Spannende Eindrücke vom Umweltkampf in Europa

„Drittes Europäisches Forum gegen unnütze Großprojekte“ zeigt Ansätze einer Widerstandsfront auf

Freitagvormittag, 26. Juli, 10 Uhr, in den Stuttgarter Wagenhallen. Das „Dritte europäische Forum gegen unnütze Großprojekte“ beginnt mit der Vorstellung von 14 Initiativen, die in verschiedenen Ländern, teils seit Jahrzehnten gegen Megaprojekte des Finanzkapitals kämpfen. Von den Bergen Transsylvaniens in Rumänien im Osten bis nach England im Westen, vom Fehmarnbelt an der Ostseeküste bis nach Spanien im Süden.

Die sechseinhalbminütige Präsentation für jede Initiative, die auch strikt eingehalten wird, erschließt in einem ersten Überblick die Gemeinsamkeiten, die Basis für eine gemeinsame Widerstandsfront. Fast bei jedem Projekt sollen gigantische zweistellige Milliardensummen in Euro dem Finanzkapital Anlagemöglichkeiten für überschüssiges Spekulationskapital bieten. Insgesamt sind das in Europa derzeit mehr als 600 Milliarden Euro. Das internationale Finanzkapital bedient sich dabei imperialistischer Zusammenschlüsse wie der EU und der jeweiligen Nationalstaaten, über die Kosten aus den Steuerzahlern herausgepresst werden.

Dabei nehmen derzeit insgesamt sogenannte Hochgeschwindigkeitszugtrassen eine Schlüsselrolle ein. Diese Verbindungen zwischen Metropolen zerschneiden ganze Landschaften, zerstören bestehende Städte und ganze Regionen wie in Italien das Susatal oder die Stadt Florenz mit ihren einmaligen historischen Kunstschätzen. Von besonderem Interesse für das internationale Finanzkapital sind dabei riesige Tunnelbauten wie in der Hochgeschwindigkeitsstrecke durch die Alpen von Lyon bis Turin mit 57 Kilometer Länge oder durch die Pyrenäen. Das hat eine Ursache darin, dass mit Tunnelbauten die höchsten Profite in der gesamten Baubranche zu machen sind.

Gleichzeitig sind sie für die Umwelt extrem gefährlich und mit einer gigantischen Umweltzerstörung verbunden. So wenn bei der festen Fehmarnbeltverbindung durch einen Tunnel unter der Ostsee 20 Millionen Kubikmeter Abraum unter dem Meeresspiegel bewegt werden soll, von dem niemand weiß, wohin damit. In allen Megaverkehrsprojekten werden vorhandene Transportmöglichkeiten mit Zug oder Schiff an die Wand gedrückt. Meist mit den gleichen Scheinargumenten von angeblichen Zeitgewinnen, gegen die viele Initiativen sich die Meinungsführerschaft erobert haben. Oft sind lokale Gemeinden und Körperschaften Bestandteil des Kampfes.

Dabei ist der Widerstand beileibe nicht auf die unmittel- bar betroffenen Regionen beschränkt. Im Fall des geplanten französischen Großflughafens Notre Dame des Landes haben sich 45 Organisationen zusammengeschlossen, die über 220 Unterstützungskomitees in ganz Frankreich haben. Die Initiativen haben dabei eine Vielfalt von Kampfformen entwickelt, von juristischen über Massendemonstrationen bis zu Blockaden von Baustellen oder Ministerien etc. Immer häufiger kommt es dabei zu Zusammenstößen mit Polizei und Militär. Im italienischen Susatal setzten sie dabei ein international verbotenes Kampfgas ein.

Auf jeden Fall machte schon der erste Überblick deutlich, dass eine internationale Widerstandsfront nötig ist, für die aber auch die Voraussetzungen heranreifen. In vielen Workshops, an denen auch Mitglieder der MLPD teilnahmen, konnte dies weiter diskutiert werden.

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