Albert Einsteins Gedanken zum Sozialismus

Albert Einsteins Gedanken zum Sozialismus

Christian Jooß Albert Einstein Wissenschaftler und Rebell 70 Seiten, 6,80 Euro. Webshop: www.people-to-people.de

Am 14. März 1879, vor 135 Jahren, wurde der große Naturwissenschaftler Albert Einstein in Ulm geboren. Einstein hat nicht nur maßgeblich zum theoretischen Fundament der modernen Physik beigetragen, er war Zeit seines Lebens auch ein rebellischer, kritischer Geist, der sich gegen Krieg und Unterdrückung, für Demokratie und soziale Gerechtigkeit einsetzte. Er hatte große Sympathien für den Sozialismus. Die „Rote Fahne“ dokumentiert aus diesem Anlass Auszüge aus einem von Einstein für die Zeitschrift „Monthly Review“ verfassten Artikel „Warum Sozialismus?“ aus dem Jahr 1949. Der Artikel kann auch in dem interessanten Buch von Christian Jooß „Albert Einstein – Wissenschaftler und Rebell“ nachgelesen werden.

Ist es nun ratsam für jemanden, der kein Experte auf dem Gebiet ökonomischer und so­zia­ler Fragen ist, sich zum Wesen des Sozialismus zu äußern? Ich denke aus einer Reihe von Gründen, dass dies der Fall ist. …

Unzählige Stimmen behaupten seit geraumer Zeit, dass nun, da die menschliche Gesellschaft eine Krise durchmache, ihre Stabilität ernsthaft erschüttert worden sei. …

Die ökonomische Anarchie der kapitalistischen Gesellschaft heute ist meiner Meinung nach die eigentliche Ursache des Übels. Wir sehen vor uns eine riesige Gemeinschaft von Erzeugern, deren Mitglieder unaufhörlich bestrebt sind, einander die Früchte ihrer kollektiven Arbeit zu entziehen – nicht mit Gewalt, aber in getreuer Einhaltung der gesetzlich feststehenden Regeln. …

Die Produktion ist für den Profit da – nicht für den Bedarf. Es gibt keine Vorsorge dafür, dass all jene, die fähig und bereit sind, zu arbeiten, immer Arbeit finden können. Es gibt fast immer ein „Heer der Arbeitslosen“. Der Arbeiter lebt dauernd in der Angst, seinen Job zu verlieren. Da arbeitslose und schlecht bezahlte Arbeiter keinen profitablen Markt darstellen, ist die Warenproduktion beschränkt und große Not ist die Folge. Technologischer Fortschritt führt häufig zu mehr Arbeitslosigkeit statt zu einer Milderung der Last der Arbeit für alle. Das Gewinnmotiv ist in Verbindung mit der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten für Instabilität in der Akkumulation und Verwendung des Kapitals verantwortlich und dies bedeutet zunehmende Depressionen. …

Diese Lähmung der Einzelnen halte ich für das größte Übel des Kapitalismus. Unser ganzes Bildungssystem leidet darunter. Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung für seine zukünftige Karriere anzusehen.

Ich bin davon überzeugt, dass es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, begleitet von einem Bildungssystem, das sich an sozialen Zielsetzungen orientiert. In solch einer Wirtschaft gehören die Produktionsmittel der Gesellschaft selbst und ihr Gebrauch wird geplant. Eine Planwirtschaft, die die Produktion auf den Bedarf der Gemeinschaft einstellt, würde die durchzuführende Arbeit unter all denjenigen verteilen, die in der Lage sind zu arbeiten und sie würde jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind einen Lebensunterhalt garantieren. Die Bildung hätte zum Ziel, dass die Individuen zusätzlich zur Förderung ihrer eigenen angeborenen Fähigkeiten einen Verantwortungssinn für die Mitmenschen entwickeln anstelle der Verherrlichung von Macht und Erfolg in unserer gegenwärtigen Gesellschaft. …

Sozialismus erfordert die Lösung einiger äußerst schwieriger soziopolitischer Probleme: Wie ist es angesichts weitreichender Zentralisierung politischer und ökonomischer Kräfte möglich, eine Bürokratie daran zu hindern, allmächtig und maßlos zu werden? Wie können die Rechte des Einzelnen geschützt und dadurch ein demokratisches Gleichgewicht zur Bürokratie gesichert werden?

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