Die Wahrheit über den Korea-Krieg

In der gegenwärtigen Auseinandersetzung um die Kriegsdrohungen der nordkoreanischen Führung wird von der US-Regierung und der Regierung des mit den USA verbündeten Südkorea häufig ins Feld geführt, auf der koreanischen Halbinsel herrsche immer noch „Kriegszustand“ als Folge des Korea-Kriegs von 1950 bis 1953. Damit versuchen sie, ihre eigenen aggressiven Bestrebungen zur Einverleibung Nordkoreas in den westlichen imperialistischen Einflussbereich zu rechtfertigen. Wir dokumentieren einen Auszug aus dem Buch „Krieg und Frieden und die sozialistische Revolution“1, der deutlich macht, mit welcher Brutalität die USA schon damals vorgingen und wie sie sich dabei der UNO bedienten. Im Unterschied zu damals ist nach dem Verrat am Sozialismus in allen ehemals sozialistischen Ländern auch in Nordkorea eine bürokratisch-kapitalistische Clique an der Macht. Sie zeichnet sich durch einen besonderen mystisch-religiösen Führerkult aus und liefert den USA durch ihre abenteuerlichen Drohungen willkommene Vorwände für ihre Pläne.

Der Koreakrieg war der bisher dreisteste Versuch der USA-Imperialisten, ihre nach dem II. Weltkrieg gewonnene Vormachtstellung militärisch abzusichern und durch die Eroberung von China das damals noch existierende sozialistische Lager unter der Führung der Sowjetunion im Rahmen ihrer „Containment-Strategie“ (Eindämmungsstrategie) zu erdrosseln. …

Wir stützen uns im folgenden hauptsächlich auf die Analysen des US-Historikers D. Horowitz und des westdeutschen Historikers Dr. W. Bartel („Neues Licht auf die Frage der Schuld am Ausbruch des Korea-Krieges“, in: „Vereinte Nationen“ (VN), Zeitschrift für die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen, Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN), Heft 2/72; und: ders., „Chinas Eintritt in den Korea-Krieg 1950: Aggression oder Provokation“, in: ebenda, Heft 3/72)

Im August 1945 war Korea nach 36-jähriger Beherrschung durch Japan von den siegreichen Alliierten befreit worden, im Norden von der Roten Armee, die gemäß den Beschlüssen von Potsdam vom Juli 1945 bis zum 38. Breitengrad vorrückte, und südlich dieser Demarkationslinie von der amerikanischen Armee, deren erste Einheiten Anfang September eintrafen. In den rund fünf Wochen zwischen der japanischen Kapitulation und der vollen Besetzung des Landes durch die beiden Besatzungsmächte bildeten sich in Korea überall nationale Bürgerkomitees zur Errichtung einer koreanischen Staatsgewalt, die sich in der Nationalen Vorbereitenden Vereinigung zur Errichtung der Nationen (PEAN) in Seoul eine provisorische Spitze gaben.“ (VN 2/72, S. 41)

In diesen Bürgerkomitees waren alle antijapanisch-demokratischen Kräfte vertreten, von der nationalen Rechten bis zur Kommunistischen Partei Koreas (KPK). … Während im Süden also die japanische Besatzung und Ausbeutung durch die US-amerikanische ausgetauscht wurde (die der PEAN nahestehenden liberalen Demokraten und Kommunisten wurden verfolgt und eingesperrt), war im Norden eine Volksregierung unter der Führung von Kim Il-Sung (einem führenden Kommunisten), der sich im antijapanischen Widerstandskampf große Verdienste erworben hatte, gebildet worden. …

Zunehmender Widerstand von allen demokratischen Kräften des Volkes und Bauernaufstände unter Führung der KPK mußten herhalten, um die Lüge von der „kommunistischen Aggression“ aus dem Norden zu erfinden und über die ganze Welt zu verbreiten. Damit wurde begründet, daß die südkoreanische Armee schleunigst mit US-Kriegsmaterial aufgebaut wurde. …

In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1950 meldeten nordkoreanische Rundfunkstationen, starke südkoreanische Militär- und Polizeiverbände hätten nordkoreanische Grenzposten überfallen. … Die Angriffe wurden abgeschlagen und der Angreifer über die Demarkationslinie nach Süden verfolgt. … Trotzdem nahm der Sicherheitsrat der UNO eine Beschlußvorlage der USA an, in der der „bewaffnete Angriff“ gegen die Republik Korea verurteilt wurde. US-Präsident Truman befahl den sofortigen Eingriff von US-Truppen auf südkoreanischer Seite: Dieser US-Angriff auf Korea wurde von der UNO nachträglich als UN-Aktion gebilligt, damit konnten die USA-Imperialisten unter der Flagge der UNO darangehen, Nord-Korea zu zerschlagen. …

Während die chinesische Führung über diplomatische Kanäle versuchte, die USA-Imperialisten zum Abbruch ihres verbrecherischen Unternehmens zu bewegen, traf sie Vorbereitungen zur militärischen Sicherung ihres Territoriums: Kampferprobte Verbände, die sich freiwillig zur Verteidigung ihrer Heimat und zur Vertreibung der USA-Imperialisten bereit erklärt hatten, gruben sich in Stärke von 120.000 Mann unbemerkt von der US-Aufklärung am Yalu-Fluß (chinesisch-nordkoreanischer Grenzfluß) ein. Mit der Kampftaktik des Partisanenkriegs wurde die am 24. November begonnene Offensive der US-Truppen innerhalb von zwei Tagen gestoppt. Außer sich vor Wut mußte McArthur erleben, wie seine Truppen bis weit nach Südkorea zurückgejagt wurden oder die Flucht über den Seeweg antraten. Nachdem die nordkoreanische Armee mit Unterstützung der chinesischen Freiwilligen ihr gerechtfertigtes Ziel, die Vertreibung der Aggressoren, erreicht hatte, wurde die Verfolgung abgebrochen, um friedliche Verhandlungen zu ermöglichen.

McArthurs Vorschlag, nun offen China den Krieg zu erklären und es unter Einsatz der gesamten Militärmaschinerie einschließlich Atombomben zu zerschlagen, wurde abgelehnt, McArthur wurde entlassen. Bis 1953 wurden am 38. Breitengrad erbitterte Kämpfe geführt, doch die nordkoreanischen Verbände konnten ihr Land vor weiteren Übergriffen schützen. Im Waffenstillstandsvertrag von Panmunjon (1953) wurde der Krieg beendet.

 

1 S. 201–207

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