Den Heldinnen und Helden von Leningrad gilt unser Gedenken

Der antikommunistische Charakter des faschistischen Vernichtungskriegs Hitlers wird weiter unter den Teppich gekehrt

Der 27. Januar findet sich in den westdeutschen Geschichtsbüchern als Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahr 1945. Über den 27. Januar 1944 wurde lange der Mantel des Schweigens gebreitet. Es war der Tag, an dem die Rote Armee Leningrad nach einer rund 900-tägigen Blockade befreite. In diesen zweieinhalb Jahren starben über eine Million Menschen den Hungertod, eine weitere Million fiel bei der Verteidigung der Stadt.

Zur Stärkung des Lebens­willens, der Solidarität und Kampfmoral organisierte die Kommunistische Partei mitten in diesem Kampf ums nackte Überleben vielfältige kulturelle Aktivitäten. Dmitri Schostakowitschs 7. Sinfonie „Leningrad“ wurde im August 1942 in Leningrad, inmitten eines Bombenangriffs, aufgeführt.

Die Befreiung der Stadt, die den Namen von Lenin, dem Führer der russischen Oktoberrevolution, trug, war eine riesige Ermutigung für alle Kämpfer gegen den Faschis­mus: „Der Durchbruch der Roten Armee durch die Leningrader Front ist von außergewöhnlicher Bedeutung“, heißt es in den Schulungsunterlagen, die Willi Dickhut, einer der Vordenker und Mitbegründer der MLPD, für die damals illegale KPD in Solingen erstellte. 1944. „Nicht nur, dass die Bedrohung der Stadt Lenins durch eine über zwei Jahre währende Belagerung ihr Ende gefunden hat, nicht nur, dass dadurch die Voraussetzung des Kampfes um den baltischen Raum geschaffen wurde, der Durchbruch zog auch politische Folgen nach sich, der die Tendenz des Abspringens Finnlands von der Seite Deutschland sprunghaft förderte.“

Der Oberbefehlshaber der Roten Armee, Josef Stalin, erklärte in seinem Befehl vom 23. Februar 1944: „Einen gewaltigen Sieg errangen die Sowjettruppen bei Leningrad. Unsere Truppen brachen das mächtige System der ständigen, tief gestaffelten Befestigungen des Gegners auf, zerschlugen eine starke Kräftegruppe der Deutschen und befreiten Leningrad vollständig von der feindlichen Blockade und dem barbarischen Artilleriebeschuss.“

Es ist zu begrüßen, dass die faschistischen Verbrechen der bewussten und gezielten Vernichtung der Einwohner und Verteidiger Leningrads am 27. Januar endlich auch im Bundestag zur Sprache kamen. Inklusive des Eingeständnisses, dass der Krieg von Deutschland ausgegangen sei und ein „mörderischer Raub- und Vernichtungsfeldzug im Osten Europas“ war. Allerdings werden die Spuren verwischt, wenn Bundestagspräsident Lammert (CDU) von einer „nationalso­zialistischen Rassenideologie“ spricht. Die faschistische Ideologie war nicht national, schon gar nicht sozialistisch und nur in der Nebenseite eine Rassen­ideologie. Der faschistische Terror war in erster Linie antikommunistisch motiviert und zielte auf die Zerstörung des Sozialismus und die physische Liquidierung von Millionen seiner Träger. Aber in der langen Liste der Opfer, die Lammert im Bundestag aufzählte, sucht man ein Wort vergebens: Kommunisten.

Das kann kein Zufall sein und offenbart – trotz gehörig zur Schau gestellter Betroffenheit – auch eine ordentliche Portion Scheinheiligkeit. Die Kommunisten in allen Ländern zahlten den höchsten Blutzoll des faschistischen Terrors. Sie standen an der Spitze der Zerschlagung des Hitler-Faschis­mus, vor allem die Rote Armee.

Am Ende sprach Lammert dann vom „Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Ost- und Mitteleuropa“ vor der Jahrtausendwende. Nur war der Sozialismus dort bereits Jahrzehnte vorher zerstört und durch einen bürokratischen Kapitalismus ersetzt worden. Was Lammert einfach nicht über die Lippen will: Der Sozialismus hat sich im II. Weltkrieg als das überlegene Gesellschaftssystem erwiesen. Dazu leisteten die gefallenen und überlebenden sowjetischen Heldinnen und Helden von Leningrad einen unsterblichen Beitrag. Ihnen gilt heute unser Gedenken.

Auch dank ihnen konnte der Sozialismus nicht von außen zerstört werden. Er wurde erst Jahre später von innen durch Verrat zerstört. Dass diese Verräter den Sozialismus/Kommunismus zur Täuschung noch weiter im Mund führten, erschwert es durchzublicken.

Jörg Weidemann

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