Wohin geht die Jugend?

In ganz Europa aber auch weltweit gehen Jugendliche auf die Straße, um gegen die Abwälzung der Krisenlasten zu protestieren.

So demonstrierten in Spanien am 7. Februar zwei Millionen Schüler und Studenten gegen Kürzungen im Bildungssystem, und in Frankreich seit dem 5. März Hunderttausende gegen die Aufweichung des Kündigungs- und Jugendschutzes.

In vielen Protesten stehen Jugendliche in der ersten Reihe, prägen oft die Bilder, entwickeln neue Formen. In Zypern blockierten Tausende am 27. März den Regierungspalast. In Portugal startete am 6. April in Viana do Castelo ein Protestmarsch gegen die wachsende Verarmung, zu dem die Gewerkschaft CGT aufgerufen hatte. Am 13. April werden sie in Lissabon einmarschieren. Nachdem sich in Italien eine Familie aus Geldnot umgebracht hatte, gab es landesweite Proteste. Politiker, die zur Trauerfeier kamen, wurden als „Killer“ beschimpft.

In Chile gingen Anfang März ebenso wie in Kanada Zehntausende Jugendliche für ihre Ausbildung auf die Straße. Zehntausende protestierten im März in Palästina gegen die Erschießung von Jugendlichen durch israelisches Militär und in Brooklyn/New York gegen die Ermordung eines 16-jährigen Farbigen durch Polizisten.

Wie am Jahrestag der Atom-Katastrophe von Fukushima stehen Jugendliche bei den weltweiten Protesten gegen die immer rücksichtslosere Ausbeutung der Natur genauso in der ersten Reihe wie beim Widerstand gegen jeden Nazi-Aufmarsch.

Europas Regierungen in Sorge

Dass die Rebellion der Jugend einen Aufschwung nimmt, bereitet den Herrschenden Sorgen. Auf dem Gipfel der EU Anfang März erklärte Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker nicht zuletzt angesichts des rebellischen Potenzials in der Jugend: „Ich schließe nicht aus, dass wir Gefahr laufen, eine soziale Revolution zu erleben.“1

Auswandern ist kein Ausweg!

Um die Rebellion der Jugend zu zersetzen, setzt die EU unter anderem auf die Förderung des individuellen Auswegs. „Schau, wie du durchkommst. Mach dir bloß keine Gedanken über eine revolutionäre Alternative zum kapitalistischen System.“

Die deutsche Bundesregierung hat dazu das Programm „MobiPro-EU“ aus der Taufe gehoben. 139 Millionen Euro werden dafür investiert, Jugendliche aus ganz Europa mit der Hoffnung auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz nach Deutschland zu locken.

Auf der Seite „The Job of my Life“ heißt es: „Natürlich hofft Deutschland, dass du bleibst und dein Know-how auch später vor Ort einsetzt. Mit deiner praktischen und fachlichen Ausbildung findest du aber auch in deiner Heimat, in Europa oder weltweit einen Job.“2 Finanziert werden ein Sprachkurs, ein Zuschuss zu den Reise- und Umzugskosten und eine Unterstützung zur Ausbildungsvergütung.

Und auf der Seite „Make it in Germany“ werden junge Fachkräfte aus der ganzen Welt aufgefordert, in „das bunte Deutschland“ zu kommen, in dem „Weltoffenheit und gelebte Vielfalt“, „Anziehungskraft und Aufstiegschancen“ und „Wohlstand und Sicherheit“ warten.3

Verschwiegen wird, dass auch in Deutschland im Jahr 2011 schon 12,8 Prozent der Jugendlichen offiziell arbeitslos waren, dass von den 140.000 Bewerbern in NRW im letzten Jahr nur 46 Prozent einen Ausbildungsplatz bekommen haben und davon heute nach der Ausbildung nur noch 17 Prozent in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Die Bundesregierung will aus diesen Ländern gut ausgebildete und billige Fachkräfte abwerben. In Deutschland bekommt gleichzeitig nur jeder dritte Student nach dem Studium auch einen entsprechenden Arbeitsplatz.

Das gibt es auch in Deutschland

Die Hoffnung auf einen individuellen Ausweg wird auch in Deutschland verbreitet. Unter dem Motto „Sind die deutschen Arbeitslosen mobil, mutig und dynamisch genug um ihr Glück im Ausland zu versuchen?“4 wird geworben, dass Jugendliche auswandern. Auslernern, die nicht übernommen wurden, wird empfohlen zu studieren, junge Arbeiter sollen zur Techniker- oder Meisterschule. VW bietet jungen Arbeitern mit dem Programm „Wanderjahre“ für ein Jahr an, ins Ausland zu gehen.

