Bis zu 2.000 Tote in Bangladesh - Deutsche Firmen mitschuldig!

Die MLPD trauert um die aus Profitgier ermordeten Textilarbeiterinnen in Bangladesh. Sie spricht den Angehörigen ihre tiefempfundene Anteilnahme aus.

Allen jetzt rebellierenden Arbeiterinnen und Arbeiter sprechen wir und unsere uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung aus. Wir verpflichten uns, alle eure Kämpfe, die Informationen und Hintergrundberichte, die wir von euch bekommen in der Arbeiterbewegung in Deutschland, in der kämpferischen Frauenbewegung und unter der rebellierenden Jugend bekannt zu machen.



Am 24. April stürzte in der Nähe der Hauptstadt Dhaka eine achtstöckige Textilfabrik ein. 405 Leichen wurden bereits geborgen, offiziell werden noch 950 Textilarbeiterinnen vermisst. Da lediglich 2.437 der zwischen 5.000 und 6.000 dort Beschäftigten geborgen wurden, geht die Kommunistische Partei Bangladesh (CPB) von bis zu 2.000 Todesopfern aus. Sie stellt in einem aktuellen Brief an die MLPD fest, dass „dieser massenhafte Tod kein Unfall, sondern vorsätzlicher Mord durch die profithungrigen Eigentümer der Fabriken“ ist.

Drei Etagen wären maximal erlaubt gewesen – aber die Fabrik hatte acht Stockwerke! Schon in den letzten Tagen und Wochen gab es Risse am Gebäude – doch die Produktion lief weiter, und das trotz einer polizeilichen Stilllegungsverfügung.

Die Demonstrationen von bis zu hunderttausend Textilarbeiterinnen und Textilarbeitern reißen seitdem nicht ab, trotz brutaler Polizeieinsätze dagegen. Sie fordern die sofortige Verhaftung der schuldigen Fabrikeigentümer, eine energischere Rettungsaktion, angemessene Entschädigungszahlungen, besserer Arbeitsschutz, freie gewerkschaftliche Betätigung im Textilsektor, Mindestlohn von 8.000 Taka (=78 Euro) und entsprechende Erhöhungen der anderen Lohnstufen.

Auf Bitten der Angehörigen und Arbeiter wurde ein landesweiter Generalstreik gestern kurzfristig verschoben, damit sich alle Kräfte auf die Rettungsarbeiten konzentrieren können. Er wird aber umso intensiver vorbereitet.

In einem Telefoninterview am 30. April erklärte Hasan Chowshury von der Internationalen Abteilung der CPB: „Angeklagt von den Arbeitern sind Regierung und Ministerien, die den Bau der Fabrik zuließen. Angeklagt sind die Fabrikanten und der Eigentümer des Gebäudes (ein führender örtlicher Repräsentant der Regierungspartei). Angeklagt sind auch die Aufsichtsbehörden und der Verband der Textilunternehmen. Angeklagt sind aber auch die internationalen Monopole, die sich zwar öffentlich von den 'schlimmen Zuständen' in den Textilfabriken distanzieren, hinter den Kulissen aber Druck auf die örtlichen Textilunternehmen ausüben, gegen Sicherheitsvorschriften zu verstoßen.“

Die internationalen Handels- und Modemonopole sind die Hauptverantwortlichen für die Zustände in Bangladesh, einem Land, in dem die internationalen Monopole auch ansonsten die Politik diktieren. Nur 10 Cent pro Kleidungsstück müssten sie von ihrem Profit abgeben, damit angemessene Arbeitsschutzbedingungen möglich sind; doch selbst das verweigern sie. In dem eingestürzten Gebäude wurde laut einer Fabrik-Homepage auch für C&A, Kik und Walmart Kleider hergestellt. Auch Adidas, Tchibo usw. lassen in Bangladesh massenhaft ihre Ware produzieren, für Hungerlöhne von meist nur 30 Euro. Immer wieder kommt es zu katastrophalen Bränden mit hunderten Toten, Einstürzen maroder Gebäude usw. 4 Millionen Textilarbeiterinnen und Textilarbeitern arbeiten in den ca. 5.000 Modefabriken in Bangladesh. Sie werden ihre Trauer in Wut und Kraft verwandeln.

Die MLPD fordert, die verantwortlichen internationalen Monopole zur Rechenschaft zu ziehen, einschließlich der Bestrafung der dort Verantwortlichen. Sie erklärt ihre internationalistische Solidarität mit den Textilarbeiterinnen und dem Volk von Bangladesh. „Während die deutschen Konzerne nicht müde werden, ihre angeblich soziale Marktwirtschaft zu preisen, gehen sie in ihrer Jagd nach Maximalprofit über Leichen“, prangert Stefan Engel, Vorsitzender der MLPD an.

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