„Mutige Marie“ entlassen – nicht entmutigt

„Mutige Marie“ entlassen – nicht entmutigt

Marie Bauer (re.) mit Lisa Gärtner vor dem Arbeitsgericht

Gelsenkirchen (Korrespondenz): Die BP-Geschäftsleitung hat die zweimalige Jugendvertreterin und IG-BCE-Vertrauensfrau Marie Bauer nach ihrer Lehre und einem zweieinhalbjährigen Kampf schließlich doch entlassen können (siehe rf-news vom 29. 6. 2013). Die Gerichte setzten sich mit fadenscheinigen Begründungen über das gewerkschaftliche Recht der unbefristeten Übernahme von Jugendvertretern hinweg. Besonders mies: Die Geschäftsleitung konnte voll auf die Rückendeckung durch den rechten Betriebsratsvorsitzenden und den Vorsitzenden der Jugendvertretung sogar bei den Gerichtsverhandlungen setzen. Letzterer wurde für seine Liebedienerei mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag belohnt. Unter mehr und mehr Kollegen aber haben BP und die Co-Manager verloren. Eindrucksvoll demonstrierten sie ihre Solidarität mit der jungen Kollegin.

Erfolg oder Misserfolg eines solchen zähen Ringens können nicht daran gemessen werden, ob sich die Klassenjustiz und ein mächtiges Übermonopol im konkreten Reformkampf durchsetzen, sondern daran, was daraus gelernt wird, welche Schlussfolgerungen die Kollegen aus dieser Erfahrung ziehen.

Der Fall hatte weit über die BP-Belegschaft „Furore“ gemacht – wurde mit Hilfe des Solikreises in den Gewerkschaften, Belegschaften, in der Frauenbewegung usw. diskutiert. Praktischer Beleg für ein gewachsenes Klassenbewusstsein der BPler war die erfolgreiche Spendensammlung für die Streikkasse der Bochumer Opelaner. In der ganzen Belegschaft wird diskutiert: Sich nicht erpressen zu lassen und sich für den Kampf um jeden Arbeitsplatz zu entscheiden – vor dieser Weichenstellung stehen heute überall Belegschaften – und jeder Einzelne.

Der wichtigste Erfolg ist sicherlich, dass die antikommunistische Hetze von Geschäftsleitung und Betriebsratsspitze im Verlauf der Auseinandersetzung spürbar an Wirkung verlor. Dazu berichtet der „Cracker“, die Zeitung von Kollegen für Kollegen:

Warum BP Marie Bauer unbedingt los werden wollte – das hat nicht nur damit zu tun, dass sie auf Betriebsversammlungen, in der Lehrwerkstatt und in den Abteilungen konsequent für die Übernahme aller Azubis und gewerkschaftliche Rechte eintrat.

Nie offen ausgesprochen, aber hinter den Kulissen von der Geschäftsleitung und der rechten Betriebsratsspitze wurde eine antikommunistische Hetze verbreitet. Marie Bauer sei ,nur von der MLPD als Märtyrerin vorgeschickt worden, damit diese ihr Süppchen kochen kann‘.

Was soll das denn für ein „Süppchen“ sein?

Die MLPD ist eine revolutionäre Partei, die seit über 30 Jahren konsequent die Interessen der arbeitenden Menschen und ihrer Familien vertritt und sich für eine gesellschaftliche Alternative stark macht, den echten Sozialismus. Bei BP und Sabic (vorher Veba) arbeitet die MLPD seit 19 Jahren am „Cracker“ mit, der Zeitung von Kollegen für Kollegen. Von Anfang an wurde Marie Bauer vom „Cracker“, von der MLPD und dem Jugendverband Rebell unterstützt. Darauf kann man sehr stolz sein, so eine junge kämpferische Kollegin in ihren berechtigten Forderungen unterstützen zu können.“

Bei Unterschriftensammlungen für die Wahlzulassung der MLPD und in vielen Gesprächen positionierten sich Kollegen dafür, sich ernsthaft mit der revolutionären Perspektive des Sozialismus zu befassen. Die so entstandenen engen freundschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen, die Kollegen für die Mitarbeit in der Wählerinitiative und für die Mitgliedschaft in REBELL und MLPD zu gewinnen, daran muss die Betriebsaufbaugruppe weiter systematisch arbeiten.

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