Die anderen ausstechen, damit man selbst irgendwo auf der Welt einen guten und halbwegs sicheren Job bekommt. Soll das eine Perspektive sein? In ganz Südeuropa haben über 50 Prozent der Jugendlichen keinen Job. In Deutschland sind 54 Prozent der Erwerbstätigen unter 25 nur befristet, als Leiharbeiter, in unbezahlten Praktika oder mit Ein-Euro-Jobs beschäftigt.

Das ist eine weltweite Auseinandersetzung. Die MLPD und ihr Jugendverband REBELL unterstützen die ICOR Afrika bei der Vorbereitung und Durchführung einer Jugendkonferenz für Afrika. Eine brennende Frage dabei ist, die afrikanische Jugend zu gewinnen, ihr Heil nicht in der Flucht nach Europa oder in die USA zu suchen, sondern im gemeinsamen Kampf für eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Um die Jugend tobt ein gesellschaftlicher Kampf um die Denkweise

Geht es nach den Herrschenden, soll die Masse der Jugend sich gar nicht mit Politik befassen. Die kleinbürgerlich-antiautoritäre Denkweise lehnt vor allem den organisierten gemeinsamen Kampf ab und orientiert stattdessen auf Spaß Haben oder sich auf spontanen Protest zu beschränken. Kritischen Jugendlichen wird eine Karriere in den Jugendverbänden der bürgerlichen Parteien oder dem reformistischen Gewerkschaftsapparat in Aussicht gestellt. Natürlich nur bei entsprechend angepasstem Wohlverhalten. Die kleinbürgerlich-antikommunistische Denkweise verbreitet dumpfe Vorbehalte, die die Jugend abhalten soll, sich mit dem Sozialismus zu befassen.

Die MLPD richtet sich in ihrer Offensive für den echten Sozialismus und gegen den modernen Antikommunismus vor allem an die Jugend. Sie stellt sich die Aufgabe, die Masse der Jugend für eine revolutionäre Perspektive zu gewinnen und zu erziehen und sie zu organisieren.

Der REBELL ist der Jugendverband der MLPD. Auf seinem 11. Verbandsdelegiertentag konnte er eine sehr positive Bilanz ziehen. Er hat sich die Aufgabe gestellt, seine Attraktivität weiter zu steigern und eine Masse neuer Mitglieder gewinnen.

Die Wählerinitiativen der MLPD/Offene Liste werden ihre Arbeit in den nächsten Wochen vor allem in Verbindung mit der Vorbereitung und Werbung für das Internationale Pfingstjugendtreffen entwickeln. Die meisten haben sich vorgenommen, dabei auch viele Kinder und Jugendliche für die Wählerinitiativen zu gewinnen.

Selbst Politik machen!

Verschiedene Umfragen, die die MLPD unter Jugendlichen gemacht hat, zeigen, dass Jugendliche Politiker oft mit Maßstäben messen, die für sie selber wichtig sind. Sie werfen den bürgerlichen Politikern vor allem Abgehobenheit, Korruption und Verlogenheit vor und dass sie Politik für die Reichen machen. Sie empören sich über ihre hohe Bezahlung, während viele Leute von ihrer Arbeit kaum leben können. Darüber, dass sie viel reden, sich aber nichts ändert. Wählen würden sie eine Partei, die hält, was sie verspricht, für Gerechtigkeit steht, gegen Korruption, für die „kleinen Leute“ und nicht abgehoben ist. Es soll nichts über ihre Köpfe hinweg entschieden werden. Bei den Politikern sollen Wort und Tat übereinstimmen!

Da sind sie bei der MLPD genau richtig. Auch Rebellen kandidieren für die MLPD. Der Wahlkampf steht unter dem Motto: Radikal links, revolutionär für eine sozialistische Alternative.

 

 

1 http://www.spiegel.de/politik/ausland/ eu-gipfel-in-bruessel-debatte-ueber- lockerung-von-sparauflagen-a-889009.html, 14.3.2013)

2 www.thejobofmylife.de

3 www.make-it-in-germany.com

4 www.ausland-job.com/arbeiten-im- ausland.html)

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