Die Beruhigungspillen von der Belebung des „Konsumklimas“

Sowohl die Einkommenserwartung wie auch die Konsumneigung“ steigen nach Ansicht des Marktforschungsinstituts GfK in Deutschland „deutlich“. Wie sollte es auch anders sein, immerhin kletterte das sogenannte „Konsumklima-Barometer“ des GfK im Januar um ganze 0,1 auf 5,8 Punkte. Dazu trage unter anderem der „moderate“ Preisanstieg bei. Trotz anhaltender Weltwirtschafts- und Finanzkrise kann davon jedoch für die breiten Massen keine Rede sein.

Zwar hatte der Ausbruch der Weltwirtschafts- und Finanzkrise Ende 2008 zunächst zur Folge, dass der amtliche Anstieg der Verbraucherpreise 2009 mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent wesentlich niedriger ausfiel als 2008 mit 2,6 Prozent. 2011 nahm die Inflation jedoch schon wieder auf 2,3 Prozent zu. 2012 lag sie bei 2,0 Prozent. Die Verbraucherpreise steigen also trotz der Weltwirtschafts- und Finanzkrise weiter an und fressen die Löhne und Gehälter, die Renten und die Hartz-IV-Bezüge auf. Die Kaufkraft einer Rente in Höhe von 1.000 Euro netto im Jahr 2000 fiel dadurch bis 2012 um rund 100 Euro, weil die Rentensteigerungen weit unterhalb der Inflationsrate lagen („Rentenversicherung in Zahlern 2012“, S. 17; eigene Berechnung).

Im Unterschied zu den Verbraucherpreisen rauschten zahlreiche Welthandelspreise beim Krisenausbruch regelrecht in den Keller. Der Grund war die schlagartig eingebrochene Nachfrage. Dieser Preisfall ist bei Metallen und Öl besonders ausgeprägt. Der Preis für Aluminium sank von über 3.000 US-Dollar je Tonne auf zeitweise unter 1.500 US-Dollar, für Kupfer von über 8.000 US-Dollar auf unter 4.000 US-Dollar, für Nickel von über 20.000 Euro je Tonne auf unter 10.000 Euro und für ein Barrel Öl der Sorte Brent von 140 US-Dollar auf dem Höchststand auf 40 US-Dollar („www.finanzen.net“).

Im Zuge einer vorübergehenden relativen Belebung von Teilen der Weltwirtschaft trieben die Bergbau- und Mineralölkonzerne die Preise wieder in die Höhe. Den Verbrauchern kommt dieser Rückgang gegenüber den früheren Höchstpreisen vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise jedoch nicht zugute. Der Preis für Kaffee stand Mitte 2011 bei rund 3 US-Dollar für ein amerikanisches Pfund. Aktuell liegt er heute bei 1,48 US-Dollar. Die niedrigeren Preise gehen zu Lasten der Kaffeebauern in den Entwicklungsländern, während sich die großen Kaffeeröstereien und Einzelhandelskonzerne die Spanne bis zu den Verbraucherpreisen in die Tasche stecken.

Die Benzinpreise erreichten in Deutschland im Jahr 2012 mit 1,63 Euro für einen Liter Super im Jahresschnitt ein Rekordniveau. Gegenüber dem Jahr 2011 hat sich der Liter um 9,5 Cent oder 6,2 Prozent verteuert („benzinpreis.de“; eigene Berechnung). Die Preise für das Autofahren, also Kauf und Unterhalt, stiegen in den zehn Jahren 2002 bis 2012 um rund 30 Prozent. Superbenzin wurde von August 2002 bis August 2012 um 60 Prozent teurer, Diesel um mehr als 80 Prozent. Die Preise im öffentlichen Nahverkehr, die häufig mit den Benzinpreisen begründet werden, stiegen in zehn Jahren um 42 Prozent („www.destatis.de“, 11. 9. 12).

Durch die Preiserhöhungen hat ExxonMobil, größter Mineralölkonzern der USA mit dem Tankstellennetz Esso in Deutschland, seinen Jahresgewinn 2012 um 9 Prozent auf 44,9 Milliarden US-Dollar gesteigert („www.stern.de“). Besonders die Mieten, Strom- und Heizkosten fressen die Löhne und Gehälter auf.

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