Giftskandal gefährdet Trinkwasser im gesamten Ruhrgebiet

Giftskandal gefährdet Trinkwasser im gesamten Ruhrgebiet

Zeche Lohberg in Dinslaken

Im Ruhrgebiet ist die Diskussion über einen 20 Jahre zurückliegenden Umweltskandal neu entbrannt: die massenhafte Einlagerung von Giftmüll in Bergwerken durch die Ruhrkohle AG (RAG) in den 1980er und 1990er Jahren und deren Genehmigung durch eine große Koalition des damaligen NRW-Umweltministers Matthiesen (SPD) mit Bundesumweltminister Töpfer (CDU) und der späteren NRW-Umweltministerin Höhn (Grüne).

In Interviews mit verschiedenen Zeitungen weist der Sprecher der kämpferischen Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“, Christian Link, auf die ganze Brisanz des Skandals hin. Um Kosten zu sparen, trifft die RAG bereits erste Maßnahmen, die Wasserhaltung zu beenden und auf Brunnentechnik umzustellen. Damit können die in etwa 800 bis 1.000 Meter Tiefe des Ruhrgebiets eingelagerten Giftmüllmassen mit Wasser vermischt ins Grundwasser und an die Oberfläche gelangen. Das kann zur Verseuchung der gesamten Trinkwasserreserven des Ruhrgebiets und darüber hinaus führen (siehe Interview S. 18).

Seit dem Beginn der Einlagerung von Giftmüll unter Tage Ende der 1980er Jahre haben die MLPD und die kämpferische Bergarbeiterbewegung genau davor gewarnt. So wurde dieses Umweltverbrechen von Bergarbeiterzeitungen wie „Vortrieb“ oder „Spitze Hacke“ sowie Stadtzeitungen der MLPD wie „Mitten im Revier“ oder „Vor Ort“ aufgedeckt und angegriffen (siehe S. 19): „Hinter den Giftmüllplänen steckt eine unglaubliche Menschenverachtung. Bei laufendem Betrieb ist die Gesundheit der Kumpels direkt gefährdet.“ („Spitze Hacke 20. 3. 1990). Und der „Vortrieb“ deckte 1993 auf: „Angeblich 100 Prozent sichere Schläuche sind unter Tage geplatzt. Kumpel mussten knöcheltief im giftigen Schlamm waten.“ In Dortmund wurde die geplante Einlagerung von Sondermüll auf der Zeche Minister Stein 1989 durch Widerstand der Bevölkerung unter Mitwirkung der MLPD verhindert.

Jetzt ergab ein Gutachten, das der Landwirt Schulte-Bergcamen aus Lünen in Auftrag gegeben hatte: Inzwischen sind schon Giftstoffe aus dem Giftmüll über das Wasser an die Oberfläche seines Ackers gekommen. Mit der Absicht der RAG, den Grubenwasserpegel auf 500 Meter anzuheben, droht eine regionale Umweltkatastrophe. Die Vermüllung und Vergiftung der natürlichen Umwelt ist heute einer der Faktoren, der im Zusammenwirken mit anderen dazu geführt hat, dass wir uns mitten im Umschlag in eine weltweite Umweltkatastrophe befinden.

Als Sofortmaßnahmen fordert die MLPD:

1. Aufrechterhaltung und Verbesserung der Wasserhaltung „auf ewig“ und auf Kosten der RAG und anderen Betreiber, gegen die Brunnentechnik!

2. Umweltgerechte Entsorgung aller eingelagerten Gifte auf Kosten der Verursacher und vollen Gesundheitsschutz der Bergleute!

3. Ersetzung der Müllverbrennung durch Kryo-Recycling und Umstellung der Kraftwerke auf erneuerbare Energien!

4. Keine Stilllegung des Bergbaus – Kohle ist zu wertvoll zum Verbrennen! Nein zum Fracking!

Es geht aber nicht „nur“ darum, nicht vergiftet werden, sondern es geht um ein Leben und eine Produktion in Einheit mit der Natur. Das erfordert die Abschaffung der Profitwirtschaft. Eine planmäßige Produktion „ist identisch mit der weltweiten Errichtung des Sozialismus, wo nicht länger Mehrwert und Akkumulation des Kapitals im Mittelpunkt steht, sondern die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschheit in Einheit mit der Natur“ („Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“, S. 207).

Wer diese Richtung mitgehen will, ist in den Wählerinitiativen für die Direktkandidaten der MLPD bestens aufgehoben. Wer eine grundlegende Lösung will, der stärkt am besten die MLPD.

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