Welt-AIDS-Tag – kein Grund zur Entwarnung!

Gelsenkirchen (Korrespondenz:) Auch wenn die Zahl der Menschen, die mit HIV neu infiziert werden, in den letzten Jahren abnimmt, so geht das millionenfache unnötige Leiden und Sterben weiter.

In den Ländern, in denen die Infizierten Zugang zu einer gesundheitlichen Versorgung und antiviralen Therapie haben, hat die Krankheit ihren Schrecken verloren: Die Infizierten haben eine fast normale Lebenserwartung. Ganz anders ist die Situation in den armen und ärmsten Ländern vor allem Schwarzafrikas. Ein öffentliches Gesundheitswesen existiert dort oft gar nicht mehr und oftmals auch keine funktionierende Infrastruktur. Beispiel: Demokratische Republik Kongo. Das Land im Herzen Afrikas, dem seine unendlichen Bodenschätze und Reichtümer unter der imperialistischen Herrschaft zum Fluch wurden.

Vor zwei Jahren wurde unter sehr schwierigen Bedingungen in der großen, jetzt völlig verarmten Bergbaustadt Mbuji Mayi ein AIDS-Basis-Projekt gestartet, „Ngenyi & Sida“. Es ist Teil des „Ngenyi-Projekts“ – ein im Aufbau befindliches Volksbildungszentrum. Ermöglicht wurde der Start durch Spenden des Vereins „Neue Wege in der HIV-Therapie“. Bemerkenswert ist, dass alle Mitarbeiter dort ehrenamtlich arbeiten!

Anbei aus dem Bericht einer Reisegruppe des VFI Kongo e.V.1 aus Deutschland, die im Oktober 2013 nach Mbuji-Mayi reiste, um den Aufbau des Ngenyi-Zentrums praktisch zu unterstützen und auch „Ngenyi & Sida“ besuchte:

Die Initiative hat ein Büro angemietet, welches täglich besetzt ist. Es kommen zwischen zwei bis zehn Leute pro Tag. Sie bietet den Raum auch für Treffen von Selbsthilfegruppen an … Als Öffentlichkeitsarbeit sind sie damit beschäftigt, ein Netzwerk aufzubauen. Dazu gehen sie in die Stadtviertel und machen Werbung für den Verein, für die Beratung und rufen auf, sich testen zu lassen. Früher wurden die Menschen, die infiziert waren – vor allem die Frauen – als Hexen angesehen. Das hat sich geändert. Die Klinik arbeitet mit der Initiative Ngenyi & Sida zusammen. Dr. Mgukundi anerkennend: ,Das Besondere der Initiative ist, dass sie bei der Beratung in die Familien gehen und vor Ort sind. Alle schwangeren Frauen werden mittlerweile getestet. Wenn sie erkrankt sind, muss vor allem verhindert werden, dass die Kinder erkranken. Die Männer werden beraten und aufgefordert, Kondome zu benutzen. Sie verteilen auch Kondome.‘ … AIDS ist mittlerweile ein öffentliches Thema. Sogar in den Schulen. Manchmal gibt es auch Informationen im Fernsehen. Aber die Sender sind so schlecht mit Geld ausgestattet, dass die Informationssendungen minimal sind. Medikamente stehen bislang frei zur Verfügung. Sie werden durch den Fonds ,mondiale de lutte contre le sida et paludisme‘ (Malaria) sowie PNLS (Programme nationale de lutte contre le SIDA) Projekt in Togo in Zusammenarbeit mit UNICEF national zur Verfügung gestellt.

Eine Zusammenarbeit mit den übrigen Initiativen und dem PNLS wäre gut. Dann gäbe es auch eine bessere Übersicht über die Entwicklung von AIDS in der Bevölkerung und den Stand im Kongo insgesamt. Der ist bisher unbekannt. Ohne Geld kann man jedoch keine Leute in den Einrichtungen bezahlen … Die infizierten Menschen müssen wie alle anderen auch … ums tägliche Überleben kämpfen.“

 

1 Der VFI Kongo, Verein zur Förderung der Infrastruktur in der DR Kongo, ist Mitglied bei Solidarität International (SI)

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