Forderung in bester Tradition von Karl Marx

Forderung in bester Tradition von Karl Marx

Beim Pfingstjugendtreffen 1997

Der Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich hat eine lange Geschichte. Bereits Karl Marx und Friedrich Engels hoben die Bedeutung des Kampfs für den 8-Stunden-Tag als eine Schule des Klassenkampfs für den Sozialismus hervor.

Karl Marx und Friedrich Engels hatten schon früh Forderungen für den Kampf um eine Verkürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden aufgestellt. Der Genfer Kongress der Sozialdemokratie beschloss im gleichen Jahr eine von Marx verfasste „Instruktion“ über „Die Beschränkung des Arbeitstags“. Marx schrieb zu diesem Thema im „Kapital“: „Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter der Arbeiter als ,freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.“ (Marx/Engels, Werke, Bd. 23, S. 316).

Gesetzlich eingeführt wurde der 8-Stunden-Tag in Deutschland schließlich mit dem sogenannten „Stinnes-Legien-Abkommen“ am 15. November 1918. Aus Angst vor den revolutionären Massen – die Novemberrevolution fegte seit dem 9. November wie ein Orkan über das damalige Deutsche Reich hinweg – wurde dieses Zugeständnis gemacht. Einen etwas anderen Charakter hatte die Einführung der Arbeitszeitverkürzung auf 40 Stunden pro Woche in der Druckindustrie 1965 und in der Metallindustrie im Januar 1967. Nach dem Ende des II. Weltkriegs begann für die deutschen Monopole aufgrund eines gigantischen Bedarfs an Waren und Ausrüstungsprodukten für die Produktion und Konsumtion eine Zeit der lang anhaltenden Hochkonjunktur, die bis in die frühen 1970er Jahre dauerte. In diese Zeit fielen verschiedene „Reformen von oben“. Das heißt, die Kapitalisten stimmten Reformen ohne nennenswerte Kämpfe der Arbeiterbewegung zu.

Die MLPD und ihre Vorläuferorganisation KABD (Kommunistischer Arbeiterbund Deutschlands) griffen von Beginn ihres Parteiaufbaus an den Kampf um Arbeitszeitverkürzung im Sinne einer Schule des Klassenkampfs wieder auf. Dazu schrieb Willi Dickhut in „Gewerkschaften und Klassenkampf“: „Am 1. Mai 1974 stellte der Kommunistische Arbeiterbund Deutschlands (KABD), Vorläuferorganisation der MLPD, neben anderen die wichtigste Forderung: ,35 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!‘ auf. Diese Forderung stieß zunächst auf taube Ohren bei der SPD, DKP, den ,linken‘ Gruppen und vor allem bei der Gewerkschaftsbürokratie – welche seltsame Einmütigkeit! Als aber 1975 die Arbeitslosigkeit erstmalig die 1 Millionenmarke überschritt, wurden die Arbeiter in den Betrieben unruhig und besorgt. Die Delegierten des 12. Gewerkschaftstages der IG Metall im September 1977 beschlossen – allen Abwiegelungstricks des Vorstandes zum Trotz – mit knapper Mehrheit, die Forderung nach der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich zu erheben …“ (S. 312/313)

1978/79 standen die Stahlarbeiter und Drucker im Kampf für die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich . Ein Höhepunkt war der achtwöchige Streik der Metaller in Baden-Württemberg. Im Ergebnis wurde die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich über einen Stufenplan eingeführt. Sie wurde danach in zahlreichen anderen Branchen übernommen. Vor allem trug dieser Kampf zum Erwachen des Klassenbewusstseins auf breiter Front bei.

Im REVOLUTIONÄREN WEG 23 „Krisen und Klassenkampf“ steht hierzu: „Offensichtlich hat … die Zahl derjenigen Arbeiter Massencharakter angenommen, die sich im Verlauf des Streiks dem Einfluß der Reformisten entzogen haben, die klassenselbständig zu handeln begannen, die das gewerkschaftliche Bewußtsein bereits überschritten haben. (S. 258)

Nach der Wiedervereinigung stand auch im Osten Deutschlands der Kampf für die 35-Stunden-Woche auf der Tagesordnung. 1993 kam es zu einem vierwöchigen Streik der Metaller und Stahlarbeiter. Aus Angst vor einer ähnlichen Entwicklung von 1984 wurde er von der rechten IG-Metall-Führung ohne jedes Ergebnis abgewürgt.

Wie auch bei der Forderung nach der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ging die Initiative für die Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich von der MLPD aus. 1995 stellte sie die Forderung erstmals im Rahmen eines Sofortprogramms gegen die erneut gestiegene Massenarbeitslosigkeit auf und vertritt sie seitdem mit vollem Einsatz gegen den Widerstand der Gewerkschaftsführungen. So schrieb sie in der Broschüre „Die Zeit ist reif für eine Machtprobe“: „… Der einzig wirksame Weg zum Abbau der Massenarbeitslosigkeit ist erwiesenermaßen die Neuaufteilung der Arbeit. Und das heißt radikale Arbeitszeitverkürzung. Durch die Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich würden rechnerisch in Deutschland zusätzlich 7,9 Millionen Arbeitsplätze gebraucht! ... Für eine lebenswerte Zukunft, frei von kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung!“

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