hat sich eine riesige radioaktive Wasserblase gebildet, die auf die Westküste Amerikas zutreibt. Bereits jetzt sind 45 Prozent aller Seelöwen-Jungtiere vor der Küste Südkaliforniens gestorben. Im Plankton zwischen Hawaii und der US-Küste werden große Mengen Caesium 137 gefunden. In der Region Fukushima steigt die Zahl der Kinder mit Schilddrüsenkrebs monatlich an. Im Dezember 2013 wurde auf dem Kraftwerksgelände eine Strahlung gemessen, die einen Menschen in 20 Minuten tötet. Betreiber Tepco schickt „Wegwerfarbeiter“ in die verstrahlten Bereiche.
Für den Atommüll gibt es auf diesem Planeten keine Endlagerung. Doch Atom- und Energiekonzerne verhängen eine Nachrichtensperre über Fukushima und planen derweil den Bau von 557 weiteren Atomkraftwerken weltweit. Die EU-Kommission plant 69 neue Atomkraftwerke, weitere Kohlekraftwerke und Fracking.
Die Bundesregierung würgt die Energiewende ab. Drei Jahre nach Fukushima droht eine Renaissance der Atomenergie. Begleitet wird das von der Lüge, die erneuerbaren Energien kämen zu teuer. Teuer zu stehen kommt uns jedoch die Diktatur dieser Monopole – sie kostet nämlich die Lebensgrundlage der Menschheit. Offensichtlich funktioniert kapitalistische Produktion und Konsumtion nur noch auf der Grundlage brutaler und permanenter Zerstörung der Umwelt. Die Einheit von Mensch und Natur wird zerstört. Katastrophenalarm ist keine Übertreibung.

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