Verschärfter Kampf zwischen zwei Wegen bei Opel Bochum: Streik statt Kapitulation

Von 11.55 Uhr bis zirka 16.30 Uhr versammelten sich am 21. Mai die Bochumer Opelaner aus Früh- und Spätschicht an Tor 1. So lange wurde auch die Arbeit niedergelegt und stand die Produktion im ganzen Werk.

Der heutige Dienstag war geprägt von heftigen Auseinandersetzungen um die zwei Wege: Kampf oder Kapitulation! Der Weg des Streiks wie 2004 ist die einzige Sprache, die der GM-Vorstand versteht. Der Weg der Illusionen wie in die Einigungsstelle, die Hinhaltetaktik oder zahnlose „Frage- und Antwortstunden“ mit Werksleiter Gellrich sind der Weg der Kapitulation.

1.500 Kollegen der Frühschicht und 800 bis 900 der Spätschicht beteiligten sich, mehr als bei den Infoveranstaltungen der letzten Zeit. Werksleiter Manfred Gellrich weigerte sich, vor die Belegschaft zu treten. Angeblich wegen der anwesenden Presse. Von den Kolleginnen und Kollegen wurde dies mit großer Heiterkeit entgegengenommen: „Der spricht doch sonst lieber mit der Presse als mit der Belegschaft.“ Und: „Wir bleiben hier!“

Schon vor Beginn der Versammlung war die Mehrheit der Frühschicht selbstbewusst und kämpferisch „Das muss diesmal dauern“, hörte man oft. Bei der Abstimmung der Versammlung der Frühschicht stimmten dann zirka 60 Prozent der Kollegen dafür, die Arbeit nicht wieder aufzunehmen, bis ihre Forderungen erfüllt sind: keine Werksschließung, Fortsetzung der Autoproduktion in drei Schichten in Bochum, kein Verzicht/keine Abstriche bei den Tariferhöhungen, Kampf um jeden Arbeitsplatz! Es gab nur eine Enthaltung und keine einzige Gegenstimme. Nach viereinhalb Stunden teils kontroverser Diskussionen wurde die Auseinandersetzung bis Dienstag, 28. Mai, vertagt.

Viele Redner positionierten sich klar für die Entscheidung für einen konsequenten Kampf der Opelaner, unter anderem die Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann von der Liste „Offensiv“ und der stellvertretende Vertrauenskörperleiter Steffen Reichelt.

Der demokratische Beschluss wurde vom stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Murat Yaman diffamiert, der einem kämpferischen Redner sogar das Mikrofon entriss und dann selber so tat, als ob er angegriffen worden sei! Er wandte sich gegen das klare Votum der Belegschaft, attackierte die Abstimmung und versuchte, mit plumpem Antikommunismus zu punkten (das konsequente Eintreten für Arbeiterinteressen sei „Parteipolitik“). Undemokratisch und respektlos wurde von ihm die Entscheidung der Arbeiter mit Füßen getreten. Mehrere Redner wiesen das entschieden zurück.

Nachdem klar wurde, dass die Geschäftsleitung sich nicht zu den versammelten Opel-Arbeitern wagte, schlug der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel schon gegen 15 Uhr vor, die Versammlung zu beenden, was aber nur zirka 50 Kollegen taten. Andere Betriebsräte setzten dann auf Zerreden der Situation und Verunsicherung der Arbeiter. Ihnen wurde in vielen Beiträgen contra gegeben! Immer penetranter wurde auf das Treffen der Einigungsstelle am nächsten Montag orientiert. Die Einigungsstelle ist aber auf der ganzen Linie Kapitulation: es geht nur noch um das Wie der Abwicklung von Opel Bochum! Da gibt es rein gar nichts, worauf man sich einigen könnte!

Gegen 16.30 Uhr löste sich die Versammlung auf; Betriebsratsvorsitzender Einenkel kündigte an, am Dienstag, 28. Mai, die Belegschaft wieder zu informieren. Die intensive Auseinandersetzung geht weiter!

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