„Geschichtswerkstatt: Sowjetunion schlägt Hitler“ auf dem Sommercamp

Auf dem Sommercamp des REBELL analysierten 15 Jugendliche in dem Workshop „Geschichtswerkstatt: Sowjetunion schlägt Hitler“ Fakten zu weit verbreiteten antikommunistischen Geschichtsfälschungen. Sie fragten immer wieder: Was hätte ich an Stalins Stelle gemacht? Eines von mehreren Arbeitsergebnissen war Folgendes:

Das für Kinder und Jugendliche erstellte Internet-Magazin „Planet Wissen“ behauptet über Stalin: „Der rote Diktator gehört zu den schlimmsten Verbrechern der Menschheitsgeschichte.“ Begründet wird das unter anderem damit: „Mit Menschenverachtung wirft er Millionen schlecht ausgerüsteter Rotarmisten an die Front, als Hitler im Juni 1941 die Sowjetunion überfällt.“

Zuerst untersuchte der Workshop: Warum konnten die Faschisten im Sommer 1940 in nur sechs Wochen die französischen, englischen, belgischen und niederländischen Truppen besiegen und diese Länder bis auf England besetzen? Die Antwort: Die Nazis wandten konsequent das Prinzip der Konzentration der Kräfte an. Während die Franzosen Hunderte Kilometer Grenze als Verteidigungswall aufgebaut hatten („Maginot-Linie“), konzentrierten die Nazis stärkste und beweglichste Panzerverbände an wenigen Punkten: Die durchbrachen nicht nur leicht jeden Widerstand, sondern konnten auch schnell in das freie Hinterland vorrücken – bis zum Atlantik. Unterstützt wurden sie ständig von Bombern und Jagdflugzeugen.

Die sozialistische Sowjetunion hatte diese Taktik studiert. Widerstand direkt an der Grenze gegen einen solchen Gegner? Unmöglich. Zumal die militärische Stärke sehr ungleich war: Am 22. Juni 1941, dem Tag des Überfalls auf die Sowjetunion, standen an der Ostfront 4.600.000 Wehrmachtssoldaten 2.800.000 Rotarmisten der Sowjetunion gegenüber. Allein diese Unterlegenheit machte es unmöglich, die Grenze direkt zu verteidigen. Deshalb leistete die Rote Armee zunächst nur hinhaltenden Widerstand, um Folgendes zu erreichen: Der Großteil der sowjetischen Industrie stand auf Gebieten westlich von Moskau. Die Nazis rechneten fest damit, sie zu zerstören oder sogar in Besitz nehmen zu können. Aber: Allein in den ersten vier Kriegsmonaten verlagerten die Sowjets über 1.500 Großbetriebe mit allen Maschinen, Arbeitern und ihren Familien nach Osten, Ural, Sibirien, Kasachstan und begannen dort eine neue Produktion!

Eine gigantische Leistung
Es gab kaum Straßen- und Eisenbahnverbindungen dahin, auf der Steppe mussten Gebäude, Kraftwerke – alles neu aus dem Boden gestampft werden. Und es klappte. Ebenso zogen die Sowjets eine klare Linie für die deutschen Truppen – bis hierher und nicht weiter! Sie reichte von Leningrad im Norden über Moskau bis nach Stalingrad im Süden. Trotz schlechterer Ausrüstung ergaben sich diese Städte nicht!
Und zum dritten gab es in dem gesamten Hinterland, das die Nazis besetzt hatten, einen immer erfolgreicheren organisierten Partisanenkrieg: 1.933.000 Kämpfer fügten den Nazis gewaltigen Schaden zu. Im Sommer 1944 schließlich hatten die russischen Industriebetriebe so viel modernste Panzer, Flugzeuge, Kalaschnikows usw. hergestellt, dass die Sowjetunion in die Offensive übergehen und die Nazis in wenigen Monaten bis zur Elbe treiben konnte.

Das wichtigste Ergebnis des Kurses auf dem Sommercamp aber war: Entscheidend für den Sieg der Sowjetunion war nicht nur die erfolgreiche Kriegsführung von Stalin, sondern das sozialistische Bewusstsein der Bevölkerung: Sie hatten zwanzig Jahre lang erfolgreich den Sozialismus, Industrie, Landwirtschaft, Kultur und Bildung aufgebaut – das wollten sie verteidigen. In vier Monaten 1.500 Großbetriebe verlagern und neu aufbauen, die drei großen Städte mit wenig Waffen zu halten, einen millionenfachen Partisanenkrieg entfalten – das geht nur, wenn die Massen freiwillig, mit eigener Verantwortung und selbstloser Initiative anpacken. Sie hatten das volle und begründete Vertrauen, dass die sowjetische Führung mit Stalin eine richtige Strategie und Taktik entwickelt hatte.

Trotz hoher Todesopfer stieg die Anzahl der Mitglieder der Kommunistischen Partei der Sowjetunion während des Kriegs von knapp 4 auf über 5,5 Millionen Mitglieder (ähnlich wie z.B. in Frankreich in der antifaschistischen Widerstandsbewegung „Resistance“).

Die Teilnehmer der Geschichtswerkstatt waren begeistert; sie wird weiter geführt werden.

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