„Können damit Flüge finanziert werden?“

Auszüge aus dem Tagebuch einer Mali-Reise von Elvira Dürr1

Bamako, den 19. Dezember 2013

Der sechste Tag unserer Mali-Reise. Heute hat Clariste Zeit, dass wir letzte Absprachen zur Herausgabe ihres Buches in Deutsch besprechen. Die Tage davor war sie eine wichtige Organisatorin der Konferenz „Migrance 2013“ – die Konferenz zur Migration, die auch in ihrem Buch vorkommt, weil sie für Claristes Entscheidung, in Afrika zu bleiben, sehr wichtig war.

Ich habe das Vorwort auf Deutsch und frage Clariste nach ihrem Einverständnis, dass wir Zitate von ihr verwenden. Schon bei der Übersetzung des ersten Halbsatzes (zur Beschneidung) lacht sie und beendet von sich aus das Zitat. Sie erinnert sich genau. Bei den beiden anderen Zitaten – über die Ungeduld der Europäerinnen auf der Weltfrauenkonferenz 2011 und 2012 bei der Diskussion über den Ort für die nächste Weltfrauenkonferenz – ist es genauso. Sie lacht und beendet die Zitate selbst. „Ja“, sie ist einverstanden! „Sehr gut“ – die Zitate findet sie auch passend ausgewählt.

Wichtig an der Herausgabe in Deutsch ist für Clariste, „dass mit der Verbreitung des Buches Geld für die 2. Weltfrauenkonferenz zusammenkommt.“ Sie fragt mich ausdrücklich: „Können damit Flüge finanziert werden?“ Für sich selber will Clariste kein Honorar. Nur wenn es eine 2. Auflage gibt, dann möchte sie ihrer Mutter davon etwas Geld geben können und sagen: „Mama, das Geld habe ich für das Buch bekommen, das ich geschrieben habe. Es wurde auch auf Deutsch übersetzt.“

Schon auf der Konferenz zur Migration am Dienstag hatten wir die Herausgabe von Claristes Buch in Deutsch bekannt gegeben. Der Termin für die Herausgabe – der 8. Februar 2014 zur 3. Europakonferenz der Weltfrauen – wurde mit sehr viel Beifall bedacht. Nicht nur Clariste, auch etliche andere Teilnehmer der Konferenz kommen auf uns zu und flüstern: „ein perfekter Termin“. Für viele Teilnehmer war überhaupt neu, dass Clariste ein Buch geschrieben hat. So macht noch meine französische Ausgabe des Buches die Runde, selbst der malische Außenminister ist beeindruckt.

An der Konferenz nehmen viele Frauen teil, die meisten von der Frauenorganisaton Maaya – das bedeutet in Bamara: Menschlichkeit. Die wenigsten von ihnen sprechen französisch, das spricht nur, wer in der Schule war. Aber sie sind stolz, dass eine von ihnen ein Buch geschrieben hat, das jetzt auch noch in Deutsch erscheint.

 

1 Elvira Dürr vertritt zusammen mit zwei weiteren „Weltfrauen“ die Herausgeberinnen des Buches „Die Falle“

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